Stadttag in Nancy
11. Oktober 2019

Das Wetter lädt so gar nicht zu der Wanderung ein, die wir uns gestern noch vorge­stellt haben. Denn die Wolken hängen tief und wir würden im Zweifelsfall durch das feucht­nasse Wolken­gedöns laufen anstatt uns an der Sonne zu freuen. Also fahren wir weiter.

Es hakelt

Kurz hinter Saarburg ist die Straße gesperrt und wir müssen eine Umleitung nehmen. Über kleine Dörfer und eine fast schon passartige Straße geht es zurück zur Mosel.

Mosel bei Remich

Nach dem obliga­to­ri­schen Tanken in Luxemburg, was wir in Remich erledigen, leuchtet auf einmal eine Warnleuchte mit gelbem Ausru­fe­zeichen. Ups! Das Handbuch erklärt, dass es die allge­meine Warnleuchte ist. Und die bedeutet bei Fiat wohl so ziemlich alles: Irgendwas mit Tank, oder was mit Beleuchtung, gerne auch mit Elektrik. Und außer dem „Werkstatt aufsuchen“-Hinweis gibt es auch keine Lösungs­an­sätze. Na toll! Wir beschließen, dass das gute alte „Have you tried turning it off and on again?“ wohl helfen wird. Und siehe da: nachdem ich an einem Geldau­to­maten Bargeld besorgt habe, ist beim Neustart auch das Lämpchen erloschen. Geht doch!

Bienvenue

Jetzt aber endlich nach Frank­reich! Wir beschließen, dass wir uns mal wieder eine größere Stadt angucken wollen. Und in Nancy waren wir noch nie. Irgendwie ist das ein blöder Ortsname: Ich kann einfach nicht anders, als ihn englisch auszu­sprechen. Aber das hat die Stadt einfach nicht verdient.

Stadttor Nancy

An einem großen Einkaufs­zentrum direkt am Marne-Rhein-Kanal parken wir das MoMo und sind angenehm überrascht: Hier herrschen ja spätsom­mer­liche Tempe­ra­turen! Zwar ein manchmal etwas kühler Wind, aber 20° lassen wir uns gerne gefallen.

Jahres­zei­ten­ver­wirrung

Am Kanal herbstelt es prächtig und die verrostete, graffit­ti­be­sprühte Brücke ist ein tolles Fotomotiv.

Brücke Nancy
am Kanal Nancy

Auf dem Weg in die Stadt fällt uns auf, dass sich der gewöhn­liche Nancynese schon auf Winter einge­stellt hat. Allent­halben sieht man Mützen, dicke Jacken und sogar Handschuhe! Da kommen wir uns kurzbe­ärmelt schon etwas komisch vor.

Obwohl wir vom Stadtplan her wissen, dass wir uns schon kurz vor dem absoluten Zentrum befinden, sind die Straßen ungewöhnlich leer. Und auch Geschäfte finden sich weniger als erwartet. Was machen wir falsch?

Schlagläden
Kugel nancy
Kathedrale nancy
Man beachte den Sonnen­schirm im linken “Fenster”…
Kathedrale nancy

Jardin Ephémère

Erst am zentralen Punkt der Stadt, dem Place Stanislas, herrscht reges Treiben. Denn immer im Herbst gibt es hier den „Jardin Ephémère“, den vergäng­lichen Garten. Und das ist eine tolle Sache. Denn rund um die Statue von Stanislas (irgendein oller König) ist ein Garten in Form einer Hand angelegt. Mit vielen kleinen und großen Überra­schungen und sehr liebevoll angelegt. Echt ein Hingucker!

Jardin Ephemere
Jardin Ephemere
Jardin Ephemere
Jardin Ephemere
Jardin Ephemere

In diesem zentralen Bereich wurde vor allem mit Blattgold nicht gespart. Und das sieht in der Oktober­sonne natürlich richtig gut aus.

Place Stanislas
Place Stanislas Tor

Von hier aus erkunden wir dann noch ein bisschen die Altstadt, wo es sofort wieder 2–3 Tacken ruhiger wird. Wir werden Nancy definitiv als eher ruhige und gechillte Großstadt in Erinnerung behalten.

Ouvert
Idiotopie
Wirklich geschäfts­tüchtig ist das aber nicht…
Brexit
Man beachte den Kneipen­namen!
Hinterhof Nancy

Endlich wieder franzö­si­sches Essen

Bevor wir zum MoMo zurück­kehren, genießen wir aber noch einen Café am Place de Saint Epvre (kein Tippfehler, der heißt wirklich so!) neben der Basilika und gucken Leute.

Basilika Saint Epvre
Cafe

Und kaufen in der Boulan­gerie noch eine Ficelle (ein längliches, gedrehtes Brot mit Belag) und eine Brioche feuil­letée, nachdem Annette sich versi­chert hat, dass das so ähnlich wie ein Kouign Amann aus der Bretagne, nur mit weniger Fett sei. Den gibt es aber erst morgen… Lecker sieht er aber schon mal aus!

Brioche feuilletee

Schloss und Fluss und aus

Unser Stell­platz für die Nacht erweist sich mal wieder als Oberkracher. Im Nest Haroue gibt es zum Glück ein Château. Und deshalb vielleicht auch eine etwas breitere Straße am Flüsschen Le Madon. Und einen tollen Platz, um mit dem MoMo direkt am Wasser zu stehen. Sehr, sehr klasse!

Haroue Stellplatz

Wir gehen durch das Örtchen, checken schon mal den Boulanger für morgen aus und stellen leider fest, dass das Schloss­ge­lände verriegelt ist. Man kann nur von außen gucken. Aber immerhin stilecht mit einer Schwa­nen­fa­milie, die vorbildlich in Reih und Glied majes­tä­tisch an uns vorbei­schwimmt.

Schwäne Haroue

Und den schönen Sonnen­un­tergang gucken wir uns dann durch unsere Panora­ma­fenster an, während wir unser Würste vom Donnersberg aus der Pfalz essen und dazu das Baguette aus Nancy futtern. Einfache Freuden!

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