Der Osten ruft

Heute verabschieden wir uns von diesem wirklich herausragend schönen Campingplatz und verlassen damit auch die holsteinische Schweiz und Schleswig-Holstein. Wir hatten nicht erwartet, dass es uns hier so lange hält, aber im Gegenteil: Wir sind noch lange nicht fertig und kommen noch mal wieder! Den Abstecher nach Fehmarn verkneifen wir uns zugunsten der Weiterfahrt in den Osten. Denn ursprünglich wollten wir ja nach MeckPomm und die dortige Seenlandschaft erkunden.

Umweg übers Meer

Unser Ziel ist Wismar und wir wollen vorher noch ein bisschen die Ostseeregion östlich von Lübeck erkunden.

Unsere Route führt uns durch den Herrentunnel nördlich von Lübeck, der uns eine große Stadtumrundung erspart. Was ich bisher nicht wusste: Sowas kann auch in Deutschland mautpflichtig sein! Überrascht zahlen wir nach Durchfahrt durch den Tunnel brav unsere 3,10€. Ob das ähnlich wie in Norwegen auch irgendwann mal abgegolten ist und die Maut entfällt?

Die Weiterfahrt führt uns durch herbstliche Farben , die durch die vielen Alleen noch mal betont werden und sanft geschwungene Hügel. Wunderschön!

Biohof mit Aussicht

Am Hof Hohen Schönberg lassen uns der angekündigte Aussichtspunkt und der schöne Biobauernhof spontan anhalten. Der Bioladen kann mit einer wirklich einladenden Bauernhofauswahl überzeugen. Der frisch-leuchtende Mangold muss einfach gekauft werden! Und da das übrige Angebot an Wurst, Käse und Brot ähnlich gut aussieht, langen wir hier auch noch mal zu.

Der Aussichtspunkt ist dann auch richtig schön angelegt, aber leider ist es heute etwas diesig und fast schon schwül(!), so dass die Fernsicht leider zu wünschen übrig lässt. Schade!

Kurort ohne Charme

Next Stop Boltenhagen. Und für uns stellt es sich als Reinfall heraus. Was auf dem Papier noch verlockend aussah (Stellplatz mit Fischbude und Strand) entpuppt sich als kostenpflichtiger PKW-Parkplatz mit schmalem Strandstreifen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Und die Fischbude sieht nett aus, ist aber mit weitem Abstand auf dem letzten Platz, was die Qualität der bisherigen Fischbrötchen angeht.

Auch der Rest des Ortes kann uns nicht begeistern. Alles mit der typischen Touristeninfrastruktur, ein bisschen Kurort dazu, aber nichts, was uns zu einem längeren Halt verlockt.

Zweimal parken bitte

In Wismar sind wir zunächst höchst erfreut, dass wir mit park4night mal einen kostenfreien Stellplatz finden, der noch dazu am Stadtrand ist. Als wir in Richtung Stadt aufbrechen, sehen wir aber auch hier ein „Übernachten verboten“-Schild. Grmpf. Immerhin ist der offizielle Womostellplatz direkt in der Nähe und sieht auch noch gut aus. Und ist schon reichlich gut gefüllt – hätten wir Mitte Oktober nicht mehr erwartet!

Weltkulturerbestadt

Wir betreten Wismar dann über die Lübsche Straße und werden an großteils schön renovierten Häusern und ein paar netten Geschäften vorbei zum historischen Kern gelotst. Und hier sieht man, was sich in den letzten fast 30 Jahren dann doch getan hat: Schmucke Einkaufsstraßen, schön renoviert. Und selbst die Straßenmusikanten sind stilvoll: Ein Duo von Tuba und Klarinette, die abwechselnd Klassik und Filmmusiken spielen, gefällt uns richtig gut.

Glücklich macht glücklich

Irgendwie sind wir heute spät dran und so kommt es, dass wir erst kurz vor sechs im Café Glücklich aufschlagen, was in Reiseführer und Internet wärmstens empfohlen wird. Und wir wissen jetzt auch, warum. Zum einen ist es der sehr nette und freundliche Empfang, zum anderen die schnuckelige Einrichtung und natürlich die leckeren Torten und Kekse. Denn während ich eine Erdbeere-Windbeutel-Torte esse, genehmigt sich Annette zwei Glückskekse. Diese haben aber so rein gar nichts mit den mehr oder weniger geschmacklosen Chinakeksen zu tun. Es sind vielmehr köstliche Schokoladen-Cookies. Jam!

Vier-Schweine-Brücke

Wir lassen uns weiter treiben und kommen schon an der nächsten Ecke zur Nikolaikirche und direkt vor ihr eine kleine Gracht mit Brücken. Malerisch! Sehr schön finde ich dann die Schweinbrücke, wo an jedem Brückenpfeiler ein Schwein in einer anderen Pose zu bestaunen ist. Da kann Paderborn mit seinem 3-Hasen-Fenster einpacken!

Reichlich Bier und Schnaps

Im Brauhaus am Lohberg kehren wir dann für ein Abendessen ein, sind aber von Torte und Cookie noch so satt, dass es vorwiegend bei der flüssigen Nahrung bleibt. Wir stellen dann fest, dass die lokale Spezialität „Mumme“, ein Dunkelbier, nicht so sehr unseren Geschmack trifft, das lokal gebraute, aber komischerweise im Brauhaus(!) nicht vom Fass erhältliche Pale Ale dafür um so besser. Auch die Spirituosen können überzeugen und wir lernen, dass es nicht nur Weinbrand, sondern anscheinend auch einen Bierbrand gibt. Der „Mummebrand“ riecht und schmeckt dann tatsächlich ähnlich wie Whisky und ist gar nicht schlecht. Wieder was Neues gelernt!

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