Den Fjord entlang
2. August 2018

Was für ein Geschenk der Tag gestern war! Denn heute haben wir mal wieder graues Wolken­wetter. Nicht wirklich schlecht, aber wenn man von den vergan­genen Tagen so verwöhnt ist, schon etwas enttäu­schend.

Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben und fahren weiter die Küste Richtung Utne entlang. Und ob es das Wetter ist oder die Lage auf der Halbinsel: Hier ist verkehrs­tech­nisch echt tote Hose. Kaum mal kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Sehr entspannt!

Unterwegs bestaunen wir die Obsthöfe des Hardang­erfjords. Man fährt hier wirklich mitten durch die Obstplan­tagen und alle naselang steht ein Häuschen, wo man sich Moreller (Kirschen) oder Plommer (Pflaumen) holen könnte.

Am Rastplatz Hesthamar hat man einen tollen Überblick über den Fjord.

Und das Stein­krossen ist auch ganz fotogen.

Wir ändern unseren ursprüng­lichen Plan, wieder mit der Fähre überzu­setzen und in Kinsarvik am östlichen Ufer weiter­zu­fahren. Denn eigentlich gefällt es uns ganz gut auf der Folgefonn-Halbinsel. Und das die Straße ab Utne größten­teils zweispurig ist (also: für jede Fahrt­richtung eine eigene Spur, was in Norwegen ja nicht selbst­ver­ständlich ist…) finden wir auch ganz gut — warum also wechseln?

Kurz vor Aga machen wir eine kleine Kaffee­pause. Den Rastplatz dort haben die Leute schön vorbe­reitet. Sogar eine schöne gelb gestri­chene Bank gibt es für die Besucher. Wir richten uns dort häuslich für unser Kaffee­päu­schen ein und können auch der bewölkten Aussicht auf den Fjord etwas abgewinnen.

Next Stop: Odda. Hui, das ist ja eine richtig Große Stadt! Mit Industrie! Und einem Stadtkern! Mit FuZo! Und so vielen Geschäften… Sind aber trotzdem laut Wikipedia nur 6923 Einwohner — norwe­gische Verhält­nisse!

Hinter Odda können wir kurz einen Blick auf den Bruabreen erhaschen, der im mysti­schen Licht vor uns liegt. Ist schon mal als Ziel für die nächste Norwe­gen­reise notiert.

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Ausge­rechnet bei der nächsten Touris­ten­at­traktion, dem Låtefossen, ist die Straße wieder mal eher knapp bemessen — wie die da noch den Platz für eine Souve­nirbude und zumindest eine Handvoll Parkplätze gefunden haben ist schon bewun­dernswert.

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Und wie es der Zufall will, kriegen wir den vorletzten der ausge­wie­senen Parkplätze- Mehr als ein Fahrzeug muss in Erman­gelung von Platz einfach weiter­fahren oder stellt sich kurz in zweiter Reihe hin. Was zu einer sehr hekti­schen und unüber­sicht­lichen Parksi­tuation führt, wo dann auch gerne mal energisch gehupt wird. Komische Atmosphäre!

Aber der Doppel­was­serfall ist wirklich sehenswert. Da wird das Wort Wasserkraft wirklich erlebbar! Die Luft ist mit der Feuchte des Wassers geschwängert, dass beim Herab­tosen in der Luft herum­schwirrt. Geduscht haben wir diesmal aber nicht…

Auf unserer Weiter­fahrt Richtung Røldal geht es mal wieder ein gutes Stück bergauf. Belohnt werden wir mit einem letzten fantas­ti­schem Ausblick zurück in das Tal durch das wir gekommen sind.

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Richtung Røldal wird es zusehends karger und fjelliger. Der lange, eher schmale, viel befahrene Røldal-Tunnel mit ohne Mittel­linie ist dann noch mal ein Nerven­kitzel der beson­deren Art, den ich lieber nicht so oft habe. Danach weiß man auf jeden Fall, was ein Tunnel­blick ist.

Wir steuern den ersten Camping­platz des Ortes an. Im Seim Camping sucht man sich einfach einen Platz aus und geht dann zur Rezeption. Wir vollbringen ein kleines Wunder und finden auf Anhieb(!) einen guten Platz, an dem man nichts mehr korri­gieren muss. Dass ich das noch erleben darf!

Wir setzen uns anschließend noch kurz zum Abend­essen und Leute gucken nach draußen. Inter­essant, dass viele Leute ganz ähnliche Suchstra­tegien haben. Wir können bald schon vorher­sagen, welcher Platz wohl als Nächstes auspro­biert wird…

Es wird uns dann aber doch recht bald schon zu kühl (schönen Gruß nach Deutschland an die Hitze­ge­plagten!), so dass wir seit langem mal wieder einen Abend lieber drinnen als draußen verbringen. Schön gemütlich!

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