Paddel­glück mal zwei
17. Juli 2020

Das ist aber schön hier am Nomevann. Zwar ist es heute nicht mehr so sonnig wie zuvor aber immer noch freundlich. 

Wir überlegen, wie es weiter gehen soll. Mit unseren ersten Paddel­ver­suchen waren wir hier so happy, dass wir jetzt auch einmal etwas mehr als nur planlos hin und her fahren könnten. Also steht der Plan: noch einmal hinaus auf den See!

Unsere Pläne sind (wie wir wenig später merken werden) leicht größen­wahn­sinnig. Auf der Karte sind es lächer­liche 3 Kilometer bis Lunde, dem nächsten Ort auf dem Telemark­kanal. Das werden wir ja wohl schaffen. Gut, es geht strom­auf­wärts, aber so wild wird das schon nicht sein…

Fast schon routi­nierter Aufbau

Wir holen den Scubi aus der Heckgarage und ich mache mich ans Werk. Das sollte ja jetzt ein Kinder­spiel sein! Ist es auch, bis ich die Querstreben des Kiels einbaue. Ich probiere verdammt viele Möglich­keiten aus und wenn ich es nicht schon einmal geschafft hätte, würde ich sagen: geht nicht. Erst im x‑ten Anlauf schaffe ich es dann und bin durch­ge­schwitzt. Der Fehler liegt aber leider nicht beim Boot…

Denn wir haben noch einen zweiten Scubi in der Heckgarage, der heute seine Schiffs­taufe erlebt. Wäre ja blöd, wenn immer nur einer von uns auf dem Wasser sein kann! Daher haben wir uns für 2 Einer-Scubis entschieden. Immerhin aber einer in Rot und einer in Blau, sodass wir uns auch farblich nicht in die Quere kommen. Und den blauen Scubi kriegen wir dann wirklich stressfrei und fast problemlos aufgebaut. Gewusst wie!

Paddeln auf dem Nomevann

Doppelter Wasserspaß

Nachdem wir Elli mit ihrer Hunde­schwimm­weste versehen haben, kann es auf den See gehen. 

Paddeln auf dem Nomevann

Mittler­weile hat es sich ein bisschen zugezogen und ist auch etwas windiger geworden. Und woher kommt der Wind, wenn man lospaddelt: genau, von vorn. Aber er ist nicht so stark, dass wir dagegen nicht ankämen. 

Paddeln auf dem Nomevann

Und was macht mehr Spaß als allein übers Wasser zu gleiten? Neben­ein­ander zu fahren. Und dabei auszu­pro­bieren, ob man das mit der Paddel­technik auch halbwegs verstanden hat. Annette schwört Stein und Bein, dass es bestimmt Ellis Gewicht sei, welches den Kajak immer wieder nach links abdriften lässt. Und egal, was ich mache – ich habe immer einen Rechts­drall. Na ja, wird schon noch werden.

Paddeln auf dem Nomevann

Der See ist in der gegen­über­lie­genden Bucht erstaunlich flach. Teilweise hat man noch einen halben Meter unter dem Kiel. Das kann man auch wunderbar sehen, denn das Wasser ist kristallklar.

Paddeln auf dem Nomevann

Gegen den Wind

Was wir auf unserer Seeüber­fahrt von vielleicht einem Kilometer gemerkt haben: Ganz schön anstrengend, wenn man gegen den Wind arbeitet. Gut, dass das auf dem Rückweg leichter wird!

Paddeln auf dem Nomevann

Ganz schön dumm nur, wenn der Wind sich just in diesem Moment dazu entscheidet, mal zu drehen und uns auf dem Rückweg sogar noch ein bisschen stärker entge­gen­pustet. Nicht besorg­nis­er­regend, aber so, dass wir uns von unserem ursprüng­lichen Plan nach Lunde zu fahren ganz schnell verab­schieden. Das wäre für den Anfang dann doch ein bisschen zu sportlich.

Paddeln auf dem Nomevann

Wir genießen lieber das Schaukeln in den Wellen, die die M/S Telemark beim Vorbei­fahren verur­sacht und bewundern die zwei Mädels, die auf ihren SUPs ihr komplettes Gepäck haben und gerade wieder vom Ufer auf den Telemark­kanal lospaddeln. Was machen die denn, wenn der ganze Krempel ins Wasser rutscht…?

Paddeln auf dem Nomevann

Abhängen am See

Nachdem wir wieder angekommen sind, werden die Kajaks zum Trocknen an Land gezogen und Annette kocht uns erst mal einen Kaffee. Aber da es sich immer mehr mit dunklen Wolken zuzieht und der Wetter­be­richt leichten Regen ankündigt, packen wir die Boote lieber sofort ein. Die paar Tropfen, die dann kommen, sind dann zwar nicht weiter der Rede wert, aber sicher ist sicher.

Wir stellen fest, dass es uns gar nicht so dringend weiter zieht. Das Wetter soll in den kommenden Tagen eher regne­risch sein und da wollen wir lieber noch etwas von unserem schönen Platz am See haben. 

Wir beobachten, wie auf der Wiese nebenan liebevoll ein Tisch festlich geschmückt wird. Mit Luftballons und Feuer­stelle daneben. Wir drücken die Daumen, dass die Mühe nicht vergebens ist und es weiter trocken bleibt. Das Daumen­drücken hat genützt, denn der Regen setzt dann erst ein, nachdem der letzte Gang des Überra­schungs­menüs für das Paar, dass gefeiert wurde, serviert wurde.

Feier am Seeufer

Auch wir ziehen uns ins MoMo zurück und nutzen den Regen als ganz willkommene Möglichkeit, mal Tagebuch zu schreiben und weit vor Mitter­nacht fertig zu werden…

Regen am See

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