Lulu im Regen

Das nenne ich doch jetzt mal Abschiedswetter. Nämlich so ungemütlich, dass es einem so gar nicht schwer fällt, nach Hause zu fahren. Es ist grau und regnerisch und alles riecht schon schwer nach November und feuchter Kälte. Da brechen wir gerne auf!

Wir haben beschlossen, wieder in „kleinen“ Häppchen nach Hause zu fahren. Erste Station soll Ludwigslust mit seinem an Versailles erinnernden Schloss und dem großen Schlosspark sein. Kann man sich ja auch bei nicht ganz so schönem Wetter angucken.

Der Weg dorthin ist aber mühsam. Fast alles Landstraße und auch die ist nicht ohne, weil die reichlich engen DDR-Alleen den reinen Nervenkitzel bieten: Touchieren wir jetzt den entgegenkommenden LKW oder den leicht in die Fahrbahn zu ragen scheinenden Baum? Geht natürlich immer glatt, aber entspannt ist anders. Wir sind froh, als wir in Ludwigslust ankommen.

Die Straße, die einen in LuLu (wie es hier heißt) dann aber zum Schloss führt, ist genau das Gegenteil: Für so einen überschaubaren Ort gleich drei Hausnummern zu breit und leider mehr kahl als repräsentativ wirkend. Wir parken das MoMo am Straßenrand und sind guten Willens, ein paar Schritte zu laufen. Aber zum Regen hat sich jetzt auch noch ein kräftiger Wind gesellt. Ungemütlich!

Wir retten uns in die Alte Feuerwache, wo es erst mal einen Mittagssnack gibt und Annette nicht nur für sich sondern auch für das Restaurant die Glühweinsaison einläutet.

Der Schlosspark kann es dann in Größe und Weitläufigkeit dann durchaus mit Versailles aufnehmen, aber was die Pflege und Üppigkeit der Bepflanzung angeht, ist die französische Konkurrenz dann doch noch ein paar Lichtjahre weiter vorn. Uns gefällt aber vor allem der uralte Baumbestand ausgesprochen gut.

Die weitere Fahrt führt uns dann von den neuen zurück in die alten Bundesländer. Und bei der Grenzüberquerung auf der Elbbrücke bei Dömitz sieht die Elbe aus wie aufgepeitschtes Meer und die rot-weißen Windsäcke an der Brücke stehen stramm waagerecht in der Luft. Sturm!

Ziel unserer heutigen Etappe ist Winsen an der Aller am Rande der Südheide. Zum Abschluss der Fahrt wollen wir uns noch mal einen Campingplatz gönnen und mal wieder im Jann-Hinsch-Hof essen gehen.

Am Ende sind wir nur so mittelbegeistert von unserer Idee. Der Campingplatz hat zwar noch geöffnet, wirkt aber schon wie im Winterschlaf und bei dem feucht-stürmischen Wetter schon dreimal nicht einladend.

Und das Essen im Jann-Hinsch-Hof hatten wir deutlich leckerer (und auch sättigender) in Erinnerung, als das, was wir heute bekommen haben. Übersichtliche Portionen zu sportlichen Preisen und eine Küche, der man die Ambition ansieht, aber sie leider nicht in vollem Umfang schmeckt. Und der Service durch die zwei jungen Herren war sympathisch-tollpatschig und passte dann auch ins Bild. Da möchte jemand sehr gerne mehr sein, als er ist. Für uns leider, leider kein Grund zum Wiederkommen.

Aber da wir ansonsten auf unserer Reise so viel Glück mit Essen, Unterkunft und Wetter hatten, können wir an diesem Tag sehr entspannt damit umgehen. Auch nach Nordostdeutschland werden wir mit Sicherheit noch mal zurückkehren!

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