etang de la Velle

Juchu Jura

Das war eine ruhige Nacht. Und mit dem Vorteil, dass man am Morgen bei der Boulangerie erst mal lecker Baguette, Croissant und Pain au chocolat kaufen kann. Ein Tag, der so gut beginnt, kann doch gar nicht schlecht werden!

Waldseen mit Überraschung

Denn das Wetter spielt auch mit. Es ist sonnig warm, das Thermometer steigt bis auf 20° – so haben wir uns das vorgestellt!

Auf dem Weg ins Jura wollen wir noch eine Wanderung mitnehmen, die sich sehr lohnend anhört: Entlang der Seenplatte bei Luxeuil-les-Bains soll man praktisch von See zu See spazieren können. Der Wanderparkplatz am Etang de la Velle sieht dann auch mehr als vielversprechend aus. Ein kleiner, verwunschener See in Mitten eines großen Waldgebiets.

Wir machen uns also wanderfertig und brechen voll motiviert mit den Hunden auf. Jedoch, der Weg entlang der schnurgeraden asphaltierten Straße ist jetzt nicht so ganz prall. Wie machen noch den empfohlenen Abstecher zum Etang de Petit Courbey und setzen uns eine Weile an den Rand des Sees und gucken Anglern beim Fischen zu. Das Schild mit dem Angelverbot wird hier großzügig interpretiert.

Aber als wir dort sitzen, wird Gewissheit, was wir bisher eher verdrängt haben: Der Himmel hat sich mehr und mehr zugezogen. Und jetzt fallen die ersten Tropfen auf den See! Hä? Heute war doch als sonniger Tag vorhergesagt? Und vor allem: Was machen wir mit dem weit geöffneten Dachfenster vom MoMo? Klare Sache: Wir waren vom Weg jetzt ohnehin nicht so begeistert, also sehen wir das als buchstäbliches Zeichen des Himmels. Zurück zum MoMo!

Wir umrunden noch pflichtschuldigst unseren kleinen Etang de la Velle und finden ihn nach wie vor herzallerliebst – sicher auch ein toller Übernachtungsplatz! Wir machen es uns mit Kaffee und unserem Brioche von gestern gemütlich im MoMo und können entspannt dabei zugucken, wie ein Regengebiet nach dem anderen über uns hinweg zieht. Gut, dass wir die Wanderung abgebrochen haben!

Abstecher Haute Saône

Nach dem Motto „Regentage sind Fahrtage“ beschließen wir, schon heute bis in den Jura zu fahren. Außerdem soll dort das Wetter auch noch besser sein. Auf dem Weg kaufen wir noch in einem Supermarkt erste Vorräte ein. Unter anderem die Saucissons Montbéliard, die eine besondere Wurstspezialität der Haute Saône sind. Wir lassen uns noch erklären, dass diese erst noch ca. 20 Minuten gekocht werden müssen und Annette hat schon einen Plan, was sie damit am Abend zaubern wird.

Endlich wieder Jura

Als wir schließlich auf den Jura-Fluss Doubs treffen, kriegen wir sofort Heimatgefühle: Hier waren wir schon mal! Denn wenig später durchfahren wir L’Isle-sur-le-Doubs, was wir auf dieser Route anscheinend immer durchqueren müssen. Quasi das Tor in den Jura.

Wir haben uns das Château Belvoir als Stellplatz ausgesucht. Die Bilder vom Ausblick in die Landschaft haben uns sofort verzaubert. Auf dem Weg verfahren wir uns noch ein bisschen und landen in Sancey. Was gar nicht mal so dumm ist, da es hier eine Ver- und Entsorgung gibt. Aber vor allem eine Fruitiere, die von Annette blitzschnell als Käsegeschäft erkannt wird. Nichts wie rein! Und wir werden mit Comtè, Tomme und einem Akazienhonig mehr als fündig. Sehr gut, sehr lecker!

Zimmer mit Aussicht

Als wir das kurze Stück nach Belvoir hinauf fahren wird es noch kurz prickelig. Uns kommt doch tatsächlich in dem engen Dörfchen eine Citroën-Oldtimer-Rallye entgegen! Es geht aber alles gut aus und wir ecken auch in der engen Durchfahrt nirgends an. Und danach wird es einfach nur noch super!

Auf der Zufahrtsstraße zum Château befinden sich nämlich drei ausgewiesene Womostellplätze mit tollem Ausblick. Für so ein Zimmer müsste man normalerweise Aufschlag zahlen – hier kostet es tatsächlich keinen Cent! Da ist dann wieder so ein Moment wo wir unser Hobby absolut lieben…

Auf dem Weg zum Schloss nehmen wir noch eine Madonna mit, die mich ein bisschen an die auf Barra in Schottland erinnert. So Madonnen kriegen echt geniale Aussichten geschenkt!

Und den schön orangeroten Sonnenuntergang gucken wir uns dann vor den Schlossmauern an, da die Öffnungszeiten im Oktober sehr übersichtlich sind – Sonn- und Feiertage. Aber wie es der Zufall will: Morgen ist Sonntag…

Zurück am MoMo kocht Annette noch improvisiert nach Vorschrift unsere leckeren Würste aus Montbéliard mit Kartoffeln und Möhren – lecker!