Passt schon!
14. Juli 2016

Ich werde wach und könnte schwören, dass ich richtig lange geschlafen habe. Ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist 7 Uhr. Dauert wohl noch was mit dem Umschalten in den Reise­modus…

Nach dem Frühstück gehen wir noch ein bisschen an den Strand und freuen uns über das schöne Wetter und bestaunen die Frau, die mir 3 Labra­doren gleich­zeitig ins Meer steigt — und die Hunde haben eher schlapp gemacht als Frauchen!

Anschließend geht es weiter Richtung Norden. Wir sind schließlich nicht zum Vergnügen in Schweden! Also fressen wir Kilometer um Kilometer und machen schließlich in Kungs­backa Zwischen­station. Im letzten Jahr hat Annette den Ort ja nur unter Schmerzen betreten können, also wollen wir hier zum einen etwas nachholen und zum anderen einfach Mittags­pause und Schweden-Einkauf erledigen. Und während wir durch den Ort schlendern meldet sich mein Magen. Er hätte gerne wieder das leckere Mittags­buffet im Restaurant Storgatan 1. Und so kehren wir wieder dort ein und sind auch diesmal vom Buffet mit Suppe, Salaten und deftiger Hausmannskost samt Kaffee und Kaka begeistert. Und satt.

Entspre­chend zufrieden erledigen wir den Besuch im Super­markt, um uns mit Brot, der leckeren Marabou-Schokolade und sonstigem unseligen Unsinn zu versorgen. Und der Besuch im Systembo­laget spült noch ein paar schwe­dische Bierdosen in unseren Vorrat. Aber jetzt: Ab nach Norwegen!

Göteborg lassen wir mit seinem starken Verkehr gerne hinter uns und verlassen die E6 für einen kleinen Schlenker entlang der “grünen” 165, die fast parallel zur Autobahn Richtung Norden führt. Die Abwechslung tut gut! Und auch wenn das erste Stück der Bezeichnung “landschaftlich besonders schön” nur begrenzt gerecht wird (man müsste sonst alle Straßen Schwedens in der Karte grün markieren), fühlen wir uns noch mal ein Stück mehr in Skandi­navien angekommen.

An einer Tanke kurz vor der Grenze wollen wir noch einmal volltanken. Annette warnt zwar vor der “3,20m”-Höhenbegrenzung, aber ich nehme es eher nicht so ernst. Wir sind schließlich nur 3,15m hoch! Aber als wir beim Tanken dann mal den Blick nach oben richten muss ich schon schlucken — das war verdammt knapp! So ein abgefräster Womodeckel wäre ziemlich weit hinten auf der Liste der erstre­bens­werten Erleb­nisse…

Aber es ist ja gut gegangen. Erleichtert fahren wir weiter und machen an einem See kurz vor der Grenze erst mal ein Päuschen. Dieser Fahrtag zieht sich gegen Ende doch ganz schön in die Länge.

Etwas ausge­ruhter geht es dann über die Grenze: Norwegen! Und obwohl erst mal nur die Farbe des Mittel­striches von weiß auf gelb wechselt fühlt es sich trotzdem anders an. Aufregend!

Aufregend ist dann auch wieder das letzte Stück zu unserem Etappenziel in Grimsøy in den Schären. Die Straße windet sich auf den letzten Kilometern auf und ab auf einem schmalen Sträßchen und nach dem Tankstel­len­er­lebnis zuvor gucke ich jeden Baum, dessen Äste über die Straße reichen, äußerst skeptisch an. Aber letzten Endes klappt alles problemlos und wir werden mit einem präch­tigen Platz nur wenige Schritte vom Wasser entfernt belohnt. Wir freuen uns über die tolle Aussicht, das optimale Wetter und darüber, dass jetzt wirklich der spannende und entspannte Teil der Reise beginnt. Hurra!

Während Annette sich mit Mia unter den Bäumen ein Plätzchen zum Lesen sucht, pilgere ich mit der Kamera noch mal in die Schären­felsen, die wunder­sa­mer­weise irgendwie immer mit der nächsten, nur schein­baren Insel verbunden sind. Und bei einer schier endlosen goldenen Stunde kann ich schon mal ein bisschen für die Vogel­insel Runde üben, die später noch auf unserem Programm stehen soll.

Den Abend verbringen wir dann wieder zusammen und gucken von einem Felsen aus der Sonne beim unter­gehen zu. So lässt es sich leben.

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