Farbexplosionen

9. Oktober 2018

In der letzten Zeit hat es uns ja gerne in die Ferne gezogen. Kalifornien! Skandinavien! Schweiz! Diesmal backen wir kleinere Brötchen, die aber vermutlich ähnlich gut schmecken werden. Wir erkunden einen Teil Deutschlands, den wir bisher doch eher vernachlässigt haben: Die Ostseeküste und die mecklenburgische Seenplatte stehen auf dem Programm.

Sonnenexplosion in Geesthacht

Unsere Anfahrt führt uns diesmal über Geesthacht, östlich von Hamburg, weil ich dort, quasi direkt von der Zentrale, meine neuen Filter zum Fotografieren abholen kann, die ich nicht mehr rechtzeitig vor der Reise bestellt hatte.

Und als wir dort ankommen, ist es schon Abend und die Sonne kündigt bei goldenem Oktoberwetter schon mal an, was uns die nächsten Tage erwarten könnte: ein spektakulärer Sonnenuntergang über der Elbe mit allen Farbtönen im roten Farbspektrum. Wow!

Am nächsten Morgen strahlt die Sonne wie bestellt und wir fahren weiter in Richtung Norden. Denn die Gegend um Kappeln hat uns auf der Rückfahrt von Dänemark schon gut gefallen und wir wollen mit der deutschen Ostseeküste dann auch ganz im Norden beginnen.

Outlet-Center-Test

Auf dem Weg dorthin kommen wir an Neumünster vorbei, wo es ein Outlet-Center vom Betreiber McArthur-Glen gibt, der auch bei uns Zuhause in Lennep eines errichten möchte. Da können wir ja schon mal gucken, was auf uns zukommt.

Und was wir sehen, ist ein sehr hübsch gestaltetes Kaufdorf mit großen Parkflächen. Aber anders als in Lennep liegt das Ganze am Stadtrand und es gibt hier eine direkte Zufahrt zur Schnellstraße, so dass der Verkehr kein Problem darzustellen scheint.

Entsprechend entspannt schlendern wir durch das Dorf, gucken hier und kaufen da und wundern uns nur ein bisschen, dass der Tag schon fortgeschritten ist, als wir aufbrechen.

Langballigau

Da Annette in einem Reiseführer eine lohnenswerte Wanderung in der Gegend gefunden hat, führt uns der Weg nach Langballigau. Hört sich so ein bisschen an wie ein verlorener Clown aus dem Zirkus Roncalli, bis wir schnallen, dass man hinten nur das -au als Silbe lesen muss…

Alles riecht schon sehr nach Saisonschluss – geschlossene Souvenirläden und Fischbuden. Aber der Campingplatz hat immerhin noch auf und es gibt sogar Womoplätze direkt am Strandweg, von denen einer noch frei ist: Nehmen wir!

Sonnenuntergang mit Spätzünder

Auf Empfehlung der Platzwartin gehen wir die paar Meter zur Fischbude Odinfischer hinüber. Ein Fischimbiss mit leckeren Varianten von Fischbrötchen direkt am Hafen. Und weil es so lecker war, gab es noch eine Fischfrikadelle als Nachtisch…

Während wir uns bei Fisch und Flens im Hafen die Segelschiffe angucken, ist ganz unspektakulär die Sonne untergegangen. Nicht so wie gestern – schade! Zumindest war das mein erster Gedanke. Aber Annette behält mit ihrem „Wart mal ab, was da noch kommt.“ so was von recht!

Denn zunächst wird die Landschaft über der Ostsee in ganz sanfte, pastellene Töne getaucht.

Eine Schwanenmutter zieht mit ihren 6(!) fast ausgewachsenen Kindern an uns vorbei. Eine Spaziergängerin erzählt uns später, dass der dazugehörige Vater von einem Hund totgebissen worden ist…

Dann leuchtet der Himmel immer intensiver in hellen Blautönen, die von orange-pinkfarbenen Streifen durchsetzt sind. Spektakulär!

Und über allem kreisen, als wir zum MoMo zurück gehen, Hunderte von Krähen, die sich anscheinend geschlossen ins Nachtquartier begeben. So toll kann es auf dieser Reise gerne weiter gehen!

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