Schön in Plön

Wir tun uns zunächst etwas schwer. Mit einem Luxusproblem. Denn es gefällt uns ausgesprochen gut hier. Auf dem Campingplatz. Und am Plöner See. Aber der stramme Preis für den Campingplatz gefällt uns nicht. Die perfekte Lage aber schon. Also was tun? Wir überlegen hin. Wir überlegen her. Und entscheiden uns letztendlich für das, was wir ohnehin schon wussten: Hierbleiben! Denn wenn wir eins gelernt haben, dann ist es, auf unser Bauchgefühl zu hören. Und der Bauch will hier bleiben. Wir sind noch nicht fertig.

Und zum Nicht-fertig-sein gehört erst mal natürlich: Frühstücken bei 10° in der Morgensonne. Lesen. Meditieren. Da sein.

Auf der Prinzeninsel

Gegen Mittag beschließen wir dann aber doch, mal etwas zu unternehmen. Heute mal wieder zu Fuß. Denn die langgestreckte Prinzeninsel liegt nebenan und wartet nur darauf begangen zu werden.

Wir nehmen den Uferwanderweg und können von hier aus noch mal feststellen, wie sensationell die Lage unseres Campingplatzes ist. Schon schön hier! Und auch die Insel mit ihren Wegen durch die sonnenbeleuchteten Erlen am Ufer entlang hat ihren Charme. Kann man verstehen, dass Kaisers hier vor über hundert Jahren gerne hingekommen sind!

Planetenweg

Auf dem Rückweg entdecken wir den Planetenweg, der uns bis nach Plön begleiten wird. Alle Planeten des Sonnensystems in maßstabsgetreuem Abstand zur Sonne. Dauert zunächst ganz schön lang, bis man vom Neptun zum Uranus gekommen ist! Und dass, obwohl wir (maßstabsgerecht) mit 10facher Lichtgeschwindigkeit unterwegs sind…

Unterwegs entdecken wir eine merkwürdige Insel mit größtenteils schneeweißen Blättern. Arbeitshypothese: Die Insel ist von Kormoranen zugeschissen worden…

City ohne Gastronomie

Als wir in Plön dann bei der Sonne ankommen, die einen Ehrenplatz auf einem Steg bekommen hat, haben wir bis dahin keine einzige Einkehrmöglichkeit gefunden. Alles dicht. Also ab in die Fuzo, um den aufgekommenen Hunger zu stillen. Aber auch dort ist das Angebot eher übersichtlich. Oder wir sind zu verwöhnt. Denn es gibt zwar einige Cafés – aber die wirken auf den ersten Blick wenig einladend. Wir entscheiden uns für das Vis-a-vis, was aber auch übersichtlich in der Qualität ist. Und auch die Suche nach einem Bäcker, wo wir uns Teilchen für das Kaffeetrinken am Womo kaufen wollen, wird wider Erwarten schwer. Alles Kettenbäcker, deren Angebot wenig ansprechend ist – zumindest, wenn man das mal mit dem Angebot in Frankreich vergleicht. Wir pendeln auf der Fuzo auf und ab, ohne uns entscheiden zu können. In der Bäckerei ganz am Ende der Einkaufsmeile werden wir dann aber doch fündig. Der Striezel heißt hier Kopenhagenschnitte, ist dafür aber riesig und schmackhaft.

Stille am See

Wieder zurück am MoMo genießen wir die entspannte Atmosphäre auf dem Campingplatz. Fast wirkt es so, als wären wir die einzigen Gäste, so ruhig ist es hier.

In der goldenen Stunde gehe ich noch mal eine Runde fotografieren. Als ich an einem Steg Fotos schieße, deutet eine Frau auf meine Kamera und meint „Die hätte ich vorhin gut brauchen können!“ Denn auf der großen Insel gegenüber dem äußeren Zipfel der Prinzeninsel habe sie Seeadler gesehen, die aber auf ihren Handyfotos lediglich stecknadelgroß aussehen würden. Hm, da habe ich wohl was verpasst….

Und das es heute nahezu windstill ist, können wir in der Dunkelheit noch ein bisschen draußen sitzen und den Sternenhimmel angucken. Und das merkwürdige Schnaufen unter uns? Entpuppt sich als Igel auf Futtersuche!

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