Boah, Schottland, du schüttelst uns ganz schön durch. Schon wieder eine Sturmnacht, in der wir nicht wirklich erholsam schlafen und entsprechend gerädert aufwachen.
Ich bin dann fast schon dankbar, dass das Wetter so trüb und grau ist, dass mein geplanter Sonnenaufgangsbesuch am Strand von Luskentyre wenig Erfolg versprechend aussieht. Dann lieber ganz langsam und mit viel Kaffee in den Tag starten.
Schön und schöner
Als wir später schließlich doch zum Strand gehen, sind wir sofort wieder mit Schottland versöhnt. Der Strand macht das, was bei uns immer funktioniert: Meer, Wellen und Sand machen glücklich. Hinzu kommt dann noch die grandiose Landschaft drumherum. Hier ein Lichtfleck, dort ein Leuchten reichen schon, um das Gefühl zu bekommen: So schlecht ist das Wetter doch gar nicht. Und der stürmische Wind ist auch auf ein sozialverträgliches Maß zurückgegangen. Annette packt den Skizzenblock aus und ich darf weiter mit der Kamera spielen.








Überraschende Sonne
Im Prinzip sind wir damit schon vollkommen zufrieden. Es ist das versprochene trockene Wetter mit viel Bewölkung.
Aber wir sind hier ja in Schottland, wo sich das Wetter alle fünf Minuten ändern kann. Heute ändert es sich mal zum Guten. Die Sonne gibt ein Gastspiel und verändert noch einmal alles. Die Farben werden noch satter, noch unwirklicher.







Und wie das in Schottland gerne so ist, kommen wir mit anderen Strandspaziergängern ins Gespräch. Ein schottisches Pärchen, welches am liebsten in Deutschland Urlaub macht. Quasi das Gegenstück zu uns. Wir lassen uns für unseren letzten Reiseabschnitt durch Schottland noch mal gute Tipps geben. Denn diesen Abschnitt haben wir jetzt vor uns.







Abschied in Häppchen
Für die kommenden Tage ist absolutes Pisswetter vorhergesagt. Erst Regen, dann Sturm, dann beides. Da für die Äußeren Hebriden am Samstag Böen bis zu Orkanstärke vorhergesagt sind, wird heute unser letzter voller Tag auf unseren Sehnsuchtsinseln werden. Morgen bringt uns dann die Fähre zurück nach Ullapool, wo wir vor 10 Tagen das Festland verlassen haben.
Wir planen, uns langsam von Luskentyre zu verabschieden. Nachmittags fahren wir ein paar Kilometer hinüber zum Campingspot 3, den der West Harris Trust hier eingerichtet hat. Bereits vor drei Jahren hatten wir an diesem Platz mit seiner grandiosen Aussicht über die Bucht einen zusätzlichen Tag drangehängt, weil wir uns einfach nicht trennen konnten.
Für läppische 10 Pfund für eine Übernachtung ein No Brainer. Aber heute wollen wir nur für ein letztes Päuschen hier stehen und dann schon weiter in Richtung Stornoway fahren, um weiter nördlich nicht noch eine Nacht mit Sturmböen zu erleben.

Abreise – oder doch nicht?
Als wir ankommen, sind wir die Ersten, die sich hier hinstellen. Also nehmen wir auch den Königsplatz am rechten Rand, wo man die schönste Aussicht auf die Bucht hat. Annette backt einen Fertig-Crumble, der überraschend lecker schmeckt.
Anschließend ist die Abreise geplant. Alles wird reisefertig verstaut und wir nehmen im Cockpit Platz. Ich schaue zur Seite, wo sich in der Zwischenzeit bereits zwei weitere Wohnmobile hingestellt haben. Mir dämmert: Die müssten doch zumindest teilweise ein einigermaßen guter Windschutz fürs MoMo sein. Denn der Wind kommt aus Süden, genau der Richtung, wo jetzt unsere Nachbarn stehen.
Wir schauen uns an, überlegen noch einen Augenblick, ob das wirklich eine gute Idee ist und anschließend ziehe ich den Zündschlüssel wieder ab und wir richten uns wieder häuslich ein. Sehr zur Verwunderung der Hunde, die nun gar nicht mehr verstehen, was mit uns los ist. Eben stehen die Zeichen noch auf Abreise und jetzt doch wieder nicht?

Pläne geändert
Aber auch das lieben wir an unserer Art des Reisens: Pläne können innerhalb kürzester Zeit über den Haufen geworfen werden, wenn es uns danach ist. Ob es eine schlaue Entscheidung ist, werden wir dann morgen berichten.
Was allerdings jetzt schon klar ist: Die kommenden Tage werden im Westen Schottlands nicht sehr attraktiv werden, wie der Wetterbericht des Met Office unmissverständlich klarmacht.
Wir suchen dann mal nach halbwegs erträglichen Zielen.
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