Route barrée
23. Oktober 2017

Elsass0001.jpgHeute heißt es also Abschied nehmen von der Vollpension und raus in die herbst­liche Pfalz. Wir wollen Richtung Dahn, wo das Felsenland auf uns wartet. Auf dem nicht sehr weiten Weg folgen wir dem kleinen Schlenker über die als landschaftlich schön angekün­digte Strecke über Fischbach. Und tatsächlich ist hier eine schöne herbstlich angemalte Landschaft zu betrachten, so dass wir uns schon auf unser Ziel freuen. Aber der direkte Weg nach Fischbach ist dank einer Baustelle gesperrt. Ups.

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Macht ja nix, denken wir zuerst, aber der erfor­der­liche Umweg lässt uns dann doch schlucken. Mal eben 20km extra. Nunja. Aber schon bald sind wir von der Umlei­tungs­strecke sehr begeistert. Wirklich traumhaft gefärbte Bäume und ein wirklich verzaubert wirkender Pfälzer Wald in kompletter Einöde. Toll!

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Als wir hinter Fischbach wieder auf die anvisierte Strecke kommen, hat Annette plötzlich die Eingebung, dass man doch mal Richtung franzö­sische Grenze abbiegen könnte, da dort das Gebiet mit wirklich unfassbar vielen Burgen auf kleinstem Raum zu finden sei. Gesagt, getan!

Wir beschließen, zum Chateau Flecken­stein zu fahren und dort eine kleine Wanderung zu machen, um schon mal zu checken, ob das was für uns ist. Das Wetter spielt zwar nicht so recht mit, so dass wir die Burg im strömenden Regen umrunden. Aber der kurze Weg zur Burg Hohen­bourg entlang der ans Elbsand­stein­ge­birge erinnernden „Langen­felsen“ ist trotzdem noch drin.

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Tolle Nachrichten gibt es von unserer seit dem Sommer blinden Mia zu berichten. Sie hat sich mittler­weile so sehr an ihre Behin­derung gewöhnt, dass sie bei den Wande­rungen wie in alten Zeiten gerne wieder vorweg geht. Mittler­weile zwar an der kurzen Leine, damit man sie korri­gieren kann, bevor die Nase irgendwo gegen­stößt oder sie beherzt in den Abgrund läuft, aber vom Tempo und Tempe­rament ist das alles wie zuvor. Toller Hund! Wir haben uns mittler­weile so aufge­teilt, dass Annette die wuselige Elli in Schach hält und ich den Zivi für Mia mache. Passt gut!

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Vor der Burgruine Hohen­stein gibt es einen Pferde­an­bin­de­balken, den wir kurzerhand für die Hunde missbrauchen. Denn man hat nach ein paar steilen Treppen einen sagen­haften 360°-Rundumblick über Pfälzer Wald und Nordvo­gesen. Nur schade, dass das Licht nicht ein bisschen mehr die Bäume funkeln lässt. Und dass Ellis wirklich herzer­wei­chendes Heulen Annette schnell wieder zu den Hunden hinun­ter­zieht.

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Auf dem Rückweg fängt es noch mal zu regnen an. Am schön gelegenen Gimbelhof würden wir gerne noch einkehren, aber Montag ist es ein schlechter Tag dafür. Natürlich Ruhetag… Immerhin haben wir es von hier nicht mehr weit bis zum MoMo und einem dann halt selbst gebrühten Kaffee.

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Hierbei werfen wir unseren Plan mal wieder kurzerhand über den Haufen. Das Felsenland muss auf uns noch ein bisschen warten. Denn jetzt wollen wir dann doch mal langsam im Elsass ankommen. Schließlich haben wir nur noch eine Woche! Also setzen wir uns eine Kapelle in Richtung Wissem­bourg als Ziel und wollen die überschaubare Strecke in einer halben Stunde absol­vieren.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Den auch hier ist die Durch­fahrt in den Nachbarort Lembach gesperrt. Route barrée! Und die Umleitung ist hier sogar noch ein bisschen üppiger kalku­liert als am Morgen in der Pfalz. So kommen wir noch nach Obersteinbach und finden sogar die Chèvrerie, die wir uns als alter­native Übernach­tungs­mög­lichkeit notiert hatten. Wir stoppen dort für einen ersten Hofla­den­einkauf, fahren aber weiter.

Auch hier ist Landschaft toll herbstlich, aber es dämmert immer mehr und mehr. Und die angezeigte Ankunftszeit liegt immer später…

In Reichs­hoffen stoßen wir auf einen Super­markt, geben die geringe Hoffnung auf eine Ankunft bei Tages­licht endgültig auf und bevor­raten uns erst mal mit den nötigsten Lecke­reien.

Als wir schließlich an unserem Stell­platz an der Kapelle ankommen ist die Ernüch­terung groß. Mann, ist das schief! Da möchte man nicht über Nacht stehen. Zumindest sehen wir in der absoluten Dunkelheit keine auch nur halbwegs akzep­table Stell­fläche. Leicht entnervt fahren wir weiter in Richtung Col du Pigeonnier, wo wir dann doch noch einen ruhigen und ebenen Stell­platz für die Nacht finden. Aber keine Ahnung, wie es hier aussieht — mal sehen, was der Morgen bringt!

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