Wandertag
10. Oktober 2018

Wie bringt man möglichst viele Leute gegen sich auf? Ganz einfach: Morgens um 7 mit der Motor­sense Rasen schneiden. Auf die Idee muss man erst mal kommen! Herzlichen Dank, Gemein­de­ver­waltung, die ihre Gärtner so früh auf die Gäste loslässt…

Ansonsten können wir aber nicht meckern. Immer noch Goldener Oktober. Und da es uns ansonsten gut hier gefällt, verlängern wir und bleiben noch eine Nacht. Denn für heute haben wir uns gleich zwei Wande­rungen ausge­guckt. Einmal Wald und Steil­küste und einmal in die Auen von Langbal­ligau.

Buchen sollst du suchen

Die Steil­küste ist hier zwar nicht so steil wie in Nimis, aber ein bisschen hinauf müssen wir doch, um dann von oben auf die Förde zu gucken.

Nachdem wir ein paar sehr hübsche Häuser (mal mit, mal ohne Reet) passiert haben, geht es in einen luftigen Buchenwald oberhalb des Kliffs. Eine tolle Licht­stimmung herrscht hier! Und Pilze gibt es in Massen — wenn wir jetzt bloß wüssten, ob die essbar sind!

Die Aussicht auf das offene Wasser und die gegen­über­lie­gende dänische Küste haben schon was.

Und auch am Meer kann man anschließend gemütlich in der Sonne entlang­schlendern.

Was uns besonders gefällt, sind die endlos langen Baumstämme, die sich in den Himmel strecken, aber immer noch genügend Licht durchs Laub. lassen — hat sehr was von einer natür­lichen Kathe­drale, wo alles noch oben strebt.

Pause bei Odin

Wir belohnen uns für diese erste Wanderung mit einem Mittags­fisch­brötchen beim Odinfi­scher.

Und es ist gut besucht! Wir finden aber ein Plätzchen an einem der großen Banktische und kommen anschließend nett mit den Tisch­nachbarn ins Gespräch.

Eine ältere Dame erzählt, dass ihr Mann noch am Fisch­stand Kliesche kaufen würde. Auf unseren verständ­nis­losen Blick hin klärt sie uns auf, dass dies eine Schol­lenart sei, die sich aber einfacher zubereiten und vor allem essen lasse. Kurzent­schlossen kaufen wir uns die letzten verblie­benen 4 Fische für lumpige 4€ und planen sie fürs Abend­essen ein.

Au ja!

Nach kurzer Kaffee- und Erhol­pause brechen wir am frühen Nachmittag wieder auf. Diesmal entfernen wir uns vom Meer und gehen landein­wärts in die Auen, die dem Ort seinen Namen gegeben haben.

Und vieles erinnert uns an heimat­liche Spazier­gänge durchs Bergische. Dass wir hier an der Küste so viel Wälder und hügeliges Auf und Ab antreffen würden, hätten wir vorher nicht gedacht. Gefällt uns aber ausge­sprochen gut!

Fast noch besser gefällt uns dann das Museumsdorf Unewatt. Richtig schön hier. Landidylle pur!

Und im Landhaus Unewatt stärken wir uns dann erst mal mit Kuchen, damit wir auf dem Rückweg nicht vom Fleisch fallen.

Noch’n Sonnen­un­tergang

Als wir am MoMo ankommen, ist es schon kurz vor Sonnen­un­tergang. Ich packe Kamera, Stativ und meine neu erwor­benen Filter ein und stiefele los. Nach den letzten beiden Sonnen­un­ter­gängen ist die Erwar­tungs­haltung natürlich groß. Aber zunächst deutet nichts darauf hin, dass es wieder so spekta­kulär wird. Es ist diesig und die Sonne verschwindet eher unspek­ta­kulär in einem Wolkenfeld. Na super… Alles, was ich trotzdem an Aufnahmen versuche, wird eher so meh.

Aber mit ein bisschen Geduld werde ich schließlich doch noch belohnt. Denn auch heute erweist sich das ganze als Spätzünder, der erst recht spät das heute mal orangene Feuerwerk am Himmel zündet.

Und als dann noch die Krähen ihr allabend­liches Spektakel aufführen und sich in Scharen in die Lüfte schwingen, bin ich mir sicher: Das Warten hat sich gelohnt!

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