NC500

On the road again

14. September 2025

Ein weiterer schöner Sonnenaufgang an der Sango Bay. Wir werden wirklich verwöhnt mit sonnigem Wetter. Annette nutzt die Gelegenheit, um endlich mal ins Meer zu steigen. Und um dann mit breitem Grinsen wieder zum MoMo zurückzukehren.

Wild Swimming Sango

Womos, Womos, Womos

Es fühlt sich fast schon so an, als würden wir etwas Verbotenes tun. Aber nach einem letzten Strandspaziergang mit den Hunden bereiten wir alles für die Abfahrt vor. Ich frage mich, ob sie an der Rezeption schon Wetten laufen haben, ob die Germans wieder zum Verlängern kommen…

NC500

Aber nein, wir brechen tatsächlich auf und befahren Neuland für uns. Die A836, wie die NC 500 hier oben wirklich heißt, führt uns nach Osten. Wir wissen gar nicht, ob es ein Fluch oder ein Segen ist, dass hier oben mindestens jedes zweite Fahrzeug ein Wohnmobil oder Campervan ist.

Fluch, weil man auf den Single Track Roads dann ständig den nächsten Passing Place im Blick haben und darauf vertrauen muss, dass die anderen Fahrzeuglenker ihr Gefährt beherrschen.

Segen, weil man dadurch auch als Fahrer genügend Zeit hat, die fantastischen Ausblicke zu genießen, während man darauf wartet, dass der entgegenkommende Verkehr vorbeifährt.

Loch Erribol

Loch Erribol

Schon das erste Stück entlang des Loch Erribol ist bei diesem Wetter einfach umwerfend. Die Farben des Wassers sind fast schon unwirklich metallisch und die noch schwach leuchtende Heidelandschaft vor dem Hintergrund der mächtigen Berge ist ein echter Hingucker.

Loch Erribol

Was hier allerdings Mangelware ist, sind Parkplätze. Nicht weiter schlimm, wenn man nur mal eben aus dem Fenster fotografieren möchte. Aber das Parken für eine Wanderung oder eine Fotosession ist hier eher nicht vorgesehen.

Loch Erribol
Loch Erribol
NC500 Kirche

Pause am Causeway

NC500 Küste

Im Folgenden wird die Straße sogar größtenteils wieder zweispurig. Das Dumme daran: Wir wollen ja gar nicht schneller fahren! Aber etwas entspannter ist es dann trotzdem.

Wir sind aufgrund der Menge an Wohnmobilen mittlerweile gar nicht mehr so sicher, ob es problemlos wird, einen Übernachtungsplatz zu finden. An der Strecke gibt es einige „No Overnight Parking“-Schilder. Und einige Campingplätze, die wir gecheckt haben, sind bereits für ein paar Tage ausgebucht. Mitte September!

NC500

Etwas beruhigt sind wir, als es am schönen Parkplatz am Kyle of Tongue Causeway noch viele Parkmöglichkeiten gibt. Dabei ist das hier absolut toll! Der Damm erspart uns eine weitere Umfahrung des wieder weit ins Inland reichenden Fjords. Stattdessen genießen wir bei den letzten leckeren Cookies aus dem Supermarkt in Durness die tollen Aussichten links und rechts des Damms.

Causeway Tongue
Ben Loyal

Torrisdale Bay

Wir fahren noch ein Stück weiter und biegen dann von der Hauptstraße ab. Eine schmale, aber gut ausgebaute Single Track Road führt uns in Richtung Torrisdale. In der gleichnamigen Bucht gibt es einen Strand genau nach unserem Beuteschema: langgestreckt und einsam.

„Aber wie kommst du darauf, dass der einsam ist, Micha? Du hast doch gerade noch gejammert, wie voll es ist!“ sehe ich den geneigten Leser die Stirn runzeln. Stimmt alles, aber der Torrisdale Beach hat einen unschlagbaren Vorteil: Er ist nicht direkt von der Straße aus zu erreichen und auch nicht wirklich zu sehen. Es gibt lediglich einen Parkplatz, von wo aus man noch 20 Minuten zu Fuß laufen muss.

Und diese Eigenschaft sorgt anscheinend dafür, dass er für den durchschnittlichen NC-500-Touristen uninteressant ist. Durchaus nachvollziehbar, weil es so viele tolle Strände an der Strecke gibt.

Das Wrack

Der Weg führt uns über zwei kleine Brücken und ein bei Regen bestimmt matschiges Gebiet, bevor man am ersten Strand der Bucht ankommt. Von hier hat man einen weiten Blick auf das Dorf Torrisdale, von dem die Bucht ihren Namen hat.

Nachdem man diesen Abschnitt überquert hat, landet man im Dünengürtel des zum Meer offenen Hauptstrandes. Und der ist einfach eine Wucht. Diese Weite!

Aber erst mal mache ich mich auf die Suche. Denn es soll hier das fotogene Wrack der SS John Randolph geben. Aber so sehr ich mich auch umsehe – kein Wrack in Sicht. Es kann doch nicht einfach verschwunden oder weggerostet sein? Die Lösung: Es liegt in der kleinen Senke zwischen Strand und Meeresrand. Dann gibt es aber kein Halten mehr. Der Sensor der Kamera läuft heiß!

Micha fotografiert das Wrack
SS John Randolph
SS John Randolph
SS John Randolph
SS John Randolph
Wrack Details

Ellis Happy Place

Irgendwann gehen wir aber dann doch weiter und freuen uns, dass die einzigen menschlichen Wesen hier zwei Surfer sind, die aber mehr mit den Wellen als mit uns beschäftigt sind.

Torrisdale Beach

In der Mitte des Strandes gibt es eine ungewöhnliche Mischung aus rosa und schwarzen Felsen. Auch hier wieder: alles sehr fotogen!

Micha und Toffi
Torrisdale Beach
Steine Torrisdale Beach
Steine Torrisdale
Steine Torrisdale

Während ich noch in den Felsen fotografiere, machen Annette und die Hunde es sich daneben gemütlich. Vor allem Elli ist in ihrem Element: Buddeln, buddeln, buddeln!

Elli und Toffi buddeln

Toffi schaut sich das Ganze aufmerksam an und versucht sogar, selbst etwas zu buddeln.

Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln

Aber gegen Ellis jahrelang perfektionierte Technik kommt sie nicht an. Immer tiefer arbeitet sich Elli vor, offenbar wild entschlossen, heute wirklich einmal bis zum Mittelpunkt der Erde zu kommen.

Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln

Es ist ein großer Spaß, den beiden zuzuschauen. Toffi, wie sie versucht, Elli zum Spielen aufzufordern. Und Elli, die ihr signalisiert, dass sie dafür keine Zeit hat, weil gerade wichtigere Dinge dran sind.

Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln
Elli und Toffi buddeln

Ranger Ian kommt vorbei

Die Sonne ist im Laufe des Tages mehr und mehr hinter einer dichten Wolkenschicht verschwunden. Entsprechend kühl ist es dadurch geworden. Wir treten glücklich und zufrieden den Rückweg an.

Wir haben keine Veranlassung, noch weiter zu fahren. Dieser Parkplatz taugt uns hervorragend für die Übernachtung. Das findet anscheinend auch ein Motorradfahrer, der sich später neben uns stellt und sein Zelt neben dem Mülleimer aufbaut.

Spannend wird es dann für uns beide, als ein Wagen vom Highland Council vorbeikommt. Werden wir hier jetzt vertrieben?

Ranger Ian grüßt freundlich und klärt uns über die Regelung des Scottish Outdoor Access Code auf. Per QR-Code gerne auch zum Runterladen.

Wir bekommen seinen Segen, da man mit einem Wohnmobil auf Parkplätzen ohne Campingverhalten übernachten darf. Allerdings mit der großzügigen Einschränkung, dass das nicht länger als drei Nächte sein sollte.

Schlechter sieht es da für den Motorradkollegen aus. Denn das Zelten auf einem Parkplatz ist grundsätzlich nicht erlaubt. Er könne zwar sein Motorrad hier parken, aber das Zelt solle man bitte mindestens 100 Meter von Häusern oder Straßen entfernt aufbauen. Für heute drücke er aber mal ein Auge zu.

Er klärt noch über ein paar andere Regelungen auf, die für uns aber alle selbstverständlich sind.

Es ist wieder mal ein nettes, entspanntes, typisch schottisches Gespräch, obwohl wir zunächst unsicher waren, wie mit den „nervigen“ Womo-Touristen umgegangen wird.

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