Wintersonne

3. Dezember 2019

Heute muss man einfach mal hervorheben, wie toll das Wetter hier gerade ist. Ist sich nix mit Friesennerz – auch der Wetterbericht hat mit seiner angekündigten Bewölkung mal wieder falsch gelegen. Stattdessen blauer Himmel mit strahlender Sonne!

Wir lieben diese Zeit mit der niedrig stehenden Sonne ja sehr – wenn man sie denn zu sehen bekommt. Denn normal ist das hier für Anfang Dezember ja nun wirklich nicht mehr. Wollen wir uns deswegen beschweren? Mal eher nicht.

Still in Neuharlingersiel

Stattdessen gucken wir uns Neuharlingersiel noch mal bei Tageslicht an. Am Fähranleger nach Spiekeroog versammelt sich ein kleines Trüppchen von Inselurlaubern, die alle dieses selige Gleich-geht-es-auf-die-Insel-Lächeln im Gesicht haben. Können wir gut nachvollziehen! Wir bleiben aber auf dem Festland.

Die farbenfrohen Schiffe liegen im Hafen und warten auf Bewunderer. Neben uns sind das aber nur eine Handvoll Leutchen, die ebenso wie wir ziellos herumschlendern. Von der Betriebsamkeit, die hier im Sommer herrschen muss, ist rein gar nichts zu spüren.

Lecker in Carolinensiel

Auf ins nächste Siel! Die gibt‘s hier ja zum Schweinemästen – wir müssen also etwas selektieren. Von Carolinensiel haben wir aber viel Gutes gehört. Unter anderem, dass die einen großen Weihnachtsbaum auf dem Wasser haben. Hört sich gut an!

Es gibt dann sogar nicht nur den Weihnachtsbaum, sondern auch einen Weihnachtsmarkt rund ums Hafenbecken. Alle Buden sind aufgebaut und: geschlossen.

Wir treffen schon wieder einen Ort im Winterschlaf an. Denn den Weihnachtsmarkt gibt es nur von Donnerstag bis Sonntag… Und auch die meisten Geschäfte und Restaurants haben Urlaub, Betriebsferien oder Ruhetag. Eine Einkehrmöglichkeit nach der anderen zeigt uns die kalte Schulter. Dabei sehen manche nun wirklich äußerst einladend aus!

Als wir schon frustriert zum MoMo zurückkehren wollen, sehe ich auf der anderen Seite des Hafenbeckens Licht in einem Restaurant brennen. Die werden doch wohl nicht geöffnet haben?

Tatsächlich! Der Heimathafen hat geöffnet und sieht sogar spannend aus. Ein Cafe-Bistro, eher modern im Lounge-Stil eingerichtet. Gefällt uns! Und für die Tortenauswahl in der Vitrine wurde sicherlich das Wort Kalorienbombe erfunden. Halleluja, sind das Kaventsmänner!

Wir schwanken noch zwischen stark vorgezogener Teestunde oder einem Snack von der sehr mundwässernden Karte. Wir bleiben dann doch bei der herzhaften Variante. Und sind mit unserer Entscheidung absolut glücklich. Lecker hier!

Chillig in Schillig

Wir warten ja immer noch auf unseren ersten „echten“ Strand auf dieser Reise. Da der Hundestrand gestern in Norddeich auf der Meeresseite wieder gepflastert war, zähle ich ihn mal nicht. Ein Strand hat einfach nahtlos ins Meer überzugehen.

In Schillig gibt es dann nicht nur einen langen Sandstrand, sondern sogar auch einen, an dem wir die Hunde mitnehmen dürfen. Allerdings angeleint…

Elli braucht ein wenig, bis sie versteht, dass sie nicht ihre wilden Runden drehen darf und das Gefühl von totaler Freiheit hier für sie nicht zu kriegen ist.

Wir freuen uns, mal wieder einen Strandspaziergang zu machen, auch wenn schon allzubald der Hundeabschnitt endet und wir wieder umkehren müssen. Ist aber gar nicht mal so schlimm, denn die Sonne kündigt schon an, dass sie doch jetzt bitte bald mal untergehen wolle. Um halb vier.

Außergerwöhnlich: es gibt hier ungewöhnlich grün angelaufene Muscheln – liegen die hier so lange rum, bis sie Moos ansetzen? Denn Brandung gibt es (heute) so gut wie keine.

Teestube Stövchen

Da der Stellplatz in Schillig geschlossen ist, fahren wir wieder zurück zum Stellplatz am Wangermeer bei Hohenkirchen, wo wir zwischendurch schon ver- und entsorgt hatten. Das „Meer“ in Wangermeer ist übrigens leicht übertrieben – in Wahrheit ist es ein künstlich angelegter Freizeitsee. Aber auch mit einem neu angelegten Womostellplatz, den wir jetzt gerne in Anspruch nehmen.

Nachdem wir das Abendrot über den Bäumen bewundert haben, gehen wir in den Ort, wo wir mittags bei der Durchfahrt schon die geöffnete(!) Teestube Stövchen entdeckt hatten. Dort wollen wir unseren Hochzeitstag stilecht mit Ostfriesentee und Torte feiern.

Und es sieht gut aus: nett eingerichtet, sogar mit ein paar Friesensofas, die Annette so liebt. Und die Torten in der Vitrine sehen ebenfalls gut aus und sind vielleicht dankenswerterweise auch nicht so mächtig wie die im Heimathafen.

Wir lassen es uns also schmecken und kehren happy zum MoMo zurück. Nur leider merke ich auf dem Rückweg, dass sich da irgendwas in meinem Magen meldet und gerne wieder ans Tageslicht möchte. Ich versuche noch ein bisschen, dagegen anzukommen, fühle mich dann aber letzten Endes doch besser, als die Torte und ich wieder getrennte Wege gehen. Aber trotzdem: So ein Ende hatte der Tag jetzt nicht verdient…

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