Rund ums Dovrefjell
21. Juli 2016

Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von unserem Stell­platz der letzten zwei Tage im Rondane. Und das heißt: Über die enge Serpen­ti­nen­straße wieder zurück ins Tal. Und obwohl ich mir mit Motor- und normaler Bremse alle Mühe gebe, kommt vom Beifah­rersitz regel­mäßig ein “Nicht so schnell!” — “Ich fahre 40…” — “Noch langsamer!” — “Ist 30 jetzt gut?” — “Oh Gott, ich mache die Augen zu!” Im Rückspiegel sehe ich wieder den Linienbus ankommen und nutze eine Ausweich­stelle, um ihn vorbei zu lassen. Hat ja auf dem Hinweg auch gut geklappt, einfach hinter dem Dicken herzu­fahren. Aber auch jetzt: “So schnell wie der fährst du aber bitte nicht!” — “Hmpf…” Irgendwie sind wir dann doch unten angekommen und Annette kann aufatmen.

Denn auf der E6 lässt es sich trefflich fahren. Durch das weite Gudbrandstal cruisen wir Richtung Dovrefjell-Natio­nalpark. Was für eine tolle Strecke sich uns da bietet! Insbe­sondere das Stück hinter Dombås ist urig und da wir mit dem Wetter weiterhin Glück haben (im Tal zeigte das Thermo­meter stolze 24° an!) kriegen wir Landschaftskino vom aller­feinsten geboten.

In Hjerkinn machen wir dann Station. Es geht hinauf zum Snøhetta-Viewpoint. Und nach einem nicht schweren, aber steilen Anstieg bietet sich uns ein präch­tiges Panorama: Der Dovrefjell-Natio­nalpark. Weswegen aber die meisten auch hier hoch kommen: Man kann von hier aus die Rentier- und vor allem Moschus­och­sen­herden des Parks beobachten. Zu diesem Zweck gibt es eine sehr schön gebaute Beobach­tungs­station, wo eine Rangerin den Besuchern per Fernglas zeigt, wo gerade Tiere zu sehen sind.

Wir haben jedoch Ehrgeiz und versuchen erst mal, auf eigene Faust fündig zu werden. Und nach ein paar Felsbrocken, die wir schon als Tiere bejubelt hatten, entdeckt Annette tatsächlich einen Moschus­ochsen. Aber leider sieht man sie selbst durch das Fernglas eher als sich bewegende kleine Dinge. Eine Annäherung ist aber auch nicht ohne, denn die Ochsen werden unangenehm, wenn man ihnen zu nahe kommt. Und da sie im Sprint angeblich schneller als Usain Bolt sind, sollte man tunlichst Abstand halten!

Nachdem wir uns auf der Aussichts­anhöhe noch ein bisschen den Wind um die Nase haben wehen lassen, steigen wir hinab ins sonnige Tal zu unserem MoMo. Hier merken wir wieder, dass es ein richtig schöner Sommertag ist. Nimm das, Vassenden-Index!

Nach einer kurzen Rast auf einem der netten Plätze entlang der E6 peilen wir unser nächstes Ziel an: Die kessel­ar­tigen Strom­schnellen am Magalaupet.

Und was wir in einem Reise­führer durch ein inter­es­santes Bild entdeckt haben, entpuppt sich als wirklich beein­dru­ckende Engstelle, an der sich der Fluss mit aller Macht durch das Gestein fräst. Wir genießen und fotogra­fieren um die Wette.

Schon beim Vorbei­fahren haben wir auf dem Weg den netten Camping­platz auf der anderen Seite des Flusses gesehen, der auch im Womobuch als nett beschrieben wird. Und da wir gerne mal wieder ent- und versorgen wollen, das Wetter weiter prima ist, der Preis zivil und die Betreiber freundlich sind, fällt unsere Entscheidung nicht schwer: Hier ist heute Endstation.

Vassen­den­index

Sommer­wetter:  6,5

Pisswetter: 1,5

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