Darum ist Norwegen so toll

Wenn es einen Preis für das Land gäbe, welches fast zu schön ist, um wahr zu sein, wäre Norwegen sicherlich unter den letzten Kandidaten, die von einer großen Auswahl übrig bleiben.
Douglas Adams hat in „Per Anhalter durch die Galaxis“ ja nicht umsonst vermerkt, dass Norwegen ein Designentwurf ist, für den der Planetenbaumeister Slartibartfass einen Preis bekommen hat. Krickelige Küste! Majestätische Fjorde! Eisblaue Gletscher! Wasserfälle bis zum Abwinken! Südseefarbene Strände! Grandiose Tierwelt!
Das ganze Land wirkt tatsächlich so, als hätte jemand alles beeindruckende, was man landschaftsmäßig so veranstalten kann, in dieses eine Land gepackt. Gäbe es noch Vulkane und Geysire wäre der Nordlandtraum perfekt.

Anreise

Da gibt es verschiedene Varianten und für jede spricht etwas anderes.

Für die Anreise durch Dänemark sprechen die endlosen dänischen Strände zum Erholen von der langen Anfahrt – je nachdem, wo man her kommt. Und ein kurzer Besuch auf Rømø mit seinem Autostrand wäre dann auch noch drin. Außerdem hat man mit der Schnellfähre von Hirtshals nach Kristiansand den Wasserweg nach 2:15h hinter sich und befindet sich direkt in Südnorwegen. Telemark und Fjorde sind also bald erreicht.

Das Gegenteil wäre die Fähre Kiel-Oslo: 20 Stunden Fährüberfahrt sind dann schon eine kleine Kreuzfahrt. Riesenvorteil: Man kommt morgens um 10 Uhr ausgeruht schon in Oslo an und hat nicht schon jede Menge Kilometer und Stunden im Womo hinter sich. Riesennachteil: Nicht gerade hundefreundlich (nur in Boxen oder im Fahrzeug erlaubt) und natürlich nicht so ganz preiswert, da Kabinenpflicht.

Und dann gibt es noch die Schwedenvariante, wo man mit der Fähre (oder über die Brücken) nach Schweden fährt und sich dann mehr oder weniger lang durch Schweden nach Norwegen durcharbeitet. Ideal für Schwedenfans mit viel Zeit oder wenn die Anreise eher aus dem Osten erfolgt.

Währung, Kosten

Ja, Norwegen ist teuer. Richtig teuer. Währung ist die norwegische Krone NOK und der Umrechnungskurs ist wie in Schweden ungefähr 10:1. 100NOK sind 10€.
Aber wer genügsam isst, sich mit Alkohol bevorratet hat und gerne auch mal frei steht, ist in diesem teuren Reiseland mit dem Wohnmobil genau richtig unterwegs. Unsere durchschnittlichen Übernachtungskosten lagen z.B. in 2018 bei 11,40€. Und das, obwohl wir fast jede zweite Nacht auf einem Campingplatz gestanden haben.
Teuer sind aber Lebensmittel und Sprit und auch die sicher irgendwo notwendigen Fährüberfahrten und manche Mautstrecken bedeuten Zusatzkosten beim Reisen in Norwegen.

Mit dem Womo unterwegs

Norwegen ist nicht immer ein entspanntes Womofahrland. Was aber nicht an den Norwegern liegt. Denn die Verkehrsdichte ist abseits der Städte lächerlich gering.

Aber auf Strecken abseits der gut gewarteten Hauptverbindungsstrecken kann es schon mal aus mehreren Gründen spannend werden: Es ist entweder kurvig oder eng oder steil oder gerne auch mal alles drei zusammen.

Wer wie wir gerne auch mal Nebenstrecken fährt, wird immer mit einer irren Streckenführung belohnt („Home of crazy roads“ haben wir auf einer Postkarte gelesen), darf sich aber nicht wundern, wenn es entsprechend langsam voran geht oder man nach der Fahrt einen kleinen braunen Streifen in der Hose hat.

Das norwegische Mautsystem ist klasse und für den Fahrer komplett entspannt. Man wird vor Beginn einer Mautstrecke durch ein Schild informiert, was der Spaß kostet und das Nummernschild wird automatisch gescannt. Ein paar Monate später kommt dann in der Heimat die Rechnung für alle Strecken ins Haus geflattert und kann per Überweisung beglichen werden. Nur mal so als Richtschnur: Bei unseren 3-wöchigen Reisen lag der Betrag irgendwo zwischen 50-100€.

Wer schon vorher weiß, dass er viele (längere) Fährüberfahrten machen wird, sollte sich den Autopass besorgen. Denn mit dieser vorausbezahlten Karte spart man richtig Geld. Als Privatmensch mal eben 50% des regulären Fährpreises! Die Vorauszahlung ist allerdings üppig:

Fahrzeugklasse 1 (0-8 Meter): 3500 NOK

Fahrzeugklasse 2 (8,01-17,50 Meter) 13900(!) NOK (Stand 2019)

Man kann sich aber nicht verbrauchtes Guthaben nach der Reise wohl auch erstatten lassen.

Stellplätze und Entsorgungsmöglichkeiten

Übernachtungsmöglichkeiten und Womo-Infrastruktur sind in Norwegen in der Regel kein Problem. Es findet sich immer ein schönes Fleckchen, gerne auch mit Fjord- oder Meerblick, an dem man sich niederlassen kann. Und wenn man die grundlegenden Regeln des wilden Campens einhält (Abstand halten, Sauberkeit, Unauffälligkeit) gibt es auch keinen Ärger beim Freistehen.

Die Campingplätze haben wir immer als eher zweckmäßig, aber sauber und ruhig empfunden. Partyhengste werden dort wahrscheinlich eher nicht glücklich…

Immer wieder findet man auch auf den Parkplätzen an den großen Verbindungsstrecken Ent-/Versorgungsmöglichkeiten. Es gibt sogar ein Verzeichnis derTømmestasjonen.

Reiseberichte

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