Schön in Plön
15. Oktober 2018

Wir tun uns zunächst etwas schwer. Mit einem Luxus­problem. Denn es gefällt uns ausge­sprochen gut hier. Auf dem Camping­platz. Und am Plöner See. Aber der stramme Preis für den Camping­platz gefällt uns nicht. Die perfekte Lage aber schon. Also was tun? Wir überlegen hin. Wir überlegen her. Und entscheiden uns letzt­endlich für das, was wir ohnehin schon wussten: Hierbleiben! Denn wenn wir eins gelernt haben, dann ist es, auf unser Bauch­gefühl zu hören. Und der Bauch will hier bleiben. Wir sind noch nicht fertig.

Und zum Nicht-fertig-sein gehört erst mal natürlich: Frühstücken bei 10° in der Morgen­sonne. Lesen. Meditieren. Da sein.

Auf der Prinzen­insel

Gegen Mittag beschließen wir dann aber doch, mal etwas zu unter­nehmen. Heute mal wieder zu Fuß. Denn die langge­streckte Prinzen­insel liegt nebenan und wartet nur darauf begangen zu werden.

Wir nehmen den Uferwan­derweg und können von hier aus noch mal feststellen, wie sensa­tionell die Lage unseres Camping­platzes ist. Schon schön hier! Und auch die Insel mit ihren Wegen durch die sonnen­be­leuch­teten Erlen am Ufer entlang hat ihren Charme. Kann man verstehen, dass Kaisers hier vor über hundert Jahren gerne hinge­kommen sind!

Plane­tenweg

Auf dem Rückweg entdecken wir den Plane­tenweg, der uns bis nach Plön begleiten wird. Alle Planeten des Sonnen­systems in maßstabs­ge­treuem Abstand zur Sonne. Dauert zunächst ganz schön lang, bis man vom Neptun zum Uranus gekommen ist! Und dass, obwohl wir (maßstabs­ge­recht) mit 10facher Licht­ge­schwin­digkeit unterwegs sind…

Unterwegs entdecken wir eine merkwürdige Insel mit größten­teils schnee­weißen Blättern. Arbeits­hy­po­these: Die Insel ist von Kormo­ranen zugeschissen worden…

City ohne Gastro­nomie

Als wir in Plön dann bei der Sonne ankommen, die einen Ehren­platz auf einem Steg bekommen hat, haben wir bis dahin keine einzige Einkehr­mög­lichkeit gefunden. Alles dicht. Also ab in die Fuzo, um den aufge­kom­menen Hunger zu stillen. Aber auch dort ist das Angebot eher übersichtlich. Oder wir sind zu verwöhnt. Denn es gibt zwar einige Cafés — aber die wirken auf den ersten Blick wenig einladend. Wir entscheiden uns für das Vis-a-vis, was aber auch übersichtlich in der Qualität ist. Und auch die Suche nach einem Bäcker, wo wir uns Teilchen für das Kaffee­trinken am Womo kaufen wollen, wird wider Erwarten schwer. Alles Ketten­bäcker, deren Angebot wenig anspre­chend ist — zumindest, wenn man das mal mit dem Angebot in Frank­reich vergleicht. Wir pendeln auf der Fuzo auf und ab, ohne uns entscheiden zu können. In der Bäckerei ganz am Ende der Einkaufs­meile werden wir dann aber doch fündig. Der Striezel heißt hier Kopen­ha­gen­schnitte, ist dafür aber riesig und schmackhaft.

Stille am See

Wieder zurück am MoMo genießen wir die entspannte Atmosphäre auf dem Camping­platz. Fast wirkt es so, als wären wir die einzigen Gäste, so ruhig ist es hier.

In der goldenen Stunde gehe ich noch mal eine Runde fotogra­fieren. Als ich an einem Steg Fotos schieße, deutet eine Frau auf meine Kamera und meint „Die hätte ich vorhin gut brauchen können!“ Denn auf der großen Insel gegenüber dem äußeren Zipfel der Prinzen­insel habe sie Seeadler gesehen, die aber auf ihren Handy­fotos lediglich steck­na­delgroß aussehen würden. Hm, da habe ich wohl was verpasst….

Und das es heute nahezu windstill ist, können wir in der Dunkelheit noch ein bisschen draußen sitzen und den Sternen­himmel angucken. Und das merkwürdige Schnaufen unter uns? Entpuppt sich als Igel auf Futter­suche!

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