Der Osten ruft
16. Oktober 2018

Heute verab­schieden wir uns von diesem wirklich heraus­ragend schönen Camping­platz und verlassen damit auch die holstei­nische Schweiz und Schleswig-Holstein. Wir hatten nicht erwartet, dass es uns hier so lange hält, aber im Gegenteil: Wir sind noch lange nicht fertig und kommen noch mal wieder! Den Abstecher nach Fehmarn verkneifen wir uns zugunsten der Weiter­fahrt in den Osten. Denn ursprünglich wollten wir ja nach MeckPomm und die dortige Seenland­schaft erkunden.

Umweg übers Meer

Unser Ziel ist Wismar und wir wollen vorher noch ein bisschen die Ostsee­region östlich von Lübeck erkunden.

Unsere Route führt uns durch den Herren­tunnel nördlich von Lübeck, der uns eine große Stadt­um­rundung erspart. Was ich bisher nicht wusste: Sowas kann auch in Deutschland mautpflichtig sein! Überrascht zahlen wir nach Durch­fahrt durch den Tunnel brav unsere 3,10€. Ob das ähnlich wie in Norwegen auch irgendwann mal abgegolten ist und die Maut entfällt?

Die Weiter­fahrt führt uns durch herbst­liche Farben , die durch die vielen Alleen noch mal betont werden und sanft geschwungene Hügel. Wunder­schön!

Biohof mit Aussicht

Am Hof Hohen Schönberg lassen uns der angekün­digte Aussichts­punkt und der schöne Biobau­ernhof spontan anhalten. Der Bioladen kann mit einer wirklich einla­denden Bauern­hof­auswahl überzeugen. Der frisch-leuch­tende Mangold muss einfach gekauft werden! Und da das übrige Angebot an Wurst, Käse und Brot ähnlich gut aussieht, langen wir hier auch noch mal zu.

Der Aussichts­punkt ist dann auch richtig schön angelegt, aber leider ist es heute etwas diesig und fast schon schwül(!), so dass die Fernsicht leider zu wünschen übrig lässt. Schade!

Kurort ohne Charme

Next Stop Bolten­hagen. Und für uns stellt es sich als Reinfall heraus. Was auf dem Papier noch verlo­ckend aussah (Stell­platz mit Fischbude und Strand) entpuppt sich als kosten­pflich­tiger PKW-Parkplatz mit schmalem Strand­streifen auf der gegen­über­lie­genden Straßen­seite. Und die Fischbude sieht nett aus, ist aber mit weitem Abstand auf dem letzten Platz, was die Qualität der bishe­rigen Fisch­brötchen angeht.

Auch der Rest des Ortes kann uns nicht begeistern. Alles mit der typischen Touris­ten­in­fra­struktur, ein bisschen Kurort dazu, aber nichts, was uns zu einem längeren Halt verlockt.

Zweimal parken bitte

In Wismar sind wir zunächst höchst erfreut, dass wir mit park4night mal einen kosten­freien Stell­platz finden, der noch dazu am Stadtrand ist. Als wir in Richtung Stadt aufbrechen, sehen wir aber auch hier ein „Übernachten verboten“-Schild. Grmpf. Immerhin ist der offizielle Womostell­platz direkt in der Nähe und sieht auch noch gut aus. Und ist schon reichlich gut gefüllt — hätten wir Mitte Oktober nicht mehr erwartet!

Weltkul­tur­er­be­stadt

Wir betreten Wismar dann über die Lübsche Straße und werden an großteils schön renovierten Häusern und ein paar netten Geschäften vorbei zum histo­ri­schen Kern gelotst. Und hier sieht man, was sich in den letzten fast 30 Jahren dann doch getan hat: Schmucke Einkaufs­straßen, schön renoviert. Und selbst die Straßen­mu­si­kanten sind stilvoll: Ein Duo von Tuba und Klari­nette, die abwech­selnd Klassik und Filmmu­siken spielen, gefällt uns richtig gut.

Glücklich macht glücklich

Irgendwie sind wir heute spät dran und so kommt es, dass wir erst kurz vor sechs im Café Glücklich aufschlagen, was in Reise­führer und Internet wärmstens empfohlen wird. Und wir wissen jetzt auch, warum. Zum einen ist es der sehr nette und freund­liche Empfang, zum anderen die schnu­ckelige Einrichtung und natürlich die leckeren Torten und Kekse. Denn während ich eine Erdbeere-Windbeutel-Torte esse, genehmigt sich Annette zwei Glückskekse. Diese haben aber so rein gar nichts mit den mehr oder weniger geschmack­losen China­keksen zu tun. Es sind vielmehr köstliche Schoko­laden-Cookies. Jam!

Vier-Schweine-Brücke

Wir lassen uns weiter treiben und kommen schon an der nächsten Ecke zur Nikolai­kirche und direkt vor ihr eine kleine Gracht mit Brücken. Malerisch! Sehr schön finde ich dann die Schwein­brücke, wo an jedem Brücken­pfeiler ein Schwein in einer anderen Pose zu bestaunen ist. Da kann Paderborn mit seinem 3‑Hasen-Fenster einpacken!

Reichlich Bier und Schnaps

Im Brauhaus am Lohberg kehren wir dann für ein Abend­essen ein, sind aber von Torte und Cookie noch so satt, dass es vorwiegend bei der flüssigen Nahrung bleibt. Wir stellen dann fest, dass die lokale Spezia­lität „Mumme“, ein Dunkelbier, nicht so sehr unseren Geschmack trifft, das lokal gebraute, aber komischer­weise im Brauhaus(!) nicht vom Fass erhält­liche Pale Ale dafür um so besser. Auch die Spiri­tuosen können überzeugen und wir lernen, dass es nicht nur Weinbrand, sondern anscheinend auch einen Bierbrand gibt. Der „Mummebrand“ riecht und schmeckt dann tatsächlich ähnlich wie Whisky und ist gar nicht schlecht. Wieder was Neues gelernt!

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