Jardin Ephemere

Stadttag in Nancy

Das Wetter lädt so gar nicht zu der Wanderung ein, die wir uns gestern noch vorgestellt haben. Denn die Wolken hängen tief und wir würden im Zweifelsfall durch das feuchtnasse Wolkengedöns laufen anstatt uns an der Sonne zu freuen. Also fahren wir weiter.

Es hakelt

Kurz hinter Saarburg ist die Straße gesperrt und wir müssen eine Umleitung nehmen. Über kleine Dörfer und eine fast schon passartige Straße geht es zurück zur Mosel.

Nach dem obligatorischen Tanken in Luxemburg, was wir in Remich erledigen, leuchtet auf einmal eine Warnleuchte mit gelbem Ausrufezeichen. Ups! Das Handbuch erklärt, dass es die allgemeine Warnleuchte ist. Und die bedeutet bei Fiat wohl so ziemlich alles: Irgendwas mit Tank, oder was mit Beleuchtung, gerne auch mit Elektrik. Und außer dem „Werkstatt aufsuchen“-Hinweis gibt es auch keine Lösungsansätze. Na toll! Wir beschließen, dass das gute alte „Have you tried turning it off and on again?“ wohl helfen wird. Und siehe da: nachdem ich an einem Geldautomaten Bargeld besorgt habe, ist beim Neustart auch das Lämpchen erloschen. Geht doch!

Bienvenue

Jetzt aber endlich nach Frankreich! Wir beschließen, dass wir uns mal wieder eine größere Stadt angucken wollen. Und in Nancy waren wir noch nie. Irgendwie ist das ein blöder Ortsname: Ich kann einfach nicht anders, als ihn englisch auszusprechen. Aber das hat die Stadt einfach nicht verdient.

Da sind wir echt durchgefahren…!

An einem großen Einkaufszentrum direkt am Marne-Rhein-Kanal parken wir das MoMo und sind angenehm überrascht: Hier herrschen ja spätsommerliche Temperaturen! Zwar ein manchmal etwas kühler Wind, aber 20° lassen wir uns gerne gefallen.

Jahreszeitenverwirrung

Am Kanal herbstelt es prächtig und die verrostete, graffittibesprühte Brücke ist ein tolles Fotomotiv.

Auf dem Weg in die Stadt fällt uns auf, dass sich der gewöhnliche Nancynese schon auf Winter eingestellt hat. Allenthalben sieht man Mützen, dicke Jacken und sogar Handschuhe! Da kommen wir uns kurzbeärmelt schon etwas komisch vor.

Obwohl wir vom Stadtplan her wissen, dass wir uns schon kurz vor dem absoluten Zentrum befinden, sind die Straßen ungewöhnlich leer. Und auch Geschäfte finden sich weniger als erwartet. Was machen wir falsch?

Vor der Kathedrale von Nancy
Man beachte den Sonnenschirm im Fenster links…!

Jardin Ephémère

Erst am zentralen Punkt der Stadt, dem Place Stanislas, herrscht reges Treiben. Denn immer im Herbst gibt es hier den „Jardin Ephémère“, den vergänglichen Garten. Und das ist eine tolle Sache. Denn rund um die Statue von Stanislas (irgendein oller König) ist ein Garten in Form einer Hand angelegt. Mit vielen kleinen und großen Überraschungen und sehr liebevoll angelegt. Echt ein Hingucker!

In diesem zentralen Bereich wurde vor allem mit Blattgold nicht gespart. Und das sieht in der Oktobersonne natürlich richtig gut aus.

Von hier aus erkunden wir dann noch ein bisschen die Altstadt, wo es sofort wieder 2-3 Tacken ruhiger wird. Wir werden Nancy definitiv als eher ruhige und gechillte Großstadt in Erinnerung behalten.

Wirklich geschäftstüchtig ist das aber nicht…
Man beachte den Kneipennamen!

Endlich wieder französisches Essen

Bevor wir zum MoMo zurückkehren, genießen wir aber noch einen Café am Place de Saint Epvre (kein Tippfehler, der heißt wirklich so!) neben der Basilika und gucken Leute.

Und kaufen in der Boulangerie noch eine Ficelle (ein längliches, gedrehtes Brot mit Belag) und eine Brioche feuilletée, nachdem Annette sich versichert hat, dass das so ähnlich wie ein Kouign Amann aus der Bretagne, nur mit weniger Fett sei. Den gibt es aber erst morgen… Lecker sieht er aber schon mal aus!

Schloss und Fluss und aus

Unser Stellplatz für die Nacht erweist sich mal wieder als Oberkracher. Im Nest Haroue gibt es zum Glück ein Château. Und deshalb vielleicht auch eine etwas breitere Straße am Flüsschen Le Madon. Und einen tollen Platz, um mit dem MoMo direkt am Wasser zu stehen. Sehr, sehr klasse!

Wir gehen durch das Örtchen, checken schon mal den Boulanger für morgen aus und stellen leider fest, dass das Schlossgelände verriegelt ist. Man kann nur von außen gucken. Aber immerhin stilecht mit einer Schwanenfamilie, die vorbildlich in Reih und Glied majestätisch an uns vorbeischwimmt.

Und den schönen Sonnenuntergang gucken wir uns dann durch unsere Panoramafenster an, während wir unser Würste vom Donnersberg aus der Pfalz essen und dazu das Baguette aus Nancy futtern. Einfache Freuden!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Kommentar verfassen