Unser toter Camping­platz gefällt uns dann doch besser als zunächst gedacht. Denn es ist ruhig, der Platz ist großzügig. Aber vor allem: Die Duschen sind der Oberhammer! Da hat mal wirklich jemand an alles gedacht, was beim Camping­platz­du­schen sonst so nervt:

  • Es gibt ein Regal für die Schuhe.
  • Die Anzieh­sachen können so abgelegt werden, dass sie garan­tiert nach dem Dusch­vorgang nicht durch­nässt sind.
  • Die Dusch­kabine ist mehr als großzügig groß.
  • Es gibt sogar eine Kopfbrause, auch Regen­dusche genannt.
  • Es ist ein Abzieher für den Boden da, mit dem man die Dusche auch wieder anständig hinter­lassen kann.

Dass das Wasser dann noch schön warm und mit gutem Druck aus der Leitung kommt, ist dann schon fast selbst­ver­ständlich. Ein wirkliches Dusch­ver­gnügen ist das!

Faulen­zerplan

Ein Vergnügen ist das Wetter gerade leider nicht. Grau und fisselig. Norma­ler­weise hat man dann zwei Möglich­keiten: Fahrtag oder Ruhetag. Und auch wenn es uns weiter­zieht, haben wir auch im Hinterkopf, dass wir uns auf dieser Sommer­reise gerne auch mal nur dem Nichtstun hingeben wollen. Und wo wäre das angenehmer als auf einem Camping­platz mit guter Ausstattung und zivilen Preisen? Wir bleiben! Und daher passiert außer Abhängen, lesen, kurzer Hunde­runde und essen auch nicht viel mehr. Herrlich!

Grill­ver­gnügen

Wir versorgen uns auf dem Camping­platz noch mit den Grill­würstchen, die vom angren­zenden Biobau­ernhof stammen. Und kriegen für die tiefge­kühlte Ware noch einen tollen Tipp, damit wir sie abends essen können: Die Packung einfach 20 Minuten in kaltes(!) Wasser legen und voilà: aufgetaut. Klappt tatsächlich!

Wir setzen uns dann einge­mummelt bei nur noch 13° (Petrus will uns echt vereimern…) nach draußen und grillen uns die Würstchen, die hervor­ragend schmecken. Da können wir uns gleich morgen mit bevor­raten.

Hund weg

Als wir abends zur Landzunge, von der man die Brücke nach Møn betrachten kann, aufbrechen wollen, kommt der große Schreck: Mia ist weg! Irgendwie muss sie sich beim Aufbauen der Möbel fürs Grillen aus dem MoMo verab­schiedet haben und ist auf Erkun­dungsgang gezogen. Und wir haben nichts bemerkt. Sie muss also seit vielleicht 2 Stunden weg sein. Ach. Du. Scheisse!

Wir machen uns auf die Suche. Aber wie findet man einen blinden Hund, der gerne auch mal schwer­hörig ist und auch leicht dement ist? Annette und ich trennen uns und suchen den Camping­platz in allen Ecken ab, sprechen Leute an, ob sie Mia gesehen haben, leuchten unter die Dauer­camp­wohn­wagen. Kein Hund in Sicht.

Die Panik steigt, denn wir haben vielleicht noch eine knappe Stunde, bis es dunkel wird. Ist sie zur Straße gelaufen, wo die Autos mit 80 Sachen vorbei­brausen? Ist sie von einem Steg ins Wasser geplumpst? Hat sie sich ins tiefe Gras gelegt und pennt?

Die Erleich­terung ist dann unendlich groß, als mich eine ältere Dänin anspricht, ob ich vielleicht einen Hund suche…? Und tatsächlich, auf dem Grund­stück neben ihrem Wohnwagen liegt Mia auf dem Rasen und es sieht aus, als würde sie sich genie­ße­risch den Sonnen­un­tergang angucken… Aber auch bei ihr ist die Freude groß, als sie meine Stimme hört und wieder weiß, wo sie hingehört. Suppenhuhn!

Sonnen­un­tergang

Der Regen hat im Laufe des Tages Gottseidank nachge­lassen und als die Sonne jetzt untergeht, kann ich doch noch ein paar Langzeit­be­lich­tungen von der coolen Møner Brücke schießen. Eine gute Gelegenheit, um den Puls erst mal runter­zu­bringen…