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Dass ich das jetzt im Womoblog veröffentliche ist jetzt ein bisschen geflunkert. Denn natürlich hält das MoMo brav Winterschlaf und wir waren ganz schnöde mit dem PKW unterwegs.

Aber das China Light Festival im Kölner Zoo ist wirklich der Kracher. So viele schöne Fotos! Und auch die Atmosphäre ist etwas ganz besonderes: Die Tiere befinden sich praktisch alle schon in den (geschlossenen)Tierhäusern – lediglich ab und zu hört man mal einen Esel schreien oder die Pinguine empört meckern, wenn man ihnen zu nah kommt. Denn der Star sind abends, wenn der Einlass zum China Light Festival überhaupt erst beginnt, die Lichtinstallationen.

Alle in einem comichaft-realisitischen Chinastil. Und. vor allem: Alles Unikate! Nicht in irgendeiner Fabrik nach Schema F gegossen, sondern jedes Licht-Tier hat regelrecht einen individuellen Charakter. Und im gesamten Zoo blinkt und funkelt es.

Wir waren fast die gesamten 4 Stunden Öffnungszeit (17.30-21.30 Uhr) dort und sind so gerade mit allem durchgekommen. Zugegeben, durchs Fotografieren hat das sicherlich länger als nur ein Spaziergang gedauert. Aber man kann und sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Installationen zu bestaunen. Eine tolle Sache, die auch den üppigen Eintritt von 16€ rechtfertigt. Guckbefehl!

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Man merkt wieder, dass wir in bergiger Gegend sind. Die Nacht war kühl und morgens ist es draußen am See herrlich dampfig und frisch.

Da die Sonne aber volles Rohr scheint, lassen wir uns nicht verdrießen und frühstücken draußen – wahrscheinlich das letzte Mal in diesem Urlaub…

Denn auch heute geht es ein Stück weiter Richtung Norden. Wir fahren mitten durch die Vogesen. Und als wir am Lac de Pierre-Percèe Zwischenstopp machen, sieht es wirklich schwer nach Sauerland aus. Stausee und Nadelholz, so weit das Auge reicht.

Aber je weiter wir der deutschen Grenze kommen, um so flacher wird das Land und um so heimischer fühlt man sich bei Ortsnamen wie Domfessel und Lorentzen. Wir genießen vor allem die geschwungene Landschaft, die wir hier vorfinden. Auf eine unspektakuläre Weise schön.

Vogesen-070.jpgUnseren Zielort haben wir uns zunächst wegen des skurrilen Namens ausgesucht: Bitche. Aber als wir gesehen haben, dass es a) einen anscheinend feinen Womostellplatz gibt und b) eine sehr fotogene Festung, haben wir beschlossen, dass das genau der richtige Ort für unsere letzte Nacht in Frankreich ist.

Den Fotostopp mit Annette am Ortsschild verschieben wir zunächst einmal. Dafür mache ich mich wenig später auf eine Foto-Festungsbesichtigung, während Annette mit den Hunden eine Umrundung vorzieht.

Was man nicht so auf dem Schirm hat und was die Fotos nicht hergeben: Das Ding ist verdammt groß! Von den Dimensionen locker mal so groß wie die größten Kreuzfahrtschiffe, aber halt nicht ganz so luxuriös.

Als abends dann die Festungsbeleuchtung angeschmissen wird, zieht es uns noch mal zu einer abendlichen Umrundung aus dem MoMo. Jetzt haben wir die Bastei ganz für uns alleine und genießen die Ruhe und besondere Atmosphäre rund um die Festungsanlage. Schafe inklusive.

IMG_4018.jpgIn aller Ruhe bereiten wir bei schönstem Frühlingswetter die Abfahrt vor. Annette feudelt durch und wir wollen mit unserem gestern erworbenen Jeton noch einmal ver- und entsorgen, bevor es in die Einsamkeit von Finistère gehen soll. Aber trotz Jeton tut sich nichts – da muss erst mal Madame aus der Crêperie kommen und das für uns richten. Und zu allem Überfluss knalle ich mir noch die schwere Toilettenkassette zielgenau vor die Kniescheibe- aua! Sternchen inklusive…

Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben. Dafür ist es einfach zu schön, durch die sonnenbestrahlte Landschaft zu fahren. Es geht weiter Richtung Westen! In Cleder machen wir kurz Halt, um uns ein Baguette zu kaufen. Und wie es der Bäckergott will, landen auch noch ein Brioche und Kouign Amman in der Einkaufstasche. Wenn die uns auch so anlachen…?
Aus dem Womoforum erhalte ich den Tipp, einen empfehlenswerten Stellplatz in Meneham anzusteuern. Wir behalten ihn im Hinterkopf, steuern aber erst mal Brignogan Plage an, da ich von der dortigen Küste schon so schöne Fotos gesehen habe, dass ich dort unbedingt hin will. Es soll auch einen No-thrills-Campingplatz für kleines Geld direkt in der Nähe geben. Den wollen wir uns auf jeden Fall mal angucken. Brignogan-009-Bearbeitet.jpg

IMG_4020.jpgDer erste Blick sieht eher verheerend aus. Annette bemerkt sehr treffend, dass es eher wie ein Lost Place aussieht – eine Folge Walking Dead könnte man dort sicherlich drehen. Das Sanitärhäuschen ist schon recht zugewuchert und die Wohnwagen, die auf vereinzelten Parzellen stehen, sehen auch eher wie seit Jahren nicht benutzt aus. Wir haben eigentlich schon beschlossen, wieder zu fahren, als wir den Weg zum Strandaufgang finden. Na gut, die direkt Lage an Strand und Leuchtturm Pontusval ist schon mal nicht schlecht. Und ein riesiges von Hecken abgetrenntes Areal mit 8 Parzellen ganz für uns und die Hunde alleine? Auch nicht schlecht. Und die Sonne scheint! Und überhaupt? Wollten wir nicht noch entschleunigter reisen und uns einfach mal Zeit an schönen Orten nehmen?

Brignogan-001-Bearbeitet.jpgIMG_4021.jpgAlso wird das Womo geholt, auf dem schönsten Platz abgestellt, Stühle und Tisch aufgebaut, Kaffee und Brioche serviert und plötzlich haben wir so richtig Urlaub. Bang! Und eine Frau, die anscheinend eine Parzelle weiter campiert, teilt uns mit, dass im Sanitärgebäude sogar eine Toilette geöffnet sei: Die graue Tür! Und abends käme jemand vorbei, der einen nur registrieren, aber kein Geld haben wolle. Crazy!

Nachmittags machen wir uns dann Richtung Städtchen auf. Denn das hatte ganz nett ausgesehen.  Auf dem Weg nehmen wir noch die pittoreske Chapelle Sant Pol und den Menhir Men Marz gerne als touristische Attraktionen mit. Schön hier!Brignogan-015-Bearbeitet.jpgBrignogan-016-Bearbeitet.jpgBrignogan-023-Bearbeitet.jpg

Brignogan-029-Bearbeitet.jpgIn  Brignogan Plage machen wir zusammen mit so einigen anderen Gästen Station im Cafe de Port, braten(!) in der Sonne und gucken Leute. Unter anderem sehen wir auch einen Hund, der so aussieht wie Elli in ganz groß. Nett, aber wir hätten es gerne eine Nummer kleiner.

Brignogan-035-Bearbeitet.jpgBrignogan-041-Bearbeitet.jpgAm Strand herrscht schon eher sommerliches Treiben. Badehose und Kindergekreisch und Sandburgen. Gibt es eigentlich auch das Wort Frühlingsfrische? Nur was das Schild bedeutet, dass Hunde keine laute Musik hören dürfen, verstehen wir nicht. Was soll das…?Brignogan-039-Bearbeitet.jpg

Als wir hinter der ersten Landzunge den Leuchtturm sehen, bin ich schon überrascht. So schnell sollen wir wieder zu Hause sein? Es dauert ein bisschen, bis mir dämmert, dass es wohl zwei Leuchttürme in Brignogan Plage gibt… “Unserer” namens Pontusval sieht aber deutlich fotogener aus. Dafür lädt die mit Steinen vollgeschmissene Küstenlinie immer wieder zum Gucken und Fotografieren ein. IMG_4022-Bearbeitet.jpgBrignogan-043-Bearbeitet.jpgBrignogan-046-Bearbeitet.jpgBrignogan-055-Bearbeitet.jpg

Wieder zurück am MoMo wird erst mal gechillt und gegessen, bevor es zum Sonnenuntergang noch mal zurück an den Strand geht. Und hier werden wir wirklich mit einem Naturschauspiel erster Klasse verwöhnt. Die ganze Stimmung, das Meeresrauschen, die Klarheit der Luft und der Farben und zu allem Überfluss dann auch noch ein aufgehender Vollmond neben dem Leuchtturm. Da kann man wahrlich nicht meckern!

Brignogan Plage

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