Zoute­lande im Winter
10. Januar 2020

Dieses Mal brechen wir für den Jahres­wechsel mit einer langjäh­rigen Tradition. 

In den vergan­genen Jahren waren wir wegen des Saison­kenn­zei­chens stets ohne MoMo unter­wegs. Einmal kräftig durch­schnaufen und das Jahr in einer Ferien­woh­nung am Meer in Egmond aan Zee zu verbringen war für uns praktisch ein Automa­tismus. Liebge­wonnen. Immer wieder schön.

Muschelbuhnen

Aber dieses Jahr haben wir ja ganz anderen Möglich­keiten! Mit MoMo II ist Winter­cam­ping kein Problem und wir konnten uns gut vorstellen, auch mal den Winter am rauen, rauen Meer in Noord-Holland zu verbringen.

Allein: Unsere Recherche verlief äußerst ernüch­ternd. Denn anschei­nend wird Freistehen auch in Holland zuneh­mend restriktiv verfolgt und auf Bußgelder von 140€ sind wir auch nicht scharf. Und der Camping­platz von Roompot in Egmond will allen Ernstes auch in der Neben­saison Anfang Januar 32€/Nacht für einen Stell­platz sehen. Dazu sind wir bei aller Liebe aber nicht bereit. Also war es das schon mit unserem Winter­trip nach Holland?

Süßes Zoute­lande

Natür­lich nicht. Es gibt ja immer Alter­na­tiven. Und beim Abklap­pern der nieder­län­di­schen Nordsee­küste von Nord nach Süd kommt man unwei­ger­lich auf Zeeland aus. Die letzte Halbinsel vor Belgien. Und was wir beim näheren Auskund­schaften der Region heraus­finden, hört sich vielver­spre­chend an. Domburg, Middel­burg, Westka­pelle — alles Ortsnamen, die schon mal nach Urlaub klingen! Zoute­lande hatten wir bisher aller­dings noch nicht so sehr auf dem Schirm. Das ist ein kleines Örtchen am südwest­li­chen Ende der Halbinsel. 

Grolsch

Und dort finden wir einen Camping­platz mit einem Angebot, was eigent­lich zu gut ist, um wahr zu sein: Auf dem Camping­platz Weltev­reden finden wir all das, was wir zum Glück­lich­sein brauchen. Nämlich eine Lage direkt an den Dünen direkt am Strand. Schöne, großzü­gige Stell­plätze. Hunde sind erlaubt und kosten keine Unsummen extra. Modernes Wasch­haus mit heißen Duschen ohne Münzein­wurf. Und erwähnte ich schon das freund­lich-entspannte Personal…? Der Knaller ist dann aller­dings der Preis. Für die 15€ haben wir auf manchem schnöden Stell­platz schon schlechter gestanden. Und selbst der ab 2020 geltende Preis von 18€ in der Neben­saison ist immer noch für das Gebotene ein Schnapper. Wir haben uns dann direkt mal für die Zeit des Jahres­wech­sels von 30.12.2019–10.1.2020 angemeldet…

Entschleu­nigtes Neuland

Unsere Neuent­de­ckung macht uns glücklich. 

Annette Strandaufgang

Denn hier können wir jetzt mal was Neues mit dem Wohnmobil auspro­bieren, was wir so lange noch nie gemacht haben: Einfach mal das Fahrzeug an einem Ort stehen lassen und alles in Zeitlupe erkunden. Und es gefällt uns überra­schend gut. Denn dieses einen-schönen-Ort-auf-sich-wirken-lassen macht man auf großen Reisen ja leider viel zu selten. Auch bei unserer ja schon bereits eher langsamen Reise­ge­schwin­dig­keit steht zu oft ein „aber da wollen wir ja auch noch hin“ im Hinter­kopf, so dass unsere bishe­rige längste Stand­zeit die 4 Nächte auf unserem Herzens­platz Grinsby in Schweden waren. Und wenn man es so betrachtet: Vielleicht gefällt es uns dot so gut, weil wir so lange dort waren. Dieses vertraute Gefühl von zweiter Heimat entwi­ckelt sich halt nur an Orten, die man mehrmals oder länger besucht hat. 

MoMo Weltevreden

Das MoMo wird also geparkt und für die komplette Aufent­halts­zeit nur noch einmal zum Grauwas­ser­ent­leeren bewegt. Denn wir haben die Räder dabei und sind in den Nieder­landen. Hier wird gefietst. Alles geht problemlos mit dem Fahrrad. Selbst unsere Großein­käufe im Jumbo-Super­markt kriegen wir in den Packta­schen noch verstaut. Wirklich mal schön, das alles ohne Motor zu erledigen. 

Jumbo Zoutelande

Ansonsten ist unsere größte Heraus­for­de­rung, nach dem Erklimmen des Dünen­kamms (hier muss man richtig viele Treppen­stufen steigen!) zu entscheiden, ob wir rechts oder linksrum den Strand entlang laufen. Und in welchem Strand­pa­villon wir einkehren wollen. Und ob es Fisch­suppe, Pommes, Poffertjes oder Panne­ko­eken geben soll. Mehr Entschei­dungen sollte man doch gar nicht treffen, oder?

Blick aufs Meer Zoutelande
Reiter am Strand
Dramatischer Himmel
Sonnenuntergang Zoutelande
Sonnenuntergang Zoutelande2

Jahres­wechsel mal anders

Unsere bishe­rigen Silvester in Holland haben gezeigt, dass der Holländer an sich anschei­nend (und zum Leidwesen der Hunde) gerne böllert. Und auch ordent­lich Raketen in die Luft steigen lässt. Das bestä­tigt sich auch auf Zeeland. Mit dem feinen Unter­schied, dass man hier kurz vor Mitter­nacht auch die großen Pötte auf der Schelde ihr Horn tuten hört. Das hat was! Und wir sind uns nicht ganz sicher, ob es hier insge­samt etwas ruhiger ist, dieses Jahr weniger Feuer­werk gemacht wird oder ob der Nebel einen Großteil der Action einfach verschluckt. Uns hat es allemal gereicht.

Silvester im Nebel

Und auch auf das beliebte Neujahrs­chwimmen, den Nieuwjaar­s­duik, müssen wir nicht verzichten. Aller­dings alles ein paar Nummern kleiner als wir es von Egmond gewöhnt sind. Während dort schon früh regel­rechte Pilger­scharen ihren Neujahrs­spa­zier­gang mit der Schau­lust verbinden und die tapferen Schwimmer sich mit einem Workout bei lauter Musik warmma­chen, ist hier so ungefähr kaum was los. 

Annette an der Treppe
Blick Dünen Zoutelande

Ledig­lich ein traurig flatterndes Band sperrt einen Bereich für den Nieuwjaar­s­duik ab. Aber die poten­ti­ellen Schwimmer kann man an zwei Händen abzählen. Um so größer dann die Überra­schung, als uns plötz­lich vertraute Gesichter begegnen: Unser Schwipp­sch­wager mit versam­melter Familie nimmt tatsäch­lich am Nieuwjaar­s­duik teil! Und erklärt auch, warum hier noch tote Hose ist: Der Termin wurde um eine halbe Stunde verschoben. Und so früh lässt natür­lich keiner gerne die Hüllen fallen!

Neujahrsschwimmen mit Dampfer

Das Event an sich ist dann schneller vorbei als man Piep sagen kann: Alle rennen einmal rein und möglichst schnell wieder raus! Denn das eisige Meerwasser geht schon ordent­lich auf den Kreis­lauf. Brrr!

Neujahrsschwimmen

Von Hochsaison zu toter Hose

In unseren ersten Tagen kommen wir uns tatsäch­lich vor wie zur Hochsaison: Der Camping­platz ist komplett ausge­bucht, in den Strand­pa­vil­lons steppt der Bär, so dass wir immer nur mit Glück noch einen freien Platz finden. 

Bezet

Das ändert sich nach dem 1. Januar extrem. Denn die erste Abrei­se­welle findet direkt nach dem Feiertag statt und nach dem anschlie­ßenden Wochen­ende ist der zuvor rappel­volle Platz auf einmal wie ausge­storben. Und gleiches gilt (zu unserem Leidwesen) auch für die Strand­pa­vil­lons. Denn nach dem ersten Wochen­ende des Jahres schaltet hier alles auf Winter­schlaf. Alle Strand­pa­vil­lons sind, bis auf De Strandzot ab sofort nur noch am Wochen­ende geöffnet. Und wenn wir dort einkehren, sind wir trotzdem fast die einzigen Gäste! Unfassbar, wenn man den Trubel zuvor mitge­kriegt hat.

Zon Zee Strand Genieten
Strandturm
Sonnenflecken

Strand mit Bremse

Aber wer uns kennt, weiß, dass wir genau das zu schätzen wissen. Denn unsere Spazier­gänge am Strand sind Erholung und Luxus pur: Wellen, Sand und Sonne oder gerne auch mal Nebel und Sturm. Besser geht es für uns nicht. 

Muster bei Ebbe

Was hier in Zoute­lande anders als in Egmond ist, sind die Buhnen, die den Strand in kleine Häppchen unter­teilen. Erst mal gewöh­nungs­be­dürftig, dann aber ein spannendes Puzzle: Wo ist die Stelle, an der man zwischen den algigen Holzpfählen durch­flutscht? Möglichst, ohne hinterher einen grünen Rally­e­streifen zu haben. Am Ende unserer Zeit haben wir es da zu einer kleinen Meister­schaft gebracht…

Wellen an den Buhnen
Wellen an den Buhnen 2
Wellen an den Buhnen 3

Wir kommen wieder

Am Ende unserer Zeit in Zoute­lande stellen wir fest, dass ein paar Radtouren nach Vlissingen und Westka­pelle noch nicht gereicht haben: Wir müssen wieder­kommen. Lieber früher als später. 

Tot ziens, Zoutelande!

Abreise Weltevreden

Und weil bewegte Bilder dann doch noch mal eine andere Sprache sprechen, gibt es hier als Premiere unser erstes momoblog-Youtube-Video. Tusch!

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Zeeland 2019

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