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Cornichon mit Happy End

Wir sind hin- und hergerissen. Es gefällt uns hier gerade ausgesprochen gut und wir könnten im näheren Umfeld noch so vieles erkunden. Aber unser Fernziel Nordspanien ruft und auch wenn wir entschleunigt reisen: Ein paar Kilometer dürfen es heute dann schon noch Richtung Südwesten werden! Daher lassen wir die Ardècheregion hinter uns, wissen aber jetzt schon, dass wir nicht das letzte Mal hier gewesen sind.Sonnenblumen-018.jpgSonnenblumen-002.jpg

Es geht quer durch Sonnenblumen- und Lavendelfelder, Weinberge und Olivenhaine. Immer ein bisschen bergauf, dann wieder bergab. Wir fahren nun stramm in Richtung der Cevennen, bleiben aber vorerst noch im Vorland dieser Gebirgsregion. Dort frischen wir in Alès noch mal Vorräte auf und machen Station in Saint-Jean-Du-Gard.Sonnenblumen-007-Bearbeitet.jpg

IMG_4974.jpgÜber diesem kleinen Ort liegt eine sommerliche Schwere, in der alles etwas länger dauert. Unter anderem auch unsere Parkplatzsuche, die schließlich in einem Hinterhof des kleinen SuperU endet. Wir sind dann doch überrascht, als wir in den leicht gespenstisch ausgestorben wirkenden Straßen tatsächlich eine Patisserie und eine Charcuterie finden, die nicht nur offen haben, sondern auch noch leckere Schweinereien im Angebot haben.

Cevennen-001.jpgAuftrag erledigt, jetzt kann die Corniche kommen, die uns über die Cevennen nach Florac führen soll. Annette ereilt bei dieser Gelegenheit die Erkenntnis, dass eine aussichtsreiche Passstraße eine Corniche ist und kein Cornichon. Aber ihre Erklärung ist mehr als schlüssig: “Ich hab halt gedacht, dass das immer so ein Gegurke ist, die abzufahren.”Cevennen-003.jpg

Sonnenblumen-028-Bearbeitet.jpgDie Corniche des Cévennes entpuppt sich dann als eine exzellent ausgebaute Straße, die sich sehr entspannt fahren lässt. Denn auch der Verkehr ist hier sehr überschaubar. Und so klettern wir Höhenmeter um Höhenmeter, passieren mehrere Cols und landen über der 1000-Höhenmetermarke. Kleine Vorübung für die Pyrenäen! Die Aussicht ist etwas anders als erwartet. Nach dem Tal der Ardèche hatte ich auch hier mit steil abfallenden Bergkämmen gerechnet. Stattdessen: Kastanienwälder so weit das Auge reicht. Auch eine beeindruckende Landschaft, vor allem von oben, aber da es nicht so karg wie erwartet ist, fast schon ein wenig zu grün. Luxusprobleme!Cevennen-002.jpg

IMG_4978.jpgUnser Tagesziel, der Campingplatz Chantemerle in Bedoues in der Nähe von Florac entpuppt sich als mal wieder als Supertipp aus dem Müller-Reiseführer. Wir kommen dort an und sind sofort von der tollen Lage unterhalb der Brücke über den hier noch sehr zahmen Tarn begeistert. Und auch das freundliche Willkommen auf mein beeindruckend flüssiges und völlig sinnloses “Parlez-vous français?” tut nach der unangenehmen Erfahrung auf dem letzten Campingplatz gut. Denn die Betreiberin ist Deutsche und wir frotzeln dann noch ein bisschen wegen meiner überragenden Französischkenntnisse herum. Auch der Platz, den wir kriegen, ist super. Den ganzen Tag über schattig, aber nicht düster. Und Empfehlungen für Ausflüge und die Auskunft, dass morgen Markt in Florac sei, den man problemlos zu Fuß besuchen könne. Da erscheint es uns fast schon zwingend, dass wir gleich 2 Nächte hier bleiben müssen.Cevennen-004.jpg

IMG_4988.jpgEin echter Wohlfühlort, wie wir dann auch beim Abendspaziergang entlang des Tarn bestätigt finden. Gut hier!