Vom Atlantik zu den Trollen

Was sich gestern abend ankündigte, ist heute nicht mehr zu überhören und -sehen. Dauerregen prasselt aufs MoMo-Dach und lässt uns im Alkoven noch einmal umdrehen. Hier ist es ja gemütlich!

Aber irgendwann brechen wir dann doch auf und machen uns auf den gleichen Weg wie gestern per Rad. Aber was ein Unterschied! Gut, dass wir das gestern so genossen haben. Heute sieht man von den Bergen im Hinterland schlicht nichts.

Aber pünktlich zur Auffahrt auf den eigentlichen Atlanterhavsvegen (den Teil mit den Brücken) kommt die Sonne ein bisschen raus und der Regen hört auf. Und tatsächlich macht es Spaß, über die Brücken von Inselchen zu Inselchen zu hoppen. Auch wenn die einzige wirklich beeindruckende Brücke die mit dem großen Bogen ist. Und es auf den Parkplätzen wirklich voll ist.

Damit wir wirklich sagen können, dass wir diese Touristenattraktion redlich erkundet haben, machen wir auf dem Festland kehrt und fahren das ganze noch einmal von Ost nach West. Denn Kristiansund wollen wir uns schenken und stattdessen ab jetzt wieder Richtung Süden unterwegs sein.

Unser Plan sieht erneut Molde als Zwischenstopp vor. Denn es soll dort einen Outletshop geben, in dem man selbst bei norwegischem Preisniveau noch Schnäppchen machen kann. Und tatsächlich werden wir dort fündig. Also, zu 95% nur Annette, aber für eine volle Tüte hat es gereicht… Und wenn ich meinem Jacken-Tick nachgegeben hätte, wäre ich auch mit drei neuen Jacken dabei gewesen…

Unser Tagesziel ist die Steilwand Trollveggen südlich von Åndalsnes. Wir wählen aber nicht den kürzesten Weg (den wir zum Teil schon auf dem Hinweg nach Molde gefahren sind), sondern fahren mit der Fähre nach Vestnes (oder „Festnetz“ wie wir der Einfachheit halber sagen). Und haben wieder mal Glück, denn just, als wir vorfahren, beginnt das Boarding.

Die Überfahrt führt uns vom wirklich sonnigen Molde in den Regen von Vestnes. Auf der Fahrt sieht die Regenwand, auf die wir so halb zufahren, wirklich beeindruckend aus!

Es plästert wie aus Kübeln, als wir uns entscheiden müssen, ob wir die schicke neue Brücke über den Tresfjord als Abkürzung nehmen oder die „grüne“ Strecke am Fjordufer entlang nehmen. Da man ohnehin nur Wolken und Regen sehen kann, entscheiden wir uns für die Abkürzung…

Richtung Åndalsnes gibt es dann einige lange Tunnel, so dass die Strecke doch weniger aussichtsreich ist als gedacht.

Dafür ist aber die Landschaft südlich von Åndalsnes auf Anhieb grandios. Mächtig ragen die Trollzinnen vor uns auf und der Fluss Rauma fliesst in einem märchenhaften grünblau neben uns. Auch oder gerade bei diesem Wetter wunderschön!

Bei Häusern heißt es ja: Lage, Lage, Lage. Dann ist unser Campingplatz, den wir uns für Nacht mal wieder gönnen, wirklich eine Top-Location! Direkt am Fuße der Trollveggen-Wand, deren Höhen sich auf fast 1800m erheben – wir sind nahezu auf Meereshöhe! Das verrückte an der Sache: Es fehlt einfach jeder optische Maßstab, wirklich klar zu kriegen, dass wir locker 5 aufeinander gestapelte Eiffeltürme vor uns haben! Und die Berge auf der anderen Talseite sind nicht so viel kleiner…

Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Eiafoss. Zumindest werden einem diese Stromschnellen der Rauma als Foss verkauft. Wirklich tief fällt das Wasser da aber nun wirklich nicht… Sieht trotzdem schön aus!

Vassendenindex

Sommerwetter: 10

Pisswetter: 3

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