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Auch in diesem Jahr gibt es wieder unseren Jahresrückblick. Eine ereignisreiches und seeehr frankreichlastiges MoMo-Jahr geht zu Ende.

Hier also wie immer in bewährtem Countdown von 12-1 unsere Großen 12 aus 2017! Ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt euch zum entsprechenden Blogeintrag.

Lourdes

Dass sich Lourdes in unseren Top 12 finden würde, hätte ich mir vorher auch nicht ausmalen können. Denn eigentlich war es nicht mal auf unserer Agenda für diesen Sommer. Aber nach dem Schock mit dem Hagelunwetter in Torla und dem fluchtartigen Verlassen Spaniens war die unfassbar friedliche Atmosphäre beim Abendgebet an der Basilika ein gutes Kontrastprogramm zum dramatischen Beginn des Tages.

Dahner Felsenpfad (Pfalz)

Ich weiß nicht, wie häufig ich bei der Wanderung auf dem Felsenpfad „Wie toll ist das denn?“ vor mich hin gemurmelt habe. Denn eine solche Farbenpracht, noch dazu mit roten Sandsteinfelsen war so ein bisschen wie die Zusammenkunft vom kanadischen Indian Summer mit den Red Rocks aus dem Südwesten der USA im Kleinformat. Und das mehr oder minder vor der Haustür!

Plage de la Palue (Crozon)

Das nenne ich doch mal einen Strand! Riesig breit, riesig weit und kaum eine Menschenseele unterwegs. Und wir mit dem MoMo direkt oberhalb. Ein Luxusausblick auf den Pointe de Pen-Hir inklusive.

Mont St. Odile (Elsass)

Auch mal schön: Über den Wolken, aber ohne Flieger. Das hübsch angelegte Kloster bietet sicherlich bei klarer Sicht einen fantastischen Ausblick hinunter ins Tal. Wir fanden aber den Blick, für den das Wort „Wolkenmeer“ erfunden worden ist, fast noch besser. Schade, dass die Bilder das nur unzureichend wiedergeben können!

Pointe de Corsen (Bretagne)

Plage de Ruscumunoc

Kennt ihr das, dass man sich an einem Ort spontan und unerklärlicherweise wohl und zuhause fühlt? So ging uns das am etwas nördlich vom Pointe de Corsen gelegenen Strand. Und die Aussicht auf vorbeiziehende Delfine hat dann auch nicht geschadet.

Aiguèze (Ardeche)

In einer so trubeligen Gegend wie der Ardeche im Sommer noch einen friedlichen und vergleichsweise verschlafenen Ort zu finden, ist schon ein Glücksfall. Und wenn man vorher die Corniche entlang der Ardeche gefahren ist, kann man sich auf dem urigen, hoppeligen und schiefen Stellplatz oberhalb des Ortes niederlassen und die Eindrücke erst mal sacken lassen. Wunderbar!

Lac d’Oo (Pyrenäen)

Ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch. Eingerahmt von hohen Bergen und einen großen Wasserfall gibt’s zusätzlich auch noch zu bestaunen. Einziger Wermutstropfen: Der Aufstieg ist ganz schon steil. Zumindest, wenn man ihn im Hochsommer in der Mittagshitze macht. Nicht schlau, nicht nachmachen.

Point Sublime (Tarn)

Wieder mal verblüffend: Wir befinden uns in Südfrankreich, im Hochsommer, an einer der bekanntesten Attraktionen der Region. Aber als wir die (zum Glück!) auch schon nicht übermäßig frequentierte Talstraße entlang des Tarn Richtung Aussichtspunkt verlassen, haben wir ganz oben einen grandiosen Ausblick ins Tal nahezu für uns alleine. Und auch der Campingplatz hier oben ist unverständlicherweise nicht besonders frequentiert und in Folge dessen herrlich ruhig.

Baume-les-Messieurs (Jura)

Das Jura hatten wir für die Sommerreise gar nicht als Reiseziel auf dem Schirm. Aber wie das so ist, wenn man sich treiben lässt: Man findet die schönsten Plätze per Zufall. Und der Taleinschnitt mit dem pittoresken Ort, der mangels Beleuchtung von uns leider nicht besichtigten Grotte und dem einfachen, aber saugemütlichen Stellplatz am Bach, der durchs Tal plätschert, gehört zu den „Da müssen wir unbedingt wieder hin“-Orten.

Cordes-sur-ciel (Okzitanien)

Wir haben ja schon viele mittelalterliche Örtchen gesehen. Auch auf dem Berg gelegen. Auch abends. Aber die Stimmung in Cordes-sur-ciel war speziell. Die extrem steilen Rampen, die es hinaufgeht. Das mehrmalige „Jetzt sind wir aber oben – ach nee, doch nicht!“-Gefühl muss man einfach erlebt haben und lässt sich mit Worten schlecht beschreiben. Dass wir dann noch eine kostenlose Feuershow mit Herzblut dargeboten bekamen, war dann das Tüpfelchen auf dem i. Auch hier waren wir nicht das letzte Mal!

Puy Mary (Auvergne)

Die Auvergne hatten wir als „irgendwie lohnend“ auf dem Zettel. Wo man auf dem Heimweg mal Station machen kann. Dass es aber so super ist, hat uns keiner gesagt! Da war das nette, aber auch sehr touristische Salers nur der Auftakt für eine grandiose Tour mit tollen Aussichten und der Kletterpartie hinauf auf den Puy Mary, einen der vielen erloschenen Vulkane in der Gegend. Wir hatten eher Eifel erwartet, haben aber Schweiz bekommen. Merci!

Brignogan Plage (Bretagne)

Was ein toller Ort! Sicherlich auch wegen der tollen Fotogelegenheit bei einem spektakulären Sonnenuntergang ein Lieblingsort 2017. Aber auch der ganze Rest mit dem Lost Campingplatz, dem Freilichtmuseum in Meneham und dem Sentier Côtier entlang des Strandes mit seinen eigenwilligen Felsen stimmt einfach.

Fast schon ein bisschen wehmütig verlassen wir unseren schönen Campingplatz. Hierhin werden wir noch einmal kommen, das steht fest. Immerhin ist das MoMo jetzt wieder auf Vordermann gebracht: Alles sauber, alle Vorräte aufgefüllt. Ein paar Tagen Freistehen steht also nichts im Wege. Auf geht’s in die Gorges du Tarn, die Tarnschlucht, die uns in einem Reiseführer als die schönste aller Schluchten in Frankreich beschrieben wird.

Zunächst mal geht es eher gemächlich zu. Die Schlucht ist weit, die Straße breit. So breit, dass wir fast ein Eichhörnchen überfahren, dass sich auf dem Mittelstreifen doch überlegt, lieber umzukehren. Vor lauter Schreck verpassen wir den Abzweig in die eigentliche Schlucht und fahren auf einmal bergauf. Aber Wenden am Berg macht ja auch Freude!

In der Schlucht geht es dann von Kilometer zu Kilometer enger zu. Ein erster Vorgeschmack sind die Örtchen, die immer irgendwie auch noch in den Hang gepuzzelt wurden und wo man sich dauernd fragt, wie die das denn jetzt geschafft haben.Gorges du Tarn-001.jpg

Offizielle Aussichtspunkte gibt es deutlich weniger als noch an der Ardèche. Und, was uns wirklich überrascht: Auch hier ist der Verkehr vergleichsweise harmlos. Keine Autokolonnen, keine Reisebusse. Was uns wieder sehr recht ist, denn stellenweise sind die in die Straße hineinragenden Überhänge der Felswände schon bedrohlich niedrig. Mehr als einmal haben wir das Gefühl, dass es ungut wäre, mit unserem hohen Alkoven wirklich *ganz* rechts zu fahren.

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An einer Stelle, wo man relativ nah an den Tarn herankommt, steigen wir aus und erkunden das Ufer ein bisschen. Ein Fotograf hat dort einen sensationellen Job: Er fotografiert die vorbeifahrenden Kanuten und ruft ihnen zu, wo sie sich ihr Foto abholen können. Und wenn keiner kommt? Dann liegt er in der Sonne und genießt das süße Leben!Gorges du Tarn-010.jpg

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Und je mehr wir jetzt Richtung Westen fahren, um so doller wird diese Schlucht. Immer noch einen Tacken enger, die Felsvorsprünge immer noch etwas weiter in die Straße ragend, die Tunneldurchfahrten immer noch ein bisschen niedriger. Da steigt der Puls beim Fahren schon deutlich mehr als noch auf der Corniche oberhalb der Ardèche!

An einer Stelle ist der Felsüberhang so gewaltig, dass wirklich jeder, der dort vorbeifährt unwillkürlich nach oben gucken muss. Warum wir das wissen? Weil wir das Womo an dieser tollen Stelle im Schatten geparkt haben und eine gemütliche Kaffeepause im Schatten der Büume oberhalb des Tarn und unterhalb dieses mächtigen Felsblocks machen.
Unser nächster Wegpunkt will erst mal über mehrere Serpentinen und dann noch mal einige Kilometer Straße erreicht werden:Der Point Sublime.Gorges du Tarn-035.jpg

Gorges du Tarn-037.jpgSublim habe ich eben mal im Duden nachgeschlagen: “ausgesucht, edel, erhaben, exquisit”. Wir schrauben uns also immer höher und finden die Aussicht von der Straße schon ganz schön schön. Aber der Aussichtspunkt trägt seinen Namen dann wirklich zurecht: Ein grandioser Ausblick über einen guten Teil der Gorges.

IMG_5024.jpgUnd mein spontaner Entschluss steht: Hier möchte ich auch heute abend noch sein. Und nach kurzem Checken der Möglichkeiten entscheiden wir uns für den wirklich preiswerten Campingplatz nur wenige Meter entfernt. Besser kann man es nicht antreffen. Und nachdem wir uns einen gemütlichen Nachmittag gemacht haben, brechen wir abends für eine ausgiebige Schluchtbetrachtung und -fotografierung erneut zum Point Sublime auf.

IMG_5025.jpgWas der feine Herr Fotograf natürlich nicht bedacht hat: In einer Schlucht herrschen abends extreme Lichtverhältnisse. Wo weite Teile schon im Schatten liegen, knallt auf die höheren Lagen noch die volle Sonne. Nicht ganz so einfach! Aber mit ein wenig Geduld und Spucke wird das schon was und wir haben die schöne Aussicht nun nahezu für uns alleine. Richtige Entscheidung!Gorges du Tarn-052.jpgGorges du Tarn-089-Bearbeitet.jpgGorges du Tarn-142-Bearbeitet.jpg