Best-of-Tage
8. August 2019

Pünktlich als wir aufbrechen wollen wird das Wetter schlechter. Nicht regengrau-schlecht, aber heftigste-Schauer-schlecht. So dass man auf der Fahrt gerne den Schei­ben­wi­scher mal in der höchsten Stufe betreibt. Und dabei fällt mir ein, dass unsere Schei­ben­wi­scher dringendst gewechselt werden müssen. Denn bei so einem Wetter wegen der entste­henden Schlieren nichts mehr zu sehen ist ja auch nicht schön…

Wir steuern daher, kaum dass wir in Flensburg angekommen sind, erst mal den nächsten A.T.U. an. Und nachdem ich mich leicht verun­si­chert verge­wissert habe, dass die Schei­ben­wi­scher für den Ducato wirklich seit 2006 in der Montage unver­ändert sind (wo gibt’s das heute noch? 13 Jahre ohne Änderung…!), kann man auch wieder durch saubere Scheiben gucken. Ein ganz neues Seherlebnis!

Für die Rückfahrt haben wir uns ein paar Lieblings­ziele aus den vergan­genen Jahren als Zwischen­ziele ausge­guckt. Schön, wenn man sich schon Vorfreuen kann!

Best of Nr. 1

Wir sind auch keine 5 Minuten unterwegs, da prasselt der erste Schauer über uns hinweg. Bei strah­lendem Sonnen­schein. Leider ohne Regen­bogen. Über die Dörfer fahren wir nach Eckern­förde. Denn dort haben wir gleich zwei Adressen in beste Erinnerung: Die Fischzeit und die Bonbon­ko­cherei, die uns letzten Herbst so begeistert haben.

Und es ist spannend, den Ort nach unserem Besuch im eher ruhigen Herbst mal im Hochsommer zu erleben. Viel mehr los! Wir haben Glück, dass wir noch einen der Womo-Parkplätze kriegen, denn einige sind ohne Not von PKWs zugeparkt. Können die nicht lesen?

In der Fischzeit schlemmen wir wieder Fisch­brötchen ‑bzw. ‑frika­delle und auch Elli bekommt wieder eine Hunde­fri­ka­delle. Wir sind uns fast sicher, dass sie sich noch daran erinnern kann… Und auch die Mitar­beiter sind so freundlich und herzlich wie im letzten Jahr. Immer noch eine dicke Empfehlung!

Auf der immer noch nicht besonders schönen 80er-Jahre-Einkaufs­straße tummeln sich die Leute und in der Bonbon­ko­cherei ist es richtig turbulent. All die Kinder, die sich ein Säckchen füllen dürfen und bei der ganzen Auswahl schlicht erschlagen sind. Da wird noch mal abgewogen, wie viel schon drin ist und was noch rein soll. Schwere Entschei­dungen! Mir fällt es da relativ leicht. Die weltal­ler­besten weichen Lakritz­bonbons mit Schoko­überzug sind gesetzt und da auch die anderen Lakritze phäno­menal gut schmecken, ist meine Tüte am Ende eher schwarz als bunt. Aber mir läuft beim Zusam­men­stellen der Sabber schon aus dem Mund. Fast…

Wir spazieren am Meer entlang zurück zum MoMo und schließen mit deutscher Strandkorb-Romantik den Kreis zum Reise­beginn in Sierksdorf.

Best of Nr. 2

Wir sind länger geblieben als gedacht und müssen nun schleu­nigst weiter. Denn Zwischenziel Nummer 2 wartet auf uns. Tradi­tionell wollen wir in Olsen, am Rande der Lüneburger Heide übernachten. In der Eiche haben wir sicher­heits­halber einen Tisch reser­viert.

Aber zwischen Eckern­förde und der Lüneburger Heide liegt nun mal Hamburg. Und so schön wie die Stadt ja auch ist: Eine Drumrum­fahrt bedeutet immer: Stau. Mal mehr, mal weniger. Heute: mehr. Ich befrage alle Navis, die das Handy zu bieten hat. Und alle raten dringend vom Verbleib auf der A7 ab. Wir entscheiden uns für die Route von Google Maps, was sich durchaus als sinnvoll erweist. Zumindest zeitweilig haben wir den Eindruck, wirkliche Schleichwege zu benutzen. Und werden auf unserer ungeplanten Stadt­rund­fahrt sogar noch am Volks­park­stadion vorbei­ge­lotst. Hätten wir das also auch mal gesehen!

Unsere Anfahrt hat uns aber viel mehr Zeit als gedacht gekostet, so dass wir uns fragen, ob unsere Reser­vierung wohl noch Bestand hat. Kein Grund zur Sorge, denn heute ist in der Eiche tatsächlich nicht viel los und wir können uns sogar einen der gemüt­lichen Bankplätze mit Schaffell vor dem Haus aussuchen. Hach, ist das wieder schön hier!

Und noch viel schöner: Auch die Qualität von Speisen und Service ist nach wie vor super, so dass wir uns rundum wohl fühlen, bevor wir satt und leicht beschwipst in den Alkoven fallen.

Best of Nr. 3

Am nächsten Morgen kommen wir nur schwer in die Gänge. Echt schon letzter Tag? Und auf die Heimfahrt haben wir auch keine rechte Lust. Denn Autofahren in Deutschland ist für uns (anders als für Autobahn-Höchst­ge­schwin­dig­keits-Fanatiker) kein beson­deres Vergnügen. Und der Tag wird auch zeigen, warum…

Wir fahren ein paar Meter weiter bis zum Hof Suder­mühlen. Von dort aus kann man eine nette kleine Spazier­runde durch die Lüneburger Heide machen, die extra für uns heute auch schon überall lila blüht. Zusammen mit den Wolken­bergen am Himmel ein toller Anblick.

Das Wetter ist aber merkwürdig. Es ist drückend schwül, sobald der Wind weg ist. Was aber Gottseidank nur selten der Fall ist, da er heute im Gegenteil sogar recht kräftig weht. Und so sind wir dann auch froh, dass wir keine Radtour oder längere Wanderung geplant hatten.

Best of Nr. 4

Zum Schluss streuen wir noch ein kleines unerwar­tetes Best-of ein. Annette erinnert mich daran, dass wir ja noch Töpfe und Pfannen für unseren neuen Induk­ti­onsherd brauchen. Und daher fahren wir am Outlet Center Soltau ab und gucken mal, was im Angebot ist. Nach langem Hin und Her werden wir aber üppig fündig und kehren zur Abwechslung mal ohne Klamotten, aber jeder Menge Blech ins MoMo zurück.

Über die Weiter­fahrt sollte man dann tunlichst den Mantel des Schweigens legen. Denn es ist wirklich ein wahres „Best of“ von „Warum Autobahn­fahren in Deutschland scheisse ist“: Einstün­diger Stau vor Hannover (und nein, Spurwechsel bringen überhaupt nichts), drölfzig enge Baustellen, Links­raser, Elefan­ten­rennen zwischen LKWs, eklige und überfüllte Rastplätze.

Was sind wir froh, als wir endlich spät abends Zuhause ankommen! Aber wenigstens das Wetter hat uns mit einer famosen Lightshow den Abend versüßt. Und in 4 Wochen können wir schon wieder „on the road“ sein. Wir freuen uns schon wie Bolle auf Schottland, Teil 2: Highland and Islands.

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