Passt schon!

Ich werde wach und könnte schwören, dass ich richtig lange geschlafen habe. Ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist 7 Uhr. Dauert wohl noch was mit dem Umschalten in den Reisemodus…

Nach dem Frühstück gehen wir noch ein bisschen an den Strand und freuen uns über das schöne Wetter und bestaunen die Frau, die mir 3 Labradoren gleichzeitig ins Meer steigt – und die Hunde haben eher schlapp gemacht als Frauchen!

Anschließend geht es weiter Richtung Norden. Wir sind schließlich nicht zum Vergnügen in Schweden! Also fressen wir Kilometer um Kilometer und machen schließlich in Kungsbacka Zwischenstation. Im letzten Jahr hat Annette den Ort ja nur unter Schmerzen betreten können, also wollen wir hier zum einen etwas nachholen und zum anderen einfach Mittagspause und Schweden-Einkauf erledigen. Und während wir durch den Ort schlendern meldet sich mein Magen. Er hätte gerne wieder das leckere Mittagsbuffet im Restaurant Storgatan 1. Und so kehren wir wieder dort ein und sind auch diesmal vom Buffet mit Suppe, Salaten und deftiger Hausmannskost samt Kaffee und Kaka begeistert. Und satt.

Entsprechend zufrieden erledigen wir den Besuch im Supermarkt, um uns mit Brot, der leckeren Marabou-Schokolade und sonstigem unseligen Unsinn zu versorgen. Und der Besuch im Systembolaget spült noch ein paar schwedische Bierdosen in unseren Vorrat. Aber jetzt: Ab nach Norwegen!

Göteborg lassen wir mit seinem starken Verkehr gerne hinter uns und verlassen die E6 für einen kleinen Schlenker entlang der “grünen” 165, die fast parallel zur Autobahn Richtung Norden führt. Die Abwechslung tut gut! Und auch wenn das erste Stück der Bezeichnung “landschaftlich besonders schön” nur begrenzt gerecht wird (man müsste sonst alle Straßen Schwedens in der Karte grün markieren), fühlen wir uns noch mal ein Stück mehr in Skandinavien angekommen.

An einer Tanke kurz vor der Grenze wollen wir noch einmal volltanken. Annette warnt zwar vor der “3,20m”-Höhenbegrenzung, aber ich nehme es eher nicht so ernst. Wir sind schließlich nur 3,15m hoch! Aber als wir beim Tanken dann mal den Blick nach oben richten muss ich schon schlucken – das war verdammt knapp! So ein abgefräster Womodeckel wäre ziemlich weit hinten auf der Liste der erstrebenswerten Erlebnisse…

Aber es ist ja gut gegangen. Erleichtert fahren wir weiter und machen an einem See kurz vor der Grenze erst mal ein Päuschen. Dieser Fahrtag zieht sich gegen Ende doch ganz schön in die Länge.

Etwas ausgeruhter geht es dann über die Grenze: Norwegen! Und obwohl erst mal nur die Farbe des Mittelstriches von weiß auf gelb wechselt fühlt es sich trotzdem anders an. Aufregend!

Aufregend ist dann auch wieder das letzte Stück zu unserem Etappenziel in Grimsøy in den Schären. Die Straße windet sich auf den letzten Kilometern auf und ab auf einem schmalen Sträßchen und nach dem Tankstellenerlebnis zuvor gucke ich jeden Baum, dessen Äste über die Straße reichen, äußerst skeptisch an. Aber letzten Endes klappt alles problemlos und wir werden mit einem prächtigen Platz nur wenige Schritte vom Wasser entfernt belohnt. Wir freuen uns über die tolle Aussicht, das optimale Wetter und darüber, dass jetzt wirklich der spannende und entspannte Teil der Reise beginnt. Hurra!

Während Annette sich mit Mia unter den Bäumen ein Plätzchen zum Lesen sucht, pilgere ich mit der Kamera noch mal in die Schärenfelsen, die wundersamerweise irgendwie immer mit der nächsten, nur scheinbaren Insel verbunden sind. Und bei einer schier endlosen goldenen Stunde kann ich schon mal ein bisschen für die Vogelinsel Runde üben, die später noch auf unserem Programm stehen soll.

Den Abend verbringen wir dann wieder zusammen und gucken von einem Felsen aus der Sonne beim untergehen zu. So lässt es sich leben.

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