Eis mit Aussicht
2. August 2019

Das schlimmste Regen­wetter scheint durch zu sein. Zumindest können wir heute morgen draußen frühstücken. Und das ist dann ja schon mal ein guter Start in den Tag.

Wir lassen uns wie immer reichlich Zeit bis zum Aufbruch. Schließlich will die gute Dusche ja auch noch mal genutzt werden! Es wird also Mittag…

Und wir stellen fest, dass nicht wir es sind, die so vor uns hin stinken, sondern dass hier vom Wasser her bei nahezuer Windstille gerne mal ein brackiges Düftchen rüberweht. Hmmm!

Zwischen­stopp Fakse Bugt

Nachdem wir in Præstø unsere Vorräte ergänzt haben finden wir kurz darauf einen Parkplatz an der Fakse Bugt. Dort können wir dann nämlich mit besagten Einkäufen ein kleines Mittags­essen mit Blick auf den Schilf­gürtel zu uns nehmen.

Erst nachher sehen wir, dass es hinter dem Schilf sogar eine Bucht mit Picknick­ti­schen gegeben hätte. Ärgerlich!

Kreuz und quer

Wir haben uns vorge­nommen, auf dem Weg zu unserem Etappenziel am Tystrup Sø mal wieder der Marge­ri­ten­route zu folgen. Man kann wirklich den Eindruck haben, dass alles, was nicht bei Drei auf den Bäumen war zu einer solchen Marge­ri­ten­route gemacht wurde!

Die Neben­strecken sind auf jeden Fall immer gut zu fahren und bieten schöne, ländliche Aussichten. Lediglich das Navigieren mit unserem Dänemark-Atlas klappt so mittelgut. Kennt ihr das Problem, dass der aktuelle Karten­aus­schnitt sich geradezu magisch immer am Rande einer Seite befindet und man sich dann beim Blättern völlig verheddert? Oder dass man smart­phone-geschädigt auf dem Papier komische Finger­be­we­gungen macht und sich wundert, dass da nichts vergrößert wird?

Wir nehmen daher ein paar Umwege über noch marge­rit­tigere Sträßchen, die aber zumindest stets asphal­tiert sind. Aber aufgrund einer Höhen­be­grenzung und einer Baustelle fahren wir doch einen ganz schönen Umweg.

Kleines Paradies

Wir steuern einen kleinen Bauernhof am Tystrup Sø, einem langge­zo­genen See im Naturpark, an. Und der Wegweiser in Richtung Hørhaven verheißt mit der Aufschrift „Is“ viel gutes. Denn hier soll es neben einem kosten­freien Stell­platz auch leckeres Eis geben.

Wir steuern auf das Bauernhaus zu und sehen zwar einen Hinweis, dass hier tatsächlich ein Stell­platz sein soll, können aber nicht erkennen, wo. Also fahren wir erste mal die eher enge Einfahrt zum Hof hinunter. Annette findet das als Fahrerin nicht ganz so spaßig, ich denke mir aber schul­ter­zu­ckend an Norwegen denkend nichts weiter dabei. Denn der Parkplatz vorm Haus ist dann wieder etwas geräu­miger und bietet auch eine Wende­mög­lichkeit.

Vor allem aber gibt es hier einen sagenhaft netten Gastgeber. Denn der bietet nicht nur einen extra für Wohnmobile abgezäunten (und wie gesagt kosten­losen) Bereich, sondern auch noch leckeres Eis, das er uns auch gerne vor der Bestellung probieren lässt.

Und da er auch die skurrile dänische 2‑für-1-Regel (s. Nysted) bei den Eiskugeln anwendet, kriegen wir dann für die Bestellung „tre Kugler“ 6 Kugeln in die Waffeln portio­niert. Und als wäre das noch nicht genug, bietet er uns spontan auf unsere Nachfrage, ob es denn eine Aussicht auf den See gäbe, an, dass wir uns doch bitte in seinen Garten hinterm Haus setzen mögen, da hätte man die beste Aussicht. Wahnsinnig gastfreundlich!

Kuhberg

Nachdem wir das Eis genossen haben, parken wir das MoMo am richtigen Stell­platz, den wir auch jetzt noch erst im zweiten Anlauf finden. Die Beschil­derung ist noch etwas ausbau­fähig — aber wer will sich bei so einem tollen Angebot ernsthaft beschweren?

Wir können uns toll hinstellen und auch von hier ein bisschen See sehen. Aber richtig gut soll die Sicht vom Hügel hinter uns sein. Gegen Abend machen wir uns also auf den Weg. Und stellen fest, dass es mal wieder über eine Kuhweide geht. Mit 20 neugie­rigen Kühen. Seit unserem „Bull in the field“-Erlebnis auf Berneray sind wir da etwas zurück­hal­tender… Diesmal reicht aber ein böser Blick, um die Kuhherde in Schach zu halten und wir stapfen an den Jungkühen vorbei in Richtung Hügel­kuppe.

Von dort hat man wirklich eine schöne Aussicht und kriegt einen Eindruck davon, dass der See noch größer ist, als das, was wir vom MoMo aus sehen können. Und vor allem ist es hier Auenland-friedlich. Und als hätten wir sie bestellt, kommt auch die Sonne jetzt noch mal wieder mehr zum Vorschein.

Und als dann später die Sonne schon längst unter­ge­gangen ist, leuchtet der Himmel noch lange in tollen orangerosa-Tönen nach. Einfach schön.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Dänemark Sommer 2019
Best-of-Tage

Best-of-Tage

Pünktlich als wir aufbrechen wollen wird das Wetter schlechter. Nicht regengrau-schlecht, aber heftigste-Schauer-schlecht. So dass man auf der Fahrt gerne den Scheibenwischer mal in der höchsten Stufe betreibt. Und dabei fällt mir ein, dass unsere Scheibenwischer...

Über den Kleinen Belt

Über den Kleinen Belt

Auf den Wetterbericht ist wirklich nichts zu geben. Der angekündigte Regen macht sich rar und wir können mal wieder die Sonne genießen. Nach einem gemütlichen Abschiedsspaziergang brechen wir nach Faaborg auf. Wie sich herausstellt ist das ein hübsches kleines...

Ruhehafen

Ruhehafen

Wir überlegen, was wir in den letzten Tagen in Dänemark noch erleben wollen. Und stellen fest, dass wir damit zufrieden sind, es ruhig angehen zu lassen. Also für dieses Mal kein Entdeckertrip auf eine der vielen kleinen Inseln. Wir finden übrigens, dass es sich...

Gegenwind

Gegenwind

Und wieder überrascht uns das Wetter. Nach dem vollsonnigen Tag gestern ist es jetzt düster bewölkt und die Sonne kommt nur noch ein bisschen durch. Vom Licht her herrscht morgens schon Gewitterstimmung! Ich fahre mit dem Rad ins nahegelegene Vindeby. Dort gibt es den...

Südfü­nen­glück

Südfü­nen­glück

Wir staunen nicht schlecht, als wir nach dem Aufwachen sehen, dass neben uns ein PKW mit Dachzelt steht. Wo ist der denn auf einmal hergekommen? Und wir staunen gleich noch mal so viel, als wir sehen, dass da eine komplette Familie drin geschlafen hat. Vater, Mutter...

Kleiner Schreck in der Abend­stunde

Kleiner Schreck in der Abend­stunde

Unser toter Campingplatz gefällt uns dann doch besser als zunächst gedacht. Denn es ist ruhig, der Platz ist großzügig. Aber vor allem: Die Duschen sind der Oberhammer! Da hat mal wirklich jemand an alles gedacht, was beim Campingplatzduschen sonst so nervt: Es gibt...

Kreide­felsen, die Zweite

Kreide­felsen, die Zweite

Da zieht wohl gerade mal eine Schlechtwetterfront über uns hinweg. Nichts ist es mehr mit dem Dänensommer. In der Nacht prasselt ergiebiger Regen aufs MoMo und wir drehen uns noch zweimal um, bis das Pladdern endlich weniger wird. Regenwetter Wir wägen ab: Wollen wir...

494 Stufen

494 Stufen

Nanu, ist schon Herbst? Am Morgen ist es so neblig trüb, dass man kaum das andere Ende des Hafenbeckens sehen kann. Lediglich die milden Temperaturen bestätigen uns, dass es Sommer ist. Aber entsprechend träge starten wir in den Tag. Verschlafenes Nest Annette...

Marge­ri­ten­route

Marge­ri­ten­route

Es wird schwül. So man-sitzt-nur-und-es-läuft-schwül. Vom frischen Wind ist nichts übrig geblieben. Es herrscht Flaute. Jedoch nicht bei uns. Wir frühstücken gemeinsam mit unseren Nachbarn und verquatschen auch den Vormittag ohne Probleme. Eine schöne Bekanntschaft!...

Ab aufs Rad

Ab aufs Rad

Ab heute soll das Wetter schlechter werden. Und zunächst sieht es auch nicht all zu vielversprechend aus. Der Himmel ist eher auf der dunklen Seite. Aber es ist trocken. Und die Sonne macht sich immer noch ein bisschen bemerkbar. Könnte schlimmer sein. Lustiger...

Dänen­sommer

Dänen­sommer

So haben wir uns das vorgestellt. Angenehme Temperaturen und trotzdem Sonnenschein. Und ein frischer Wind, der das ganze perfekt macht. Spaziergang durch den Sommer Da wir nur ein paar Kilometer von Nysted, einem angeblich hübschen kleinen Städtchen entfernt sind,...

Insel­flucht

Insel­flucht

Wir schlafen wie die Steine und freuen uns erst mal über die leckeren Frühstücksbrötchen, die ich vom Markt mitbringe. Urlaubsstimmung! Und die setzt sich auch fort, als wir durchs gemütliche Städtchen mit den Stockrosen neben den Hauseingängen bummeln. Annette kann...