Ich habe ein wenig darauf spekuliert, dass das Fotoglück mir hold bleibt. Aber das bestellte Lichtspektakel oder mystischer Nebel über dem Fluss zum Sonnenaufgang bleiben leider aus. Stattdessen ist es eher trüb. Schade, denn die Herde Hirsche ist uns am Morgen sogar noch näher als gestern. Ich packe mir das Supertele und mache mich auf Fotopirsch.

Braemar Valley morgens
Braemar Valley morgens

Da Capo II

Auch heute machen wir uns erneut auf die Runde, die wir am Vortag schon gestartet haben. Man merkt, dass es Wochenende ist. Der Parkplatz hat sich stärker gefüllt, als wir erwartet hätten. Aber diese „Menge“ verläuft sich besser als von uns befürchtet.

Kreativmobil
Geniale Idee: Heckgarage, Veranda und Chillecke in einem!
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II

Picnic Lodge

Zu unserer Überraschung ist die Picnic Lodge heute geöffnet. Wir lernen, dass sie im Jahr 2023 noch eine mittlere Ruine war und seitdem aber prächtig instand gesetzt wurde.

Es war wohl wirklich eine der Lieblingsregionen von Queen Victoria. Sie hat Linn of Quoich wohl 70-mal in ihren Tagebüchern erwähnt. Da haben wir ja noch ein bisschen Luft nach oben…

Lin of Quoich II
Lin of Quoich II

Quoich Canyon

Auch heute starten wir unsere Spazierwanderung an der Punch Bowl. Wir wählen aber den Weg im Uhrzeigersinn, der uns über die Brücke führt und recht schnell oberhalb des Canyons entlangführt.

Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II

Das Gute am Herbst: Selbst an einem eher bedeckten Tag wie heute leuchten die Farben. Etwas gedeckt, aber gleichwohl gibt es genügend Farbflecken, dass das Herz gar nicht trübselig werden kann. Man hat den Eindruck, dass sogar die Hunde diesen Anblick studieren und genießen.

Lin of Quoich II
Lin of Quoich II
Lin of Quoich II

Ein letzter Blick

Etwas widerstrebend räumen wir im Mannimobil auf, um loszufahren. Denn gerne verlassen wir die Wunderwelt der herbstlichen Cairngorms nicht. Aber da in zwei Tagen die Fähre in Newcastle ablegt, müssen wir uns nun verabschieden.

Auf der Strecke nehmen wir noch einmal ganz intensiv die Kombination der Farben, Felsen und Pflanzen wahr.

Beim Blick über das Tal sehen wir noch einmal unsere Hirschherde, unseren Parkplatz und unseren Fluss. Hach!

Braemar

Highland-Games-Dorf

Unser Weg führt uns wieder durch Braemar, das wir bei der Anfahrt nur durchquert haben. Aber wir möchten uns noch etwas Zeit für das Dorf nehmen, in dem jährlich die berühmten Highland Games stattfinden.

Der Parkplatz befindet sich direkt auf dem Gelände der Highland Games, sodass wir gar nicht umhinkommen, das im Oktober verwaiste Areal zu besuchen. Auch hier ist alles in diesem hellen Königs-Grün gestrichen. Annette gefällt es sehr, während ich nicht gänzlich überzeugt bin.

Braemar
Braemar

Deliziöse Patisserie

Da wir von der Wanderung ein kleines Hüngerchen mitgebracht haben, möchten wir etwas dagegen tun. Ich habe die Patisserie „Hazelnut“, kurz vor dem Parkplatz ausgekundschaftet. Die Bilder online sehen mehr als vielversprechend aus.

Braemar

In der Realität können wir dann auch frohlocken. Denn die süßen Köstlichkeiten sehen nicht nur so aus wie in Frankreich, sie schmecken auch so gut wie beste französische Handwerkskunst.

Wir hätten auch keine Sekunde später kommen dürfen, denn Annette bekommt gerade noch die letzte Tarte Citron. Aber auch die anderen Leckereien sind kurz vor ausverkauft. Der Laden läuft!

Braemar

Wir genießen jeden Bissen und notieren uns in Gedanken schon mal, dass der Besuch hier im kommenden Jahr ein Pflichttermin sein wird. Umso schrecklicher dann die Erkenntnis, dass unser erster Besuch dort leider auch der letzte sein wird. In der kommenden Woche schließt die Patisserie bedauerlicherweise für immer. Ein Jammer!

Favoritendorf

Da wir von Ballater (bis auf den Fish Shop) doch sehr enttäuscht waren, haben wir keine großen Erwartungen, was Braemar angeht. Wir werden aber angenehm überrascht.

Statt eines Ortes für den Massentourismus finden wir ein charmantes Dorf vor, das seinen netten Charakter bewahrt hat. Inklusive Strick-Guerilla!

Braemar
Braemar
Braemar
Braemar

Die alte Militärstraße

Ungünstigerweise holt uns so langsam doch die Realität ein. Wir können nicht so gemütlich bummeln, wie es eigentlich unsere Art ist. Denn auf unserem Weg in Richtung Fähre wollen wir heute noch ein Stückchen vorankommen. Und das bedeutet heute den Abschied von den Cairngorms. Es war eine Woche wie ein Rausch. So intensiv wie hier haben wir den Herbst bisher allenfalls im Indian Summer in Kanada und den USA mit allen Sinnen gefühlt.

Der Weg von Braemar in den gar nicht mal so sonnigen Süden führt über die alte Militärstraße. Es ist eine dieser schottischen Strecken, auf denen man sich in seinem Fahrzeug unbedeutend fühlt. Die Natur hat hier die Hosen an und gibt den Takt vor.

Old Military Road Braemar
Old Military Road Braemar

Und selbstverständlich ist es wieder eine etwas abenteuerliche Streckenführung. Aber 12 % Gefälle schrecken uns nach den nördlichen Cairngorms oder den 25 % auf der B869 nicht mehr so wirklich. Kribbelig bleiben sie aber schon.

Old Military Road Braemar
Old Military Road Braemar

Übernachten auf der Landebahn

Unser Ziel liegt in der Nähe von Kirriemuir, weshalb wir bald auf die B951 abbiegen. Es ist wieder eine dieser kleineren schottischen Backroads, die wenig befahren sind, einen aber durch wunderbare Landschaften führen.

Es wird dann ein kleines Rennen gegen die Zeit, ob wir noch bei einem bisschen Restlicht ankommen werden. Am Ende ist es nahezu eine Punktlandung.

Auf der Knocknahushoch Farm werden wir sofort freundlich empfangen und von unserem Host Gail eingewiesen. Sie hat allerdings einen etwas starken Akzent. Was wir verstehen: Am Gebäude bitte vorbeifahren und dann links halten. Wir könnten dann überall links vom Pool stehen. Bitte nicht woanders, denn die Wiese sei gleichzeitig eine Landebahn für Flugzeuge! Ansonsten könnten wir die 10 Pfund Stellplatzgebühr einfach in die Honesty-Box stecken, falls morgen niemand vor Ort sei.

Kann ja so schwer nicht sein.

Wir fahren also am Gebäude vorbei und suchen nach einem Pool. Vor uns aber lediglich ein Acker und eine große Rasenfläche. Wir haben beide große Fragezeichen im Gesicht. So lange, bis bei mir der Groschen fällt, als ich in der Dämmerung einen Mast entdecke. Pole, nicht Pool!

Wir parken also auf einer wirklich lächerlich großen Fläche das MoMo und hoffen, dass wir alles richtig gemacht haben und uns nicht morgen früh ein Flugzeug den Alkoven abrasiert.

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