Darum ist Schweden so toll

Wir lieben es, in Schweden zu sein. Sobald man dort ist, hat man das Gefühl, das die Uhren wieder ein Stück langsamer drehen und alles gerne ein bisschen gelassener gesehen werden kann.
Die Schweden an sich haben wir als hilfsbereit und unkompliziert erlebt. Ob das jetzt das Aushelfen mit der schwedischen Kreditkarte am Parkautomaten oder das spontane Anbieten eines Übernachtungsplatzes im Garten war – wir hatten immer das Gefühl, dass uns geholfen wird, wenn wir mit einem Problem konfrontiert wurden.
Landschaftlich ist Schweden nicht der große Kracher wie der Landschaftsorgasmus namens Norwegen. Und hat auch nicht die endlosen Sandstrände Dänemarks zu bieten. Oder die 1000 Seen Finnlands.
Dafür aber von allem etwas: die grandiose steinige und trotzdem liebliche Schärenlandschaft, endlose Wälder, herzallerliebste Schwedenhäuschen und immer noch mehr als genug Seen, so dass man eigentlich stets einen Platz am Wasser sicher hat.
Und das alles, zumindest in Südschweden, immer in Schlagweite von Zivilisation und angenehm großen, aber nie nervigen Städten.

Anreise

Die Anreise nach Schweden gestaltet sich denkbar einfach. Entweder per Fähre oder per Brücke oder beides gemischt.
Für die Brückenvariante spricht, dass man nicht am Hafen warten muss und die vergleichsweise langsame Fährüberfahrt in Kauf nehmen muss. Und außerdem kann man auf diesem Wege direkt noch ein bisschen Luft des Nachbarlands Dänemark schnuppern. Was man nicht glauben sollte: Das es billiger ist. Die Brücken wollen bezahlt werden. Und Spritkosten und Fahrkilometer kommen natürlich auch zusammen.
Wer die Fähre wählt, fährt in der Regel lang. Entweder von Kiel nach Göteborg (Vorteil: direkt in Mittelschweden, Nachteil: teuer!) oder von Travemünde oder Rostock nach Trelleborg (Vorteil: billig, Nachteil: je nach Ziel mehr Fahrerei in Schweden). Wir haben bisher immer die Tagfähre mit Kabine genommen und haben diesen Extra-Kreuzfahrttag sehr genossen und kamen schon durchentspannt und duscherfrischt in Schweden an.

Währung, Kosten

In Schweden wird mit der Krone bezahlt und der Umrechnungskurs ist dankbar – 10:1. 100 Kronen sind also grob gerundet 10 Euro. Das macht den Preisvergleich ziemlich leicht. Und man stellt fest, dass Schweden sicherlich etwas teurer ist als Deutschland, aber uns kam es nie so unfassbar teuer vor, dass wir deswegen bestimmte Sachen nicht gekauft hätten.
Denn selbst der Alkohol, den es nur in den Systembolaget-Läden zu kaufen gibt, ist zwar schmerzhaft teuer, aber noch nicht so, dass man es sich gar nicht mehr leisten kann. Grobe Faustformel: Es kostet im Laden so viel wie in Deutschland in einer Kneipe. Und die Alkoholpreise in einer Kneipe sind dann doppelt so teuer wie in Deutschland. Aua.
Für Bargeldloszahler ist Schweden ein Paradies. Praktisch alles lässt sich mit Karte zahlen und eine Kreditkarte ist spätestens beim Tanken wirklich mehr als hilfreich – eigentlich schon Pflicht. Und Achtung: in einigen Restaurants hängen schon Schilder: Bei uns ist keine Bargeldzahlung möglich! Und das meinen die dann auch genau so.

Mit dem Womo unterwegs

Um es kurz zu machen: Ein Traum!
Schon die ersten paar Kilometer, wenn man die Fähre verlassen hat, sind im Vergleich zur Anfahrt auf deutschen Autobahnen absolut erholsam und stressfrei. Der Fahrzeugstrom, der den Bauch der Fähre verlässt, verteilt sich relativ schnell und dann heißt es eigentlich nur noch Tempomat einschalten und entspannt cruisen. Und für weite Teile des Landes gilt das entsprechend. Die allgemeine Grundgeschwindigkeit ist einfach niedriger und vor allem harmonischer. Das Fahren auf den Autobahnen ist daher bis auf die Ballungsgebiete Göteborg und Stockholm völlig stressfrei.
Aber auch durchs Zentrum von Großstädten wie Malmö kann man mit dem Womo ohne größere Aufregung hindurchgleiten.
Was sicherlich verwundert: Es gibt auch in Südschweden häufiger mal Verbindungsstraßen, die nur geschottert sind. In der Regel sind die aber in so gutem Zustand, dass man sich um sein Fahrzeug bei angepasster Geschwindigkeit keine Sorgen machen muss.
Für uns ein absolutes Highlight: Viele kurze [Fährverbindungen] in Schweden werden zum offiziellen Straßennetz gezählt und sind daher kostenlos! Immer schon von weitem an der leuchtend gelben Farbe der Fähren zu erkennen.
Zum einen ist dies natürlich superpraktisch, da sich so (anders als in Norwegen) keine zusätzlichen Kosten ergeben. Aber vor allem macht es einfach Spaß! Besonders der Fährverkehr im Schärengarten vor Göteborg mit den tollen Inseln Öckerö, Hälso, Hyppeln oder Fotö ist geradezu perfekt organisiert und es macht Spaß, einfach drauflos zu fahren und neue Inseln zu erkunden.

Stellplätze und Entsorgungsmöglichkeiten

In Schweden hat man nun wirklich die freie Wahl, wo man übernachten kann.

Vom Campingplatz mit allem Puff und Paff und Volksbelustigung, über kostenlose(!) Stellplätze mit Dusche und WLAN zu sehr einfachen, aber solide geführten Plätzen ist in Schweden alles zu haben.

Und dann gibt es natürlich noch das Jedermannrecht, wo sich die Gelehrten streiten, ob es auch für Womos gelte und wenn ja, in welchem Umfang. Unsere einfache Herangehensweise: Verbotsschilder werden strikt respektiert und beim Freistehen achten wir darauf, dass wir nicht in unmittelbarer Nähe zu Häusern stehen, ohne zu fragen. Und damit kommt man im grundsätzlich großzügigen Schweden prima zurecht.

Zum Ver- und Entsorgen gibt es immer mal wieder Stationen entlang der Autobahnen. Probleme hiermit haben wir in Schweden bisher nicht gehabt.

Reiseberichte