Route barrée

Elsass0001.jpgHeute heißt es also Abschied nehmen von der Vollpension und raus in die herbstliche Pfalz. Wir wollen Richtung Dahn, wo das Felsenland auf uns wartet. Auf dem nicht sehr weiten Weg folgen wir dem kleinen Schlenker über die als landschaftlich schön angekündigte Strecke über Fischbach. Und tatsächlich ist hier eine schöne herbstlich angemalte Landschaft zu betrachten, so dass wir uns schon auf unser Ziel freuen. Aber der direkte Weg nach Fischbach ist dank einer Baustelle gesperrt. Ups.

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Macht ja nix, denken wir zuerst, aber der erforderliche Umweg lässt uns dann doch schlucken. Mal eben 20km extra. Nunja. Aber schon bald sind wir von der Umleitungsstrecke sehr begeistert. Wirklich traumhaft gefärbte Bäume und ein wirklich verzaubert wirkender Pfälzer Wald in kompletter Einöde. Toll!

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Als wir hinter Fischbach wieder auf die anvisierte Strecke kommen, hat Annette plötzlich die Eingebung, dass man doch mal Richtung französische Grenze abbiegen könnte, da dort das Gebiet mit wirklich unfassbar vielen Burgen auf kleinstem Raum zu finden sei. Gesagt, getan!

Wir beschließen, zum Chateau Fleckenstein zu fahren und dort eine kleine Wanderung zu machen, um schon mal zu checken, ob das was für uns ist. Das Wetter spielt zwar nicht so recht mit, so dass wir die Burg im strömenden Regen umrunden. Aber der kurze Weg zur Burg Hohenbourg entlang der ans Elbsandsteingebirge erinnernden „Langenfelsen“ ist trotzdem noch drin.

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Tolle Nachrichten gibt es von unserer seit dem Sommer blinden Mia zu berichten. Sie hat sich mittlerweile so sehr an ihre Behinderung gewöhnt, dass sie bei den Wanderungen wie in alten Zeiten gerne wieder vorweg geht. Mittlerweile zwar an der kurzen Leine, damit man sie korrigieren kann, bevor die Nase irgendwo gegenstößt oder sie beherzt in den Abgrund läuft, aber vom Tempo und Temperament ist das alles wie zuvor. Toller Hund! Wir haben uns mittlerweile so aufgeteilt, dass Annette die wuselige Elli in Schach hält und ich den Zivi für Mia mache. Passt gut!

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Vor der Burgruine Hohenstein gibt es einen Pferdeanbindebalken, den wir kurzerhand für die Hunde missbrauchen. Denn man hat nach ein paar steilen Treppen einen sagenhaften 360°-Rundumblick über Pfälzer Wald und Nordvogesen. Nur schade, dass das Licht nicht ein bisschen mehr die Bäume funkeln lässt. Und dass Ellis wirklich herzerweichendes Heulen Annette schnell wieder zu den Hunden hinunterzieht.

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Auf dem Rückweg fängt es noch mal zu regnen an. Am schön gelegenen Gimbelhof würden wir gerne noch einkehren, aber Montag ist es ein schlechter Tag dafür. Natürlich Ruhetag… Immerhin haben wir es von hier nicht mehr weit bis zum MoMo und einem dann halt selbst gebrühten Kaffee.

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Hierbei werfen wir unseren Plan mal wieder kurzerhand über den Haufen. Das Felsenland muss auf uns noch ein bisschen warten. Denn jetzt wollen wir dann doch mal langsam im Elsass ankommen. Schließlich haben wir nur noch eine Woche! Also setzen wir uns eine Kapelle in Richtung Wissembourg als Ziel und wollen die überschaubare Strecke in einer halben Stunde absolvieren.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Den auch hier ist die Durchfahrt in den Nachbarort Lembach gesperrt. Route barrée! Und die Umleitung ist hier sogar noch ein bisschen üppiger kalkuliert als am Morgen in der Pfalz. So kommen wir noch nach Obersteinbach und finden sogar die Chèvrerie, die wir uns als alternative Übernachtungsmöglichkeit notiert hatten. Wir stoppen dort für einen ersten Hofladeneinkauf, fahren aber weiter.

Auch hier ist Landschaft toll herbstlich, aber es dämmert immer mehr und mehr. Und die angezeigte Ankunftszeit liegt immer später…

In Reichshoffen stoßen wir auf einen Supermarkt, geben die geringe Hoffnung auf eine Ankunft bei Tageslicht endgültig auf und bevorraten uns erst mal mit den nötigsten Leckereien.

Als wir schließlich an unserem Stellplatz an der Kapelle ankommen ist die Ernüchterung groß. Mann, ist das schief! Da möchte man nicht über Nacht stehen. Zumindest sehen wir in der absoluten Dunkelheit keine auch nur halbwegs akzeptable Stellfläche. Leicht entnervt fahren wir weiter in Richtung Col du Pigeonnier, wo wir dann doch noch einen ruhigen und ebenen Stellplatz für die Nacht finden. Aber keine Ahnung, wie es hier aussieht – mal sehen, was der Morgen bringt!

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