Die wilde 13
30. Juli 2018

Byebye, Jostedal. Es war schön bei dir, aber jetzt geht es weiter!

Wir genießen noch einmal die Fahrt entlang des Flusses, auch wenn der Tag heute eher trüb beginnt. Aber egal: Wir erledigen dann erst mal das Auffri­schen der Vorräte in Gaupne und sind dort schon verwundert, wie mild es ist. Unsere Norwegen-Erfahrung bei einem solchen Himmel sagt uns doch: Dick anziehen! Statt­dessen laufen hier Leute in Badehose und Bikini rum. Und das Kuriose: Ist gar nicht mal so verrückt, wie es sich anhört…

Wichtige Einkäufe

Weiter geht es auf herrlicher Strecke nach Sogndal, wo wir 2 Dinge erledigen wollen:

Zum einen muss ich jetzt doch eine norwe­gische SIM-Karte kaufen, da irgend­etwas in Gjerde über Nacht mein komplettes Handy-Daten­vo­lumen leerge­saugt hat. Autsch! Immerhin weiß ich schon, wonach ich suchen muss und was zu tun ist. Mycall war vor 2 Jahren nicht schlecht, wird also wieder genommen. 10GB für 30€ sind fair. Zumindest gemessen an den 10€/1GB, die Vodafone jetzt von mir haben will. Aber mit einer Träne im Auge denke ich an den letzt­jäh­rigen sorglosen Sommer in Frank­reich, wo man 100GB bei Free für 30€ kriegt… Irgendwann müssen das doch auch die anderen Länder mal hinkriegen! Nachdem ich im dritten Laden die SIM-Karte gekriegt habe, fülle ich brav das Formular für die Regis­trierung aus. Die ahnungslose Verkäu­ferin weiß damit zwar nichts anzufangen, ruft aber ganz pragma­tisch für mich bei der Hotline von Mycall an und erledigt die ganze Regis­trierung am Telefon. Supernett!

Das andere was wir noch erledigen wollen: Shoppen in unserem Stamm­laden „Sport Outlet“. Den gibt es hier nämlich auch mal wieder. Und als wir in die Straße einbiegen, fällt es mir wie Schuppen von den Augen: Hier waren wir doch vor 2 Jahren auch schon!

Und wie schon vor 2 Jahren verlassen wir den Laden mit gut gefüllter Einkaufs­tasche, denn die Preise hier sind tatsächlich (man glaubt es nicht): günstig!

Entlang des Sognefjords

Jetzt geht es aber endlich weiter mit dem eigentlich Star des Tages: Der norwe­gi­schen Landschaft. Wir fahren weiter — immer entlang des Sognefjords, der hier schon ordentlich breit ist. Mittler­weile scheint schon länger die Sonne und die schil­lernden Licht­re­flexe auf dem Fjord sehen einfach herrlich aus. Aber da wir uns Richtung Vassenden bewegen, sehen wir natürlich vor uns: Eine düstere Wolkenwand, die nichts Gutes verheißt. Werden wir trocken bleiben?

Ein Kniff, der uns hilft, ist das Wechseln der Fjord­seite. Die Fähre in Hella wartet schon brav auf uns und fährt praktisch sofort los. Wieder mal gutes Timing!

Und damit schlagen wir 2 Fliegen mit einer Klappe: Wir machen den düsteren Wolken eine lange Nase und bleiben (für den Moment) im Schön­wet­ter­gebiet.

Die wilde 13

Nach einer Kaffee­pause am Fjord widmen wir uns endlich der Straße Nummer 13. Die ist zwar keine der „Nationale Touris­ten­veger“, soll aber trotzdem ganz schön sein. Na dann wollen wir mal testen.

Es fängt schon mal gut an, die Fjordufer­straße ist schon mal sehr schön und auch wenn sie teilweise eng ist, freuen wir uns irgendwie, dass der sich im Bau befind­liche Tunnel hier noch nicht fertig geworden ist. Der Ausblick ist so einfach schöner.

In Vikøyri geht es dann den Berg hinauf. In der letzten Kehre befindet sich ein kleines Lädchen/Cafe und von hier aus hat man einen wahrlich grandiosen letzten Ausblick auf den Fjord. Kurz bin ich versucht, zu fragen, ob wir hier für die Nacht stehen dürfte. Es wäre ein spekta­ku­lärer Stell­platz!

Aber wir haben noch nicht genug und fahren weiter hinauf aufs Vikafjell. Kurz vor dem Storeh­au­g­tun­nelen hat man noch einmal ein irres 360°-Panorama und auch hier könnte man sich anscheinend problemlos mit dem Womo hinstellen. Auch nicht schlecht!

Hinter dem Tunnel kommen wir auf die Hochebene und es ist wirklich eines Landschafts­bildners feuchter Traum, was wir hier zu sehen bekommen. Kleine Seen, hohe, aber eher weich geschwungene und trotzdem wuchtige Bergkuppen in dutzenden von Grüntönen. Und dadurch führt einen die Straße in herrlichen Schwüngen. Und das Beste: Die Straße ist durch­gängig breit genug ausgebaut, dass man nicht bei jedem Gegen­verkehr schon überlegen muss, wer jetzt ausweichen muss. Also quasi wildes Norwegen für Warmdu­scher. Tolltolltoll!

Die Bergab­fahrt führt dann noch am obliga­to­ri­schen ellen­langen Wasserfall und dem See Myrkdalsvatn mit seiner mysteriös dunklen Farbe vorbei, bevor es wieder in die Zivili­sation geht. Eine tolle Strecke!

Skuriller Stell­platz

Unser Stell­platz für die Nacht kann sich aber auch sehen lassen. Am Aussichts­punkt Nesheim­tunet ist ein kleiner Parkplatz, der etwas oberhalb des Lønavatnet an einer Ansammlung uralter Höfe liegt. Wir haben das dann mal schnell gegoogelt und uns übersetzen lassen:

Nesheim­stunet

Nesheim­stunet liegt am nördlichen Ende von Lønavatnet, 16 km von Vossevangen entfernt, mit einer Kreuzung von E 16 bei Tvinne. Der Thunfisch hat keine festen Öffnungs­zeiten, der Garten ist ein Einhorn, er wurde nicht geteilt, wie viele andere Vossgards.

(…)

Im Haus gibt es Ohren und Raucher.

(…)

Hier befinden sich auch das Loft, die Ställe, Scheunen und Löwen, die bis 1948 in der neuesten Stova einge­laden wurden.

Klar, dass wir hier bleiben müssen! Denn freund­li­cher­weise gibt es hier auch wieder einen Picknick­tisch, aller­dings in der steinernen Variante. Hunde­freundlich mit Leinenloch, während Herrchen und Frauchen ihr Abend­essen genießen können.

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