Hinterlandidylle

12. Oktober 2018

Diesmal werden wir pünktlich zum Sonnenaufgang wach. Und ich bin überrascht, wie viele Vans sich neben uns tummeln. Bestimmt so an die 10. Und die Coolen haben einfach den Kofferraumdeckel geöffnet und begrüßen den Sonnenaufgang mit halboffenen Augen aus dem Bett. Hat auch was!

Nach dem Frühstück machen wir uns noch mal auf den Weg am Leuchtturm vorbei. Es geht an der nicht ganz so arg steilen Steilküste vorbei und auch hier finden wir wieder die dicken Buchen am Abgrund. Fotogen!

Am Strand buddelt sich Elli mal wieder voller Enthusiasmus in den Sand ein – da merkt man dann doch noch sehr, dass sie ein verspieltes Hundekind ist…

California, here we come

Wir verabschieden uns vom Bülker Leuchtturm und machen uns auf den Weg auf die andere Seite der Kieler Förde. Genauer gesagt nach Kalifornien. Ja, das ist kein Witz! Ein Fischer hatte einst eine Schiffsplanke mit dem Schriftzug „California“ gefunden und über seine Haustür genagelt. Und irgendwann war es dann der Ortsname geworden. Für uns natürlich willkommene Gelegenheit, an unsere Frühjahrsreise zurückzudenken!

Der Ort macht vom Wetter her seinem Namen alle Ehre – blauer Himmel und Temperaturen über 20°. Von der Geschäftigkeit eher weniger – alles ist schon mehr als halb im Winterschlaf. Lediglich das Personal im Touristenbüro ist auf zack und versorgt mich mit Infos und packt mir als Goodie noch die aktuelle Ausgabe der „Zeit“ drauf. Kann man nicht meckern!

Wir machen uns auf den Weg zum Strand und werden mit einem Automaten zur Entrichtung der Strandbenutzungsgebühr konfrontiert. Aber gilt der auch für die breiten Wege über den Deich? Wir beschließen: Nein und gehen in Richtung Osten.

Nächster Halt: Brasilien

Die verrückte Geschichte an diesem Strand geht aber noch weiter. Denn wenn man einen Kilometer weiter geht, landet man in…: Brasilien! Denn der Nachbarfischer sah das protzige Kalifornien-Schild bei seinem Nachbarn, nahm das ganz dann mal in die eigene Hand und pinselte sich ein grün-gelbes Brasilienschild für sein Haus. Und so ist es dann heute noch…

Und als ich dort sehe, dass es einen Womo-Stellplatz gibt, macht es plötzlich „Klick!“ und wir beschließen, die eigentlich geplante Weiterreise zu verschieben und auf später zu verschieben. Denn eigentlich hätten wir hier alles, was doch in diesem Urlaub auch noch haben wollen: Sonne, Stellplatz, Gelegenheit zum Fahrradfahren. Bäng!

Radtour durchs Hinterland

Wir parken also das MoMo um and nehmen den Stellplatz am Mittelstrand. Nach einem stärkenden Kaffee schwingen wir uns (diesmal hundelos) auf die Räder und fietsen zur Fischbude nach Schönbergstrand. Denn ein Tag ohne Fischbrötchen ist momentan ein verlorener Tag!

Im Dorf Krummbek haben wir die Biometzgerei Muhs ausgekundschaftet und wollen uns dort Aufschnitt und etwas zum Grillen besorgen. Und der Weg dorthin macht schon richtig Spaß. Über das weite Land, durch kleine Dörfer, größtenteils auf Radwegen und immer mit wenig Verkehr. Herrlich!

Man kann auf dem Hof sehen, wie die Schweine sich in ihren Schweineställen suhlen. Einerseits ja wunderbar, zu sehen, wie die Tiere gehalten werden. Andererseits auch schwer, sich vorzustellen, dass das, was da freudig auf mich zugelaufen kommt, in ein paar Monaten als leckerer Schinken hinter dem Tresen auf einen wartet…

Auch die Rückfahrt ist ein Genuss. Durch die Felder, gemähte Wiesen, entlang kleiner Kanäle geht es auf hubbeligen Landwirtschaftswegen vorbei an Pferden und Schafen wieder zu unserem Stellplatz. Hier sind wir richtig!

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