Umstel­lungen
6. August 2016

Man könnte es glatt persönlich nehmen. Auch heute morgen ist es wieder grau und trüb. Naja, dann fallen die Entscheidung zum Weiter­fahren und der Abschied nicht so schwer. Trotz Landstraße kommen wir hier in Schweden einfach schneller und stress­freier voran. Tempomat an, Spur halten und fertig.

In Karlstad, der nächst­ge­le­genen Großstadt, schnuppern wir das erste Mal seit langem richtige Großstadtluft. Mit Fuzo, Shopping Mall, Bettlern und Systembo­laget. In ersterer stöbert Annette in ihrem Lieblings­kla­mot­ten­ge­schäft und schafft es, trotz 50–70%-Sale nichts zu kaufen. Respekt! In zweiterer erledige ich das Simkar­ten­kaufen in einem Bruchteil der Zeit und mit einem Bruchteil des Stresses von Norwegen. Dritte fallen mir das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten überhaupt auf und vierteres füllt unsere Biervorräte für einen Bruchteil der Kosten in Norwegen auf.

Jetzt aber auf nach Degerfors, wo Annette eine Wanderung für uns ausfindig gemacht hat. Denn wirklich viel Bewegung haben wir seit unserem Besuch des Brixdals­breen nicht mehr gehabt.

In Degerfors gibt es das Sveafallens Natur­re­servat, wo eiszeit­liche Felsklötze und Wasser­löcher zu sehen sind. Das Ganze wird garniert mit Blaubeer­sträu­chern, Wurzeln, Moos und Kiefern. Also genau das, was man von Schweden erwartet.

Und, zugegeben, mir reicht die 17m hohe Felswand, von der wir von oben runter­gucken, um Höhen­angst zu kriegen. Gleich­zeitig ist man aber versucht, nach all der Norwegen-Monumen­ta­lität ein “Oh wie süß!” auszu­rufen.… Ist halt alles eine Nummer kleiner in Schweden. Dafür hat es andere Quali­täten!

Pacman lebt!  Pacman lebt!

Und die kriegen wir zu spüren, als wir nach Karlskoga fahren, wo es einen wahrhaft paradie­si­schen Stell­platz fur Umme geben soll: Strom, Wasserver- und entsorgung, Internet, asphal­tierte Stell­plätze direkt am See. Aber irgendwo ist da bestimmt ein Haken, oder?

Ja, der Haken ist schlicht und einfach, dass wir zu spät sind. Alle Plätze auf dem anscheinend ganz neu angelegten und wirklich perfekt reali­sierten Platz sind schon belegt. Aber das gute an Schweden: Direkt daneben gibt es noch einen geschot­terten Platz, der natürlich nicht so chic ist, aber wo am Abend dann noch einmal so viele Womos Platz finden wie eigentlich geplant. Und alles ist entspannt und easy.

Ach so. Noch ein Vorteil von Schweden: Wir konnten tatsächlich den Großteil des Tages im T‑Shirt rumlaufen…

2 Kommentare

  1. Halli­hallo,
    ich bin gerade auf Eur Seite gestoßen und hätte einen Tipp für Karlskoga, wenn Ihr denn noch dort seid und es nicht sowieso geplant habt…besucht das Nobel Museum und nehmt vor allem an der einzig­ar­tigen, kurzwei­ligen, inter­es­santen Führung teil. Ein Highlight unseres Schwe­den­ur­laubs 2016. Jetzt lese ich mal Eure Berichte von Norwegen und Schweden. Wir sind leider schon zurück… LG

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    • Schade, Sabine! Wir sind anscheinend gerade losge­fahren, als du deinen Kommentar geschrieben hast. Ist aber fürs nächste Mal notiert, denn der Stell­platz ist wirklich klasse.

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