Erholtag mit Aussicht

Heute legen wir einen Erholtag ein. Die Eindrücke wollen verarbeitet werden und ein bisschen Lesen ist ja auch mal ganz schön. Wir nutzen daher schamlos aus, dass es weiterhin sommerlich ist und sitzen bei angenehmen Temperaturen in der Sonne und schauen weiße Wölkchen beim Dahinziehen über den blauen Himmel zu. Erst als es sich gegen Mittag zuzieht, brechen wir unsere Zelte ab und fahren weiter.

In Øvre Årdal frischen wir noch einmal unsere Vorräte auf, bevor es dann hinauf auf den Tindevegen geht. Vor 2 Jahren haben wir ihn schweren Herzens ausgelassen – heute ist er fällig!

Die Voraussetzungen erfüllen wir locker – erst ab 10m Länge ist es verboten. Und die möchte ich in einem solchen Schlachtschiff bei den engen Serpentinen zu Beginn auch nicht wirklich hoch kutschieren. Unser kurzes wendiges MoMo ist mir da mal wieder sehr lieb.

Und wer in Höchstgeschwindigkeit einmal mitfahren möchte: Bitteschön, wir haben da mal ein Video vorbereitet!

Wir klettern und klettern und klettern – ganz schön hoch hier! Das einzige, was die mächtige Landschaft hier dann doch empfindlich stört sind die 3 Reihen von Stromleitungen, die uns den größten Teil des Weges begleiten. Aber auch so ist das Erlebnis eindrücklich genug.

Hinter der Mautstation, die sich sinnigerweise fast schon an der Passhöhe befindet und nur mit Kreditkarte gefüttert werden kann, wird es dann richtig dolle. Und am Rastplatz hat man einen wirklich großartigen Rundumblick und kann von hier aus auch den Rastplatz auf der Sognefjellet-Straße sehen, von dem wir beim letzten Mal hier rüber geguckt haben und die Fahrt dann doch auf ein anderes Mal verschoben haben. Erledigt!

Wir machen bei sehr bedecktem Wetter, böigem Wind, aber kurioserweise eher milden Temperaturen erst einmal ein Kaffeepäuschen. Hat schon was mit dieser Aussicht! Und die Norweger haben netterweise auch Steintischchen und Bänke hingestellt, die gut in diese karge Landschaft passen.

Wir hatten kurzzeitig überlegt, an diesem Platz mit seiner tollen Aussicht unsere Zelte aufzuschlagen. Aber ein zwischenzeitlicher Regenguss und eventuell mögliche Gewitter lassen uns dann doch lieber einen Platz am Fjord suchen.

Die Bergabfahrt gestalte sich in gewohnter Manier: Ich habe Spaß und Annette steht Todesängste aus. Zumindest rutscht sie immer tiefer in ihren Sitz, bremst verzweifelt in ihrem Fußraum mit und stöhnt „Aber doch nicht so schnell!“ 40km/h sind aber auch wirklich eine Höllengeschwindigkeit…!

Am heutigen Nachmittag haben wir das erste Mal wieder das graue und wolkenverhangene Norwegen erlebt – nur mit dem Unterschied, dass man weiterhin im T-Shirt rumlaufen kann, ohne dass man dafür ein Wikinger sein müsste. Es ist immer noch mild.

Hinter Skjolden sehen wir am herrlich grünen Lustrafjord ein paar Womos auf einer großen asphaltierten Fläche stehen.

Sieht gar nicht mal so dumm aus! Aber als wir dann sehen, dass der dann doch sehr spartanische Platz ohne irgendwelche Annehmlichkeiten 150 Kronen kosten soll, zeigen wir ihm einen Vogel und fahren weiter Richtung Urnes, wo die Straße am Fähranleger endet.

Dorthin wollen wir heute aber gar nicht. Denn es gibt auf dem Weg noch eine Top-Sehenswürdigkeit: Der Feigefossen ist nach dem Vettisfossen der zweithöchste nicht regulierte Wasserfall Norwegens. Da wollen wir hin. Die Straße dorthin ist aber wieder mal eine „crazy road.“ Zwischen Fjord und Felswand schlängelt sich ein einspuriges Sträßchen, auf dem es oft für längere Zeit keine wirkliche Ausweichstelle gibt. Ach ja, und unbeleuchtete, stockdüstere Tunnel. Sehr adrenalinfördernd! Aber gottseidank hält sich der Gegenverkehr in Grenzen…

Der Wanderparkplatz am Wasserfall entpuppt sich als Reinfall. Womoverbotsschild…

Aber Annette hat neben einer Ausweichbucht so ungefähr die einzige Stelle auf 10km gesehen, wo man sich hinstellen kann, ohne asozial die Ausweichstelle gleich mit zu blockieren. Probieren wir aus. Passt!

Nach dem Abendessen gehen wir noch mal Richtung Wasserfall. Und genießen die herrlich ruhige Abendstimmung am Fjord. Was ein schöner Ort das hier ist!

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