260 Zenti­meter unterm Meer
29. November 2019

Wie schön! Es scheint doch tatsächlich die Sonne, nachdem beim Aufstehen noch die Regen­tropfen aufs MoMo geprasselt sind. Da es immer noch graue Wolken am Himmel hat, kriegen wir zum Frühstück sogar einen Regen­bogen spendiert. So kann’s weiter gehen!

Ausge­stor­benes Dorf

Wir starten extrem relaxt und damit spät in den Tag. Ditzum wollen wir uns jetzt auch mal bei Tages­licht angucken. Ein charmanter Ort mit seinen roten Backstein­häuschen und dem hubbe­ligen Kopfstein­pflaster. Und mit einer absolut zentral im Ort gelegenen Windmühle.

Der Blick über den Deich und die Ems nach Emden ist jetzt nicht so spekta­kulär. Da hatte ich mir mehr von versprochen. Aber das Fischhaus im Hafen hält, was es verspricht. Eine schöne Mischung aus Imbiss und Restaurant. Und vor allem: mit frischem Fisch. Da wir aber noch recht satt vom Frühstück sind, reicht es nur für ein leckeres Fisch­fri­ka­del­len­brötchen. Aber wir sorgen schon mal vor und kaufen noch Krabben und geräu­cherten Butter­fisch fürs Abend­essen ein.

Ehrlichstes Stadt­mar­keting ever!

Ditzum ist um diese Jahreszeit wirklich wie ausge­storben. Aber die zahlreichen Ferien­woh­nungs­schilder und der zweite Womostell­platz mit 45 Plätzen lassen uns schwer vermuten, dass hier im Sommer richtig was los ist. Und es hat ja auch was für sich, wenn man die nette Hafen­sze­nerie praktisch für sich allein hat.

Ab aufs Rad

Was macht man, wenn man ins flache Radfahr­pa­radies Ostfriesland kommt? Natürlich aufs Rad steigen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Nur Mütze und Handschuhe sollte man dann schon anziehen, denn der Wind ist trotz Sonnen­scheins auf Dauer eisig.

Wir fahren ein Stück der Dollard­route, die hier das deutsch-nieder­län­dische Grenz­gebiet verbindet. Warum man die mit „d“ schreibt, die dazuge­hörige Meeres­bucht aber Dollart heißt, ist ein ostfrie­si­sches Mysterium…

Wir finden es auf jeden Fall super, entlang des Deichs zu radeln. An der ehema­ligen Ölplattform kann man auch mal über den Deich und auf den Dollart hinaus schauen. Das mit dem Radeln zur Plattform lassen wir aber bei den doch recht statt­lichen Pfützen auf dem Weg mal lieber ausfallen.

Statt­dessen fahren wir von hier aus landein­wärts zum Wynhams­terkolk. Seines Zeichens mit 2,60m unter dem Meeres­spiegel der niedrigste Punkt Nieder­sachsens. Und noch dazu mit einer pitto­resken Windmühle gesegnet. Schön hier!

Windmühle Wynhamsterkolk

In Ditzum­verlaat fahren wir wieder Richtung Norden. Und notieren den netten Stell­platz dort schon mal als Alter­native für den nächsten Besuch. Auf dem Weg nach Hatzum (ich liebe diese um-Dörfer!) gibt es jede Menge Landschaft zu sehen. Und Himmel. Und Vögel. Aber leider liegt das Melkhuske, in dem wir Kaffee und Kuchen anvisiert hatten, im Winter­schlaf. Nix los hier.

Also weiter zurück nach Ditzum. Wieder am Deich entlang. Nur diesmal mit Gegenwind. Und zu guter Letzt mit Regen. Da hat sich die einzige Regen­wolke genau über uns abgeregnet!

Wärmende Friesen­waffel

In Ditzum freuen wir uns, im Lüttje Cafè einzu­kehren. Dort gibt es Friesen­waffeln, die anstatt mit den üblichen heißen Kirschen mal mit warmen Pflau­menmus serviert werden. Lecker! Nur den Pott Ostfrie­sentee für 9€ finden wir preislich etwas sportlich. Vor allem, da unser Bargeld langsam zu Ende geht und der einzige Geldau­tomat in Ditzum vor 3 Wochen abgebaut wurde. Und bargeldlos kann man hier noch nicht bezahlen. Da ist Deutschland mal wieder fest im 20. Jahrhundert verankert.

Da es im November schon früh dämmert, ist es nach unserem Einkauf im Edeka schon dunkel. Aber der Edeka ist zumindest unsere Bargeld­rettung. Denn hier kann man sich beim Einkauf dann auch mit Bargeld versorgen. Also doch ein Hauch von Moderne?

Wir machen es uns im MoMo gemütlich. Nachdem Annette noch Sauce und Dips für unsere Krabben und den Butter­fisch aus dem Fischhaus gezaubert hat, können wir wieder schlemmen. Der Butter­fisch, den wir zuvor noch nie gegessen hatten, macht seinem Namen alle Ehre. Er zerfällt förmlich im Mund und hat eine ganz besondere, eher unfischige Konsistenz. Wieder was gelernt!

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