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Auch in diesem Jahr gibt es wieder unseren Jahresrückblick. Eine ereignisreiches und seeehr frankreichlastiges MoMo-Jahr geht zu Ende.

Hier also wie immer in bewährtem Countdown von 12-1 unsere Großen 12 aus 2017! Ein Klick auf die jeweilige Überschrift bringt euch zum entsprechenden Blogeintrag.

Lourdes

Dass sich Lourdes in unseren Top 12 finden würde, hätte ich mir vorher auch nicht ausmalen können. Denn eigentlich war es nicht mal auf unserer Agenda für diesen Sommer. Aber nach dem Schock mit dem Hagelunwetter in Torla und dem fluchtartigen Verlassen Spaniens war die unfassbar friedliche Atmosphäre beim Abendgebet an der Basilika ein gutes Kontrastprogramm zum dramatischen Beginn des Tages.

Dahner Felsenpfad (Pfalz)

Ich weiß nicht, wie häufig ich bei der Wanderung auf dem Felsenpfad „Wie toll ist das denn?“ vor mich hin gemurmelt habe. Denn eine solche Farbenpracht, noch dazu mit roten Sandsteinfelsen war so ein bisschen wie die Zusammenkunft vom kanadischen Indian Summer mit den Red Rocks aus dem Südwesten der USA im Kleinformat. Und das mehr oder minder vor der Haustür!

Plage de la Palue (Crozon)

Das nenne ich doch mal einen Strand! Riesig breit, riesig weit und kaum eine Menschenseele unterwegs. Und wir mit dem MoMo direkt oberhalb. Ein Luxusausblick auf den Pointe de Pen-Hir inklusive.

Mont St. Odile (Elsass)

Auch mal schön: Über den Wolken, aber ohne Flieger. Das hübsch angelegte Kloster bietet sicherlich bei klarer Sicht einen fantastischen Ausblick hinunter ins Tal. Wir fanden aber den Blick, für den das Wort „Wolkenmeer“ erfunden worden ist, fast noch besser. Schade, dass die Bilder das nur unzureichend wiedergeben können!

Pointe de Corsen (Bretagne)

Plage de Ruscumunoc

Kennt ihr das, dass man sich an einem Ort spontan und unerklärlicherweise wohl und zuhause fühlt? So ging uns das am etwas nördlich vom Pointe de Corsen gelegenen Strand. Und die Aussicht auf vorbeiziehende Delfine hat dann auch nicht geschadet.

Aiguèze (Ardeche)

In einer so trubeligen Gegend wie der Ardeche im Sommer noch einen friedlichen und vergleichsweise verschlafenen Ort zu finden, ist schon ein Glücksfall. Und wenn man vorher die Corniche entlang der Ardeche gefahren ist, kann man sich auf dem urigen, hoppeligen und schiefen Stellplatz oberhalb des Ortes niederlassen und die Eindrücke erst mal sacken lassen. Wunderbar!

Lac d’Oo (Pyrenäen)

Ein Bergsee wie aus dem Bilderbuch. Eingerahmt von hohen Bergen und einen großen Wasserfall gibt’s zusätzlich auch noch zu bestaunen. Einziger Wermutstropfen: Der Aufstieg ist ganz schon steil. Zumindest, wenn man ihn im Hochsommer in der Mittagshitze macht. Nicht schlau, nicht nachmachen.

Point Sublime (Tarn)

Wieder mal verblüffend: Wir befinden uns in Südfrankreich, im Hochsommer, an einer der bekanntesten Attraktionen der Region. Aber als wir die (zum Glück!) auch schon nicht übermäßig frequentierte Talstraße entlang des Tarn Richtung Aussichtspunkt verlassen, haben wir ganz oben einen grandiosen Ausblick ins Tal nahezu für uns alleine. Und auch der Campingplatz hier oben ist unverständlicherweise nicht besonders frequentiert und in Folge dessen herrlich ruhig.

Baume-les-Messieurs (Jura)

Das Jura hatten wir für die Sommerreise gar nicht als Reiseziel auf dem Schirm. Aber wie das so ist, wenn man sich treiben lässt: Man findet die schönsten Plätze per Zufall. Und der Taleinschnitt mit dem pittoresken Ort, der mangels Beleuchtung von uns leider nicht besichtigten Grotte und dem einfachen, aber saugemütlichen Stellplatz am Bach, der durchs Tal plätschert, gehört zu den „Da müssen wir unbedingt wieder hin“-Orten.

Cordes-sur-ciel (Okzitanien)

Wir haben ja schon viele mittelalterliche Örtchen gesehen. Auch auf dem Berg gelegen. Auch abends. Aber die Stimmung in Cordes-sur-ciel war speziell. Die extrem steilen Rampen, die es hinaufgeht. Das mehrmalige „Jetzt sind wir aber oben – ach nee, doch nicht!“-Gefühl muss man einfach erlebt haben und lässt sich mit Worten schlecht beschreiben. Dass wir dann noch eine kostenlose Feuershow mit Herzblut dargeboten bekamen, war dann das Tüpfelchen auf dem i. Auch hier waren wir nicht das letzte Mal!

Puy Mary (Auvergne)

Die Auvergne hatten wir als „irgendwie lohnend“ auf dem Zettel. Wo man auf dem Heimweg mal Station machen kann. Dass es aber so super ist, hat uns keiner gesagt! Da war das nette, aber auch sehr touristische Salers nur der Auftakt für eine grandiose Tour mit tollen Aussichten und der Kletterpartie hinauf auf den Puy Mary, einen der vielen erloschenen Vulkane in der Gegend. Wir hatten eher Eifel erwartet, haben aber Schweiz bekommen. Merci!

Brignogan Plage (Bretagne)

Was ein toller Ort! Sicherlich auch wegen der tollen Fotogelegenheit bei einem spektakulären Sonnenuntergang ein Lieblingsort 2017. Aber auch der ganze Rest mit dem Lost Campingplatz, dem Freilichtmuseum in Meneham und dem Sentier Côtier entlang des Strandes mit seinen eigenwilligen Felsen stimmt einfach.

Dass ich das jetzt im Womoblog veröffentliche ist jetzt ein bisschen geflunkert. Denn natürlich hält das MoMo brav Winterschlaf und wir waren ganz schnöde mit dem PKW unterwegs.

Aber das China Light Festival im Kölner Zoo ist wirklich der Kracher. So viele schöne Fotos! Und auch die Atmosphäre ist etwas ganz besonderes: Die Tiere befinden sich praktisch alle schon in den (geschlossenen)Tierhäusern – lediglich ab und zu hört man mal einen Esel schreien oder die Pinguine empört meckern, wenn man ihnen zu nah kommt. Denn der Star sind abends, wenn der Einlass zum China Light Festival überhaupt erst beginnt, die Lichtinstallationen.

Alle in einem comichaft-realisitischen Chinastil. Und. vor allem: Alles Unikate! Nicht in irgendeiner Fabrik nach Schema F gegossen, sondern jedes Licht-Tier hat regelrecht einen individuellen Charakter. Und im gesamten Zoo blinkt und funkelt es.

Wir waren fast die gesamten 4 Stunden Öffnungszeit (17.30-21.30 Uhr) dort und sind so gerade mit allem durchgekommen. Zugegeben, durchs Fotografieren hat das sicherlich länger als nur ein Spaziergang gedauert. Aber man kann und sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Installationen zu bestaunen. Eine tolle Sache, die auch den üppigen Eintritt von 16€ rechtfertigt. Guckbefehl!

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Wir machen uns einen gemütlichen Tag auf dem Weingut. Das Wetter ist allerprächtigst und wir haben keine Eile mit dem Aufbrechen. Heute wird unser letzter reiner Urlaubstag und wir zelebrieren ihn noch einmal so richtig. Was heißt: Sonne tanken, lesen, ein bisschen bewegen, aber nicht zu viel und: lecker Essen.

Rückblickend hat sich das mit dem Essen in den letzten Wochen doch als kleiner Schwerpunkt herausgestellt und wir denken gerne an die schönen und leckeren Essenserlebnisse zurück. Den Besuch auf der heimischen Waage blenden wir im Geiste dann aber doch lieber aus…


Wir haben uns für heute noch einmal das Einkehren auf unserer Wanderung durch die Weinberge vorgenommen. Aber Oh Graus! Der Dienstag scheint so ziemlich allen Häusern in der Gegend als Ruhetag heilig zu sein. Immer, wenn ich eine mögliche Route ausgetüftelt habe, stelle ich fest, dass bei der Einkehrmöglichkeit „Dienstag geschlossen“ steht. Hm. Aber wie es der Zufall will, hat ausgerechnet der Marienhof ganz in der Nähe rund ums Jahr jeden Tag auf. Bis auf Weihnachten. Nichts wie hin!

Der Weg durch die Weinberge ist ganz wunderprächtig, da alle Reben mit üppigen Traubenbündeln bestückt sind. Zusammen mit dem sonnigen Wetter und dem leichten Wind ganz schön schön hier! Und als wir uns auf der Terrasse vor dem Marienhof niederlassen, hat das ganze mit Zypressen und Palmen fast schon einen toskanischen Einschlag.

Als wir beglückt und gesättigt weitergehen wollen, schlagen Mittagstief und Schweinehund gemeinsam zu und plädieren für einen letzten gemütlichen Nachmittag vor dem MoMo anstatt noch weiter durch die Weinberge zu stapfen. Die beiden haben leichtes Spiel und so finden wir uns alsbald am Weingut wieder.


Dort wartet auch noch die Weinprobe auf uns, die wir im Frühjahr ja zeitlich nicht mehr geschafft hatten. Diesmal sind wir jedoch sehr gewissenhaft und erfolgreich und am Ende auch durchaus fröhlich…

Da es uns gestern so gut bei den von der Leyens geschmeckt hat, beschließen wir, stilecht die Reise mit einem letzten Abendessen dort zu beenden. Wir werden nicht enttäuscht und als wir zuguterletzt von der netten Bedienung als Stammgäste noch einen Mirabellenschnaps spendiert bekommen, ist das ein schöner Abschluss für eine (bis auf die MoMo-Pannen und -Verluste) ausgesprochen schöne und entspannte Reise.


Morgens machen wir einen kleinen Spaziergang zum „Jardin pour la Paix“. Das glauben wir gerne, dass der sehr friedlich ist. Denn mit 5€ Eintritt für ein kleines Gärtchen und Hundeverbot fällt uns die Entscheidung nicht schwer, ihn seinem friedlichen Schlummer zu überlassen. Vor allem, wenn auf dem Vorplatz auch schon schöne Blümchen zu finden sind. Und welche von diesen überdimensionierten Möbeln, auf denen man auf einmal aussieht, als wäre man noch mal Kleinkind.

Nachdem wir das Ortsschildfoto mit Annette nachgeholt haben, sagen wir Frankreich nach wenigen Kilometern endgültig Adieu. Schön war’s mit dir, Frankreich, wir kommen schon bald wieder!

Schon kurz hinter der Grenze wartet Zweibrücken auf uns. Da ja bei uns Zuhause in Lennep der Bau eines Design-Outlet-Centers (DOC) kurz vor Baubeginn steht, überzeugen wir uns selbst noch mal davon, wie sich das dann anfühlen wird. Und da schlagen nach wie vor zwei Herzen in unserer Brust.

Denn wir gehen ja seit unserer USA-Reise 2004 sehr gerne in solche Outlets. Aber die Amis und auch die Zweibrückener wissen ja auch, wie man das schlau macht. Man nehme: Reichlich Platz, großzügige Parkflächen, bequeme An- und Abreise. Und wenn ich mir die enormen Mengen an Autos angucke, die hier an einem Montag(!) in einer strukturschwachen(!) Gegend im Grenzgebiet anreisen, dann will ich mir den alltäglichen Verkehrskollaps mitten in unserer Lenneper Altstadt mit den Millionen potentiellen Besuchern aus Rhein- und Ruhrgebiet vor der Haustür lieber nicht vorstellen. Meine Vorhersage für die ersten Betriebsmonate:

„Mit einem solchen Ansturm hatten wir nicht gerechnet.“

„Das wird sich noch geben, nach dem ersten Monat wird sich das normalisieren.“

„Da wird man noch nachsteuern müssen.“

„Wir sind in guten Gesprächen mit dem Betreiber um hier die Abläufe zu optimieren.“

„Ortskundige Autofahrer werden gebeten, auf Alternativstrecken auszuweichen.“

„Das Verkehrsgutachten wurde nach wissenschaftlichen Standards erstellt.“

„Ein Ausbau der Straßen ist nicht weiter möglich und der Bedarf war so nicht vorhersehbar.“

„Eine erhöhte Feinstaubbelastung ist nicht festzustellen.“

Ich möchte wetten, dass wir von diesen 8 Aussagen mindestens 5 so, oder so ähnlich zu hören bekommen. Nimmt jemand diese Wette an?

Aber zurück zu Zweibrücken: Die großen Modenamen findet man mittlerweile eh in jedem Outlet und man ergänzt sie dann lokal damit, was noch passt. Hier ist es z.B. die coole Modemarke „The Kooples“ aus Paris, die wirklich tolle und leider aber auch großteils unbezahlbare Kleidung anbieten. Ich finde wenigstens ein paar Teile, aber Annettes schicke Lederjacke für 440€ bleibt erst mal ein Traum. Dabei war das so ein Schnapper – der (ausnahmsweise mal echte) Ladenpreis lag bei 800€…

Nach unserem Shopping-Marathon geht es dann weiter in die Pfalz. Wir kehren zurück zum Weingut Eberle, wo wir schon zur Mandelblüte so gut untergekommen waren. Es ist immer schön, wenn man an einen Ort zurückkehrt, wo man sich schon ein bisschen auskennt und ein paar Lieblingsecken hat.

Eine solche Lieblingsecke ist zum Beispiel das Restaurant Winzergaststätte Grafen von der Leyen, wo wir sicherheitshalber und berechtigterweise für abends einen Tisch reserviert haben.

Denn als wir ankommen, brummt der Laden und wir werden noch einen Moment vertröstet, bis unser Tisch neu eingedeckt ist. Beim Warten unterhalten wir uns mit einem anderen, ebenfalls wartenden Ehepaar und als der Tisch fertig gedeckt ist, beschließen wir, uns diesen Tisch zu teilen und kommen bei einem erneut ausgesprochen leckeren Essen angeregt ins Gespräch über dies und das und jenes. Es tut nach den vielen nur mühsam geradebrechten Französischbröckchen oder manchem Smalltalk auf Englisch auch mal wieder gut, sich einfach in der Muttersprache zu unterhalten. Hat was!

Man merkt wieder, dass wir in bergiger Gegend sind. Die Nacht war kühl und morgens ist es draußen am See herrlich dampfig und frisch.

Da die Sonne aber volles Rohr scheint, lassen wir uns nicht verdrießen und frühstücken draußen – wahrscheinlich das letzte Mal in diesem Urlaub…

Denn auch heute geht es ein Stück weiter Richtung Norden. Wir fahren mitten durch die Vogesen. Und als wir am Lac de Pierre-Percèe Zwischenstopp machen, sieht es wirklich schwer nach Sauerland aus. Stausee und Nadelholz, so weit das Auge reicht.

Aber je weiter wir der deutschen Grenze kommen, um so flacher wird das Land und um so heimischer fühlt man sich bei Ortsnamen wie Domfessel und Lorentzen. Wir genießen vor allem die geschwungene Landschaft, die wir hier vorfinden. Auf eine unspektakuläre Weise schön.

Vogesen-070.jpgUnseren Zielort haben wir uns zunächst wegen des skurrilen Namens ausgesucht: Bitche. Aber als wir gesehen haben, dass es a) einen anscheinend feinen Womostellplatz gibt und b) eine sehr fotogene Festung, haben wir beschlossen, dass das genau der richtige Ort für unsere letzte Nacht in Frankreich ist.

Den Fotostopp mit Annette am Ortsschild verschieben wir zunächst einmal. Dafür mache ich mich wenig später auf eine Foto-Festungsbesichtigung, während Annette mit den Hunden eine Umrundung vorzieht.

Was man nicht so auf dem Schirm hat und was die Fotos nicht hergeben: Das Ding ist verdammt groß! Von den Dimensionen locker mal so groß wie die größten Kreuzfahrtschiffe, aber halt nicht ganz so luxuriös.

Als abends dann die Festungsbeleuchtung angeschmissen wird, zieht es uns noch mal zu einer abendlichen Umrundung aus dem MoMo. Jetzt haben wir die Bastei ganz für uns alleine und genießen die Ruhe und besondere Atmosphäre rund um die Festungsanlage. Schafe inklusive.

Wenn der (allerdings dezente) Lärm von der Nationalstraße nicht wäre, wäre unser Übernachtungsplatz schon ein sehr perfekter Stellplatz. Ruhig geschlafen und eine verzauberte Morgenstimmung. Schön hier!

Wir kaufen voraussichtlich ein letztes Mal im SuperU ein, wo sich hier anscheinend der Eigentümer auch bei der Gestaltung selbst verwirklicht hat. Hat aber was! Und auch das für so einen kleinen Ort bemerkenswerte internationale Biersortiment ist eine Besonderheit. Wir fragen uns, ob es die Leichtigkeit des Urlaubs ist, oder ob es sich in französischen Supermärkten allgemein angenehmer einkaufen lässt. Alles wirkt irgendwie großzügiger, aufgeräumter und vom Frischsortiment deutlich ansprechender.

Cascade du Tendon-001-Bearbeitet.jpgWir widmen uns heute mal der Erkundung der Vogesen. Im Parc Naturel regional des Ballons des Vosges sieht es ein bisschen nach Sauerland aus. Wir besuchen die Cascades Du Tendon, die es im Doppelpack gibt. Einmal als Petit und einmal als Grand.

Wir fangen natürlich mit den kleinen an, damit man sich noch steigern kann. Ist auch eine gute Entscheidung, denn dort bekommt man mitten im Wald mittags noch gut einen Parkplatz und kann dann den halbstündigen Weg zu den großen Fällen machen.

Cascade du Tendon-034-Bearbeitet.jpg

Wir beschließen, Mia diesmal mitzunehmen, da der Weg zu den großen Fällen eine Fahrstraße ist. Sie hat immer noch mit ihrer Blindheit zu kämpfen, wird aber immer sicherer und wieder mutiger. Während sie sich in den ersten Wochen immer am liebsten im vertrauten MoMo aufhielt, genießt sie es jetzt schon wieder viel mehr, draußen zu sein. Und auf unserem Weg, auf dem es einfach nur geradeaus geht, ist sie fast schon wieder die Alte und geht vorweg.

Die Grande Cascades sind dann tatsächlich eine Nummer größer und vor allem das Fotografieren an den oberen Kaskaden ist dann ein ganz schönes Gekraxel – wenn man dann noch die Warnschilder sieht, dass es über 30m nach unten geht, wird man doch etwas vorsichtiger.

Gemessen an den norwegischen Wasserfällen des letzten Jahres ist das hier natürlich alles Kinderkacke. Spaß macht es trotzdem!

Nach einer Stärkung mit Quiche und Pate Lorraine im Ausflugsgasthof kehren wir zurück und machen uns auf den kurzen Weg zum Lac de Longemer.

Und von der Lage dieses Sees sind wir schon mal sehr angetan. Noch mehr vom netten Campingplatz „Du Lac“, der mit einer schönen Lage fast am See, großzügigen Parzellen und vor allem mit einem unschlagbaren Preis von 9,50€ punkten kann. Das fällt ja fast schon unter Dumping!

Wir richten es uns gemütlich ein und fühlen uns nicht nur landschaftlich sondern auch temperaturlich an den letzten Sommer in Skandinavien erinnert. Dass es so schattig wird, wenn die Sonne weg geht, hatten wir in diesem Urlaub zumindest bisher noch nicht.

Auf einer Abendrunde zum See stellen wir zweierlei fest. Während wir uns schon etwas wärmer angezogen haben, gibt es immer noch Leute, die im See schwimmen. Das warme Wasser macht’s wohl möglich! Und außerdem finden wir heraus, dass wir einen wirklich heldenhaften Hund haben. Elli kämpft wirklich todesmutig mit dem Schaum, der sich am Ufer angesammelt hat. Immer wieder pirscht sie sich geduckt heran, bellt empört und springt sicherheitshalber dann doch wieder wie ein Flummi zurück. Großes Kino!

Auf dem Rückweg lassen wir uns noch einen köstlichen Flammkuchen a emporter einpacken und genießen ihn dann wegen fortschreitender Kälte doch lieber im MoMo.

Nachdem es gestern abend relativ schnell abgekühlt war, hatten wir nicht mit einem so sonnigen und heißen Tag gerechnet. Aber tatsächlich kommen wir beim Abbauen, Vorräte auffüllen, Putzen und Verstauen regelrecht ins Schwitzen!
Dabei wollen wir doch heute noch mal fein Essen gehen! Denn im Nachbarort Mirebel gibt es ein anscheinend sehr gutes Restaurant mit einem fast schon lachhaft billigen Mittagsmenu für 17,50€ inklusive Wein. Das Le Bouchon Du Chateau ist, als wir um kurz nach 12 dort aufschlagen, bereits gut gefüllt und wir werden allen Ernstes gefragt, ob wir reserviert hätten! Nach dem kurzen Schreck kriegen wir aber den anscheinend tatsächlich einzigen freien Tisch. Puh!

Und was soll ich sagen: An diese leckeren Mittagsmenus für vergleichsweise kleines Geld und 100% preis-wert könnten wir uns sehr gewöhnen! Auch hier ist wieder alles aufwändig angerichtet, so dass auch die Augen satt werden. Und es ist genau so lecker wie es aussieht! Große Empfehlung!

Als wir das Restaurant zufrieden lächelnd verlassen, sind zwar ein paar Wolken aufgezogen, aber nach der angekündigten Gewitterfront sieht das nicht gerade aus. Trotzdem verlassen wir uns auf den Wetterbericht und sehen zu, dass wir das Jura hinter uns lassen. Aber nicht ohne vorher noch in Plasne, wo wir auf der Hinfahrt schon so lecker eingekauft haben, noch einmal zuzuschlagen.

Und als wir das Jura verlassen, kommen tatsächlich auch die ersten Regentropfen. Aber Gottseidank bewegt sich das alles im Rahmen von normal-schlechtem Wetter und auch unsere Provisorien an Dach und Fenster halten weiter dicht. Sehr beruhigend!

Was sich aber ändert, sind die Außentemperaturen. Die 30° vom Vormittag sind am Abend in den Vogesen nämlich mal locker halbiert – auf 15° sind wir mit unseren kurzen Sommersachen ja mal gar nicht mehr eingestellt!

Und an unserem zunächst anvisierten France-Passion-Platz stehen wir wie Pik-7 da, weil alle 3 Plätze schon belegt sind und wir daher noch mal neu suchen müssen.

In der Park4night-App findet sich dann ein Naturparkplatz bei Saint Nabord, der etwas sein könnte. Aber als wir dort ankommen sind wir zunächst nicht wirklich begeistert. Sieht aus wie ein überdimensionierter Parkplatz für ein kleines Naherholungsgebiet mit vielen Schlaglöchern, die nach dem ganzen Regen ordentliche Pfützenseen bilden.

Aber als ich das Gebiet ablaufe, stellt sich heraus, dass es durchaus schönere Stellen gibt, wo man mit dem MoMo ganz nett, ganz einsam und direkt am Wasser stehen kann. Das Wasser identifiziere ich zunächst als die Mosel, die hier durchs Tal fließt. Es stellt sich aber heraus, dass das sowas wie Auenseen sind, die sich hier in einer Biegung der Mosel gebildet haben. Sehr urig!

Die Franzosen machen mich fertig! An den Montag, der ein Quasi-Sonntag ist, haben wir uns ja gewöhnt. Also, dass merkwürdigerweise an einem Montag die allermeisten Geschäfte geschlossen haben. Aber als ich heute den Weg zur Boulangerie mache, um unser morgendliches Baguette zu holen, stehe ich vor verschlossenen Türen. Hier hat der Bäcker nämlich beschlossen, dass es doch viel schöner ist an einem Donnerstag zu schließen. Gut, dass wir noch Aufback-Baguettes für den Fall der Fälle haben!

Auch heute machen wir es uns für den Rest des Tages gemütlich. Lesen, Sonne genießen, fertig.


Lediglich unser Besuch bei der Fromagerie, wo wir uns mit leckerem Jura-Käse und Schinken eindecken, unterbricht den entspannten Tag. Ansonsten geht es hier echt zu, als würden die Uhren langsamer gehen. Auch der Fluß, die Ain, fließt praktisch unmerklich dahin und das gelegentliche Kreischen der vorbeifahrenden Kanuten ist wohl eher zum Vertreiben der Müdigkeit, als zur Warnung vor Gefahren gedacht.

Abends mache ich dann noch ein paar Hundefotos und anschließend lassen wir es uns noch mal so richtig französisch am üppig gedeckten Tisch schmecken.

Schade, dass für morgen abend Graupel(!)gewitter(!!) angesagt sind. Da werden wir schon frühzeitig das Weite suchen. Aber fürs erste sind wir mal zufrieden mit dem, was wir heute an schönem Wetter gehabt haben.

Aus dem Urlaub ist (im positiven Sinne) die Luft raus. Die letzten Tage sind für uns noch mal wichtig zum Durchschnaufen, Verarbeiten des Erlebten und Vorbereiten auf das, was nach der Reise passiert. Und insofern ist unser Tagesablauf im Moment sehr einfach gestrickt:

  • ein bisschen Strecke machen
  • unterwegs Leckereien für den Abend/Zuhause kaufen
  • Campingplatz aufsuchen
  • Beine hochlegen

Der Tag auf der Ziegenfarm fängt erstaunlich ruhig an. Da hätte man doch ein bisschen mehr Määäh! erwartet. Stattdessen ist es fast schon unheimlich still. Friedlich.

Das Einkaufen im HyperU ist heute besonders skurril: Gestern hatten wir einen ausgesprochen leckeren Cahors-Wein aus unserem Vorrat getrunken und diesen heute im Supermarkt wiedergefunden. Da haben wir mal eben Nägel mit Köpfen gemacht und den ganzen Vorrat weggekauft. Sieht auf dem Fließband dann ungefähr so aus:

Vom Campingplatz Le Bivouac in Pont Du Navoy, den wir aufgrund der positiven Bewertungen bei Park4night anlaufen, sind wir etwas unterwältigt. Zwar ist er bei weitem nicht schlecht, aber zum Fluss hin gibt es einen Zaun, in die andere Richtung ist die Landstraße gut zu hören, wenn Autos vorbeikommen und die sanitären Einrichtungen sind zwar sauber, aber basic. Eine Besonderheit ist die Wasserzufuhr beim Duschen: Von der Decke baumelt eine Kette, an der man ziehen muss, um Wasser zu beziehen. Sobald man nicht mehr zieht, gibt es kein Wasser mehr. Und Einhandduschen ist dann halt nur so mittelbequem…

Wir richten uns aber trotzdem häuslich ein und genießen das jetzt wieder herrlich sonnige Sommerwetter. Und faulenzen. Und genießen abends unsere Metzgereispezialitäten vom Grill. Und Käse. Und Wein. Fein.

Unterstützt werden wir bei diesem Genießerabend, von unseren Nachbarn, die, wie es der Zufall will, aus Ennepetal kommen und mit 4 Personen in einem fast 50 Jahre alten Fiat-Bus unterwegs sind. Ein schöner Abend!