Rund ums Dovrefjell

Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von unserem Stellplatz der letzten zwei Tage im Rondane. Und das heißt: Über die enge Serpentinenstraße wieder zurück ins Tal. Und obwohl ich mir mit Motor- und normaler Bremse alle Mühe gebe, kommt vom Beifahrersitz regelmäßig ein „Nicht so schnell!“ – „Ich fahre 40…“ – „Noch langsamer!“ – „Ist 30 jetzt gut?“ – „Oh Gott, ich mache die Augen zu!“ Im Rückspiegel sehe ich wieder den Linienbus ankommen und nutze eine Ausweichstelle, um ihn vorbei zu lassen. Hat ja auf dem Hinweg auch gut geklappt, einfach hinter dem Dicken herzufahren. Aber auch jetzt: „So schnell wie der fährst du aber bitte nicht!“ – „Hmpf…“ Irgendwie sind wir dann doch unten angekommen und Annette kann aufatmen.

Denn auf der E6 lässt es sich trefflich fahren. Durch das weite Gudbrandstal cruisen wir Richtung Dovrefjell-Nationalpark. Was für eine tolle Strecke sich uns da bietet! Insbesondere das Stück hinter Dombås ist urig und da wir mit dem Wetter weiterhin Glück haben (im Tal zeigte das Thermometer stolze 24° an!) kriegen wir Landschaftskino vom allerfeinsten geboten.

In Hjerkinn machen wir dann Station. Es geht hinauf zum Snøhetta-Viewpoint. Und nach einem nicht schweren, aber steilen Anstieg bietet sich uns ein prächtiges Panorama: Der Dovrefjell-Nationalpark. Weswegen aber die meisten auch hier hoch kommen: Man kann von hier aus die Rentier- und vor allem Moschusochsenherden des Parks beobachten. Zu diesem Zweck gibt es eine sehr schön gebaute Beobachtungsstation, wo eine Rangerin den Besuchern per Fernglas zeigt, wo gerade Tiere zu sehen sind.

Wir haben jedoch Ehrgeiz und versuchen erst mal, auf eigene Faust fündig zu werden. Und nach ein paar Felsbrocken, die wir schon als Tiere bejubelt hatten, entdeckt Annette tatsächlich einen Moschusochsen. Aber leider sieht man sie selbst durch das Fernglas eher als sich bewegende kleine Dinge. Eine Annäherung ist aber auch nicht ohne, denn die Ochsen werden unangenehm, wenn man ihnen zu nahe kommt. Und da sie im Sprint angeblich schneller als Usain Bolt sind, sollte man tunlichst Abstand halten!

Nachdem wir uns auf der Aussichtsanhöhe noch ein bisschen den Wind um die Nase haben wehen lassen, steigen wir hinab ins sonnige Tal zu unserem MoMo. Hier merken wir wieder, dass es ein richtig schöner Sommertag ist. Nimm das, Vassenden-Index!

Nach einer kurzen Rast auf einem der netten Plätze entlang der E6 peilen wir unser nächstes Ziel an: Die kesselartigen Stromschnellen am Magalaupet.

Und was wir in einem Reiseführer durch ein interessantes Bild entdeckt haben, entpuppt sich als wirklich beeindruckende Engstelle, an der sich der Fluss mit aller Macht durch das Gestein fräst. Wir genießen und fotografieren um die Wette.

Schon beim Vorbeifahren haben wir auf dem Weg den netten Campingplatz auf der anderen Seite des Flusses gesehen, der auch im Womobuch als nett beschrieben wird. Und da wir gerne mal wieder ent- und versorgen wollen, das Wetter weiter prima ist, der Preis zivil und die Betreiber freundlich sind, fällt unsere Entscheidung nicht schwer: Hier ist heute Endstation.

Vassendenindex

Sommerwetter:  6,5

Pisswetter: 1,5

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