Vom Atlantik zu den Trollen
26. Juli 2016

Was sich gestern abend ankün­digte, ist heute nicht mehr zu überhören und ‑sehen. Dauer­regen prasselt aufs MoMo-Dach und lässt uns im Alkoven noch einmal umdrehen. Hier ist es ja gemütlich!

Aber irgendwann brechen wir dann doch auf und machen uns auf den gleichen Weg wie gestern per Rad. Aber was ein Unter­schied! Gut, dass wir das gestern so genossen haben. Heute sieht man von den Bergen im Hinterland schlicht nichts.

Aber pünktlich zur Auffahrt auf den eigent­lichen Atlan­ter­havs­vegen (den Teil mit den Brücken) kommt die Sonne ein bisschen raus und der Regen hört auf. Und tatsächlich macht es Spaß, über die Brücken von Inselchen zu Inselchen zu hoppen. Auch wenn die einzige wirklich beein­dru­ckende Brücke die mit dem großen Bogen ist. Und es auf den Parkplätzen wirklich voll ist.

Damit wir wirklich sagen können, dass wir diese Touris­ten­at­traktion redlich erkundet haben, machen wir auf dem Festland kehrt und fahren das ganze noch einmal von Ost nach West. Denn Kristi­ansund wollen wir uns schenken und statt­dessen ab jetzt wieder Richtung Süden unterwegs sein.

Unser Plan sieht erneut Molde als Zwischen­stopp vor. Denn es soll dort einen Outletshop geben, in dem man selbst bei norwe­gi­schem Preis­niveau noch Schnäppchen machen kann. Und tatsächlich werden wir dort fündig. Also, zu 95% nur Annette, aber für eine volle Tüte hat es gereicht… Und wenn ich meinem Jacken-Tick nachge­geben hätte, wäre ich auch mit drei neuen Jacken dabei gewesen…

Unser Tagesziel ist die Steilwand Troll­veggen südlich von Åndalsnes. Wir wählen aber nicht den kürzesten Weg (den wir zum Teil schon auf dem Hinweg nach Molde gefahren sind), sondern fahren mit der Fähre nach Vestnes (oder “Festnetz” wie wir der Einfachheit halber sagen). Und haben wieder mal Glück, denn just, als wir vorfahren, beginnt das Boarding.

Die Überfahrt führt uns vom wirklich sonnigen Molde in den Regen von Vestnes. Auf der Fahrt sieht die Regenwand, auf die wir so halb zufahren, wirklich beein­dru­ckend aus!

Es plästert wie aus Kübeln, als wir uns entscheiden müssen, ob wir die schicke neue Brücke über den Tresfjord als Abkürzung nehmen oder die “grüne” Strecke am Fjordufer entlang nehmen. Da man ohnehin nur Wolken und Regen sehen kann, entscheiden wir uns für die Abkürzung…

Richtung Åndalsnes gibt es dann einige lange Tunnel, so dass die Strecke doch weniger aussichts­reich ist als gedacht.

Dafür ist aber die Landschaft südlich von Åndalsnes auf Anhieb grandios. Mächtig ragen die Troll­zinnen vor uns auf und der Fluss Rauma fliesst in einem märchen­haften grünblau neben uns. Auch oder gerade bei diesem Wetter wunder­schön!

Bei Häusern heißt es ja: Lage, Lage, Lage. Dann ist unser Camping­platz, den wir uns für Nacht mal wieder gönnen, wirklich eine Top-Location! Direkt am Fuße der Troll­veggen-Wand, deren Höhen sich auf fast 1800m erheben — wir sind nahezu auf Meereshöhe! Das verrückte an der Sache: Es fehlt einfach jeder optische Maßstab, wirklich klar zu kriegen, dass wir locker 5 aufein­ander gesta­pelte Eiffel­türme vor uns haben! Und die Berge auf der anderen Talseite sind nicht so viel kleiner…

Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Eiafoss. Zumindest werden einem diese Strom­schnellen der Rauma als Foss verkauft. Wirklich tief fällt das Wasser da aber nun wirklich nicht… Sieht trotzdem schön aus!

Vassen­den­index

Sommer­wetter: 10

Pisswetter: 3

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