Sauer macht lustig
24. Oktober 2017

Frage an alle Wohnmo­bi­listen unter den Lesern: Was passiert garan­tiert nachts, wenn es kalt ist und möglichst noch regnet? Na!? Richtig, das Gas ist alle. Und was gibt es schöneres, als nach erfolgter Umstöp­selung wieder in den noch warmen Alkoven zu klettern…?

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Am nächsten Morgen zeigt sich, dass wir hier in der Tat einen sehr brauch­baren Stell­platz gefunden haben. Uriger Wald, nebeliges Oktober­wetter. Und kein Brot, weswegen wir unbefrüh­stückt die paar Kilometer nach Wissem­bourg weiter­fahren.

Elsass0001.jpgDort gibt es einen flamm­neuen Stell­platz neben dem Lidl, der nur leider so neu herge­richtet ist, dass die Ver-/Entsorgung noch nicht in Betrieb ist.

Auch die Bäckerei in der Nähe wird gerade erst einge­richtet, so dass wir einen Spaziergang in den Ort machen, um an Baguette zu kommen. Und eine elsäs­sische Dampf­nudel gibt es als Belohnung obendrein. Schmeckt wie eine leicht salzige Mischung aus Brioche und Schmalz­gebäck. Lecker!

Nach dem ausgie­bigen Frühstück machen wir uns auf eine ausgiebige Stadt­er­kundung. Der Weg rund um und auf der Stadt­mauer ist toll in herbst­lichen Farben geschmückt und auch die Ausblicke sind fein.

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In der sandstein­ge­bauten Kirche ist das Notre Dame in Paris nachemp­fundene Roset­ten­fenster ein echter Hingucker. Und in den Sandstein konnte man sich offenbar problemlos einritzen, wenn es in der Kirche mal wieder länger dauerte…

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Das Klein-Venedig von Wissem­bourg, der Faubourg de Bitche, ist dann eine Fotoge­le­genheit par excel­lence. Schnu­ckelige Häuschen, bunte Farben, alles leicht, aber nur ganz leicht vermodert. Schön!

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Elsass0003.jpgNach diesem Rundgang müssen wir zum Schluss natürlich noch Station in der Choco­la­terie Rebert machen, die Annette am Morgen schon treff­sicher ausfindig gemacht hat. Die Auslage treibt einen fast zur Verzweiflung, da wirklich alles ausge­sprochen lecker aussieht. Wir können uns schließlich doch noch entscheiden und freuen uns mit Wasser in den Mundwinkeln schon auf das spätere Kaffee­trinken.Elsass0005.jpgElsass0006.jpg

Aber zunächst wollen wir die Pflicht erledigen. Wasser fehlt, und da wir außerdem die leere Gasflasche in Deutschland leicht austau­schen können, beschließen wir, mal eben einen Hüpfer zurück in die Pfalz zu machen.

In Dörrenbach soll es einen Stell­platz mit kosten­loser Ver-/Entsorgung geben und eine tolle Aussicht gebe es gratis dazu. Nicht schlecht! Der Platz ist dann auch wirklich super — aller­dings eher zum Übernachten — das wollen wir doch noch gar nicht! Und das Wasser müsste man mit Kanister aus dem Waschraum holen. Auch nicht so toll. Also fahren wir weiter nach Bad Bergzabern, wo Gas, Wasser und Benzin aufge­füllt werden.

Elsass0001.jpgJetzt soll es aber endlich wieder nach Frank­reich gehen! Wir wollen ins Sauer­delta am Rhein. Also, Sauer nur, weil dort der Fluss Sauer mündet und sich ein tolles Vogel­pa­radies in dem Delta befindet, dass quasi neben dem Rhein entstanden ist. Dumm nur, dass am Parkplatz in Munch­hausen ein fettes Womover­bots­schild prangt. Da wir ohnehin bald unsere Akkus aufladen müssen, beschließen wir auf dem nebenan gelegenen Camping­platz unter­zu­kommen. Dort ist schon mehr als Ende der Saison, aber ein beren­teter Dauer­camper übernimmt die Geschäfte und weist uns auf einer wenig schmuck­vollen Parzelle ein. Da haben wir an kosten­losen Plätzen schon deutlich komfor­tabler gestanden. Nunja.

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Wir wollen noch das Delta erkunden, bevor die Sonne untergeht und müssen uns da um halb sechs schon echt ranhalten. Der Winter naht mit Riesen­schritten!

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Aber für uns lohnt sich der Weg ins Natur­re­servat dann doch noch sehr. Tolle roman­tische Herbst­abend­stimmung, passend garniert mit einem Zug Wildgänse, die über uns hinweg­zieht.

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Und als wir so gerade eben noch die Abendröte über dem Wasser genießen können, fühlen wir uns sehr nach Schweden versetzt. Und das wäre wirklich die letzte Assoziation, die mir zum Elsass einge­fallen wäre. Aber eine, die uns ausge­sprochen gut gefällt!

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