Küsten­traum

30. Juli 2021

Unser Tag-Nacht-Rhythmus ist wirklich im Eimer. Ich musste mich um halb zwei Uhr nachts wirklich zwingen, ins Bett zu gehen, weil ich a) nicht müde wurde und b) der sanft leuch­tende Himmel so schön war. Wer will denn da schon schlafen?

Morgens sehen wir dann zwar die angekün­digten Wolken am Himmel, es ist aber immer noch freund­lich. Vor allem aber hat der Wind nachge­lassen, sodass ich nach langer Zeit mal wieder die Drohne steigen lassen kann. Bis jetzt ging das oft wegen Flugverbot, Regens oder Wind nicht. Oder ich habe einfach vergessen, dass ich so einen fliegenden Fotoap­parat habe. Jetzt aber!

Hov Gård
Hov Gård
Hov Gård
Hov Gård
Hov Gård
Hov Gård

Vor der Abfahrt wollen wir noch einmal ver- und entsorgen, aber: oh Schreck! Sowohl Grauwasser als auch Toilet­ten­ent­sor­gung sind übervoll und sollen nicht mehr benutzt werden. Gut, dass wir unsere Zweit­kas­sette in petto haben.

Elli
Hov Gård

Beglü­ckender Bonus

Ab heute beginnt gefühlt unsere Rückreise. Wir haben jetzt so viel schöne Erleb­nisse im Gepäck und mit unserem Ruheort Hov Gård einen sicheren Anwärter auf die Großen 12 im Sack, dass wir nicht mehr das Gefühl haben, immer weiter­zu­müssen, weil wir noch etwas verpassen. Die ganzen Lofoten kann man in den paar Tagen eh nicht abfrüh­stü­cken (zumin­dest nicht in unserem Tempo), also können wir einfach festhalten, dass wir sicher noch einmal wieder­kommen werden, wo wir dann einen weiteren Schwung toller Sehens­wür­dig­keiten erleben werden. Das sind doch mal Aussichten!

Entspre­chend langsam gehen wir den Tag heute an. Im Zeitlu­pen­tempo fahren wir zurück zur E10 und genießen, dass das auf dieser Neben­strecke niemanden stört. Aber etwas schneller als der Randra­sen­mäher sind wir dann doch.

Lofoten
Lofoten
Lofoten
Lofoten

Krasse Küste

Die E10 verlassen wir bei der ersten Gelegen­heit wieder und biegen auf die Küsten­straße 815 ab. Was eine gute Entschei­dung! Wir wissen ja nicht, was wir auf der E10 jetzt für spekta­ku­läre Landschaften verpassen. Aber viel doller als unsere Strecken­füh­rung mit Blick auf die Gebirgs­kette vor Hennings­vaer kann das jetzt auch nicht sein. Man möchte an jeder Ecke anhalten!

Lofoten

An einem Strand bei Valberg ist es dann um uns geschehen: Hier muss man einfach stehen bleiben! Während ich verant­wort­lich dafür bin das Große und Ganze zu fotogra­fieren, findet Annette die kleinen Dinge: am Strand liegen hier wirklich filigranste Koral­len­stück­chen, von denen ein paar ins MoMo wandern.

Lofoten
Lofoten
Lofoten

Kleiner, aber größer

Was ist besser als eine kleine Küsten­straße? Eine noch kleinere. Zumin­dest nach der Einstu­fung in unserem Atlas, wo aus der „gelben“ Straße eine „weiße“ wird. Wir verlassen also die 815 in Richtung Stamsund, wo wir uns moralisch schon mal auf Schot­ter­piste vorbereiten. 

Statt­dessen finden wir mit Stamsund einen richtigen Ferienort mit Hurtig­ruten-Hafen und Skizen­trum(!) vor. Gibt’s das eigent­lich sonst noch irgendwo auf der Welt? Wir entscheiden uns für eine Fika oberhalb des Sport­ha­fens und genießen den letzten Ausblick auf die Bergkette vor Henningsvaer.

Lofoten
Lofoten

Die von uns erwar­tete Schot­ter­piste ist dann eine frisch asphal­tierte Luxus­strecke zurück zur 815. Ein lohnender Schlenker, den wir da einge­baut haben.

Graffitti

Aussichten im Minutentakt

Nachdem wir vor Leknes auf die E10 zurück­ge­kehrt sind, gibt es keine Alter­na­tiven mehr zur Lebens­ader der Lofoten. Aber abgesehen vom spürbar stärkeren Verkehr ist das aussichts­mäßig immer noch Champions League. Nur halt nicht mehr so entspannt.

Lofoten
Lofoten

Annette erledigt ihren Job, während der Fahrt die Fotos zu schießen, die ich am Steuer nicht machen kann, mit Bravour. Das Handy läuft heiß!

Lofoten

Und das, obwohl wir dem Wetter jetzt dabei zugucken können, wie es sich verschlech­tert. Es wird deutlich windiger und immer dickere Bewöl­kung zieht auf. Die Sonne kommt nur noch zaghaft durch. Aber auch das hat seinen Reiz – auf einmal wirkt jeder Gipfel noch mal so mächtig und doppelt majes­tä­tisch. Wenn man ihn denn durch die Wolken noch sehen kann.

Surfer-Dudes

Am Strand von Flakstad halten wir am Parkplatz, damit wir den Mengen an Surfern zugucken können, die dort bei ordent­li­chen Wellen ihrem Handwerk nachgehen. 

Annette mit Hunden

Es stellt sich aber schnell heraus, dass da wohl keine Könner dabei sind, sondern dass wir einem Surfkurs dabei zugucken, wie man erste Erfah­rungen im Wasser sammelt. Man sieht eigent­lich nur einen Haufen schwarzer Männchen, die ein buntes Brett besteigen wollen, aber öfter daran schei­tern als, dass sie darauf stehen. 

Lofoten

Aber wenn man sich die Hinter­grund­ku­lisse anguckt, kann man auch hier nur sagen: es gibt deutlich schlech­tere Orte, um das Surfen zu lernen…

Der No-No-Camping­platz

Von Klaus aus dem Womoforum kam der Tipp, den Camping­platz in Fredvang nicht auszu­lassen. Die Bilder sehen vielver­spre­chend aus – wir mögen ja diese großen Plätze am Meer, wo sich jeder den Platz aussu­chen darf, wo er am liebsten sein möchte.

Lofoten

Von der Location her also alles tutti. Was aller­dings sehr gewöh­nungs­be­dürftig ist, ist die Betrei­berin. Sie ist nicht per se unfreund­lich, aber zum Lachen gräbt die wohl selbst im Keller noch ein Loch. Und anschei­nend ist hier alles sehr regle­men­tiert. Wo andern­orts ein „stellt euch irgendwo hin und zahlt später“-Schild hängt, ist es hier das Gegen­teil. Man solle bloß nicht auf den Gedanken kommen, die heiligen Hallen zu betreten, bevor man nicht in der Rezep­tion war. Und vor allem: dort bezahlt hat. 

Da wir keinen Strom benötigen (und bezahlen), wird mir einge­schärft, dass ich dann nur den rechten Bereich des Platzes benutzen dürfte. Auf keinen Fall dürfte ich links stehen. Die Plätze seien für Gäste vorge­sehen, die Strom brauchen. Was ja an sich kein Problem für mich ist. Aber wenn man sieht, wie sich zwei Handvoll Fahrzeuge auf dem großen Gelände verlieren, kommt einem diese Regel schon reich­lich dämlich vor…

Fredvang Camping

Wenn man sich dann noch vorstellt, dass quasi alle weiteren Dienst­leis­tungen (z.B. Strom in der Küche!) auch noch extra bezahlt werden sollen, könnte es also an vielleicht auch an den nicht sehr service­ori­en­tierten Betrei­bern liegen, dass der Platz in der Hochsaison so schlecht besucht ist. Eine Recherche im Internet ergibt: andere sehen das ähnlich…

Fredvang Camping

Trotzdem schön

Auch wenn es sich stark bewölkt hat, der Wind am MoMo rüttelt und das Wetter nicht sehr zu Wande­rungen einlädt: Auf eine Weise gefällt uns das dann auch. Und vor allem: Es macht den bevor­ste­henden Abschied von den Lofoten dann auch erträglicher.

Fredvang Camping

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Der wilde Westen von Mull

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1 Kommentar

  1. Hey…danke für eure Infor­ma­tion Camping Platz
    den lassen wir dann aus 👍🤣
    Euch noch eine gute Fahrt
    Bleibt gesund
    Dank auch für die tollen Bilder 🙏👌
    Hov ..werden wir im September besuchen..😊Restaurant auch..
    Gruß
    Werner und Annegret

    Antworten

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