Ort mit Betriebs­fe­rien
2. Dezember 2019

Wir können uns nicht beschwe­ren — es beginnt schon wieder ein sonni­ger Tag. Fast schon unheim­lich!

Nachdem die Hunde gestern deich­be­dingt nur ein Sparpro­gramm an Auslauf hatten, soll es heute eine Beloh­nung geben: In Norddeich gibt es einen Hunde­strand! Da soll Toben und Buddeln und Laufen doch möglich sein.

Wir fahren nach Norddeich und der Ort macht seinem Namen alle Ehre: Man sieht nämlich nur den hohen Deich… Wenn man den dann erklom­men hat, sieht man vor sich zwar etwas Sand und Dünen, aber das ganze ist schon sehr sparsam — wir sind seit Schott­land anschei­nend offizi­ell versaut, wenn es um Strände geht…

Trauri­ger Hunde­strand

Und der Hunde­strand wirkt dann auch eher wie ein Alibis­trand. Gemes­sen an der „Keine Hunde auf dem Deich“-Regelung ist es zwar ein attrak­ti­ves Angebot, aber räumlich wirklich reich­lich begrenzt und schmal. Nix zum Spazie­ren­ge­hen, sondern halt ein Areal, wo die Hunde frei laufen dürfen. Ähnlich wie die Hunde­wäl­der in Dänemark.

Elli ist das jedoch komplett egal: Sie freut sich einfach, endlich mal wieder wie bekloppt ihre Runden zu drehen und dafür zu sorgen, dass die anderen Hunde auch bespaßt werden.

Sie lässt wirklich nichts aus und fetzt mit einem anderen Hund auch noch mal durch den Schlick — ihre Beine sehen danach aus wie nach einer Fango­pa­ckung. Hmmm!

Wie gut, dass das neue MoMo eine Außen­du­sche hat! Premiere. Und sowohl Annette als auch überra­schen­der­weise Elli sind ganz angetan von dieser Möglich­keit der Entschlam­mung und Entsan­dung.

Fisch­flopp

Wir würden gerne mal wieder ein Fisch­bröt­chen essen. Wir sind fast schon auf Entzug! Aber beim „de Beer“ am Hafen gibt es keine Parkplätze und der Großpark­platz für die Fähre will keine Womos und Busse sehen. Dann eben nicht.

Denn auf der langen Norddei­cher Straße gibt es genug Alter­na­ti­ven. Und die Aal- und Fisch­räu­che­rei Störte­be­ker sieht ganz brauch­bar und einla­dend aus. Nehmen wir halt die.

Großer Fehler.

Ich bestelle mir die ostfrie­si­sche Fisch­creme­suppe und Annette nach der lecke­ren Erfah­rung in Ditzum eine Krabben­suppe. Und beides könnte nicht ferner von dem lecke­ren Genuss im Alten Sielhaus sein. Wobei meine Fisch­suppe wirklich ein Kunst­stück ist: Es schwim­men viele unkennt­li­che Fisch­bröck­chen in ihr herum — nur leider schmeckt man so gut wie gar nichts, was einen an Fisch erinnert. Die „Creme“ ist dann auch keine Sahne, sondern eher fiese Speise­stärke, davon aber reich­lich. Und auch die Krabben­suppe schmeckt erstaun­lich wenig maritim. Man wird den Eindruck nicht los, dass hier Reste verwer­tet werden…

Und auch bei unserem „Haupt­gang“, der aus zwei Fisch­bröt­chen besteht, greife ich ins Klo. Der Backfisch schmeckt so merkwür­dig, dass die (immer­hin freund­li­che und aufmerk­same) Bedie­nung zu mir kommt, als sie meinen Gesichts­aus­druck sieht. Zurecht. Sie bietet mir an, noch mal ein frisches Fisch­bröt­chen für mich zu machen. Das schmeckt dann zumin­dest akzep­ta­bel. Und Annette kann über ihr Brötchen mit geräu­cher­ter Makrele auch nichts schlech­tes sagen.

Wir sind aber trotz­dem bedient. Was Fisch angeht, sind wir von Nord- und Ostsee wirklich besse­res gewohnt.

Still­ge­leg­ter Ort

Wir machen jetzt einen großen Sprung Richtung Osten. Nach Neuhar­lin­ger­siel. Und freuen uns auf die Aussicht hinüber nach Spieker­oog und Lange­oog. Dorthin fahren wir bei herrli­chem Winter­licht auf oft schnur­ge­ra­den Straßen.

Auf dem Stell­platz haben wir quasi freie Auswahl. Hier ist wirklich gerade nichts los. Wir machen es uns erst mal gemüt­lich und gucken uns den Sonnen­un­ter­gang aus dem Womo an. Denn wir wollen abends auf die Rolle. Meine Freun­din Nicole hat mir den Tipp gegeben, auf jeden Fall ins „Dattein“ zu gehen. Ehren­sa­che, dass wir das dann auch machen.

Wir gehen also abends los und sind vom schön mit Lichtern geschmück­ten Hafen­be­cken sofort begeis­tert. Das sieht aber nett aus! Stimmungs­voll!

Auch der Sielhof, ein Restau­rant, das ich zuerst für eine Kirche halte, sieht mit der abend­li­chen Beleuch­tung toll aus. Aber die haben Ruhetag.

Und wir erken­nen so langsam ein Muster: Denn auch die Bäcke­rei, auf die wir uns für morgen früh gefreut haben, hat Betriebs­fe­rien. Das Cafè Störm­huus ebenso. Und, bei unserem heuti­gen Glück: Das Dattein natür­lich auch. Bis Weihnach­ten ist der Ort quasi still­ge­legt. Komisch, wenn man bedenkt, wie aufwän­dig und schön die Straßen weihnacht­lich geschmückt sind!

Wir beschlie­ßen, dass wir bei unserem heuti­gen Glück lieber nicht noch eins der wenigen offenen Restau­rants aufsu­chen. Dann lieber im MoMo abhän­gen und darauf hoffen, dass es morgen besser wird…

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