Norwegen

Der Landschafts­or­gasmus

Norwegen ist toll

Wenn es einen Preis für das Land gäbe, welches fast zu schön ist, um wahr zu sein, wäre Norwegen sicherlich unter den letzten Kandi­daten, die von einer großen Auswahl übrig bleiben.
Douglas Adams hat in „Per Anhalter durch die Galaxis“ ja nicht umsonst vermerkt, dass Norwegen ein Design­entwurf ist, für den der Plane­ten­bau­meister Slarti­b­artfass einen Preis bekommen hat. Krickelige Küste! Majes­tä­tische Fjorde! Eisblaue Gletscher! Wasser­fälle bis zum Abwinken! Südsee­farbene Strände! Grandiose Tierwelt!
Das ganze Land wirkt tatsächlich so, als hätte jemand alles beein­dru­ckende, was man landschafts­mäßig so veran­stalten kann, in dieses eine Land gepackt. Gäbe es noch Vulkane und Geysire wäre der Nordland­traum perfekt.

Unser Länder-Rating

  • Landschaft 100% 100%
  • Freiheit 90% 90%
  • Städte 30% 30%
  • Essen 40% 40%
  • Preiswert 10% 10%
  • Aktivi­täten 100% 100%

Als ich zum ersten Mal diese Landschaft sah, hatte ich das Gefühl, hier hat Gott selbst Hand angelegt.

Horst Tappert (*1923), dt. Schau­spieler, “Derrick”-Darsteller

Anreise

Da gibt es verschiedene Varianten und für jede spricht etwas anderes.
Für die Anreise durch Dänemark sprechen die endlosen dänischen Strände zum Erholen von der langen Anfahrt — je nachdem, wo man her kommt. Und ein kurzer Besuch auf Rømø mit seinem Autostrand wäre dann auch noch drin. Außerdem hat man mit der Schnell­fähre von [Hirtshals nach Kristi­ansand] den Wasserweg nach 2:15h hinter sich und befindet sich direkt in Südnor­wegen. Telemark und Fjorde sind also bald erreicht.
Das Gegenteil wäre die Fähre [Kiel-Oslo]: 20 Stunden Fährüber­fahrt sind dann schon eine kleine Kreuz­fahrt. Riesen­vorteil: Man kommt morgens um 10 Uhr ausgeruht schon in Oslo an und hat nicht schon jede Menge Kilometer und Stunden im Womo hinter sich. Riesen­nachteil: Nicht gerade hunde­freundlich (nur in Boxen oder im Fahrzeug erlaubt) und natürlich nicht so ganz preiswert, da Kabinen­pflicht.
Und dann gibt es noch die Schwe­den­va­riante, wo man mit der Fähre (oder über die Brücken) nach Schweden fährt und sich dann mehr oder weniger lang durch Schweden nach Norwegen durch­ar­beitet. Ideal für Schwe­denfans mit viel Zeit oder wenn die Anreise eher aus dem Osten erfolgt.

Währung, Kosten

Ja, Norwegen ist teuer. Richtig teuer.

Währung ist die norwe­gische Krone NOK und der Umrech­nungskurs ist wie in Schweden ungefähr 10:1. 100NOK sind 10€.
Aber wer genügsam isst, sich mit Alkohol bevor­ratet hat und gerne auch mal frei steht, ist in diesem teuren Reiseland mit dem Wohnmobil genau richtig unterwegs. Unsere durch­schnitt­lichen Übernach­tungs­kosten lagen z.B. in 2018 bei 11,40€. Und das, obwohl wir fast jede zweite Nacht auf einem Camping­platz gestanden haben.
Teuer sind aber Lebens­mittel und Sprit und auch die sicher irgendwo notwen­digen Fährüber­fahrten und manche Mautstrecken bedeuten Zusatz­kosten beim Reisen in Norwegen.

Eine Ausnahme gibt es aller­dings im sport­ver­rückten Norwegen: Outdoor-Artikel sind oft nicht teurer als bei uns und manchmal kann man sogar richtige Schnäppchen machen. Ein Bummel durch die erstaunlich häufig anzutref­fenden Läden lohnt sich also durchaus.

 

Auf dem Tisch

1. Selbst­ver­sorgung

Das Beste, was man sich in Norwegen gönnen sollte, ist das Selber­pflücken von Beeren. Ob Heidel‑, Him‑, Brom- oder Molte­beeren: Sie schmecken immer super und aroma­tisch und das Selber­pflücken entlastet den Geldbeutel spürbar.

2. Fisch

Klar, in Norwegen steht Fisch natürlich hoch im Kurs. Immer frisch, immer lecker. Und eine gute Portion geräu­cherter Lachs auf dem Tisch ist dann auch mal eine köstliche Mahlzeit. Oder doch lieber eine Fisch­suppe…?

3. Wurst­waren

In Norwegen kann man sich auch mal eine Dauer­wurst gönnen. Hält lange und ist der ideale Brotbelag oder Proviant für eine Wanderung. Das Besondere: Es gibt landes­ty­pische Geschmacks­rich­tungen. Und eine Elchsalami sollte man wirklich mal probiert haben. Lecker!

Mit dem Womo unterwegs

Norwegen ist nicht immer ein entspanntes Womofahrland. Was aber nicht an den Norwegern liegt. Denn die Verkehrs­dichte ist abseits der Städte lächerlich gering.
Aber auf Strecken abseits der gut gewar­teten Haupt­ver­bin­dungs­strecken kann es schon mal aus mehreren Gründen spannend werden: Es ist entweder kurvig oder eng oder steil oder gerne auch mal alles drei zusammen.
Wer wie wir gerne auch mal Neben­strecken fährt, wird immer mit einer irren Strecken­führung belohnt („Home of crazy roads“ haben wir auf einer Postkarte gelesen), darf sich aber nicht wundern, wenn es entspre­chend langsam voran geht oder man nach der Fahrt einen kleinen braunen Streifen in der Hose hat.
Das norwe­gische Mautsystem ist klasse und für den Fahrer komplett entspannt. Man wird vor Beginn einer Mautstrecke durch ein Schild infor­miert, was der Spaß kostet und das Nummern­schild wird automa­tisch gescannt. Ein paar Monate später kommt dann in der Heimat die Rechnung für alle Strecken ins Haus geflattert und kann per Überweisung beglichen werden. Nur mal so als Richt­schnur: Bei unseren 3‑wöchigen Reisen lag der Betrag irgendwo zwischen 50–100€.
Wer schon vorher weiß, dass er viele (längere) Fährüber­fahrten machen wird, sollte sich den [Autopass] besorgen. Denn mit dieser voraus­be­zahlten Karte spart man richtig Geld. Als Privat­mensch mal eben 50% des regulären Fährpreises! Die Voraus­zahlung ist aller­dings üppig:
Fahrzeug­klasse 1 (0–8 Meter): 3500 NOK
Fahrzeug­klasse 2 (8,01–17,50 Meter) 13900(!) NOK (Stand 2019)
Man kann sich aber nicht verbrauchtes Guthaben nach der Reise wohl auch erstatten lassen.

Stell­plätze und Entsorgung

Übernach­tungs­mög­lich­keiten und Womo-Infra­struktur sind in Norwegen in der Regel kein Problem. Es findet sich immer ein schönes Fleckchen, gerne auch mit Fjord- oder Meerblick, an dem man sich nieder­lassen kann. Und wenn man die grund­le­genden Regeln des wilden Campens einhält (Abstand halten, Sauberkeit, Unauf­fäl­ligkeit) gibt es auch keinen Ärger beim Freistehen.
Die Camping­plätze haben wir immer als eher zweck­mäßig, aber sauber und ruhig empfunden. Party­hengste werden dort wahrscheinlich eher nicht glücklich…
Immer wieder findet man auch auf den Parkplätzen an den großen Verbin­dungs­strecken Ent-/Versor­gungs­mög­lich­keiten. Es gibt sogar ein Verzeichnis der[Tømmestasjonen].

Die großen Drei

Crazy Roads

 Der Star ist in Norwegen die Landschaft. Und die kann man zu Fuß immer noch am besten erkunden.

Aber was die Norweger da an Straßen gezaubert haben, ist oftmals wirklich atembe­raubend. Mit dem Wohnmobil wird es nie langweilig, manchmal aufregend und selten auch mal kribbelig.

 

 

 

 

 

Jostedal

Das Jostedal bietet genügend Dinge, um einen ganzen Urlaub hier zu verbringen. Wir haben bisher nur die Pflicht­at­trak­tionen wie den wirklich tollen Nigards­breen-Gletscher oder den Gletschersee Stygvattnet besucht und wollen definitiv für eine Gletscher­wan­derung oder eine Kanutour über den See wieder­kommen.

Runde

Auf der Vogel­insel Runde stimmt einfach alles. Insel. Meer. Ausblicke. Adler. Puffins.

Und wenn ihr so ein Glück habt wie wir, lasst ihr euch vom unsicheren Wetter nicht beirren und erlebt dafür spekta­ku­läres Licht und einen Doppel­re­gen­bogen. 

Unsere letzten Einträge

Hier geht’s zu unserem letzten Norwe­gen­besuch. Einfach mal reinlesen.