Best-of-Tage

Pünktlich als wir aufbrechen wollen wird das Wetter schlechter. Nicht regengrau-schlecht, aber heftigste-Schauer-schlecht. So dass man auf der Fahrt gerne den Scheibenwischer mal in der höchsten Stufe betreibt. Und dabei fällt mir ein, dass unsere Scheibenwischer dringendst gewechselt werden müssen. Denn bei so einem Wetter wegen der entstehenden Schlieren nichts mehr zu sehen ist ja auch nicht schön…

Wir steuern daher, kaum dass wir in Flensburg angekommen sind, erst mal den nächsten A.T.U. an. Und nachdem ich mich leicht verunsichert vergewissert habe, dass die Scheibenwischer für den Ducato wirklich seit 2006 in der Montage unverändert sind (wo gibt’s das heute noch? 13 Jahre ohne Änderung…!), kann man auch wieder durch saubere Scheiben gucken. Ein ganz neues Seherlebnis!

Für die Rückfahrt haben wir uns ein paar Lieblingsziele aus den vergangenen Jahren als Zwischenziele ausgeguckt. Schön, wenn man sich schon Vorfreuen kann!

Best of Nr. 1

Wir sind auch keine 5 Minuten unterwegs, da prasselt der erste Schauer über uns hinweg. Bei strahlendem Sonnenschein. Leider ohne Regenbogen. Über die Dörfer fahren wir nach Eckernförde. Denn dort haben wir gleich zwei Adressen in beste Erinnerung: Die Fischzeit und die Bonbonkocherei, die uns letzten Herbst so begeistert haben.

Und es ist spannend, den Ort nach unserem Besuch im eher ruhigen Herbst mal im Hochsommer zu erleben. Viel mehr los! Wir haben Glück, dass wir noch einen der Womo-Parkplätze kriegen, denn einige sind ohne Not von PKWs zugeparkt. Können die nicht lesen?

In der Fischzeit schlemmen wir wieder Fischbrötchen -bzw. -frikadelle und auch Elli bekommt wieder eine Hundefrikadelle. Wir sind uns fast sicher, dass sie sich noch daran erinnern kann… Und auch die Mitarbeiter sind so freundlich und herzlich wie im letzten Jahr. Immer noch eine dicke Empfehlung!

Auf der immer noch nicht besonders schönen 80er-Jahre-Einkaufsstraße tummeln sich die Leute und in der Bonbonkocherei ist es richtig turbulent. All die Kinder, die sich ein Säckchen füllen dürfen und bei der ganzen Auswahl schlicht erschlagen sind. Da wird noch mal abgewogen, wie viel schon drin ist und was noch rein soll. Schwere Entscheidungen! Mir fällt es da relativ leicht. Die weltallerbesten weichen Lakritzbonbons mit Schokoüberzug sind gesetzt und da auch die anderen Lakritze phänomenal gut schmecken, ist meine Tüte am Ende eher schwarz als bunt. Aber mir läuft beim Zusammenstellen der Sabber schon aus dem Mund. Fast…

Wir spazieren am Meer entlang zurück zum MoMo und schließen mit deutscher Strandkorb-Romantik den Kreis zum Reisebeginn in Sierksdorf.

Best of Nr. 2

Wir sind länger geblieben als gedacht und müssen nun schleunigst weiter. Denn Zwischenziel Nummer 2 wartet auf uns. Traditionell wollen wir in Olsen, am Rande der Lüneburger Heide übernachten. In der Eiche haben wir sicherheitshalber einen Tisch reserviert.

Aber zwischen Eckernförde und der Lüneburger Heide liegt nun mal Hamburg. Und so schön wie die Stadt ja auch ist: Eine Drumrumfahrt bedeutet immer: Stau. Mal mehr, mal weniger. Heute: mehr. Ich befrage alle Navis, die das Handy zu bieten hat. Und alle raten dringend vom Verbleib auf der A7 ab. Wir entscheiden uns für die Route von Google Maps, was sich durchaus als sinnvoll erweist. Zumindest zeitweilig haben wir den Eindruck, wirkliche Schleichwege zu benutzen. Und werden auf unserer ungeplanten Stadtrundfahrt sogar noch am Volksparkstadion vorbeigelotst. Hätten wir das also auch mal gesehen!

Unsere Anfahrt hat uns aber viel mehr Zeit als gedacht gekostet, so dass wir uns fragen, ob unsere Reservierung wohl noch Bestand hat. Kein Grund zur Sorge, denn heute ist in der Eiche tatsächlich nicht viel los und wir können uns sogar einen der gemütlichen Bankplätze mit Schaffell vor dem Haus aussuchen. Hach, ist das wieder schön hier!

Und noch viel schöner: Auch die Qualität von Speisen und Service ist nach wie vor super, so dass wir uns rundum wohl fühlen, bevor wir satt und leicht beschwipst in den Alkoven fallen.

Best of Nr. 3

Am nächsten Morgen kommen wir nur schwer in die Gänge. Echt schon letzter Tag? Und auf die Heimfahrt haben wir auch keine rechte Lust. Denn Autofahren in Deutschland ist für uns (anders als für Autobahn-Höchstgeschwindigkeits-Fanatiker) kein besonderes Vergnügen. Und der Tag wird auch zeigen, warum…

Wir fahren ein paar Meter weiter bis zum Hof Sudermühlen. Von dort aus kann man eine nette kleine Spazierrunde durch die Lüneburger Heide machen, die extra für uns heute auch schon überall lila blüht. Zusammen mit den Wolkenbergen am Himmel ein toller Anblick.

Das Wetter ist aber merkwürdig. Es ist drückend schwül, sobald der Wind weg ist. Was aber Gottseidank nur selten der Fall ist, da er heute im Gegenteil sogar recht kräftig weht. Und so sind wir dann auch froh, dass wir keine Radtour oder längere Wanderung geplant hatten.

Best of Nr. 4

Zum Schluss streuen wir noch ein kleines unerwartetes Best-of ein. Annette erinnert mich daran, dass wir ja noch Töpfe und Pfannen für unseren neuen Induktionsherd brauchen. Und daher fahren wir am Outlet Center Soltau ab und gucken mal, was im Angebot ist. Nach langem Hin und Her werden wir aber üppig fündig und kehren zur Abwechslung mal ohne Klamotten, aber jeder Menge Blech ins MoMo zurück.

Über die Weiterfahrt sollte man dann tunlichst den Mantel des Schweigens legen. Denn es ist wirklich ein wahres „Best of“ von „Warum Autobahnfahren in Deutschland scheisse ist“: Einstündiger Stau vor Hannover (und nein, Spurwechsel bringen überhaupt nichts), drölfzig enge Baustellen, Linksraser, Elefantenrennen zwischen LKWs, eklige und überfüllte Rastplätze.

Was sind wir froh, als wir endlich spät abends Zuhause ankommen! Aber wenigstens das Wetter hat uns mit einer famosen Lightshow den Abend versüßt. Und in 4 Wochen können wir schon wieder „on the road“ sein. Wir freuen uns schon wie Bolle auf Schottland, Teil 2: Highland and Islands.

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