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Gemütliche Rückreise

Wettermäßig müssen wir uns um nichts kümmern. Es scheint einfach immer die Sonne. Was ein Luxus!

Annette hatte die gute Idee, dass wir vor der Abfahrt doch noch eine kürzere Wanderung machen könnten. Vom Rochers de Castelviel soll man einen schönen Ausblick auf das Tal der Ardèche haben.

Wir kleiden uns also wieder mehrlagig und machen uns auf den Weg. Da es heute aber wesentlich weniger windig, aber genau so sonnig ist und dazu noch bergauf geht, müssen wir das schnell ändern. Die Jacken wandern in den Rucksack und geschwitzt wird trotzdem noch. Aber wir wollen uns nicht beschweren!

Ardècheblick

Auf dem Weg werden wir mit kleinen Raupen übersät. Diese hängen quasi an Fäden (oder sind es doch Spinnweben?) mitten im Weg und reisen alsbald per Anhalter mit.

Als wir am Schild für den Rochers ankommen sind wir zunächst mal irritiert. Denn hier gibt es so ungefähr gar keine Aussicht. Stattdessen: Bäume, Bäume, Bäume. Aber ein Hinweisschild verrät den schmalen Pfad zum Panorama. Und von dort hat man dann wirklich gute Ausblicke auf Teile der Schlucht. Eine lohnende 2-Stunden-Wanderung!

Belohnung bei Drillo

Als Belohnung folgt Annettes zweiter guter Einfall: Ein Mittagsmenu im Le Drillo. Dieses Restaurant an der tollen Brücke über die Ardèche bietet nämlich eine Formule unique midi (Mittagsmenü) für 17,50€. Müssen wir ausprobieren!

Wir finden wieder mal ein gut gefülltes Restaurant vor und sind froh, dass wir noch einen Tisch kriegen ohne reserviert zu haben.

Das Essen ist dann optisch ein absolutes Highlight. Und auch geschmacklich gut – nur leider ist mein Stiergulasch (Gardiane de taureau) offensichtlich von einem Rentnerstier gewesen. Zäh und trocken. Aber immerhin mit leckerer Sauce!

Sprung ins Beaujolais

Jetzt heißt es aber Kilometer fressen. Wir fahren bis Montelimar auf der Landstraße und wechseln dort auf die Autobahn – es ist dort einfach entspannter zu fahren. Wenn man mal von Lyon absieht. Hier kommen wir in den Feierabendverkehr und können uns im Stau ein bisschen die Uferstraße an der Rhône angucken…

Als wir den schlimmsten Stau hinter uns lassen, können wir kaum glauben, dass unser Ziel im Beaujolais nur noch eine halbe Stunde entfernt sein soll. Aber es ist tatsächlich so. Die quälende Stadtdurchfahrt ist schnell vergessen, als wir im untergehenden Sonnenlicht in die Weinberge hineinfahren. Schön hier!

Weinprobe mit Aussicht

Und der Stellplatz an der Domaine Croifolie ist dann tatsächlich so gut wie erhofft. Nein, eigentlich noch besser. Denn der Womo-Stellplatz ist ein kleines, extra für Womotouristen angelegtes Plateau mit toller Luxus-Weitsicht. Der Winzer, Gérard Crozet, begrüßt uns freundlich und bietet sofort eine Weindegustation an. Und als wir nach einer Boulangerie fragen (die es im Ort aber leider nicht gibt), holt seine Mutter aus dem Tiefkühl noch ein halbes Baguette, damit wir nicht verhungern.

Und dann wird erst mal Wein gepichelt und in einem unbeholfenen Mix aus Deutsch-Französisch unterhalten wir uns mit Gérard, der uns geduldig alles erklärt, was es zu wissen gibt. Am Ende wandern dann ein paar Flaschen Rosé, Roter und sogar ein süßer Aperitifwein ins MoMo. Hat sich für alle Beteiligten gelohnt!

Adieu, Provence

Schon unser letzter Tag in der Provence! Daher versorgen wir uns im lokalen Delikatessengeschäft von Jean Martin noch mal mit leckerem Proviant für Zuhause. Und den Einkaufstrip setzen wir in St.-Remy-de-Provence fort. Dort ist nämlich Markttag.

Auf dem Markt

Und in Frankreich lässt es sich immer ganz wunderbar auf dem Markt probieren und einkaufen. Also wandern Oliven, Käse, Maccarons, Tapenade und mehrere Mini-Quiches in unsere Einkaufstasche. Mjam!

Ein besonderer Renner ist ein asiatischer Stand, vor dem sich eine regelrechte Schlange gebildet hat – da können die anderen Marktbeschicker nur neidisch gucken.

Aber auch sonst gefällt es uns in St. Remy richtig gut. Genau die Art von kleiner Stadt, wie wir sie in Frankreich mögen. Alleine schon die kleinen Details an den individuellen Läden sind es wert, beachtet zu werden. Wenn man da an die uniformierten oder gleich komplett leerstehenden Läden Zuhause denkt!

Idyll am See

Kurz hinter St. Remy finden wir einen erstklassigen Picknickstop an der Straße nach Maillane. Ein kleiner See, geschützt durch eine wirklich übel verschlaglöcherte Straße. Aber wenn man die erst mal geschafft hat (es sind nur ein paar hundert Meter) wird es richtig gut. Denn es gibt ein paar Beton-Picknicktische direkt am See und es herrscht eine unglaublich friedlich-sonnige Stimmung über dem Platz, der offensichtlich nur von einer Handvoll Einheimischer für eine Mittagspause besucht wird.

Wir packen einen Großteil unserer Einkäufe auf den Tisch und schlemmen mit Blick auf den See, dessen Umgebung schon mehr als zartes Frühlingsgrün trägt. Da passt dann das Glockengebimmel einer Schafherde wie das Tüpfelchen aufs i.

Die Schafe, ergänzt durch eine ebenso große Ziegenherde, kommen uns dann sogar besuchen. Interessiert und wenig respektvoll kommen sie auch den Hunden reichlich nahe. Mia interessiert das aber herzlich wenig und Elli hält brav die Stellung und passt aufmerksam aufs Frauchen auf. Und da die Ziegen ihr nichts tun, tut sie denen auch nichts. Nicht mal einen prophylaktischen Beller. So einfach kann es sein!

Au revoir et bienvenue

Da wir aber die Rückreise einläuten wollen, muss das MoMo sich noch mal bewegen. Wir verlassen die Provence mit leichtem Wehmut (eine Woche ist nun wirklich bei weitem nicht genug Zeit für diesen schönen Flecken Erde) und trösten uns mit einem Lieblingsort aus dem Sommer 2017: Aiguèze, das mittelalterliche Dorf oberhalb der Ardèche.

Wir finden den Stellplatz oberhalb des Dorfes leicht verändert vor. Es kostet jetzt 5€ und der Platz ist mit großen Steinklopsen vom PKW-Bereich abgetrennt. Was bedeutet, dass „unser“ Platz vom letzten Mal jetzt unerreichbar im PKW-Bereich liegt. Ist aber gar nicht so schlimm, denn wir finden einen noch besseren Platz mit Logenblick auf das Dorf. Sehr schön!

Ausgestorbenes Nest

Als wir dann durch Aiguèze gehen, kommen wir uns vor wie in einem geschlossenem Freilichtmuseum. Es ist alles da, einzig die Leute fehlen. Wir fotografieren auch diesmal gerne die schönen, kleinen Details und haben sogar das Glück, dass wenigstens das Café geöffnet hat. Und mit einem Pastis läuten wir dann den beginnenden Abend ein und genießen, das wenigstens das Licht warm ist. Ansonsten gilt nämlich auch hier: kalter Wind, dicke Jacke.

Wie schön, dass man es sich dann im MoMo gemütlich machen kann!

Die großen 12 aus 2017

Auch in diesem Jahr gibt es wieder unseren Jahresrückblick. Eine ereignisreiches und seeehr frankreichlastiges MoMo-Jahr geht zu Ende.

Hier also wie immer in bewährtem Countdown von 12-1 unsere Großen 12 aus 2017! Ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt euch zum entsprechenden Blogeintrag.

Lourdes

Dass sich Lourdes in unseren Top 12 finden würde, hätte ich mir vorher auch nicht ausmalen können. Denn eigentlich war es nicht mal auf unserer Agenda für diesen Sommer. Aber nach dem Schock mit dem Hagelunwetter in Torla und dem fluchtartigen Verlassen Spaniens war die unfassbar friedliche Atmosphäre beim Abendgebet an der Basilika ein gutes Kontrastprogramm zum dramatischen Beginn des Tages.

Dahner Felsenpfad (Pfalz)

Ich weiß nicht, wie häufig ich bei der Wanderung auf dem Felsenpfad „Wie toll ist das denn?“ vor mich hin gemurmelt habe. Denn eine solche Farbenpracht, noch dazu mit roten Sandsteinfelsen war so ein bisschen wie die Zusammenkunft vom kanadischen Indian Summer mit den Red Rocks aus dem Südwesten der USA im Kleinformat. Und das mehr oder minder vor der Haustür!

Plage de la Palue (Crozon)

Das nenne ich doch mal einen Strand! Riesig breit, riesig weit und kaum eine Menschenseele unterwegs. Und wir mit dem MoMo direkt oberhalb. Ein Luxusausblick auf den Pointe de Pen-Hir inklusive.

Mont St. Odile (Elsass)

Auch mal schön: Über den Wolken, aber ohne Flieger. Das hübsch angelegte Kloster bietet sicherlich bei klarer Sicht einen fantastischen Ausblick hinunter ins Tal. Wir fanden aber den Blick, für den das Wort „Wolkenmeer“ erfunden worden ist, fast noch besser. Schade, dass die Bilder das nur unzureichend wiedergeben können!

Pointe de Corsen (Bretagne)

Plage de Ruscumunoc

Kennt ihr das, dass man sich an einem Ort spontan und unerklärlicherweise wohl und zuhause fühlt? So ging uns das am etwas nördlich vom Pointe de Corsen gelegenen Strand. Und die Aussicht auf vorbeiziehende Delfine hat dann auch nicht geschadet.

Aiguèze (Ardeche)

In einer so trubeligen Gegend wie der Ardeche im Sommer noch einen friedlichen und vergleichsweise verschlafenen Ort zu finden, ist schon ein Glücksfall. Und wenn man vorher die Corniche entlang der Ardeche gefahren ist, kann man sich auf dem urigen, hoppeligen und schiefen Stellplatz oberhalb des Ortes niederlassen und die Eindrücke erst mal sacken lassen. Wunderbar!

Lac d’Oo (Pyrenäen)

Ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch. Eingerahmt von hohen Bergen und einen großen Wasserfall gibt’s zusätzlich auch noch zu bestaunen. Einziger Wermutstropfen: Der Aufstieg ist ganz schon steil. Zumindest, wenn man ihn im Hochsommer in der Mittagshitze macht. Nicht schlau, nicht nachmachen.

Point Sublime (Tarn)

Wieder mal verblüffend: Wir befinden uns in Südfrankreich, im Hochsommer, an einer der bekanntesten Attraktionen der Region. Aber als wir die (zum Glück!) auch schon nicht übermäßig frequentierte Talstraße entlang des Tarn Richtung Aussichtspunkt verlassen, haben wir ganz oben einen grandiosen Ausblick ins Tal nahezu für uns alleine. Und auch der Campingplatz hier oben ist unverständlicherweise nicht besonders frequentiert und in Folge dessen herrlich ruhig.

Baume-les-Messieurs (Jura)

Das Jura hatten wir für die Sommerreise gar nicht als Reiseziel auf dem Schirm. Aber wie das so ist, wenn man sich treiben lässt: Man findet die schönsten Plätze per Zufall. Und der Taleinschnitt mit dem pittoresken Ort, der mangels Beleuchtung von uns leider nicht besichtigten Grotte und dem einfachen, aber saugemütlichen Stellplatz am Bach, der durchs Tal plätschert, gehört zu den „Da müssen wir unbedingt wieder hin“-Orten.

Cordes-sur-ciel (Okzitanien)

Wir haben ja schon viele mittelalterliche Örtchen gesehen. Auch auf dem Berg gelegen. Auch abends. Aber die Stimmung in Cordes-sur-ciel war speziell. Die extrem steilen Rampen, die es hinaufgeht. Das mehrmalige „Jetzt sind wir aber oben – ach nee, doch nicht!“-Gefühl muss man einfach erlebt haben und lässt sich mit Worten schlecht beschreiben. Dass wir dann noch eine kostenlose Feuershow mit Herzblut dargeboten bekamen, war dann das Tüpfelchen auf dem i. Auch hier waren wir nicht das letzte Mal!

Puy Mary (Auvergne)

Die Auvergne hatten wir als „irgendwie lohnend“ auf dem Zettel. Wo man auf dem Heimweg mal Station machen kann. Dass es aber so super ist, hat uns keiner gesagt! Da war das nette, aber auch sehr touristische Salers nur der Auftakt für eine grandiose Tour mit tollen Aussichten und der Kletterpartie hinauf auf den Puy Mary, einen der vielen erloschenen Vulkane in der Gegend. Wir hatten eher Eifel erwartet, haben aber Schweiz bekommen. Merci!

Brignogan Plage (Bretagne)

Was ein toller Ort! Sicherlich auch wegen der tollen Fotogelegenheit bei einem spektakulären Sonnenuntergang ein Lieblingsort 2017. Aber auch der ganze Rest mit dem Lost Campingplatz, dem Freilichtmuseum in Meneham und dem Sentier Côtier entlang des Strandes mit seinen eigenwilligen Felsen stimmt einfach.

Corniche und Lieblingsdorf

Das leckere Baguette und die köstlichen Croissants versöhnen mich ein bisschen mit unserem Campingplatz. Und auch das Betrachten der Szenen, wenn die Kanus an den Untiefen vor dem Campingplatz stecken bleiben, hat Unterhaltungswert.Ardèche-001-2.jpg

Wir begeben uns dann auf die Corniche, die Route Touristique, die uns weit oberhalb des Flusses entlang führt. Meine Befürchtungen, dass dies an einem touristischen Hotspot kein Zuckerschlecken sein wird, scheinen sich auch zunächst zu bestätigen. Am prägnanten Bogen über der Ardèche, dem Pont d’Arc, begegne ich in einer ohnehin schon engen Kurve einem Bus und der Parkplatz ist überfüllt. Menschenmassen allüberall.Ardèche-001.jpg

Ardèche-001.jpgDoch wie durch ein Wunder lösen sich nach diesem trubeligen Ort all meine Sorgen in Wohlgefallen auf. An einem Mini-Aussichtspunkt zu Beginn bin ich noch ganz beglückt, dass wir mit dem MoMo ebenfalls einen Platz finden. Im Laufe der weiteren Fahrt stellt sich aber heraus, dass wir fast überall, wo wir stehen wollen, auch stehen können. Denn so voll ist es auf der Strecke kurioserweise gar nicht! Kein einziger Bus kommt uns mehr entgegen und auch an den Parkplätzen geht es eher gemütlich zu. Toll!Ardèche-002.jpgArdèche-003.jpg

Ardèche-003.jpgUnd so können wir uns ganz den verschiedenen Aussichten ins Tal hinab zu den Kanuten und entlang der beeindruckend steilen Felswände hingeben. So macht das Spaß!Ardèche-010.jpg

Ardèche-015.jpgArdèche-019.jpgArdèche-02.jpg

Es entwickelt sich ein lustiges Hop-on-hop-off. An den Aussichtspunkten trifft man immer wieder „Bekannte“, die am vorigen Belvedere auch schon neben einem standen. Ein bisschen staunen, ein bisschen genießen. Repeat.Ardèche-030.jpg

Am Ende der Fahrt auf der Corniche landen wir in Saint-Martin-d’Ardèche, dem ersten Ort, der wieder eine Brücke über die Ardèche im Angebot hat. Und noch dazu eine besonders schöne Hängebrücke. Dummerweise nur für Womos gesperrt, was uns einen Umweg von 15km beschert, da wir ins gegenüber liegende Aiguèze wollen. Im Womoführer steht zwar, dass man ja selbst entscheiden kann, wie gesetzestreu man ist, aber als wir die Polizeikontrolle an der Abzweigung zur Brücke sehen, bin ich ganz froh, dass wir ohnehin Schisser waren…Ardèche-004.jpg

Vom Stellplatz in Aiguèze hatte ich schon die dollsten Berichte gelesen. Super Platz, schönes Städtchen, alles wunderbar. Also eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Was soll ich sagen: Stimmt alles! Nicht mal überfüllt ist (und wird) es! Man sucht sich auf einem durchaus charmant-chaotischen Parkplatz zwischen kleinen, knorrigen Bäumchen einen Platz, gleicht die überall vorhandene Schräge tunlichst mit Keilen aus und steht etwas oberhalb des malerischen Ortes und der Ardèche. Perfekt!Ardèche-036.jpg

Ardèche-078.jpgArdèche-053.jpgAm Nachmittag gehen wir dann in den Ort hinunter und sind sofort verliebt. Das ist wirklich einer der kleinen Orte, für die man Frankreich so sehr lieben kann. Verwinkelt, alt, mit dem Charme des leicht verkommenen, aber nicht wirklich ungepflegten. Genau mein Ding! Und so fotografieren wir um die Wette, genießen das geradezu klassische Treiben in der Dorfmitte mit Boule spielenden französischen Charakterköpfen, Cafés und einem Gläschen Pastis.Ardèche-093.jpg

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Und den Abend mit einem Gläschen Rotwein in der lauschigen Abendstimmung am MoMo ausklingen zu lassen, hat dann schon viel vom südfranzösischem entspanntem Savoir vivre.Ardèche-08.jpg