Den Fjord entlang

Was für ein Geschenk der Tag gestern war! Denn heute haben wir mal wieder graues Wolkenwetter. Nicht wirklich schlecht, aber wenn man von den vergangenen Tagen so verwöhnt ist, schon etwas enttäuschend.

Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben und fahren weiter die Küste Richtung Utne entlang. Und ob es das Wetter ist oder die Lage auf der Halbinsel: Hier ist verkehrstechnisch echt tote Hose. Kaum mal kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Sehr entspannt!

Unterwegs bestaunen wir die Obsthöfe des Hardangerfjords. Man fährt hier wirklich mitten durch die Obstplantagen und alle naselang steht ein Häuschen, wo man sich Moreller (Kirschen) oder Plommer (Pflaumen) holen könnte.

Am Rastplatz Hesthamar hat man einen tollen Überblick über den Fjord.

Und das Steinkrossen ist auch ganz fotogen.

Wir ändern unseren ursprünglichen Plan, wieder mit der Fähre überzusetzen und in Kinsarvik am östlichen Ufer weiterzufahren. Denn eigentlich gefällt es uns ganz gut auf der Folgefonn-Halbinsel. Und das die Straße ab Utne größtenteils zweispurig ist (also: für jede Fahrtrichtung eine eigene Spur, was in Norwegen ja nicht selbstverständlich ist…) finden wir auch ganz gut – warum also wechseln?

Kurz vor Aga machen wir eine kleine Kaffeepause. Den Rastplatz dort haben die Leute schön vorbereitet. Sogar eine schöne gelb gestrichene Bank gibt es für die Besucher. Wir richten uns dort häuslich für unser Kaffeepäuschen ein und können auch der bewölkten Aussicht auf den Fjord etwas abgewinnen.

Next Stop: Odda. Hui, das ist ja eine richtig Große Stadt! Mit Industrie! Und einem Stadtkern! Mit FuZo! Und so vielen Geschäften… Sind aber trotzdem laut Wikipedia nur 6923 Einwohner – norwegische Verhältnisse!

Hinter Odda können wir kurz einen Blick auf den Bruabreen erhaschen, der im mystischen Licht vor uns liegt. Ist schon mal als Ziel für die nächste Norwegenreise notiert.

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Ausgerechnet bei der nächsten Touristenattraktion, dem Låtefossen, ist die Straße wieder mal eher knapp bemessen – wie die da noch den Platz für eine Souvenirbude und zumindest eine Handvoll Parkplätze gefunden haben ist schon bewundernswert.

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Und wie es der Zufall will, kriegen wir den vorletzten der ausgewiesenen Parkplätze- Mehr als ein Fahrzeug muss in Ermangelung von Platz einfach weiterfahren oder stellt sich kurz in zweiter Reihe hin. Was zu einer sehr hektischen und unübersichtlichen Parksituation führt, wo dann auch gerne mal energisch gehupt wird. Komische Atmosphäre!

Aber der Doppelwasserfall ist wirklich sehenswert. Da wird das Wort Wasserkraft wirklich erlebbar! Die Luft ist mit der Feuchte des Wassers geschwängert, dass beim Herabtosen in der Luft herumschwirrt. Geduscht haben wir diesmal aber nicht…

Auf unserer Weiterfahrt Richtung Røldal geht es mal wieder ein gutes Stück bergauf. Belohnt werden wir mit einem letzten fantastischem Ausblick zurück in das Tal durch das wir gekommen sind.

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Richtung Røldal wird es zusehends karger und fjelliger. Der lange, eher schmale, viel befahrene Røldal-Tunnel mit ohne Mittellinie ist dann noch mal ein Nervenkitzel der besonderen Art, den ich lieber nicht so oft habe. Danach weiß man auf jeden Fall, was ein Tunnelblick ist.

Wir steuern den ersten Campingplatz des Ortes an. Im Seim Camping sucht man sich einfach einen Platz aus und geht dann zur Rezeption. Wir vollbringen ein kleines Wunder und finden auf Anhieb(!) einen guten Platz, an dem man nichts mehr korrigieren muss. Dass ich das noch erleben darf!

Wir setzen uns anschließend noch kurz zum Abendessen und Leute gucken nach draußen. Interessant, dass viele Leute ganz ähnliche Suchstrategien haben. Wir können bald schon vorhersagen, welcher Platz wohl als Nächstes ausprobiert wird…

Es wird uns dann aber doch recht bald schon zu kühl (schönen Gruß nach Deutschland an die Hitzegeplagten!), so dass wir seit langem mal wieder einen Abend lieber drinnen als draußen verbringen. Schön gemütlich!

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