Pleiten, Pech und Hyppeln
8. August 2018

Was wir gerade feststellen: Der Wetter­be­richt läuft Amok. Wenn er gutes Wetter vorhersagt, wird es schlecht. Sagt er Regen vorher, wird es eigentlich ganz schön. Ich kann so nicht arbeiten!

Für heute war ein schöner Tag in Hamburgsund vorher­gesagt und unser Plan war es, zumindest die Insel Hamburgö gegenüber mit der Pendel­fähre mal eben zu checken oder sogar für den Tag dort zu bleiben. In der Realität wachen wir morgens auf, gucken aus dem Fenster und haben feinste Gewit­ter­stimmung vor uns. Düsterer Himmel und schwül.

Also ändern wir den Plan, erledigen unsere Einkäufe bei ICA, Bäckerei und Fisch­ge­schäft und brechen auf Richtung Süden, weil es dort freund­licher sein soll. Wir wollen noch einmal auf die Inselchen westlich von Göteborg mit den putzigen Namen: Fötö, Rörö, Björkö etc.pp.

Aber auf dem Weg nach Süden passiert alles, nur eines nicht: Dass das Wetter besser wird. Im Gegenteil. Es wird stürmisch und es fängt an zu regnen. Bei 26°. Drückend schwül. Unangenehm.

Da wir mal wieder tanken müssen, fahren wir in Kungälv, kurz vor Göteborg ab. Und kommen in eine Mega-Baustelle und der Sprit­preis erscheint uns mit 15.60 Kronen unver­schämt hoch. Das muss doch noch besser gehen. Also fahren wir auf der Suche nach einer Tankstelle über die Dörfer weiter in Richtung Inseln. Verfahren uns mal kurz, tanken für 15,30 Kronen (wow, 3ct billiger…) und landen an einer Fähre, wo eigentlich (laut Straßen­karte) eine Straße sein sollte.

Gut, dass die gelben Fähren in Schweden immer kostenlos sind. Schlecht, dass sie so komische Geräusche beim Losfahren macht. Erst als ein paar PKWs von rechts nach links umgeparkt werden, kann die Seilzug­fähre losfahren. Hier kann man was erleben!

Beim Maxi-ICA kurz vor der Fähre auf die Inseln stellen wir fest, dass unsere Biervorräte zu Ende sind — schnell noch mal zum Systembo­laget abbiegen und Vorräte für die letzten Tage auffüllen. Und wenn die Preise nur noch doppelt so teuer wie in Deutschland und nicht mehr viermal so teuer (wie in Norwegen) sind, kommt man fast in einen Kaufrausch. Wir können uns da aber trotzdem noch beherr­schen…

Als wir dann endlich am Fähran­leger ankommen, ist aber sofort Insel­stimmung angesagt.

Entspannt und voller Vorfreude fahren wir als erste auf die Fähre auf und machen dann an Bord erst mal Pause mit Kanel­bullar und Aussicht. Cool, so eine Kaffee­pause während der Überfahrt!

Als wir auf Hönö ankommen, steigen die Erinne­rungen von vor 3 Jahren wieder hoch. „Genau, jetzt kommt der Hafen.“ „War das wirklich so lang bis Hälsö?“

Beim Anleger in Burö gibt es dann verschie­denste Warte­spuren, denn alle Inseln sind wie ein Spinnennetz via Fähre mitein­ander verbunden. Wir reihen uns in Reihe 3 ein, damit wir nach Hyppeln kommen. Denn dort, so habe ich gelesen, soll es die beste Fisch­suppe der Welt geben. Na, wenn das mal stimmt…

Wir sind zunächst ein bisschen skeptisch, ob wir richtig stehen, denn in allen anderen Schlangen stehen bedeutend mehr Fahrzeuge. Und der Schlagbaum steht auf halb Acht, obwohl die Fähre doch schon da ist. Was hat das wohl zu bedeuten?

Am Ende klappt alles wunderbar und wir laufen im Hyppelner Hafen ein. Huh, ist das klein hier! Und ziemlich verlassen. Aber im Hafen dümpeln fröhlich die Segel­boote und es herrscht eine wunderbar entspannt Insel­stimmung. Hier wollen wir bleiben.

Nach einem ersten Erkun­dungsgang stellen wir folgendes fest: Unser MoMo parken wir lieber noch mal um, damit wir auf Asphalt (und etwas ebener) stehen und eine bessere Aussicht haben.

Und leider auch: Das Restaurant „Store Oset“ mit der leckeren Fisch­suppe hat nur noch an den Wochen­enden auf. Tja, Anfang August ist halt die Saison an vielen Orten in Schweden vorbei…

Und wir stellen fest, dass der Wetter­be­richt immer noch eine Zufalls­ge­schichte ist. Statt strah­lendem Sonnen­schein ist es bewölkt und als wir uns grade rausge­setzt haben, fängt es sogar an zu tröpfeln. Nichts ist es mit dem schönen Insel­wetter!

Aber wir richten uns gemütlich ein, und machen uns ein frühes Abend­essen mit den leckeren Einkäufen aus dem Fisch­ge­schäft in Hamburgsund (was wir hiermit ausdrücklich empfehlen!). Und auch mit dem neuge­kauften Dosenbier von der Hinfahrt. Mit dem kleinen Nachteil, dass sich in einer Dose auf einmal ein Loch befindet und wir im MoMo eine kleinere Rettungs- und Putzaktion durch­führen müssen.

Als das Regen­gebiet durch ist, können wir uns noch auf unsere Insel­um­rundung machen. Und das ist keine Übertreibung: Die Insel ist wirklich so klein!

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Eine Zeitlang hoffen wir noch auf das ganz große Himmelskino, aber die Show endet dann vorzeitig, weil sich am Horizont eine fette Wolkenbank angesammelt hat. Aber so war es schließlich auch besonders…

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Am nördlichen Ende können wir schon mal zu unserem morgigen Ziel Rörö rüber­winken und stellen uns die Frage ob entweder der Erfinder dieser Insel­namen sturz­be­soffen war oder ob er einfach seinem Säugling zugehört hat und die ersten Worte, die das Kind spricht als Insel­namen gewählt hat.

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