Ende einer Traumreise

19. Oktober 2025

Aberdour

Ende einer Traumreise

19. Oktober 2025

Aberdour

Ende einer Traumreise

19. Oktober 2025

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Auf der Liste mit den ungewöhnlichsten Übernachtungsplätzen ist eine noch aktive Start- und Landebahn für Flugzeuge sicherlich weit oben angesiedelt.

Leider (?) erleben wir kein Flugzeug, das die Bahn auch benutzt. Stattdessen ist sie eine riesige Spielwiese für die Hunde.

Wir genießen den Stellplatz mit der vermutlich größten Fläche, die wir bisher als Wohnmobilisten nutzen durften. Und fast noch mehr, dass es hier eine perfekt organisierte, funktionierende und beschriftete Ver- und Entsorgung gibt. Man fragt sich ja immer, warum manche Privatanbieter so etwas besser hinbekommen als teuer bezahlte Campingplätze. Dieser Platz ist für seine 10 Pfund wirklich ein absoluter No-Brainer.

Stellplatz Kirriemuir

Busy down south

Als wir losfahren, spinnt mal wieder unser Autoradio von Zenec. Es will partout keine Verbindung mit dem Handy herstellen. Blöd, wenn man darüber die Navigation laufen lassen möchte. Wir bleiben also mit Warnblinkern auf der wenig befahrenen Straße stehen, um unser Problem zu lösen.

Und prompt haben wir mal wieder ein echt schottisches Erlebnis. Der erste Pkw, der an uns vorbeifahren muss, hält neben uns an. Wo wir in Deutschland eher ein passiv-aggressives Kopfschütteln oder einen Mittelfinger erwarten würden, ist das in Schottland so: Es wird von einem älteren Ehepaar gefragt, ob wir Probleme hätten und wie man helfen könne!

Können sie bei unseren Technikproblemen nicht, aber sie geben uns das wohlig warme Gefühl, dass man sich um den anderen kümmert und ihn nicht per se für einen Vollidioten hält. Und das Navi funktioniert dann auch später wieder.

Auf unserem weiteren Weg in den Süden bin ich erst mal mental gefordert. So viel Verkehr, so viele Autos, so viele Ampeln haben wir jetzt seit Wochen nicht gesehen.

Wir kehren in die Zivilisation zurück. Widerwillig. Aber es hilft ja nichts.

Planänderung

Unser Zwischenstopp nach einer guten Stunde soll in Aberdour sein.

Allerdings stellen wir fest, dass unsere Tagesplanung mal wieder zu optimistisch war. Wenn wir unsere geplante Castle-Besichtigung, eine Essenspause und einen Hundespaziergang hier machen möchten, würde es abends wieder eine Stellplatzsuche in der Dämmerung geben. Darauf können wir beide verzichten. Vor allem, weil es hier in Aberdour einen Stellplatz am Strand gibt.

Aberdour
Wild Swimming geht wohl immer – wir hatten aber lieber warme Klamotten an

Dann lieber einfach hier bleiben, noch mal Meeresrauschen genießen und morgen ein Stündchen länger bis zur Fähre fahren. Die Strecke nach Newcastle ist von hier aus locker machbar.

Wenn wir eines können, dann ist es das spontane Ändern eines Plans!

Aberdour Castle

Wir machen uns auf den Weg zum Aberdour Castle, was in unserer Historic-Scotland-Membership inklusive ist. Dort gibt es neben dem Castle auch die Gärten und die St. Fillans Church zu sehen.

Aberdour

Dafür, dass wir uns schwer in Richtung November bewegen, blüht noch einiges in den Gärten, die offensichtlich gut gepflegt werden. Es gibt sogar ein Open Glasshouse, wo Ableger gezüchtet werden.

Aberdour
Aberdour
Aberdour

St. Fillans Church

Die Dame an der Kasse empfiehlt uns, als erstes die St. Fillans Church zu besuchen. Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert sei ein echtes Highlight. Wobei ihr Tipp insofern merkwürdig ist, als die Kirche für alle zugänglich ist und auch länger als das Castle geöffnet hat. Hätten wir uns ebenso gut auch nach der Besichtigung anschauen können.

Das Gelände ist dann mit uralten Grabsteinen durchsetzt, die teilweise so schief stehen, dass Warnschilder darauf hinweisen, dass die Dinger auch mal umkippen könnten.

Aberdour
Aberdour
Aberdour

Auch diese Kirche war Drehort von Highlander. So langsam glaube ich ja, dass wir die Serie auch mal sehen müssen, damit wir beim Zuschauen schwärmen können „Weisste noch?“

Leider keine Tauben

Wir besichtigen die Ruine, welche aber nicht so spektakulär ist, wie andere, die wir schon besucht haben. Auch die Räume im intakten Teil des Gebäudes reißen uns nicht wirklich vom Hocker.

Aberdour
Aberdour
Aberdour
Aberdour

Die größte Enttäuschung ist für mich dann allerdings der geschlossene Taubenturm. Für die Dinger habe ich ja seit Dirleton Castle eine Schwäche. Doppelt ärgerlich: Die Historic-Scotland-App fordert einen dauernd auf, die App zu aktualisieren, damit man auch korrekte Daten angezeigt bekommt. Und was steht dort? „All areas open including dovecot“ Hmpf. Denn im Taubenturm steht sicher nicht erst seit gestern ein Gerüst für eine anscheinend langwierige Restauration.

Aberdour

Schottlandwetter

Wir kehren im leichten Regen zum Mannimobil zurück. Dazu ein leichter, aber eisiger Wind. Wir stellen fest, was wir in den vergangenen sieben Wochen für ein unfassbares Glück mit dem Wetter gehabt haben.

Eingestellt waren wir auf genau solches Wetter, bei dem wir uns auch mal gerne im molligen Wohnmobil einnisten wollten. Aber abgesehen von Sturm Amy und ein paar vereinzelten Regentagen hatten wir überwiegend trockenes, oft sogar freundliches Wetter. Was ein Geschenk das war, merken wir heute. Mehrere Wochen von diesem Wetter gehen sicher ans Gemüt.

Aberdour

Und Schluss

Für uns ist es aber heute ebenfalls ein Geschenk. Wir können uns heute für den Rest des Tages ins MoMo kuscheln und müssen nur für eine Gassirunde mit den Hunden noch einmal raus.

Vor allem aber ist es auch das passende Wetter, um den Reisebericht zu einem Abschluss zu bringen. Denn für morgen stehen nur noch die letzten Kilometer nach Newcastle auf dem Programm. Und die Fährüberfahrt nach Holland ist für uns und die Blogleser mittlerweile ja auch schon business as usual.

Wir schließen also das Kapitel „Schottland im Herbst“ und freuen uns jetzt schon auf die Wiederkehr im folgenden Jahr. Wir haben noch lange nicht genug!

6 Kommentare

  1. Ach wie schade, dass eure Reise schon wieder vorbei ist. Mir werden deine täglichen Berichte und die tollen Fotos sehr fehlen, haben sie doch gleichermaßen schöne Erinnerungen geweckt, wie auch neue Flöhe ins Ohr gesetzt. Ab jetzt werde ich meinem Göttergatten in den Ohren liegen, dass wir Schottland unbedingt auch mal im Herbst bereisen müssen.
    Euch wünsche ich eine gute und sichere Heimreise und viel Spaß beim Planen eures nächsten Abenteuers.
    Liebe Grüße
    Claudia

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  2. Danke fürs teilhaben lassen 😊

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  3. Gute Heimfahrt euch beiden und den Hundis.
    Und vielen Dank für die täglichen wundervollen Berichte und Fotos.
    Lieben Grüße aus Meck-Pom
    Tibor und Ulrike

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  4. Danke für die guten Wünsche.

    Wir sind gut wieder im Alltag angekommen und müssen uns jetzt darum kümmern, alles zu erledigen, was in sieben Wochen liegen geblieben ist. 🙂

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  5. Beeindruckende Reise mit tollen Fotos, die bei uns das Verlangen geweckt hat dieses Jahr Schottland zu besuchen. Linksverkehr und die berüchtigten Midgets haben uns bisher abgeschreckt, aber da wir alles um uns herum ziemlich abgegrast haben (insbesondere unser Lieblingsland Frankreich kennen wir bald besser als unsere Heimat), muss jetzt doch mal was neues her. Wir schwanken allerdings noch ob eher Früh- oder eher Spätsommer…

    Gruß Kai

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    • Hallo Kai,

      was die Midges angeht ist das dann gehupft wie gesprungen. 🙂 Es ist jetzt aber auch nicht so, dass man dauernd von ihnen geplagt wird. Aber wenn es windstill wird, sind die Dinger echt die Pest.

      Falls ihr auf die Hebriden fahren wollt, würde ich den Frühsommer empfehlen, da dort dann die Machair blüht. Wir haben Mitte Mai nur den Anfang der Blüte auf diesen Dünenwiesen mitbekommen und das so schon sehr schick aus.

      Liebe Grüße
      Micha

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