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Auf den Wetterbericht ist wirklich nichts zu geben. Der angekündigte Regen macht sich rar und wir können mal wieder die Sonne genießen.

Nach einem gemütlichen Abschiedsspaziergang brechen wir nach Faaborg auf. Wie sich herausstellt ist das ein hübsches kleines Städtchen mit vielen kleinen originellen Geschäften auf der Haupteinkaufsstraße. Da kann man sehr schön bummeln.

Ægekage

Wir haben im Internet gesehen, dass es hier eine Spezialität gibt, die zumindest optisch ungewöhnlich ist: Ægekage. Oder zu deutsch: Eierkuchen. Das ganze ist ein fettes Omelett belegt mit viel aufgetürmtem frittiertem Bacon und mit Tomatenvierteln.

Wir setzen uns in den Hinterhof des Hotels Faaborg und probieren aus. Sicherheitshalber nehmen wir nicht beide das gleiche, sondern bestellen noch eine gemischte Fischplatte, falls der Ægekage doch nicht so lecker ist…

Aber die Sorge ist unbegründet, denn es schmeckt gut. Allerdings hinterlässt der Speck dann doch einen fettigen Eindruck im Magen, den man gerne mit einem Schnaps verdauen möchte. Aber doch nicht Mittags und wenn man noch Womo fahren muss!

Bye, bye Fünen

Wir bummeln noch etwas durch die Stadt und decken uns in der Räucherei mit leckeren Sachen ein – Fisch haben wir nicht so viel gegessen, wie wir es gerne hätten.

Wir fahren dann noch ein paar Kilometer weiter und sind schon am Fähranleger der Fähre von Bøjden nach Fynshav auf der Halbinsel Als, die schon wieder so nahe bei Deutschland liegt, dass an der Südküste die Flensburger Förde und das deutsche Festland zu sehen sind.

Aber nicht für uns: Wir fahren nach Nordborg, was überraschenderweise an der Nordküste liegt.

Strandcamping

Am dortigen Campingplatz Købingsmark gibt es einen Stellplatz vor dem Gelände, der sich nicht wie ein ungeliebtes Kind anfühlt, sondern bei dem man für 100 Kronen stehen kann, wenn man auf Strom und Dusche verzichten kann. Für das Doppelte hätte man den Rasenplatz auf dem Camping mit allem Komfort. Auch ein faires Angebot, aber da wir in diesem Urlaub für unsere Verhältnisse schon oft und gut auf Campingplätzen gestanden haben reicht uns die Schmalspurlösung völlig aus.

Es gibt noch mal einen (allerdings schmalen) Sandstrand und am Ende des Tages sogar einen dieser besonders gefärbten dänischen Sonnenuntergänge. Gefällt uns für unsere letzte Nacht in Dänemark.

Da zieht wohl gerade mal eine Schlechtwetterfront über uns hinweg. Nichts ist es mehr mit dem Dänensommer. In der Nacht prasselt ergiebiger Regen aufs MoMo und wir drehen uns noch zweimal um, bis das Pladdern endlich weniger wird.

Regenwetter

Wir wägen ab: Wollen wir bei Drinnenhockwetter wirklich nochmal 50€ auf den Tisch legen? Egal wie schön der Platz sonst ist, die Antwort lautet Nein. Wir nutzen aber das Angebot, was mir die freundliche Rezeptionistin gestern gemacht hat. Nämlich, dass wir zwar bis 12 Uhr ausgecheckt sein müssen, aber danach problemlos noch ein Weilchen stehen dürfen. So wird’s gemacht.

Wir holen erst mal Bloggen und Tagebuchschreiben nach und freuen uns darüber, dass es im Laufe des Tages dann doch noch mal freundlicher wird. Sogar ein bisschen Sonne traut sich durch die Wolkendecke.

Ab an die Klippen

Es wird sogar so schön, dass wir gegen drei Uhr beschließen, doch noch mal eine Spazierwanderung zu den Klippen zu machen. Denn es gibt hier sage und schreibe 5 Stellen, an denen man per Treppe zum Fuße der Klippen gelangt. Wir entscheiden uns für die Nördlichste, den Jydeleje Fald.

Wir stiefeln querfeldein durch den Campingplatz Richtung Straße und kommen an einem mit Disteln und Sonnenblumen umrandeten Feldrain entlang. Sieht schön aus!

Der Weg hinüber in die Dünen ist dann gar nicht mal so weit und wir überlegen am oberen Treppenabsatz wirklich nur ganz kurz, ob wir noch mal so viele Stufen runtergehen möchten.

Kurzes Vergnügen

Aber jetzt sind wir ja Profis. Die Treppen nehmen wir im Nu und auch am Fuße der Klippen sind wir erfahrene Wanderer. Dumm nur, dass diesmal das Ende des Weges Richtung Süden bereits nach wenigen hundert Metern gekommen ist.

Es gibt hier zwar einen “Trampel”pfad in die Kreidefelsen, um ein bisschen oberhalb des Wassers noch weiter zu kommen, aber auch hier wird es bald zu unsicher, als dass ich mein Glück überstrapazieren möchte. Denn Erdrutsche sind hier anscheinend an der Tagesordnung und da es reichlich geregnet hat, vielleicht gar nicht mal so unwahrscheinlich.

Wir kehren also um und es kommt mir so vor, als würden wir die Treppen schon viel leichtfüßiger hinaufgehen. Noch ein paarmal und wir können uns zum Treppenläufer-Marathon (ja, den gibt es wirklich!) anmelden…

 

Einmal durch Møn

Nachdem wir am Campingplatz das MoMo auf Vordermann gebracht haben brechen wir Richtung Westen auf. Die restlichen Treppen müssen bis zum nächsten Mal warten.

Direkt an der Brücke von Møn nach Sjælland soll es ebenfalls einen hübschen Campingplatz geben. Den steuern wir an. Er erweist sich als Platz mit großzügigen Parzellen, wirkt aber ansonsten ein bisschen tot. Vor allem im Vergleich mit dem fröhlich-lebhaften Platz von Møns Klint. Dafür kostet er aber auch nur die Hälfte, was unser Portemonnaie mit Wohlwollen hört.

Toter Campingplatz

Tot könnte man fast sogar wörtlich nehmen. Wir stehen zunächst am Ende des Platzes neben einem schon leicht verfallendem Wohnwagen. Und wir würden uns nicht wundern, wenn am Abend die Kripo anrückte und einen schon fast verwesten Leichnam herausholte. Vielleicht schwirren deshalb so viele kleine Fliegen hier rum?

Wir finden mal lieber eine andere Parzelle, windgeschützt hinter einer Ecke. Dort richten wir uns dann häuslich ein und könnten sogar einen lauschigen Abend vor dem MoMo verbringen, wenn da nicht die doch etwas arg abgekühlte Temperatur von 17° wäre. Ein paar Grad mehr wären dann doch schön.

Spaghetti Bolognese mit Lammhack. Hmmm!

Nanu, ist schon Herbst? Am Morgen ist es so neblig trüb, dass man kaum das andere Ende des Hafenbeckens sehen kann. Lediglich die milden Temperaturen bestätigen uns, dass es Sommer ist. Aber entsprechend träge starten wir in den Tag.

Verschlafenes Nest

Annette übernimmt wieder, und mittlerweile deutlich beherzter, das Steuer. Ich sehe es schon kommen: Am Ende des Urlaubs bin ich meinen Job als Fahrer los. Braucht noch jemand einen Womo-Chauffeur?

In Stubbekøbing parken wir nach Annettes Nysted-Trauma sicherheitshalber am großen Kiesplatz am Hafen und machen uns zu Fuß auf die Suche nach einem Supermarkt. Der darf dann auch gerne was anderes als ein Aldi oder Netto sein, denn die kennen wir ja von zu Hause. Es wird dann ein Fakta und wir stellen fest, dass man dort auch mit einem Ami-Monstertruck noch problemlos hätte parken können. Dafür hat Annette aber auf dem Weg noch ein paar T-Shirts entdeckt, die ihre knapp bemessenen 20 Outfits für die Reise deutlich erweitern. So ein Glück!

Ansonsten kann man über Stubbekøbing eigentlich nicht viel sagen, denn es ist ein echt verschlafenes Nest. Nix los hier. Aber daran haben wir uns in Dänemark ja schon gewöhnt…

Schön auf Møn

Jetzt geht es aber weiter zu einer weiteren Top-Attraktion: Den Kreidefelsen von Møns Klint. Über zwei kleinere Inselchen gelangt man auf die schön Insel Møn. Ob unser Familienname vielleicht aus Dänemark kommt. Wäre Mønsters dann die richtige Schreibweise? Muss ich mal üben…

Auf der Insel führt uns die Margeritenroute wieder gewohnt verlässlich an schönen dänischen Landschaften und Häuschen vorbei. Ich beschließe, das ganze einfach Bollerbø zu taufen…

Für Annette wird es jetzt aber anspruchsvoller. Die Sträßchen werden nicht breiter und der Verkehr nimmt kurioserweise eher zu, je weiter wir ans westliche Ende der Insel kommen. Was ist denn hier los?

Wettermäßig hatten wir auf der Fahrt eher Glück. Die Sonne war herausgekommen und es fuhr sich ganz angenehm durch die sommerliche leuchtende Landschaft, Aber je näher wir dem Westende der Insel kommen um so neblig-trüber sieht der Himmel aus. Und prompt als wir auf die letzten Meilen zu Møns Klint einbiegen fängt es an zu schiffen. Und die asphaltierte Strecke wird auf diesem Stück zu einer lehmig-schotterigen Piste. Mit viel Verkehr, da anscheinend alle Besucher die Klippen fluchtartig zu verlassen scheinen.

Spätzünder-Klippen

Nachdem der Schauer durch ist und wir uns mit Kaffee und Kuchen noch mal gestärkt haben, machen wir uns auf den Weg. Und von wegen, alle Besucher sind weg! Es sind immer noch reichlich viele hier. Vor dem Besucherzentrum ist richtig was los. Aber als wir uns auf den oberen Klippenweg in Richtung Süden begeben, wird die Menschenmenge schnell weniger und schon bald sind wir nahezu alleine.

 

Es geht urig durch einen regennebligen Buchenwald. Von den Klippen sieht man wenig bis gar nichts. Lediglich an einigen Aussichtspunkten kann man erahnen, dass es wohl ganz beeindruckend hoch ist und die Klippen steil abfallen. Aber eben nur erahnen…

Nach einiger Zeit kommen wir an eine Treppe, deren unteres Ende nicht mal zu sehen ist. Aber alle, die sie hinauf kommen, sehen doch reichlich geschafft aus. Scheint anstrengend zu sein. Hinunter geht das ganze locker-flockig und wir wundern uns nur, wie lange es dauert, bis wir endlich unten angekommen sind. Im Infofaltblatt steht etwas von 468 oder 494 Stufen. Ja, was denn nun? Ich hätte jetzt gerne meine Mutter dabei, die das ungewöhnliche Hobby hatte, immer alle Treppenstufen zu zählen, wenn es um lange Treppen ging. Ich bin mir aber sicher, dass es die größere Zahl sein muss…

Wow-Klippen von unten

Als wir schließlich unten angekommen sind, gibt es einen eher schmalen Streifen mit Sand- bzw. meistens Kieselstrand. Und der Blick hinauf ist von hier unten wirklich ehrfurchtgebietend. Mann, ist das hoch!

Aber auch die Kiesel unter uns sind durchaus spannend. Zum einen, weil man auf dem kugelig-rutschigem Untergrund gerne mal umknickt, zum anderen weil es angeblich viele Fossilien geben soll. Und tatsächlich sieht man an vielen schwarzen Steinen merkwürdige Einschlüsse, die vielleicht Fossilien sein könnten. Aber Annette hat mit ihrem gefundenen Dino-Wirbelsäulenknochen den Vogel abgeschossen!

 

Die weißen Kreidefelsen sind übrigens wirklich kreidig. Man kann mit den Fingern an ihnen entlang fahren und hat dann eingekreidete Fingerspitzen. Trotzdem ist das ganze eher hart als weich. Und das ist auch besser so, denn zu Beginn wartet man förmlich darauf, dass das ganze auf einen runterrutscht. Denn an mehr als einer Stelle sieht man, wie zuvor abgebrochene Baumstämme unter einer Kreidesteinschicht verschwunden sind. Gut, dass die Erdrutschsaison eher im Winter und Frühjahr ist!

Kommt die Flut?

Der Weg unterhalb der Klippen ist übrigens erstaunlich schmal. Teilweise bleibt vielleicht noch ein halber Meter zwischen hereinrollenden Meereswellen und den steil aufragenden Klippen. Beängstigend schön!

Wir gehen unverzagt weiter und wundern uns, dass uns schon so lange niemand mehr entgegen gekommen ist. Des Rätsels Lösung: Weil da keiner mehr ist! Denn etwa unterhalb des Besucherzentrums kommen wir an eine Stelle, an der es nur noch durchs Wasser weiter geht. Dummerweise kann man aber nicht absehen, wie lange und wie weit. Und ob man dort wirklich gut gehen kann. Oder kommt vielleicht gerade die Flut?

Wir beschließen, keine unsinnigen Abenteuer zu unternehmen und kehren leicht frustriert um. Wir hätten gerne den Weg bis zum nördlichen Ende des Rundweges gemacht. Gleichzeitig sind wir aber auch verunsichert. Wenn wirklich die Flut käme, könnte es an den schmalen Stellen auch bald zu eng werden, um trockenen Fußes anzukommen. Also lieber mal Gas geben! Zeit für Fotos haben wir aber immer noch…

Mann, ist das steil!

Natürlich kommt keine Flut und wir erreichen den unteren Treppenabsatz ohne Probleme. Außer, dass unsere Schuhe mittlerweile ganz schön eingekreideschlämmt sind.

Aber jetzt geht‘s ans Eingemachte: Denn die 494 Stufen fühlen sich schon bald an wie 944! Gut, dass die Treppenbauer zwischendurch immer kleine Bänke eingerichtet haben, wo man kurz verschnaufen kann. Als wir endlich oben ankommen ist der Puls auf jeden Fall im Kardiotrainingsbereich!

Motivation auf halber Strecke…

Lieblingscampingplatz

Auf dem Rückweg fährt Annette schon deutlich beherzter durch die kurvige Lehmpiste und entdeckt spät ihre Bestimmung: “Ich mache jetzt ein Off-road-Training! Das macht ja richtig Spaß!”

Wir haben schon früh beschlossen, dass wir auf dem gut bewerteten Campingplatz von Møns Klint übernachten wollen. Das gönnen wir uns mal. Und wir sind angenehm überrascht. Ein Platz ganz nach unserem Geschmack. Freundliche Mitarbeiter, deren wichtigste Anweisung lautet: “Keinen Stress!” Sucht euch einfach einen Platz, dann meldet euch irgendwann bis 24 Uhr an, damit ihr Duschkarten bekommt und vor allem “Kein Stress!”

Und als wir durch das Gelände fahren sind wir von der schönen, zwanglosen und doch ordentlichen Anlage angenehm überrascht. Irgendwie scheint jeder sein Fleckchen zu finden und trotzdem wirkt es nirgendwo gedrängt oder voll – obwohl richtig Betrieb ist. Und das Ungewöhnlichste: Wir finden auf Anhieb einen Platz auf den wir uns einigen können und der dann noch fast schon irrsinnig perfekt ist. Dadurch, dass der Campingplatz durch seine terrassenartige Anlage in kleiner Arerale unterteilt ist, wirkt es fast schon heimelig intim.

 

Und auch sonst ist das alles großartig: Es gibt tolle Spielbereiche für die Kinder und sogar einen Extrabereich für Familien mit Kindern, wodurch sich ganz einfach ein ruhigerer Bereich für die Oldies ergibt. Hat dieser Platz also einen Haken? Leider ja. Mit 393 Kronen (also ca. 50€) ist das für uns zwei ein ausgesprochen teures Vergnügen. Aber wir kneifen da jetzt mal die Arschbacken zusammen und machen das einfach…

Hui, das war eine stürmische Nacht! Am späten Abend kam der angekündigte Wind mit Sturmböen. Und unser MoMo bietet da genug Angriffsfläche! Aber es ist dann auch irgendwie so als würde man sanft in den Schlaf gewiegt. Wenn nur die Geräusche nicht wären. Denn der Wind erzeugt in unserem Verdunkelungsschieber am Heki ein grässlich nervendes Flattergeräusch. Irgendwann komme ich mitten in der Nacht auf den Gedanken, dass es sich vielleicht besser schläft, wenn es heller aber dafür leiser ist und schiebe die Verdunkelung zurück. Und so ist es dann auch.

John Muir für Arme

Als wir aufwachen, ist das schlechte Wetter wieder da, was wir gestern hinter uns gelassen hatten. Verfolgt uns das etwa? Immerhin regnet es nicht. Aber es ist windig und wieder deutlich kühler als gestern.

Wir machen eine kleine Runde mit den Hunden und stellen fest, dass der hier lang führende John-Muir-Weg den Mitbegründer der amerikanischen Nationalparks (der im Nachbarort Dunbar geboren wurde) im Grabe rotieren lassen würde. Schon das Stück gestern durch den Ort war alles andere als landschaftlich schön. Aber die Runde heute führt uns dann noch an einem trostlosen Kraftwerk vorbei. Klar, muss es auch geben, aber für einen Wanderweg wirklich nicht toll.

You‘ve come to the right place

Wir haben beschlossen, dass wir noch ein bisschen Historic Scotland erkunden möchten. Denn eine Sache hat uns auf dieser Reise echt Spaß gemacht: Das Besuchen von Kirchen und Burgen, die wir vorher noch gar nicht so auf dem Schirm hatten und die dann ganz tolle Entdeckungen sind.

Eine davon ist definitiv die Seton Collegiate Church. Liegt auf der Strecke, wird uns im Historic-Scotland-Prospekt sehr ans Herz gelegt und ist dann auch wirklich schöner als erwartet. Schon der Weg dorthin ist urig.

Noch besser ist dann der Warden namens Aidan, den wir darauf ansprechen, ob wir unsere Membership-Card nachträglich doch noch zugeschickt kriegen können. Ursprünglich hatten wir darauf verzichtet, da sie an die Heimatadresse geschickt wird. Und somit 10£ gespart. Die zahlen wir heute nach, da wir vorhaben, im Herbst einfach noch mal wiederzukommen. Wir haben noch zu viele Lücken auf der Landkarte!

Der schon etwas nerdig aussehende Aidan ist da ganz bescheiden: „I don‘t want to flatter myself too much but you‘ve come to the right place.“ Man muss wohl ein bisschen im Computersystem rumhacken, um das zu schaffen, aber er sei so versiert, dass das angeblich geklappt hat. Prima, dann kann es im Herbst ja weiter gehen!

Die Collegiate Church ist dann wieder so ein kleines, aber feines Gebäude, dass genau richtig hergerichtet wurde. So schön, dass man es würdigen kann. So roh, dass man merkt: Das ist echt alt hier!

Wundertütencastle

Unser nächster Stopp ist dann noch eine Empfehlung von Aidan. Der kann echt was. Wir besuchen nämlich Dirleton Castle, was wir sonst vielleicht eher nicht getan hätten. Und das wäre echt eine Sünde gewesen. Gehört definitiv in die Top3 unserer Historic-Scotland-Besuche!

Warum? Weil es viel mehr zu bieten hat, als man auf den ersten Blick denkt. Und wenn man dann denkt, dass man fertig und vollkommen zufrieden ist, kommt noch mal eine dicke Überraschung um die Ecke.

Aber der Reihe nach. Man kommt erst mal in einen schön angelegten Garten. Und kriegt ein Gefühl für die Größe der Anlage. Eher eine von den größeren Burgen.

Schon das Taubenhaus ist ein Highlight. Ein von außen bienenkorbartiges Gebäude, in dem sich dann tausende Taubenlöcher befinden. Abgefahren!

Und das Castle an sich ist dann erst mal das übliche Ensemble aus ziemlich viel Zusammengekrachtem. Das coole daran ist aber, dass hier vieles begehbar ist und man quasi wie in einem Labyrinth schon mal die Orientierung verlieren kann. Habe ich das jetzt schon gesehen? War ich dort schon drin?

Und Annette schickt mich noch mal in einen Bereich, den ich sonst glatt übersehen hätte. Und mindestens um den Zwei-Klassen-Kerker wäre es dann wirklich schade gewesen. Eine Etage für die Adligen, eine für den Pöbel. Und das Gefängnis für die Adligen sah schon gar nicht mal so nett aus. Aber immerhin noch mit Feuerstelle und frischer Luft…

Das ganze ist wirklich ein kleiner Abenteuerspielplatz. Und als wir die Burg verlassen, gibt es noch einen kleinen Bonus: Auf einer riesigen quadratischen Rasenfläche spielen 3 ältere Herrschaften Bowling. Also nicht so wie man das bei uns kennt. Sondern eher eine Art britisches Boule. Und es ist beeindruckend zu sehen, wie treffsicher das alte Ehepaar die Kugeln bis an die Zielkugel heranrollen kann. Respekt!

Magnificient view

Im nächsten Tesco füllen wir unsere Vorräte ein letztes Mal auf und werden Zeuge, wie das Wetter im Nu auf eklig umschwingt: Schauer, Sturm und Graupel. Brrr!

Dafür gibt es bei der Weiterfahrt aber eine doll beeindruckende Lichtstimmung als wir zum nächsten Ziel fahren. Vor dem Tantallon Castle sieht man schon auf dem Meer den Bass Rock weiß leuchten. Also nicht so weiß wie die White Cliffs of Dover, sondern weiß wie Vogelkacke! Auf der Insel brüten Tausende von Basstölpeln und entsprechend zugeschissen ist das ganze Eiland dann auch. Sieht aber vor einem schwarzen Himmel geradezu dramatisch gut aus!

Am Tantallon Castle warten wir den nächsten Schauer bei Kaffee und Keksen ab und machen uns dann bei schönstem Sonnenschein auf den Weg zu diesem wieder mal anders ungewöhnlichen Castle. Das besondere hierbei: Von vorne sieht es mächtig und bedeutend aus. Dahinter ist aber alles reichlich kaputt und größtenteils nicht mehr vorhanden. Stattdessen gibt es eine große Rasenfläche und dann: nur noch das Meer. Was muss das früher für ein genialer Ort gewesen sein!

Eckiges Taubenhaus

Immerhin kann man durch die 2 noch intakten Türme auf den obersten Wehrgang gelangen und hat dann einen fantastischen Ausblick auf das gesamte Umland. Das ist schon ganz großes Kino!

Wir haben heute aber auch richtiges Glück: Als wir uns auf den Rückweg zum MoMo machen, sehen wir schon das schwarze Regengebiet auf uns zustürmen. Und wir schaffen es aber auf die Sekunde genau zusammen mit den ersten Regentropfen wieder zurück zu sein und können uns von drinnen ein wirklich beeindruckendes Unwetter angucken. Brrrr!

Byebye Scotland

Dann ist aber die Stunde der Wahrheit gekommen. Morgen geht die Fähre und wir möchten nicht in Schwulitäten kommen. Daher fahren wir noch ein paar Meilen weiter in Richtung Newcastle und somit bald über die Grenze nach England. Byebye Scotland, you‘ve been great!

Unser Ziel ist der Campingplatz in Beadnell in Northumberland. Eine Empfehlung von Chris und Doug, unseren neuen Freunden vom Campingplatz auf Mull. Auf dem Weg kommen wir noch am riesigen Bamburgh Castle vorbei. Boah, das sieht ja schon wieder so toll aus! Aber diesmal fahren wir dran vorbei. Nächstes Mal!

Auf dem Campingplatz werden wir sehr freundlich, aber auch sehr präzise eingewiesen. Da kommt ein Warden mit zu der Sektion, wo wir uns einen Platz aussuchen sollen. 5×8 Meter. Gekennzeichnet mit einem weißen Pflock. Auf fein gemähtem Rasen.

Fawlty Towers

Für unseren letzten Abend auf britischem Boden gönnen wir uns noch mal ein Essen in einem Restaurant. Unsere Wahl fällt auf das Beadnell Towers, laut Doug‘s Schwester eine gute Wahl.

Beim Betreten haben wir den Eindruck, dass wir von der eigentlichen Bedienung gekonnt wegignoriert werden. Kein „Hi“, kein „Welcome“. Tische sind aber genug frei. Der junge Mann am Tresen guckt nach meiner Frage nach einem Tisch wichtig auf den Reservierungsplan und weist uns dann den Tisch zu, den ich als letztes gewählt hätte. Es gibt dann auch noch genügend andere Tische, die den Rest des Abends auch nicht besetzt werden. Merkwürdig.

Das ganze macht eigentlich einen sehr schicken Eindruck. Frisch renoviert und liebevoll dekoriert (wie wir am Ende erfahren, haben sie erst vor einer Woche nach 18 Monaten Renovierung wiedereröffnet). Und wir kriegen ein kühles Bier serviert. Hurra!

Wir wollen uns nach mal unser neues Lieblings-Seafood gönnen: Scallops. Den Geschmack der Jakobsmuscheln aus Lochmaddy habe ich immer noch auf der Zunge! Die werden also als Vorspeise geordert.

Einige Zeit nach unserer Bestellung wird aber das Besteck für die Vorspeisen von der Bedienung abgeräumt und wenig später steht sie strahlend vor uns und möchte die Hauptspeisen servieren. Ähm, da war doch was…? Wir weisen auf die bestellten Scallops hin und sie dackelt wieder ab. Annette schaltet aber schnell, denn wir möchten nicht, dass unser frisches Essen jetzt ewig warm gehalten wird, oder, noch doofer, weggeschmissen wird. Also gibt es jetzt halt die Hauptspeise vor der Vorspeise! Einfach mal was Verrücktes machen!

Immerhin kriegen wir für diesen peinlichen Faux-Pas die Jakobsmuscheln jetzt nicht mehr berechnet. Da kann man nicht meckern. Und da sie dann auch bei weitem nicht so lecker schmecken wie die in Highlands und Hebriden sind wir dann auch nicht enttäuscht. Denn die Hauptspeisen waren echt lecker!

Und als wir zum MoMo zurückkehren, gibt es dann noch einen besonderen Sonnenuntergang mit linsenförmigen, völlig plattgedrücktem Wolken, die rötlich leuchten. Sieht fast so aus wie gigantische Ufos am Himmel.

Wir müssen uns mal wieder den Wecker stellen, um die Fähre nach Skye nicht zu verpassen. Denn die fährt schon zu gottloser Zeit um 7.15 Uhr los. Und da man 45 Minuten vor Abfahrt da sein muss, weil sonst der Platz vergeben werden kann, machen wir das ganz gewissenhaft und sind schon eine Stunde vorher da. Damit auch ja nichts schief gehen kann. Und stellen dann doch fest, dass das ganze hier schottisch-entspannt abgeht. Die meisten kommen eher eine halbe Stunde vor Abfahrt an und das Boarding beginnt auch nicht früher. Und natürlich ist Platz für alle…

Fährfrühstück

Das Wetter ist über Nacht dann doch noch mal kühler und wolkiger geworden. 3 Grad am Morgen sind für Ende Mai jetzt aber wirklich mal ne Hausnummer! Aber immerhin ist es trocken.

Auch auf der Hebrides gibt es ein Bordrestaurant und natürlich auch Scottish Breakfast. Zumindest für mich, da Annette einen Porridge-Tag einlegt. Zu diesem wird einem (warum auch immer) ein Glas Milch gereicht. Dumm nur, wenn das dann umkippt, und Klamotten und Tasche danach eingemilcht sind. Igitt!

Immerhin können wir aber meine Geschenke vom Tisch retten. Denn heute ist Geburtstag. Und 50 werden in Schottland – kann ich gut mit leben! Auf Skye habe ich mich in Schottland verliebt und heute nach Skye zu fahren passt irgendwie gut dazu.

Spektakuläre Aussichten

Kurz hinter Uig fahren wir zunächst Richtung Nordspitze der Trotternish-Halbinsel. Und wenn man selbst bei diesem grauen, wolkenverhangenen Wetter eine solch grandiose Aussicht hinüber zu den Bergketten von Harris und Lewis hat, muss es bei Sonnenschein wirklich unbeschreiblich schön sein!

Die Fahrt über die reichlich lädierte C1225 durchs Quiraing-Massiv ist dann zunächst gar nicht so grandios wie gedacht. Ist halt reichlich viel Moorland hier. Mondlandschaft. Beeindruckt eher durch seine trostlose Weite. Erst als man zu seiner linken den Steilabbruch des Quiraing und vor sich das Meer sehen kann wird es spektakulär. Und wir sind dann doch überrascht, dass auf einmal auch jede Menge Autos hier stehen. Also: richtig viele.

Dankenswerterweise gibt es neben der Straße einen schmalen geschotterten Streifen, damit man sein Fahrzeug nicht im feuchten und leicht sumpfigen Boden parken muss. Wenn das hier bei diesem Wetter und zu dieser Jahreszeit schon voll ist, mag ich mir nicht vorstellen, wie chaotisch es dann in der Hochsaison zugeht…

Scenic hoch zwei

Wir sehen wahre Karawanen von Wanderern in Richtung der beeindruckenden Abbruchkante des Quiraing zur Linken ziehen. Uns zieht es aber wieder mal auf eine „road less traveled“. Also wandern wir stattdessen rechts den Berg hinauf bis zum Aussichtspunkt Bioda Buidhe.

Wir haben uns wasser-, winddicht und warm eingepackt. Beim Anstieg sehe ich aber wieder einen jungen Mann mit Shorts – bei wahrlich eisigem Wind. „Die spinnen, die Schotten!“ denke ich noch, als ich höre, dass er sich mit seinen Kumpels auf deutsch unterhält. Und ich entwickele die Idee, dass all die Freaks, die auch bei eisigem Wind und Regen in T-Shirt und Shorts rumlaufen, in Wahrheit irgendwelche durchgeknallten Touristen sind, von denen die Schotten dann sagen „Crazy germans!“

Unsere Entscheidung erweist sich als Glücksfall. Nicht nur ist die Wanderung vergleichsweise kurz und einfach, sondern die Ausblicke von hier sind praktisch ein 360°-Panorama! Und ein unbeschreiblich großartiges noch dazu.

Ein bisschen Mut und Nervenkitzel wird hier auch noch reichlich belohnt. Denn wenn man sich vom Trampelpfad bis zur steilen und ungesicherten Abbruchkante vortraut (was bei starkem Gegenwind zumindest schon mal nicht die Gefahr mit sich bringt, dass man einfach über die Kante geweht wird), wird man reichlich belohnt. Unter einem kommen erst dann die Lochs und „kleinen“ Gipfel vor der Abbruchkante zum Vorschein, was dem ohnehin ganz großartigem Ausblick wirklich noch die Krone aufsetzt. Einmalig. Und mal wieder durch die Fotos nur ansatzweise wiederzugeben.

Aber Achtung an alle Nachahmer: Es geht an dieser Stelle wirklich steil nach unten! Prüft vorher dreimal nach, wie der Wind steht und macht lieber einen Schritt zu wenig als zu viel in Richtung Kante. Nicht, dass ihr noch auf Schafscheisse in den Abgrund rutscht!

Birthday Coffee

Nachdem wir wieder am MoMo angekommen sind, sind wir auch reichlich platt. Von einer zweistündigen Wanderung. Wir brauchen eine Verschnaufpause.

Ich fand mich gestern megaschlau, dass ich den Campingplatz in Staffin vorreserviert habe. Denn unser eigentlich gewählter Campingplatz an der Waternish-Halbinsel war (wieder mal) schon ausgebucht. Aber hier in Staffin ist richtig wenig los. Gerade mal drei Womos verlieren sich auf dem Gelände mit vielen ebenen geschotterten Plätzen, von denen wir uns einen beliebigen aussuchen dürfen.

Und nachdem wir uns in den antiken, aber heißen Duschen erfrischt haben, gibt es erst mal einen Geburtstagskuchen und Kaffee. Und da es sich draußen langsam, aber sicher einregnet, machen wir es uns erst mal gemütlich und planen, wie und wo wir die letzten Tage in Schottland verbringen möchten.

Beach is a bitch

Annette bringt vom Hundespaziergang gute Neuigkeiten mit. Sie hat von unseren Campgroundhosts das Kilmartin als Empfehlung bekommen und die netten Betreiber des Campingplatzes haben für uns einen Tisch für viertel nach sieben reserviert. Super!

Da bleibt noch genug Zeit, um mit den Hunden gemeinsam dem verlockenden Hinweisschild zum „Beach“ zu folgen. Strand geht ja immer.

Aber nach 10 Minuten Stapfen durch torfig-feuchtes Gelände stehen wir mitten im Nirgendwo und ein Strand ist noch nicht zu sehen. Hä? Wir beschließen, wenigstens noch bis zur Felskante zu gehen, von der man dann Richtung Meer runtergucken kann. Und sehen: zumindest keinen Strand. Sondern eine Felsküste und einen Beton-Bootsanleger. Nicht so ganz das, was wir Hebridenverwöhnten unter „beach“ verstehen…

Pub-Grub im Kilmartin

Als wir zum Campingplatz zurückkehren, werden wir von unserem Camphost schon erwartet. Warum wir denn um zehn vor sieben noch da seien? Den Tisch habe er doch für viertel vor sieben reserviert? Ups. Annette klärt das Missverständnis dann telefonisch und wir brechen strammen Schrittes unter immer stärker werdendem Regen auf zum Abendessen.

Gut, dass wir reservieren hatten! Denn der Laden ist voll und unser Tisch in der hinteren Ecke wartet schon auf uns. Die Karte ist dann sehr übersichtlich. 3 Vorspeisen, 3 Hauptgerichte und noch ein paar Specials. Also das, was man in England als pub-grub bezeichnet. Fish&Chips, Steak Pie und irgendwas mit Lamm geht da immer.

Annette wählt sich ein Gericht mit Haggis aus und ich probiere dann mal todesmutig was Neues: Steak Pie (denn Fish&Chips ist für heute aus…). Und es kommt dann auch genau das, was man in Großbritannien erwarten würde: Pommes, Erbsen und Möhren (die erst mal Bekanntschaft mit Salz machen müssen), Mais am Kolben und ein Steak, was keines ist. Denn das, was sich in der kleinen Auflaufform unter der Blätterteighaube befindet, würde in Deutschland deutlich eher unter Gulasch als unter Steak laufen! Aber es ist lecker gewürzt, so saftig wie versprochen und vor allem: eine echt große Portion.

Nachdem wir dann nur mäßig nass wieder am MoMo angekommen sind, lassen wir den Tag mit einem Schlückchen Whisky stilvoll ausklingen.

Um es mal direkt vorwegzunehmen: Ja, wir wissen, dass wir uns komplett unglaubwürdig machen, wenn wir heute schon wieder vom „schönsten“ Strand reden. Und wahrscheinlich wird es uns hier auf den Hebriden sogar noch ein paar mal passieren, dass wir wieder so in Entzückung geraten.

Aber so einen Platz wie diesen, den wir heute fast mehr durch Zufall entdeckt haben, gibt es einfach nicht so oft. Ziemlich sicher sogar. Denn heute ist uns beim Fahren über die Kuppe vor dem Strandplatz schlicht die Kinnlade runtergeklappt. Und das, obwohl wir auf der Fahrt hierhin schon mehr als genug traumhafte Ausblicke hatte.

Wir schauten unterwegs auf surreal breite Strände, die man mit einer schnöden Fotografie nicht mehr wirklich wiedergeben kann.

Auf pittoreske, strohgedeckte und weiß gekälkte Häuschen vor dem herrlichsten Strandpanomrama.

Auf azurfarbenes Wasser in allen möglichen Schattierungen, welches am Horizont verheißungsvoll leuchtet.

Und hier haben wir das ganze jetzt in epischer Breite vor uns liegen. Auch wieder so breit und spektakulär, dass die Netzhaut Purzelbäume schlägt, um das alles zu verarbeiten.

Planänderung

Diese Bucht an den Clachan Sands bietet für uns alles, was das Womoreisen so toll macht. Denn nicht nur ist die Aussicht grandios. Nein, es gibt einen offiziellen Stellplatz, zur Verfügung gestellt vom lokalen Landwirt, der mit 10£ in die Honesty Box entlohnt wird und dafür recht ebene Grasplätze, Picknicktische, Frischwasser und einen Müllcontainer bietet.

Für uns ist nach wenigen Minuten klar, dass wir unseren eigentlichen Plan mal wieder verwerfen werden. Wir hatten nämlich gestern bereits im Westford Inn, dem “einzigen” Pub auf North Uist, für heute einen Tisch fürs Abendessen reserviert und uns schon drauf gefreut, dass man dort dann auch gerne nach ein oder zwei Bierchen übernachten darf.

Die Anfahrt auf dem schotter-sandigem Weg wirkt auf den ersten Blick durchaus womoabschreckend, lässt sich aber durchaus passabel fahren. Und ganz große Angsthasen (zu denen zumindest eine Hälfte der MoMo-Besatzung nicht gehört) können auch ihr Fahrzeug erst mal am schön gelegenen Doppelfriedhof ca. 500m vorher abstellen. Aber seid euch sicher: Ihr werdet das Fahrzeug später dann doch den geschwungenen Weg mit dem kurvigen Gefälle entlangfahren, um länger etwas von dieser Aussicht zu haben!

Da wir hier mal wieder am Ende der Welt stehen, gibt es standesgemäß auch keinen Mobilfunkempfang. Aber netterweise leiht mir unsere Nachbarin Marilyn ihr Handy, mit dem sie (komischerweise ebenfalls mit Vodafone) Empfang hat, damit ich dort absagen kann. Und wir kommen mit ihr und ihrem Mann ins Gespräch, da beide einen Hymer 4×4 fahren, der schon mal nicht ganz verkehrt aussieht. Vor allem der Stauraum ist gegenüber unserem MoMo natürlich um Galaxien besser und man sieht ihm seine 7m Länge gar nicht mal so sehr an. Nice vehicle! Die beiden machen übrigens alles richtig: Sie haben sich für 2 Monate auf dem Campingplatz in Balranald eingemietet und haben auch ansonsten anscheinend alle Zeit der Welt für schöne Touren.

Was bisher geschah

Bevor wir an diesen Traumplatz gekommen sind, haben wir allerdings schon ordentlich was gemacht. Für unsere Verhältnisse sind wir früh aufgestanden, damit wir um 10 Uhr an der „guided tour“ mit einem Ranger vom Vogelschutzreservat der RSPB (Royal Society for Protection of Birds) teilnehmen können.

Nicht, weil wir besonders viel über Vögel wissen oder ornithologische Ambitionen haben. Sondern, weil es immer Spaß macht, auf so einer Tour ein bisschen etwas mitzunehmen, was man vorher noch nicht wusste. Also fragt uns bitte nicht nach Namen von Vögeln, die wir gesehen haben: Hoffnungslos. Bis auf den Corncrake, den Wachtelkönig, haben wir uns da nix merken können. Und der Corncrake ist vor allem deswegen so spannend, weil man ihn häufig hört, aber so gut wie nie sieht. Sein Ruf klingt, als würde man mit einem Nagel einen dicken Kamm entlang ratschen.

Lohnenswerte Guided Tour

Spannend ist es auch, zu hören, wie ungewöhnlich die Landwirtschaft hier funktioniert, damit dieses Vogelschutzgebiet erhalten bleiben kann. Denn das Land gehört nicht der RSPB, sondern den Bauern, die aber eine Vergütung bekommen, damit sie ökologisch wertvoll wirtschaften. Also keine Pestizide oder Herbizide und eine ganz bestimmte Ackerfolge, damit die Böden nährstoffreich bleiben.

Gestern auf unserer Wanderung haben wir schon Sandfelder gesehen, die ein bisschen nach Acker aussahen. Wir konnten uns aber kaum vorstellen, dass da wirklich was drauf wächst.

Heute haben wir gelernt, dass dort in der Tat Hafer und Roggen angebaut werden können, obwohl der Boden so sandig aussieht, als würde da kein Saatgut drin halten, geschweige denn wachsen. Aber gerade dieser sandig-torfige Dünengrasboden, die Machair, ist das besondere an den Hebriden. Ein Boden aus diesem feinen Muschelsand, der auch die Strände so unvergleichlich macht.

Was wir leider nur in den Anfängen mitkriegen, ist die tolle Wildblumenblüte, die hier in ein paar Wochen so richtig loslegen soll und dann die Wiesen in ein noch größeres Spektakel verwandeln als wir es gestern schon fanden. Das ist bestimmt super!

Und am Ende der Tour drehen über uns am Himmel noch 2 Seeadler ihre Kreise. Nichts zum Fotografieren, da sie so weit weg sind, aber mit Fernglas ein eindrucksvoller Anblick.

What the people say

Wir haben uns heute übrigens mit vielen Leuten über unsere anstehende Weiterfahrt nach Skye unterhalten. Und von “lovely” bis “bloß nicht!” waren alle Meinungen vertreten. Es sei crowded und meistens regnerisch-nebelig. Es sei, sobald man die Hauptstraße mit den Haupttouristenattraktionen verlässt, großartig und gewaltig. Wie gut, dass wir uns da bald selbst ein Bild von machen dürfen!

Noch mehr Strand

Am Nachmittag entdecken wir dass hinter den Clachan Sands ein noch viel größerer Strand in südlicher Richtung liegt. Der helle Wahnsinn! Wir gehen ihn entlang und wundern uns schon nicht mehr, dass uns trotz Prachtwetters nur ein einziger Spaziergänger entgegenkommt. Elli kann also nach Herzenslust toben und rasen.

Am Ende der Bucht kommt man an eine Art Mündungsbucht, denn das Meerwasser sieht hier wirklich so klar aus wie Trinkwasser. Unglaublich schön!

Der x-te tolle Sonnenuntergang

Sonnenuntergang geht ja immer. Der Himmel weiß noch nicht so recht, wo er heute mit seiner Lightshow hin will. Zunächst vielversprechend, dann eher gedämpft und im Finale dann noch mal großes Kino.

Besonders gut machen ihre Arbeit als Statisten heute die Austernfischer, die sich kurz vor Sonnenuntergang alle am Rande der sanften Wellen zum Stelldichein treffen und andächtig still ein letztes Sonnenbad nehmen.

Das Wetter hat sich wieder beruhigt. War ja auch wirklich nicht schön die letzten beiden Tage! Am Morgen zeigt sich der blaue Himmel noch etwas zaghaft. Das Wetter weiß noch nicht so recht wo es hin will, gibt sich aber deutlich Mühe.

So sehr, dass wir gegen Mittag zu einem längeren Strandspaziergang aufbrechen. Auch, wenn es noch bedeckt ist, sehen wir in der Ferne doch größere blaue Streifen am Stück. Die Sonne hat es noch nicht bis zu uns geschafft, aber an den nördlicher gelegenen Küstenstreifen sehen wir den Strand hellgelb leuchten.

Rostköppe

Unseren Fund des Tages machen wir nach einem guten Kilometer. Am Strand liegen die Überreste eines komplett verrosteten Bootsgerippes. Also, vermuten wir. Denn so richtig nach Boot sieht es nicht mehr aus, aber wofür sollen die zwei Motorblöcke sonst gut sein?

Als Annette mich darauf anspricht, dass das ja wohl zwei Charakterköpfe seien, fällt bei mir auch der Groschen und ich kann es nicht mehr nicht sehen: Das sind echt zwei Rostköpfe, die sich da zur Schau stellen!

Und während ich mich fotografisch abmühe, den richtigen Ausschnitt, den richtigen Winkel und die richtige Brennweite zu finden, um diesen rostigen Traum abzulichten, macht Annette sich auf den Weg Richtung Sonne. Und wird fündig.

Ich widme mich schließlich noch den ganzen kleinen Dingen, die einen Strand so erlebenswert machen. Jeder sollte einen Strand vor der Haustür haben – das macht einfach glücklich!

Sunny North Uist

Es kann ja sein, dass ich dem Südteil von Uist unrecht tue. Aber hier im Norden gefällt es mir einfach besser. Und alleine vom Wetter her scheint es auch freundlicher zu sein: Während wir im Süden dicke Wolken abregnen sehen scheint hier im Norden jetzt satt die Sonne.

Der Himmel wird immer blauer und es liegt auf einmal eine rechte Frühlingsstimmung in der Luft. Dazu die herrlich klare und frische Luft: So haben wir uns das vorgestellt.

Unseren Campingplatz in Balranald haben wir gestern in weiser Voraussicht vorgebucht. Wir haben mittlerweile verstanden: Hier kriegt man nicht mal eben so oder auf jeden Fall noch einen Platz mit Strom. Denn unsere andere Alternative in Moorcroft war komplett ausgebucht und auch hier haben wir für letzte Nacht keinen Platz mehr bekommen. Und verlängern ist leider auch nicht möglich, da der Platz für Morgen auch schon wieder ausgebucht ist. Was schade ist, da es ein sehr feiner, kleiner Platz mit neuesten Facilities ist: dicke Empfehlung!

Wir machen es uns erst mal gemütlich und genießen das Draußensitzen in der strahlenden Sonne – zumindest, wenn man im Windschatten sitzt, denn es weht ein durchaus kräftiger und eisiger Nordwind.

Amazing wildlife in a treeless landscape

Nachdem wir uns genug ausgeruht haben, wollen wir noch den Rundweg durchs nordwestlich von uns gelegene Balranald Nature Reserve machen. Gute Idee!

Wir gehen den vorgesehenen Rundweg durch das Naturreservat allerdings in umgekehrter Richtung gegen den Uhrzeigersinn, da wir erst mal gucken, was der Strand kann, der quasi 1 Minute vom Campingplatz entfernt liegt. Und wie bei allen Stränden der Hebriden: Der kann was!

Elli tobt mit einem Border-Collie den Strand auf und ab und wir kommen mit seiner Besitzerin ins Gespräch. Sie ist Sekretärin an der weiterführenden Schule auf Uist und erzählt uns, dass ein paar Lehrerinnen, welche jeden Tag die Fähre von Barra nehmen, nicht zur Schule gekommen sind, da die Fähre wohl einen Defekt habe. Da haben wir ja mal wieder Glück gehabt! (Auch wenn es schlimmere Dinge gibt, als auf Barra gestrandet zu sein)

Der Rundgang durch das Naturschutzgebiet ist dann ein einziger Genuss. Man kann sich nicht entscheiden, ob man die Aussichtin die Bucht toller finden soll oder dann doch lieber den Weg, der vor einem liegt.

Ganz unschottisch ist der Weg diesmal sehr gut und sorgfältig gekennzeichnet und erkennbar. Es sieht fast so aus, als habe jemand mit einem kleinen Rasenmäher einen Pfad in die Gänseblümchenwiese gemäht, durch die wir gehen.

Von den hier brütenden Vögeln sieht man zunächst wenig, dann aber immer mehr. Und im äußersten Zipfel der Halbinsel ist es dann für Ornithologen sicherlich ein Fest: Die verschiedensten Vögel stoßen ihre Rufe aus, segeln durch die Luft oder stolzieren hin und her. Da kann ich verstehen, dass wir bei der Anfahrt hierhin Fotografen mit den ganz dicken Geschützen gesehen habe.

Als wir gegen acht Uhr wieder am MoMo ankommen, steht die Sonne immer noch recht hoch am Himmel. Man merkt, dass es gegen Sommersonnenwende geht. Vor 11 Uhr wird es nicht wirklich dunkel. Aber unser Rhythmus stellt sich so langsam um. Annette stellt sich in die Küche und zaubert wieder ein leckeres Abendessen mit Puff Pastry. Und wir gehen einfach entsprechend später ins Bett, dann passt das auch wieder.

Aber als ich schon am Blogeintrag schreiben bin, meldet sich dann doch noch mal die Sonne mit einem tollen Untergang zu Wort. Ich gehe also noch mal kurz raus, auch wenn ich heute eigentlich schon genug frische klare Luft hatte. Aber wenn es sich so lohnt: Die Hebriden sind bisher ein feuchter Fotografentraum!

Morgens wache ich so gerade noch rechtzeitig auf.

Rechtzeitig? Haben wir denn einen Termin? Ja, den haben wir. Bei der netten Kellnerin haben wir gestern angefragt, ob wir auch als externe Hotelgäste ein schottisches Frühstück bekommen könnten. Geht natürlich klar und wir hatten gedacht, dass 8.30 Uhr eher zu spät ist. Aber wenn man so tief schläft, dass man erst 10 Minuten vorher wach wird, muss auch mal eine Katzenwäsche reichen…

Wir werden wieder mit schottischer Herzlichkeit begrüsst und lassen uns erst mal bedienen. Nein, keine beans bitte.

Ferry or not

Wir fragen dann nach, wie es mit einer Überfahrt zur südlicheren Nachbarinsel Barra aussieht. „Oh, das könnte schwierig werden!“ Wir gucken sie ungläubig an. Aber auch sie erzählt uns jetzt wieder die Geschichte, dass das Geschäft für Mai absolut untypisch total brummen wurde – sie seien seit Wochen ausgebucht!

Als wir dann bei CalMac checken, sieht es zunächst gar nicht so wild aus: Eine Fähre nach Barra würden wir heute problemlos kriegen. Aber eine Rückfahrt ist erst wieder in 4 Tagen frei! Für uns stellt sich also die Gretchenfrage, ob uns der Abstecher nach Barra wirklich ganze 4 Tage wert ist. Und wir überlegen und argumentieren hin und her. Sind von der Idee schon fast wieder ab. Wollen aber doch unbedingt hin. Und entscheiden uns dann doch dagegen. Es gibt doch noch so viel zu sehen! Die Uists! Lewis und Harris! Skye! Und das ist nur das „Notprogramm“, denn von der NC500 haben wir uns schon lange (und ohne Groll) verabschiedet.

Neubewertung

Wir wollen aber immerhin so nahe wie möglich an Barra heranfahren. Und das bedeutet: Einen Abstecher auf die südlich von Uist gelegene Insel Eriskay, die einfach über einen Damm erreicht werden kann.

Was für eine gute Entscheidung! Denn schon die kurze Fahrt dorthin ist ein Erlebnis. Ich weiß nicht, wie oft wir zwischendurch denken, dass das einfach alles zu kitschig schön ist, als dass es noch gut finden kann. Aber gut finden: können wir ziemlich gut! Denn der „Prince‘s Strand“, an dem angeblich Bonnie Prince Charlie das erste Mal schottischen Boden betreten hat, sieht von oben atemberaubend perfekt aus. Weiß, feinsandig und das Meer davor legt sich mit verschiedene Schattierung von smaragd bis türkis auch ordentlich ins Zeug.

Am Fähranleger finden wir noch einen allerletzten Parkplatz fürs MoMo. Etwas neidisch-wehmütig gucken wir den Glücklichen zu, die einen Platz auf der Fähre ergattert haben. Und fangen doch wieder an, zu grübeln. Was spricht eigentlich dagegen, die Überfahrt zu machen? Nach allem, was wir gelesen haben, wird es uns auf Barra bestimmt gut gefallen. Und was sind dann schon 4 Tage…? Lange Rede, kurzer Sinn: Die Fähre für 16.15 Uhr wird gebucht, die Rückfhart für Sonntag früh auch und wir gucken mal, was dazwischen passiert…

Prinzenstrand

Da wir durch unsere späte Entscheidung jetzt reichlich Zeit haben, steht einer kleinen Wanderung auf Eriskay nichts mehr im Weg. Außer der Insel selbst. Denn wir stellen fest, dass der Prince‘s Strand bei näherer Betrachtung dann doch zu großartig ist, als dass man ihn schnell wieder verlassen will. Wir gehen also zum anderen Ende und bestaunen und bewundern ohne es leid zu werden diesen großartigen An- und Ausblick.

Die Vorstellung, dass wir auf diesen Inseln jetzt Tag für Tag solch tolle Strände sehen dürfen, lässt uns schier platzen vor Freude. Vielleicht sind Strände wirklich die beste Idee, die der liebe Gott in seinen 6 Tagen hatte, um die Welt zu erschaffen. Die in den Hebriden hat er wahrscheinlich als Letztes angefertigt.Da war ihm die Wärme leider schon ausgegangen, aber sie sind wirklich wahre Meisterwerke!

Frisch machen

Während wir noch auf die Fähre warten, stellen wir fest, dass man hier an den Fährhäfen anscheinend mit dem Womo hervorragend stehen kann. Wir freuen uns über wunderbar heiße Duschen für einen lächerlichen Euro und sogar Frischwasser und Toilettenentsorgung sind vorgesehen.

Als wir dann die Fähre befahren, fühlt sich das wie ein kleines Abenteuer an. 4 Tage und es gibt kein Zurück!

Juwel mit Spätzünder

Auf Barra sind wir dann zunächst mal desorientiert. Wo wollen wir denn hin? Links rum oder rechts rum? Denn viel mehr als die A888 gibt es hier auch nicht!

Wir fahren erst mal zum Campingplatz an der Westküste, da in „Take the slow road“ dermaßen davon geschwärmt wird, dass es sich fast schon wie eine Sünde anhört, dort nicht hinzufahren. Der Platz selbst ist dann allerdings zwar toll gelegen, aber auch sehr klein. Jeder Platz hat quasi einen eigenen Balkon über dem Meer, von dem man eine tolle Aussicht hat. Aber es ist auch jeder Platz reserviert. Hm.

Wir fahren zurück zum Survival-Campingplatz, wie Annette ihn nennt. In Wirklichkeit ist es die Scurrival Campsite ganz im Norden der Insel. Und egal, wie toll der hochgelobte Platz in Borve auch sein mag: Dieser Platz hier gehört jetzt schon definitiv zu unseren absoluten Lieblingsplätzen!

Warum?

Schon die Anfahrt dorthin ist ein Erlebnis. Man fährt nämlich an den größten und schönsten Stränden vorbei, die man sich nur vorstellen kann. Und sie sind so groß, dass man sich auf Barra gedacht hat: Dann machen wir doch den Flugplatz draus! Das werden wir uns morgen mal aus der Nähe angucken!

Aber auch am Campingplatz selbst hat man einen tollen Blick auf die halbmondförmige Bucht, die vorgelagerten Inselchen und auch nach Uist, wo wir gestern noch gestanden haben, können wir rüberwinken.

Angus ist der Beste

Das allerbeste am Platz ist aber sein Betreiber. Angus John Morrison. Der kommt abends zum Kassieren und ist ein so liebenswerter und bemühter Gastgeber, dass man nur staunen kann. Es tut ihm fast mehr leid als uns, dass er noch nicht sagen kann, ob wir unseren hookup (also Strom) bekommen werden, da noch Gäste mit der letzten Fähre kämen, von denen er aber nicht mehr wisse, ob sie mit oder ohne Strom reserviert hätten. Und er überlegt, wie er es uns trotzdem einen möglichst bequemen Platz mit toller Aussicht verschaffen kann. Und das ganze auf eine herrlich bescheidene und unaufdringliche Art.

Wir überlegen eigentlich nur noch, ob wir gleich alle 4 Tage bei Angus bleiben möchten! Und da ist es uns auch ganz egal, dass es sich im Verlauf des Abends mehr und mehr zuzieht und fast gar kein blauer Himmel mehr zu sehen ist. Das wird trotzdem schön hier!

Die ersten ¾ des Tages lassen sich schnell zusammenfassen: Rausgeguckt. Wolken und Regen. Abgewartet. Aufgeräumt und Blog gepflegt. Mittags Ortswechsel zum Campingplatz in Strontian. Noch mehr Regen. Virtuelle und echte Batterien aufgeladen.

Vorsichtiger Spaziergang

Als die dicksten Regenpakete durch zu sein scheinen, ziehen wir uns regensicher an und brechen zu den Ariundle Oakwoods auf. Uralte Eichenbäume, wie sie hier in der Nähe der Atlantikküste früher noch viel häufiger vorgekommen sein müssen.

Auf den ersten Metern sieht das noch ich sehr einladen aus. Das gesamte Gebiet um den Strontian River wurde gerodet und sieht ziemlich verwüstet aus. Nicht schön. Aber schon bald tauchen wir in den eigentlichen Eichenwald ein und sind mal wieder geflasht.

Fluffy Woods

Das sieht mit seinen an allen Ecken und Enden bemoosten Mauern, Bäumen und Böden umgeben von Tausenden von Bluebells herrlich verwunschen aus.

 

Und wenn man schon gerne Bäume umarmt, dann doch bitte solche, die sich auch entsprechend kuschelig angezogen haben!

Der über den sumpfigen Boden führende Steg durch Birkenwäldchen erinnert uns dann sehr an Schweden. Und auch der steinige, sanft plätschernde Strontian River könnte so ähnlich auch in Skandinavien zu finden sein.

Fairies Road

An der Brücke, die unseren Rundweg komplett machen soll, haben wir die Wahl: Runde abschließen oder am “richtigen” Flussufer zurück zum Campingplatz?

Wir entscheiden uns für die Fairies Road genannte Strecke und gehen im wieder etwas stärker werdenden Regen zurück zum Campingplatz. Aber mit einer kleinen Überraschung: Denn der Weg führt uns noch mal in die Höhe, so dass wir ganz gut ins Schwitzen geraten. Belohnt werden wir mit einem Ausblick ins Tal und wieder freundlicher werdendem Wetter, das sogar mal ein paar Sonnenstrahlen spendiert.