Corni­chon mit Happy End
26. Juli 2017

Wir sind hin- und herge­ris­sen. Es gefällt uns hier gerade ausge­spro­chen gut und wir könnten im näheren Umfeld noch so vieles erkun­den. Aber unser Fernziel Nordspa­nien ruft und auch wenn wir entschleu­nigt reisen: Ein paar Kilome­ter dürfen es heute dann schon noch Richtung Südwes­ten werden! Daher lassen wir die Ardèche­re­gion hinter uns, wissen aber jetzt schon, dass wir nicht das letzte Mal hier gewesen sind.Sonnenblumen-018.jpgSonnenblumen-002.jpg

Es geht quer durch Sonnen­blu­men- und Laven­d­el­fel­der, Weinberge und Oliven­haine. Immer ein bisschen bergauf, dann wieder bergab. Wir fahren nun stramm in Richtung der Ceven­nen, bleiben aber vorerst noch im Vorland dieser Gebirgs­re­gion. Dort frischen wir in Alès noch mal Vorräte auf und machen Station in Saint-Jean-Du-Gard.Sonnenblumen-007-Bearbeitet.jpg

IMG_4974.jpgÜber diesem kleinen Ort liegt eine sommer­li­che Schwere, in der alles etwas länger dauert. Unter anderem auch unsere Parkplatz­su­che, die schließ­lich in einem Hinter­hof des kleinen SuperU endet. Wir sind dann doch überrascht, als wir in den leicht gespens­tisch ausge­stor­ben wirken­den Straßen tatsäch­lich eine Patis­se­rie und eine Charcu­te­rie finden, die nicht nur offen haben, sondern auch noch leckere Schwei­ne­reien im Angebot haben.

Cevennen-001.jpgAuftrag erledigt, jetzt kann die Corni­che kommen, die uns über die Ceven­nen nach Florac führen soll. Annette ereilt bei dieser Gelegen­heit die Erkennt­nis, dass eine aussichts­rei­che Passstraße eine Corni­che ist und kein Corni­chon. Aber ihre Erklä­rung ist mehr als schlüs­sig: “Ich hab halt gedacht, dass das immer so ein Gegurke ist, die abzufah­ren.”Cevennen-003.jpg

Sonnenblumen-028-Bearbeitet.jpgDie Corni­che des Céven­nes entpuppt sich dann als eine exzel­lent ausge­baute Straße, die sich sehr entspannt fahren lässt. Denn auch der Verkehr ist hier sehr überschau­bar. Und so klettern wir Höhen­me­ter um Höhen­me­ter, passie­ren mehrere Cols und landen über der 1000-Höhen­me­ter­marke. Kleine Vorübung für die Pyrenäen! Die Aussicht ist etwas anders als erwar­tet. Nach dem Tal der Ardèche hatte ich auch hier mit steil abfal­len­den Bergkäm­men gerech­net. Statt­des­sen: Kasta­ni­en­wäl­der so weit das Auge reicht. Auch eine beein­dru­ckende Landschaft, vor allem von oben, aber da es nicht so karg wie erwar­tet ist, fast schon ein wenig zu grün. Luxus­pro­bleme!Cevennen-002.jpg

IMG_4978.jpgUnser Tages­ziel, der Camping­platz Chantem­erle in Bedoues in der Nähe von Florac entpuppt sich als mal wieder als Super­tipp aus dem Müller-Reise­füh­rer. Wir kommen dort an und sind sofort von der tollen Lage unter­halb der Brücke über den hier noch sehr zahmen Tarn begeis­tert. Und auch das freund­li­che Willkom­men auf mein beein­dru­ckend flüssi­ges und völlig sinnlo­ses “Parlez-vous français?” tut nach der unange­neh­men Erfah­rung auf dem letzten Camping­platz gut. Denn die Betrei­be­rin ist Deutsche und wir frotzeln dann noch ein bisschen wegen meiner überra­gen­den Franzö­sisch­kennt­nisse herum. Auch der Platz, den wir kriegen, ist super. Den ganzen Tag über schat­tig, aber nicht düster. Und Empfeh­lun­gen für Ausflüge und die Auskunft, dass morgen Markt in Florac sei, den man problem­los zu Fuß besuchen könne. Da erscheint es uns fast schon zwingend, dass wir gleich 2 Nächte hier bleiben müssen.Cevennen-004.jpg

IMG_4988.jpgEin echter Wohlfühlort, wie wir dann auch beim Abend­spa­zier­gang entlang des Tarn bestä­tigt finden. Gut hier!

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