Luxus mit Prada

16. Mai 2021

Nach dem rundum geglücktem Modell­ver­such an der Schlei, wo sich auch jetzt die Infek­ti­ons­zahlen nicht erhöhen, gibt es für uns kein Halten mehr. Wir sind regel­recht reise­hungrig. Die Frage ist nur: wohin? In Deutsch­land ist weiterhin wenig erlaubt, in den Modell­re­gionen ist ohne Reser­vie­rung nichts zu wollen und in den Nieder­landen wäre es uns tenden­ziell dann doch immer noch zu voll. 

Aber Moment: Ich habe doch bei Rolf im Womoblog schon im März begeis­tert (und etwas neidisch) gelesen, dass Stell- und Camping­plätze in der Schweiz geöffnet haben und man mit den üblichen Hygie­ne­re­geln auch in Corona­zeiten dort unter­wegs sein kann.

Und plötz­lich macht es Klick: Es geht in die Schweiz! Wandern und Bergluft sind in Corona-Zeiten doch super! 

Wir konfe­rieren mit Annettes Schwester, die kurz hinter der Grenze in der Schweiz wohnt und verein­baren, dass wir uns vor unserer Abfahrt schnell­testen lassen und sie sich ebenfalls vor dem Wieder­sehen noch einmal testen. Und so wird es auch gemacht. Wir freuen uns alle wie Bolle, dass wir uns nach so langer Zeit dann endlich mal wieder­sehen. Und weil man sich so viel zu erzählen hat, verbringen wir gleich das ganze lange Himmel­fahrts­wo­chen­ende bei Ihnen. Es fühlt sich wunderbar an, sich Stück für Stück die Norma­lität zurückzuerobern! 

Embrach
Embrach

Geplatzte Pläne

Für unsere weitere Zeit in der Schweiz hatten wir eigent­lich vor, in unsere „zweite Heimat“ im Berner Oberland zu fahren und auf dem Weg auch noch das Entle­buch, ein spannendes Biosphä­ren­re­servat im Kanton Luzern, mitzu­nehmen. Das Dumme an der Sache: der Wetter­be­richt. Wir machen uns ein bisschen verrückt, als wir sehen, dass dort Tempe­ra­turen im gut einstel­ligen Bereich und jeden Tag Regen vorher­ge­sagt werden. Das hatten wir uns anders vorgestellt…

Unser Schwager Hännes bringt die Alpen­süd­seite ins Gespräch: „Habt ihr mal daran gedacht, ins Tessin zu fahren?“ Wir checken die Vorher­sage für den Lago Maggiore und sind beglückt: 20° und Sonne hört sich doch gleich viel besser an! Unsere Pläne werden also einmal komplett über den Haufen geworfen und wir schwenken in Richtung Süden um. 

Wir beschließen, über den Lukma­nier­pass zu fahren, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört habe – das muss geändert werden! Im Tessin werden wir uns dann ein bisschen treiben lassen und bleiben, wo es schön ist. So wie wir es lieben. 

Embrach

Bergglück

Nach dem Abschied von Hännes und Martina brechen wir in unser Schweiz-Abenteuer auf. Seit Ewigkeiten wissen wir mal wieder nicht so ganz genau, wo wir die Nacht verbringen werden. Kribbelig schön!

Auf den Schweizer Autobahnen kommen wir ziemlich stress­frei voran. Die schöne Strecke entlang von Zürichsee und Walensee kennen wir ja schon von unserer Jungfern­fahrt mit MoMo I.

A3 Richtung Chur
A3 Richtung Chur
A3 Richtung Chur

Kurz hinter Chur überqueren wir den Rhein und fahren den Berg hinauf ins Surselva, das Tal, dass uns zum Lukma­nier­pass bringen soll. Wir sind überrascht, dass es so schnell bergauf geht. Ich hatte erwartet, dass wir bis zum Pass eher gemüt­lich im Tal bleiben würden.

Aber was ist das super, mit dem Womo die gut ausge­baute Straße hinauf­zu­klet­tern und immer mehr das Gefühl zu bekommen, dass man jetzt wirklich in den Bergen angekommen ist!

Surselva

Platz en masse

Aufgrund des schlechten Wetter­be­richts waren wir nicht ganz sicher, ob wir wirklich im Surselva bleiben wollen. Die Vorher­sage war mehr oder weniger Dauer­regen bei niedrigen Tempe­ra­turen. Aber in der Realität ist es sogar eher freund­lich als wir das Tal durch­fahren. Also beschließen wir, den vielver­spre­chenden Stell­platz in Brigels anzusteuern. Ein Platz direkt an einem grünlich schim­mernden Bergsee kann doch gar nicht schlecht sein!

Es geht ordent­lich den Berg hinauf und das MoMo muss ganz schön schuften. Und auch die teilweise schmalen Ortsdurch­fahrten sind ein großer Spaß – solange niemand entge­gen­kommt. So muss das in den Bergen sein!

Als wir uns auf den letzten Metern durch den Ort schlän­geln, kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, wo denn die große Parkfläche ist, die ich auf den Bildern gesehen habe. Aber nach einer letzten Kurve liegt dann ein wirklich großzü­giger Platz mit reich­lich Womoab­stell­mög­lich­keiten unmit­telbar am See vor uns. 

Prada-Preise

Wir sind schnell entschlossen: Hier wollen wir bleiben. Der kleine grünlich schim­mernde See ist schnu­ckelig. An den Hängen sehen wir verein­zelte Berghütten und die Wiesen haben alle einen kleinen Gelbschimmer von den Bergblumen die sich dort breit­ma­chen. Schweiz aus dem Bilderbuch.

Luxus mit Prada

Wir haben uns vorge­nommen, uns über die heftigen Schweizer Stell­platz­ge­bühren nicht weiter einen Kopf zu machen, sondern sie stumpf zu bezahlen. Also entrichte ich meinen Obolus von 25 Franken an der Rezep­tion des passen­der­weise Prada benannten Resorts und wir haben hiermit unseren ersten einfa­chen Stell­platz seit September 2020 bezogen. Hurra!

Brigels

Regensee

Wir wollen noch eine kleine Hunde­runde um den See machen, bevor der angesagte Regen kommt. Aber dafür sind wir jetzt zu spät. Denn aus den verein­zelten Tröpf­chen wird schnell ein solider Landregen. Uns ist das herzlich egal. 

Annette und Toffi in Brigels

Denn auch bei Regen lässt es sich wunderbar reali­sieren, dass wir gerade Schweizer Bergre­gen­luft einatmen. Und somit können wir ganz beschwingt auch dem Regen eine beson­dere Stimmung abgewinnen. 

Brigels
Brigels
Micha und Annette in Brigels
Brigels

Im MoMo machen wir dann die Heizung an, kuscheln mit den Hunden und bewun­dern das Schau­spiel der aufstei­genden Wolken, die uns irgend­wann ganz umhüllen und nur noch kurze Sicht­weiten zulassen. Mal sehen, wie es morgen hier aussieht!

Micha und Toffi
Brigels
Nacht in Brigels
Nachts sieht das Ganze auf einmal dann so aus!

Schön, dass du ein Stück mit uns mitgefahren bist!

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Der wilde Westen von Mull

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1 Kommentar

  1. Wie schön!!!
    Die Schweiz ist so toll. Und die Berge erst 😃😃😃! Viel Spaß!!

    Antworten

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