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Fisch und Bonbons

Heute brechen wir unsere Zelte in Langballigau ab und fahren ein Stückchen weiter.

In einem Reiseführer hatten wir vom Hofladen in Hüsfeld gelesen, der ganz in der Nähe liegt. Die Mischung aus spanischen und norddeutschen Spezialitäten hört sich spannend an. Und in dem Lädchen gibt es vieles Leckeres und auch geschmackvolle Töpfersachen, die wir aber heldenhaft nicht kaufen, obwohl sie schön sind. Man kann einfach nicht alles kaufen, was einem gefällt…

Die Fahrt durch die sonnige Herbstlandschaft ist ein Traum – alles glänzt in warmen goldenen Tönen. In Kappeln werden wir an der hochgezogenen Schleibrücke kurz aufgehalten, können aber ansonsten problemlos zu unserem Mittagsstop in Eckernförde gelangen.

Dort gibt es als Besonderheit nicht nur einen angeblich sehr guten Womo-Stellplatz (haben wir aber nicht besichtigt), sondern sogar einen Kurzzeit-Womo-Parkplatz, mit angenehm breiten Parklücken. Auch mal schön!

Unser Weg führt uns zunächst mal an den Strand mit einem Steg, der ins Meer führt und für Elli offensichtlich sehr unheimlich ist, da man zwischen den Bohlen immer schön das Meer unter sich sehen kann. Aber eine schöne Aussicht auf die Eckernförder Bucht hat man von hier!

FischZeit

Unser Mittagessen wird auch heute wieder ein Fischbrötchen. Wir sind echt auf den Geschmack gekommen! Die besten soll es laut TripAdvisor bei FischZeit geben. Und wir sind zumindest schon mal von der Freundlichkeit der Bedienung absolut begeistert. Denn hier bekommen sogar Hunde eine Fischfrikadelle „aufs Haus“. Elli kann ihr Glück gar nicht fassen…!

Aber auch unsere Fischbrötchen munden gar köstlich. Ich frage nach, was die Fischsoljanka denn für eine Art Suppe sei. Nach dem Schwärmen der Chefin von ihrer eigenen Suppe bestellen wir mal auf gut Glück für uns beide. Und werden nicht enttäuscht – eine sehr würzige, paprikalastige Suppe mit Creme fraiche und großen Fischstückchen vom Wels und winzigen Krabben. Anders als meine bisherigen Lieblingssuppen aber definitiv lecker!

Wir werden wiederkommen!

Bummel

Eckernförde hat eine beeindruckend lange Fußgängerzone mit einem undefinierbaren 80er-Charme. Nicht wirklich schlimm, aber auch nicht wirklich einladend oder gar mondän. Nachdem wir schon im Hofladen von den irrsinnigen Immobilienpreisen in der Region gehört haben, können wir das hier im Aushang der Banken und Makler bestätigt sehen. Da kann man auch gerne mal 1,5 Millionen ausgeben…

Bonbon-Heaven

Als wir schon fast am Hafen angekommen sind, zieht uns der Duft aus der Bonbonkocherei magisch an. Es gibt ein launig kommentiertes Showkochen der Bonbons und wir füllen uns ein Säckchen mit einem Sammelsurium der Bonbons, die uns anlachen. Leider sind das mehr als gut für uns (und die Reisekasse) sind. Aber als wir nachher Kokos-Krokant und Salmiakfondant Vollmilch schnagern sind wir überzeugt, das Geld gut angelegt zu haben und bereuen schon, die Tüten nicht üppiger gefüllt zu haben. Dicke Empfehlung!

Stinkeleuchtturm

Unser Tagesziel ist das Schwedeneck. Wie könnten wir auch an einem Ziel mit diesem Namen vorbeifahren?! Am dortigen Bülker Leuchtturm gibt es sogar extra Womoparkplätze. Wir spekulieren mal drauf, dass wir im Oktober da noch ein Plätzchen kriegen werden. Und tatsächlich ist es kein Problem, dort einen Stellplatz zu finden, obwohl es „nur“ 10 Plätze gibt. Etwas kurios ist die Parkregelung, dass man nachts kostenlos dort stehen darf, aber tagsüber bezahlen soll. Naja, jeder so wie er mag.

Nachdem wir uns im Leuchtturmcafe mit einem Bierchen gestärkt haben, erkunden wir die Umgebung. Und stellen fest, dass der leicht strenge Geruch in der Luft sicherlich durch die vielen Algen am Strand erzeugt wird, aber vielleicht auch dem Klärwerk der Region zu verdanken ist, das direkt nebenan ist… Aber nach einiger Zeit nimmt man den Geruch gar nicht mehr so sehr wahr, so dass wir beschließen, doch die Nacht hier zu verbringen.

Nur das Sonnenuntergangsspektakel macht heute, bei diesem makellos blauen Himmel, einfach mal Verschnaufpause.

Das Geisterschiff

Die Wetterlage ändert sich leider nicht mehr. Es bleibt trüb-nieselig. Und bei diesem Wetter fällt einem der Abschied nicht schwer. Also fahren wir zum Hafen und diesmal klappt es auch mit dem Precheck völlig problemlos. Aber wahrscheinlich auch nur, weil wenig los ist. Die Frau im Auto vor uns guckt sehr angestrengt auf das Display und wirkt etwas ratlos, kriegt ihre Tickets dann aber nach einiger Zeit doch. Als ich dann am Zuge bin, wundert mich auch wirklich nichts mehr. Die angezeigten Infos sind so spartanisch, dass man sich schon zusammenreimen muss, wie es weitergeht. Dass da so mancher Kunde dran scheitert, wundert mich jetzt gar nicht mehr. Ich frage mich wirklich, ob die niemanden haben, der das ganze noch mal auf Bedienungsfreundlichkeit überprüft und sofort erkennt, woran es hakt. So schwer wäre das nämlich nicht…

Wir fahren an Bord und wundern uns: Alles so leer hier! Die Fahrspuren, die auf der Hinfahrt alle noch bis zum Ende gefüllt waren, bleiben zum guten Teil leer oder sind nur mit ein paar Fahrzeugen gefüllt. Wenn das Schiff zu einem Viertel belegt ist, ist das schon viel.

Egal. Wir warten auf dem leeren Deck pflichtschuldig bis wir abgelegt haben und machen es uns anschließend in der Kabine gemütlich.

Als wir zum Mittagessen gehen, wandeln wir durch leere Gänge und fragen uns kurzzeitig, ob wir vielleicht die einzigen verbliebenen Menschen auf einem Geisterschiff sind. Ein unheimlicher Gedanke.

Aber beim Buffet sind dann doch zumindest eine Handvoll Tische besetzt. Aber es fehlt das erwartungsvolle fröhliche Treiben eines Schiffes voller Urlaubsgäste.

Dazu passt, dass wir quasi im Schneckentempo voran kommen. Gefühlt nimmt das Schiff so ungefähr gar keine Fahrt auf. In Zeitlupe nähern wir uns zum Schluss Travemünde, was wir mindestens eine Stunde vor Ankunft schon sehen können. Gefühlt so, als könne man problemlos nebenher spazieren, wenn man nur Jesus wäre und übers Wasser laufen könnte.

Aber irgendwann sind wir dann doch angekommen, haben deutschen Boden unter den Rädern und fahren zum einen durch ein richtig heftiges Unwetter mit Starkregen und wundern uns andererseits, wie bereits in Südschweden, über die vergilbten Wiesen und Felder. Eine echte Dürre!

Wir steuern heute mal ein neues Zwischenziel an, da wir keine Lust darauf haben, den Rest bis nach Hause in einem Rutsch zu fahren. In der Nähe von Walsrode gibt es den Forellenhof, der Stellplatz und Restaurant anbietet. Probieren wir aus.

Und finden ein erstaunlich ambitioniertes Hotel mit Restaurant, Kneipe und Braustube vor, dass mit dem Forellenwasser sogar einen eigenen (leckeren!) Schnaps im Angebot hat.

Das Skurrilste aber: Es gibt auch ein „hauseigenes“ Storchenpaar mit Nachwuchs. Und der Papa (oder die Mama?) setzt sich abends auf die Laterne am Hofeingang. Und das ist dann doch ein schönes Abschlussbild für die diesjährige Sommerreise.

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Köstlicher Regentag

Echt voll hier. Aber bei dem nieseligen Regenwetter mit Wind ist der Badestrand auch für die meisten Schweden keine Option, so dass wir niemandem den Parkplatz wegnehmen. Entsprechend gemütlich starten wir in den Tag. Erst mal gucken, was das Wetter macht. Und das wird gegen Mittag dann sogar eher freundlich. Wir brechen auf.

Heute möchten wir mittags noch mal lecker essen gehen. Denn eines müssen wir sagen: Ja, es ist etwas teurer als in Deutschland. Mit alkoholischen Getränken sogar sehr viel teurer. Aber von der Qualität der Speisen sind wir absolut begeistert. Alles frisch, gut zubereitet und wohlschmeckend. Hier kann man wirklich problemlos gut essen. Oder wir haben bisher eine außerordentlich hohe Trefferquote.

Heute fahren wir in den Hafen von Höganäs, da dort das Hafenrestaurant Bryggan gut sein soll. Da es aber erst um 12 Uhr öffnet, bummeln wir noch etwas durch den Hafen und entdecken eine gute Idee, hässliche Betonhafenmauern schöner zu machen: selbst gestaltete Kacheln, offensichtlich von Kindern und Jugendlichen gestaltet und im Laufe der Jahre immer weiter angewachsen. Die ältesten sind von 1992 und sehen dafür noch erstaunlich frisch aus.

Interessant, zu sehen, welche Motive absolute Evergröls sind: Pferde, Sonne, Jesus gehen immer. Aber auch Sex, Drugs und Rock’n’Roll oder ein beherztes „Fuck cancer“ lassen sich finden. Ist irgendwie eine schöne Variante der allgegenwärtigen Liebesschlösser an jeglichem Brückengeländer in einer Großstadt.

Im Bryggan sind wir die einzigen Gäste und es werden im Verlauf unseres Aufenthaltes auch nicht viel mehr. Woran das liegt ist uns etwas schleierhaft. Denn auch an unserem letzten Tag in Schweden kriegen wir noch mal richtig gutes Essen vom freundlichen Service serviert.

Praktischerweise gibt es von meinen Lieblingsgerichten Fischsuppe und Muscheln jeweils eine halbe Portion im Angebot. Und zwei Halbe machen ja ein Ganzes. Bestellt!

Wobei: Diese halben Portionen würden in den meisten anderen Restaurants auch als große Portion durchgehen. Zumindest würde niemand ernsthaft sagen „Das ist aber wenig!“

Für mich ist es ein Fest, denn beide Mahlzeiten sind Volltreffer – und auch Annettes Gericht hält, was versprochen wurde: „reichlich Krabben“. Die sind nämlich so reichlich, dass das Brot darunter komplett verschwunden ist. Und so frisch, dass man sich vor Genuss reinlegen möchte, sind sie auch noch. Fein, fein, fein!

Aber dank der üppigen Portion Mayonnaise auch so magenfüllend, dass Annette sich erst mal ein Schnäpschen genehmigen muss. Prost!

Und auch unser nächstes Ziel hat mit Essen zu tun. Denn um die Ecke gibt es noch das Maison Francaise. Von einer Schwedin und einem Franzosen betrieben soll es dort echt französische Küche und, für Annette ein Muss, Tarte Citron geben. Und die wollen wir uns für das spätere Kaffeetrinken als Goodie kaufen.

Wir steuern das Restaurant an und stellen zu unserer Freude fest, dass das Haus wohl gut besucht ist – scheint also was Gutes zu sein. Nur leider ist es so gut besucht, dass aller Süßkram für Restaurantgäste reserviert ist und nichts einfach so außer Haus verkauft wird. Anders, als es online angekündigt wurde. Und so ziehen wir, mit dem verlockenden Küchlein schon vor Augen, mit leeren Händen davon.

Der restliche Tag ist dann relativ schnell abgehandelt: Fahren, einkaufen von schwedischen Grundnahrungsmitteln für Zuhause, fahren, Regenschauer, entsorgen, Stellplatz in Malmö mit Sicht auf die Brücke erkunden, für unattraktiv befinden, fahren, noch mehr Regen, Stellplatz auf der Falsterbo-Halbinsel erkunden, für noch unattraktiver halten, weiterfahren.

Wir beschließen, den Tag einfach auf dem uns schon bekannten Stellplatz in Kämpinge zu beschließen. Kennen wir, ist ordentlich und wenn es abends doch noch mal etwas trockener wird, könnten wir sogar an den Strand.

Ich finde sogar die Ecke wieder, wo wir beim letzten Mal gestanden haben und bin erstaunt, dass lediglich ein anderes Womo mit uns auf diesem Riesenplatz steht. Das war doch letzte Nacht deutlich anders!

Nachdem Annette den Kaffee gekocht hat, pilgere ich mal zum flammneuen Parkautomaten, um noch für die Zeit bis 20 Uhr (Afgivt 8-20) zu bezahlen. Und mich trifft echt der Schlag: Es gibt den freundlichen Hinweis, dass man doch bitte mit der Park-App bezahlen solle und dass Womos für diesen Platz 250 Kronen/Tag bezahlen sollen. 25€ für einen Platz ohne alles? Wer hat sich das denn überlegt…?

Also fahren wir auch hier weiter. Reichlich genervt finden wir auf dem Weg nach Trelleborg dann einen Stellplatz direkt an der „Haupt“straße, der „nur“ 100 Kronen kosten soll. Naja, bevor wir heute noch länger durch den Regen kurven: Nehmen wir. Immerhin direkt am Meer. Gut genug für einen letzten Abend in Schweden, das uns den Abschied diesmal sehr leicht macht.

Erkundungstour durch LA

Nach einer jetlaggemäß mäßigen ersten Nacht, in der man ab 4 Uhr nicht mehr schlafen kann, bringt uns eine heiße Dusche erst mal steil nach vorn.

American Breakfast

Und auch das Frühstück im Hotel ist tatsächlich, wie in den Rezensionen beschrieben, besser als das amerikanische Duchschnittshotelfrühstück. Wobei man sich da keinen Illusionen hingeben darf: Das einzige was die Amis im Umweltschutz drauf haben, ist ein Mülleimer, auf dem Recycling steht. Ansonsten ist alles Besteck und Geschirr Wegwerfware und auch die meisten zusätzlichen Sachen sind extra verpackt.

Mein persönliches Highlight ist aber der Waffle-Maker. Da kann man sich selbst eine Waffel kreieren. Zunächst mit einem Wendewaffeleisen frisch backen, anschließend nach Lust und Laune verzieren. So was will ich auch zuhause haben!

Dennis rockt

Für den heutigen ersten Tag nach dem Flug haben wir uns einen besonderen Luxus gegönnt: Eine ganztägige deutschsprachige Stadtrundfahrt durch LA. Hatte ich mal irgendwo aufgeschnappt und hörte sich vielversprechend an. Denn so wirklich Lust auf die Stadt hatten wir nicht und sie auf eigene Faust zu erkunden, schien irgendwie ohne Auto auch schwierig. Und was soll ich sagen: Volltreffer!

Denn nicht nur ist Dennis freundlich und pünktlich am Hotel – auch die Tour ist bis ins letzte Detail liebevoll vorbereitet und löst das Versprechen tatsächlich ein, innerhalb eines Tages einen groben Überblick über die Stadt zu vermitteln.

Downtown

Wir starten in Richtung Downtown und der erste Blick bestätigt wirklich alle Vorurteile, die ich bisher über LA hatte. Wenig attraktiv, unendlich viele Flachbauten, etwas runtergekommen, Müll, Obdachlose. Naja.

Am Park neben dem Pico House ist unser erster Stopp und hier sieht es schon etwas netter aus. Alles startet gerade gemütlich in den Tag und vor allem: Die Sonne scheint und wir genießen es, im T-Shirt und mit offener Jacke herumzulaufen.

Richtig toll finden wir dann das Bahnhofsgebäude der Union Station. Fast schon ein historisches Gebäude mit seinem Art-Deco-Stil.

Und ein bisschen Mexico gibt es dann in der Olvera Street.

Only in LA

Auf dem weiteren Weg kommen wir an weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei, wobei vor allem die Walt Disney Concert Hall mit ihren runden Schwüngen beeindruckt.

Und man merkt, dass Hollywood nicht weit ist: Wir sehen unterwegs Dreharbeiten an einem Gebäude und kommen sogar mitten in einen Werbespot. Ein Polizist sperrt die Straße vor uns ab und ein BMW (mit deutschem Kennzeichen!) fährt, begleitet von einem Filmtruck mehrmals eine Straße rauf und runter. Cool!

Schöne Aussicht

Next Stop: Griffith Observatory. Und hier oben herrscht schon reges Treiben, obwohl noch nicht so viele Busse da sind.

Die Aussicht ist aber auch wirklich grandios und das Hollywood-Sign haben wir in einem Suchbild verewigt. Sofie gibt einen kleinen Tip…

Auch das Observatorium selbst wäre sicher einen längeren Besuch wert. Aber dafür haben wir jetzt nicht so viel Zeit, wie wir wollten.

Beim nächsten LA-Besuch wäre es toll, hier mal den abendlichen Ausblick auf die Stadt zu genießen!

Walk of Bullshit

Weiter geht‘s den Berg wieder hinunter zum Walk of Fame. Diese ganze Ecke am Hollywood Boulevard mit dem Chinese Theatre, vor dem die Handabdrücke der Stars zu finden sind und dem Dolby Theatre, wo die Oscarverleihung stattfindet, ist eine einzige Tourimeile mit allem Schlimmen, was dazugehört.

Die Geschäfte mit Touristennepp. Die Anquatscher, die dir eine Hollywoodtour verkaufen wollen. Die verkleideten Figuren, die für Fotos posieren wollen. Neu waren für uns aber die CD-Verkäufer, die einem ihre CDs fast schon mit Gewalt in die Hand drücken wollen. Nervig.

Wir sind aber zumindest erleichtert, dass auch für uns schon mal Sterne reserviert sind.

Und cool ist auch der Blick vom Dolby Theatre hinunter auf das Treiben auf der Straße. Ansonsten: Muss man nicht nochmal haben.

Farmer‘s Market

Da mittlerweile schon der Magen knurrt, machen wir praktischerweise Mittagspause im Farmer‘s Market, wo man sich an den unterschiedlichsten Ständen vom Chinesen über Brasilianer bis hin zum Franzosen alles Mögliche an Essen kaufen kann.

Wir entscheiden uns für Cajunküche aus New Orleans und italienische belegte Brote. Gute Wahl!

Ganz schön edel

Am Sunset Strip, in Beverly Hills und natürlich dem Rodeo Drive wird es dann posh. Hier sieht es nun so gar nicht mehr wie am Vormittag aus – man sieht, dass hier Geld wohnt und Geld herumspaziert.

Promis haben wir zwar keine gesichtet, aber mit dem kurzweiligen Quiz, dass Dennis mit uns während der Fahrt durchführte, haben wir zumindest eine Vorstellung davon, wo die sich so rumtreiben.

Und am Holmby Park ist dann sogar Zeit für ein Extrafamilienfoto.

On the beach

In Santa Monica kommen wir dann endlich auch an den Pazifik. Der Ausblick hinunter auf den breiten Strand mit dem Vergnügungspier gefällt uns gut. Und vor allem sind hier mal Menschen zu Fuß unterwegs!

Unsere eigentliche Strandstation haben wir dann am Ende der Stadttour am Venice Beach. Hier ist richtig was los!

Aber so richtig begeistert haben uns vor allem die Skateboarder, die durch die wirklich coole Skateranlage düsen. Der Kleinste war vielleicht 5 Jahre alt, konnte aber schon durchaus was mit seinem Brett anfangen. Stark!

Auf dem Blechdach

Nachdem wir uns nach der Stadtführung im Hotel ein bisschen erholt haben, geht es heute tatsächlich per Uber zum Restaurant Tin Roof, was sich ein paar Kilometer südlich befindet.

Da wir nicht reserviert haben, müssen wir ein bisschen am Tresen warten. Und da man bei den Amis mit 18 zwar schießen, aber nicht saufen darf, guckt Sofie uns dabei zu, wie wir unser IPA schlürfen.

Zum Trost gibt es eine Barkeeperin, die ihr Handwerk wirklich versteht. In einem Affenzahn werden Getränke eingeschüttet, gemixt oder geschüttelt.

Das Restaurant entpuppt sich dann als wirklich guter Tipp, denn alles, was wir uns bestellt haben, schmeckt tatsächlich auch wirklich lecker. Ein schönes Ende für einen schönen Tag!

Wihr gewinnt

Gestern war es noch sehr praktisch, nach der Weinprobe einfach ins MoMo steigen zu können. Heute wundern wir uns, wie laut es in einem Weinbetrieb zugehen kann. Gut, dass wir durch die Winterzeitumstellung erstaunlich früh aus den Federn gekommen sind!

Wir fahren heute, für den letzten Elsasstag, noch mal zurück ins schnuckelige Hunawihr, wo wir unterhalb der Kirche auf einem zauberhaften Platz parken.

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Von dort aus geht es durch die Weinberge nach Riquewihr. Es ist herrlich sonnig, aber immer mit teilweise dramatisch düsteren Wolken neben uns. Und sobald die Sonne weg ist, wird es reichlich schattig. Gut, dass wir uns zwiebelschalig angezogen haben!Elsass0004.jpgElsass0001.jpgElsass0001.jpgElsass0006.jpgElsass0008.jpgElsass0010.jpg

In Riquewihr gehen wir noch mal den Weg, den wir gestern mit dem MoMo durch die Weinberge genommen haben. Und wieder begegnet uns die Bimmelbahn.

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Im Ort selber sind wir dann sehr zwiegespalten. Natürlich ist das alles tuffig und super mit den bunten Fachwerkhäusern.

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Und den netten Schildern an den Häusern.

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Und auch die Wein- und Leckereiengeschäfte sind tendenziell eher geschmackvoll als schlimm.Aber man merkt spätestens am Weihnachtshaus mit den Lebkuchenschlagläden, dass es dann doch mehr Business als schön ist.

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Also sagen wir mal so: Wir bereuen es nicht, hier gewesen zu sein, aber ein Herzensort ist das jetzt auch nicht gerade. Kann und vielleicht sogar muss man mal gesehen haben, aber wir werden tendenziell eher nicht wieder kommen. Denn was hier im Sommer los sein mag, will ich mir gar nicht länger vorstellen.

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Und deshalb sind wir dann ganz froh, als wir den Ort hinter uns lassen.

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Es geht steil hinauf rüber nach Hunawihr, wo wir uns anschließend deutlich wohler fühlen.

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Nichts von dem Trubel, natürlich auch nichts von dem geschlossenem Stadtbild Riquewihrs. Dafür aber auch schöne Ecken und vor allem: Ruhe!

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Und so kehren wir für ein letztes elsässisches Mittagsmenu im Suzel ein. Und das ist dann irgendwie auch ein passender Abschluss für unsere erste Schnuppertour ins Elsass. Mit deftiger elsässischer Kost und einem wirklich leckeren Nachtisch.Elsass0025.jpgElsass0029.jpg

Als wir anschließend wieder Richtung Norden fahren erleben wir noch einmal eine großartige Lightshow: in warme, sonnige Herbstfarben getaucht zieht die Landschaft, die wir in den letzten Tagen bereist haben, an uns vorbei.

Nachdem wir im SuperU von Seltz noch mal Vorräte aufgefüllt haben („Micha, natürlich brauchen wir zwei Gläser von der Caramel-Noisette-Creme mit Sel de Guerande!“) stellen wir fest, dass unsere Zeitplanung etwas optimistisch war. Es wird jetzt einfach verdammt viel zu früh dunkel! Unser anvisiertes Ziel in der Pfalz verwerfen wir, denn Stellplatzsuche im Dunkeln ist selten witzig. Stattdessen spuckt unsere App-Reiseberatung einen Friedhofsparkplatz in Hunspach aus. Hört sich gut an. Und als wir dort ankommen, stellen wir fest: Ist auch gut. Aber vor allem zieht die Sonne noch mal alle Register und bietet uns einen spektakulären Sonnenuntergang.

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Van Gogh lässt grüßen:

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Eisige Höhen und indisches Debakel

Heute müssen wir doch tatsächlich mal ein bisschen früher als gewohnt aufstehen. Ein Treffen mit unseren Freunden Carmen und Bernd, die in Colmar Urlaub machen, steht auf dem Programm.Elsass0001.jpgWir haben uns den Lac Noir in den Vogesen ausgesucht, um von dort zu Lac des Truites zu wandern. Auf der Fahrt dorthin sind wir erneut baff, wie schnell man von der lieblichen Weinstraße in die raue Berglandschaft der Vogesen gelangt. Hier oben ist nichts mehr vom Betrieb in der Ebene zu spüren. Aber trotzdem ist der Parkplatz am Lac Noir bereits gut gefüllt. Scheint ein beliebtes Wandergebiet zu sein. Ein Parkplatz fürs MoMo und auch für Carmen und Bernd findet sich dann aber schon noch.

Elsass0002.jpgWas wir hier oben vor allem merken: Es ist frisch! Vom Sturm mit Orkanböen, der für Nord- und Ostsee angekündigt ist, sind wir zwar weit entfernt, aber zusammen mit den niedrigeren Temperaturen hier in der Höhe ist das schon ganz schön eisig. Mütze und Handschuhe habe ich leider daheim gelassen… Wir packen uns daher so gut ein und machen uns an den Aufstieg.

Es ist ein lustiger Weg: Zunächst ordentlich bergauf, dann noch ordentlicher bergab. Den Abstecher zum Gipfel am Altenkraehkopf machen wir auch noch, werden hier aber dafür dann auch ordentlich durchgepustet. Brrr!

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Die Einkehrhütte am Forellensee bietet sich als perfekte Zwischenstation an, ist aber in der molligen Hütte leider voll besetzt. Immerhin gibt es eine halbwegs windgeschützte Terrasse, auf der sich hin und wieder mal die Sonne blicken lässt. Aber nach unserer Rast mit elsässischer Wurst- und Käseplatte sind wir trotzdem ein bisschen eingefroren.Elsass0005.jpgElsass0010.jpg

Gut, dass man beim Wandern dann wieder auf Betriebstemperatur kommt. Noch besser, wenn am Ende der Wanderung ein Tarte Myrtilles auf einen wartet. So üppig belegt habe ich die auch noch nicht gegessen – lecker!

Wir beschließen, getrennt nach Colmar zu fahren und uns dann zum Abendessen wieder zu treffen. Unterwegs machen wir noch einen kleinen Abstecher nach New York…Elsass0001.jpg

Der Stellplatz am Port Plaisance in Colmar ist sehr professionell geführt – alles gut organisiert und nachts regelrecht verriegelt und verrammelt. Stacheldraht und Tor mit Nummerncode inklusive.

Wir machen uns auf den 20-minütigen Weg in die Stadt, genauer gesagt zum Marché Couvert und zum Petit Venise mit seinen kleinen Kanälen. Ausgesprochen malerisch! Da kann man schon verstehen, warum die Leute von Colmar so schwärmen.

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Wir treffen uns dort wieder mit Carmen und Bernd und machen uns auf, die Stadt zu erkunden.

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Da wir alle guten Hunger haben, machen wir uns auf zu einem libanesisch-syrischen Restaurant, dem Palmyre, was Carmen und Bernd ausgekundschaftet hatten. Leider ist es eher winzig und daher ohne Reservierung nichts zu wollen. Schade! Naja, direkt nebenan ist ein Inder, das Maharaja. Nehmen wir halt das, ist doch auch exotisch! Um es vorweg zu nehmen: Größter Fehler des Urlaubs…

Wenn man einmal nicht vorher im Internet checkt, ob das was taugt… Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen, also hier mal die Liste der ungewöhnlichen Erfahrungen, die man hier machen kann:

  • ein zweites Teelicht im Fenster anzünden? Wieso, ihr habt doch schon eins auf dem Tisch?
  • hohe Getränkepreise für Billigfusel
  • Vorspeisen, die von Menge und Qualität her beide lächerlich sind
  • labberiges Brot, das nach einer Dreiviertelstunde serviert wird und an dem die Bedienung mit ihren Fingern rumfummelt, um zu zeigen, welches Brot welches ist
  • ein falsch servierter Hauptgang für Carmen und anstatt einer Entschuldigung fängt die Bedienung noch an zu argumentieren und will Carmen ihren Block unter die Nase halten, damit diese doch bitte zur Kenntnis nimmt, was sie aufgeschrieben hat und das das gar nicht sein könne
  • alle Hauptgänge schmecken eher nach aufgewärmter Supermarktware als nach authentisch frisch gekocht
  • als Rechnung kriege ich den Endbetrag auf einen Kellnerblock geschrieben. Als ich ungläubig auf einer Rechnung bestehe, wird diese augenrollend erstellt

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Eine solch schreckliche Essenserfahrung haben Annette und ich zuletzt vor über 20 Jahren ebenfalls bei einem Inder im Quartier Latin in Paris gemacht, wo wir voll in die Touristenfalle getappt sind. Wir zahlen Lehrgeld, sind aber immerhin amüsiert, dass wir einen auf schräge Art „unvergesslichen“ Abend zusammen hier verbracht haben.

Elsass0014.jpgAuf der Suche nach einem heimeligeren Ort für den Rest des Abends bummeln wir ziellos durch das nächtliche Colmar. Auch im Dunklen sieht es hier sehr hübsch aus. Es stellt sich aber als schwieriger als erwartet heraus, einen Platz für einen Absacker zu finden.
Entweder wird gerade schon geschlossen oder es gibt nichts mehr zu essen (wir sind nämlich beim Maharaja auch nicht wirklich satt geworden…) wie im schnuckelig aussehenden Majessthé, oder es ist einfach voll (Schwendi) oder die Kneipe ist total leer – immer ein schlechtes Zeichen, wir wollen nicht schon wieder in eine Falle tappen!

Elsass0007.jpgSchließlich kehren wir noch im “Version Originale 68” ein, das mir direkt bei Ankunft am Marché Couvert schon als nett aufgefallen war. Auch hier wirkt alles ein bisschen touristisch (Colmar-Bleistift gefällig?), aber wir sind einfach froh, einen halbwegs akzeptablen Platz zum Klönen und im Warmen gefunden zu haben.

Im Schlemmerweinland

Heute können wir es ruhig angehen lassen. Denn der Wetterbericht hält Wort: Im Laufe des Vormittags wird es richtig ungemütlich und wir machen es uns im MoMo bequem.

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Denn für Mittags haben wir uns vorgenommen, unserem neuen in Caillac angefangenen Hobby „Mittagsmenu“ zu frönen. Denn das Lindeplatzel sieht im Internet schon mal sehr vielversprechend aus. Und als wir um 12 Uhr das MoMo verlassen, ist dann auch Sonne pünktlich am Start.

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Bei herrlichem Wetter schlendern wir die Hauptstraße hinunter, nur um am anderen Ende dann lange Gesichter zu machen: „Ausgebucht!“ Anscheinend haben andere Leute das gleiche Hobby wie wir… Also beschließen wir, im etwas traditionelleren Restaurant Gilg von der gleichnamigen Winzerei unser Glück zu versuchen.

Elsass0007.jpgDer erste Eindruck ist eher so meh… Etwas trutschige Einrichtung und auch das silberne Besteck wirkt eher bieder als elegant. Wir bestellen das Menu du saison. Wir haben an der Tafel etwas von potimarron (Maronen) und veloute (Suppe) gelesen und das flugs als Kastaniensuppe übersetzt. Und „cerf“? War das nicht Kalb? Passt scho…

Aber gut, dass unsere mangelhafte Übersetzung uns nicht von der Bestellung abgehalten hat. Denn die potimarron entpuppt sich als kleiner Kürbis, wie wir beim Bezahlen erfahren (wer würde schon vor dem Essen fragen, was das sein könnte…?). Und den cerf habe ich beim Essen immerhin schon treffsicher als Wild, so in Richtung Reh identifiziert. Richtig übersetzt war das ganze ein Hirschgulasch. Und alles ausgesprochen köstlich. Mjam!

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Solchermaßen abgefüllt gibt es zwei Möglichkeiten: Verdauungsschlaf oder Verdauungsspaziergang. Wir entscheiden uns für letzteres.

Das Chateau d’Andau sieht, wie Annette treffend feststellt, aus, wie Kinder eine Burg malen würden. Links und rechts zwei große Türme, dicke Mauer, fertig. Und qualifiziert sich damit und mit der nicht all zu fernen Distanz für ein würdiges Wanderziel.

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Ist das nicht der coolste Lattenjupp aller Zeiten?

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Als wir dort ankommen, sind wir aber etwas unterwältigt. Es ist wirklich eher eine Ruine und von Fernsicht ist leider auch nichts zu vermelden. Kann man machen, muss man aber nicht. Egal, denn auch heute gibt es wieder buntes Laub und Farbenspiele. Auch schön.

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Da der Tag schon fortgeschritten ist, fahren wir nun im Nachmittagslicht weiter Richtung Süden und schlagen unser Quartier in Châtenois auf, wo es einen Womostellplatz mit Ver-/Entsorgung gibt. Und kommen damit in die châtenoisische Rush-Hour, wo sich kurioserweise an einem Kreisverkehr der Verkehr endlos staut. Sachen gibt’s!

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Nach heiß kommt feucht

Nachdem es gestern abend relativ schnell abgekühlt war, hatten wir nicht mit einem so sonnigen und heißen Tag gerechnet. Aber tatsächlich kommen wir beim Abbauen, Vorräte auffüllen, Putzen und Verstauen regelrecht ins Schwitzen!
Dabei wollen wir doch heute noch mal fein Essen gehen! Denn im Nachbarort Mirebel gibt es ein anscheinend sehr gutes Restaurant mit einem fast schon lachhaft billigen Mittagsmenu für 17,50€ inklusive Wein. Das Le Bouchon Du Chateau ist, als wir um kurz nach 12 dort aufschlagen, bereits gut gefüllt und wir werden allen Ernstes gefragt, ob wir reserviert hätten! Nach dem kurzen Schreck kriegen wir aber den anscheinend tatsächlich einzigen freien Tisch. Puh!

Und was soll ich sagen: An diese leckeren Mittagsmenus für vergleichsweise kleines Geld und 100% preis-wert könnten wir uns sehr gewöhnen! Auch hier ist wieder alles aufwändig angerichtet, so dass auch die Augen satt werden. Und es ist genau so lecker wie es aussieht! Große Empfehlung!

Als wir das Restaurant zufrieden lächelnd verlassen, sind zwar ein paar Wolken aufgezogen, aber nach der angekündigten Gewitterfront sieht das nicht gerade aus. Trotzdem verlassen wir uns auf den Wetterbericht und sehen zu, dass wir das Jura hinter uns lassen. Aber nicht ohne vorher noch in Plasne, wo wir auf der Hinfahrt schon so lecker eingekauft haben, noch einmal zuzuschlagen.

Und als wir das Jura verlassen, kommen tatsächlich auch die ersten Regentropfen. Aber Gottseidank bewegt sich das alles im Rahmen von normal-schlechtem Wetter und auch unsere Provisorien an Dach und Fenster halten weiter dicht. Sehr beruhigend!

Was sich aber ändert, sind die Außentemperaturen. Die 30° vom Vormittag sind am Abend in den Vogesen nämlich mal locker halbiert – auf 15° sind wir mit unseren kurzen Sommersachen ja mal gar nicht mehr eingestellt!

Und an unserem zunächst anvisierten France-Passion-Platz stehen wir wie Pik-7 da, weil alle 3 Plätze schon belegt sind und wir daher noch mal neu suchen müssen.

In der Park4night-App findet sich dann ein Naturparkplatz bei Saint Nabord, der etwas sein könnte. Aber als wir dort ankommen sind wir zunächst nicht wirklich begeistert. Sieht aus wie ein überdimensionierter Parkplatz für ein kleines Naherholungsgebiet mit vielen Schlaglöchern, die nach dem ganzen Regen ordentliche Pfützenseen bilden.

Aber als ich das Gebiet ablaufe, stellt sich heraus, dass es durchaus schönere Stellen gibt, wo man mit dem MoMo ganz nett, ganz einsam und direkt am Wasser stehen kann. Das Wasser identifiziere ich zunächst als die Mosel, die hier durchs Tal fließt. Es stellt sich aber heraus, dass das sowas wie Auenseen sind, die sich hier in einer Biegung der Mosel gebildet haben. Sehr urig!

Haute Cuisine in Caillac

Auf der Fahrradtour gestern hatten wir das Restaurant Le Vinois in Caillac entdeckt. Das Menu hörte sich viel versprechend an, aber die Abendpreise waren dann auch leicht im höheren Bereich. Aber das Mittagsmenu schien uns bezahlbar.

IMG_5202.jpgUnd da war der Plan schnell gefasst: Morgens ein Sparfrühstück mit Kaffee und Müsli, damit Platz für ein 3-Gänge-Menu bleibt. Und da das Wetter im Moment eine Sommerpause einlegt, beginnt unser Tag auch erst so richtig zur Mittagszeit. Wir fahren also die paar Kilometer in den Nachbarort, parken das MoMo, machen uns noch ein bisschen Ausgehfein und werden dann als einzige Gäste im Restaurant begrüßt. Man merkt, dass man nicht in einem ganz normalen Landrestaurant zu Gast ist. Ausgefallenes Geschirr, alles fein angerichtet und: Es gibt wirklich nur das Mittagsmenu. Sonst nichts.

Da es von allen 3 Gängen 2 Varianten gibt, bestellen wir diese auch, damit wir möglichst viel probieren können. Das mit dem Teilen der Gerichte ist sicherlich nicht die feine französische Art, lohnt sich aber um so mehr – denn wir hätten wirklich keines der Gerichte verpassen wollen, so lecker schmeckt das!

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IMG_5204.jpgNach dem Menu sind wir uns einig: Essen wie Gott in Frankreich hat schon was – und zu den Mittagspreisen, gemessen an dem, was man bekommt, absolut bezahlbar! Dicke Empfehlung für alle, die in dieser Ecke mal unterwegs sind!

Nach einer Hunderunde um den See in Caillac und dem Besuch der leider verschlossenen Uraltkirche des Dorfes fängt es erneut an zu regnen. Zeit zum Weiterfahren!Figeac-001.jpg
IMG_5205.jpgHeute soll es weiter in Richtung Auvergne gehen. Wir fahren durch abwechslungsreiche Landschaften, aber ungefähr auf halber Strecke kommen wir an Figeac vorbei und mir ist sehr nach einem Päuschen.

IMG_5207.jpgUnd da die Stadt nett aussieht, parken wir kurzentschlossen das MoMo und machen uns auf Erkundungstour. Und was wir sehen, gefällt uns sehr.
Ein mittelalterliches Städtchen, das aber gut den Spagat zwischen alt und neu zu schaffen scheint. Zumindest haben wir noch nie eine Stadt gesehen, die im Zentrum überall per Lautsprecher mit Pop beschallt wird. Schräge Idee, muss man auch nicht mögen, aber irgendwie originell.IMG_5210.jpgIMG_5211.jpg

IMG_5208.jpgAuch das Schriftzeichenmuseum ist doll gestaltet und es gibt soar einen öffentlich zugänglichen Hof mit einer riesigen Bodenplatte mit Texten in 3 verschiedenen Schriftzeichen: Hieroglyphen, Hebräisch(?) und Kyrillisch.

IMG_5221.jpgWir spazieren noch ein bisschen durch die Straßen und als Annette eine Buchhandlung entdeckt, stöbern wir mal, ob es unseren Lieblingsasterix „Der Avernerschild“ („Aleschia? Isch kenne kein Aleschia!“) hier auf Französisch gibt. Annette möchte gerne damit ihre Sprachkenntnisse erweitern. Tatsächlich werden wir fündig und ich frage mich, was die freundliche Kassiererin denkt, als ich einen französischen Asterix kaufe, aber nicht ein Wort verstehe, was sie mich fragt… Nachher ist es mir auch klar: Ob ich eine Tüte haben wolle?IMG_5214.jpg

Solcherart also bestenfalls vorbereitet, machen wir uns auf den Weg Richtung Auvergne, Richtung Aurillac. Und passend zu der laut Reiseführer „Regenschirmstadt“ fängt es original beim Erreichen des Ortes an zu regnen, nachdem wir vorher noch einen Mix aus Sonne und Wolken hatten. Aufgrund seiner Lage haben wir den Campingplatz L’Ombrade angesteuert. Aber als wir vor der Schranke stehen, sind wir leicht ernüchtert. Das Gelände liegt inmitten einer Hochhaus- bzw. Mehrfamiliensiedlung, so dass man bis zum Schluss nicht glaubt, dass hier jetzt ein Campingplatz kommen soll. Wir halten kurz Kriegsrat und beschließen, noch ein Viertelstündchen weiter zu einem France-Passion-Hof in Polminhac zu fahren.

IMG_5220.jpgDas Navi lotst uns dann unverständlicherweise über Nebenstraßen, obwohl man fast die ganze Strecke auf einer N-irgendwas hätte fahren können. Wir werden aber mit traumhaften Alleen und wenig Verkehr entschädigt. Nur, dass an der per GPS programmierten Stelle erst mal nichts von einem Stellplatz zu sehen ist. Annette orientiert sich erst mal zu Fuß und macht dann den Stellplatz klar. Einmal um den Hügel herum und von der anderen Seite aufs Gelände eines Ausflugsbauernhofs fahren. Ein sehr skuriller Platz mit Ponyreiten, Tretboot und Schwimmbad, wo auch schon so einige Womos stehen. Alles wirkt ein bisschen ungepflegt, hat aber durchaus seinen Charme. Da aber kurz nach unserer Ankunft der angekündigte Dauerregen einsetzt, verzichten wir auf eine nähere Begehung.