Farbenfeuerwerk am Felsenpfad

Elsass0001.jpgMan merkt jetzt doch sehr, dass es kühler wird. Nachts erreichen wir sogar Minusgrade! Entsprechend kühl wird es mittlerweile im Alkoven und entsprechend schön ist es, die Heizung etwas höher zu drehen und es sich muckelig zu machen. Denn draußen sind die Wiesen nach der kalten Nacht rauhbereift und die strahlende Sonne hat nur wenig Kraft. Aber schön sieht es aus!

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Nach dem Frühstück genehmigen wir uns einen Morgenspaziergang durch Hunspach. Das Dorf mit seinen streng weiß-braun-roten Fachwerkhäusern, in die sich ab und zu mal ein Schuss grün verirren darf, ist noch wie ausgestorben. Alles sehr nett und adrett, hat uns jetzt aber auch nicht so unbedingt vom Hocker gehauen. Aber der Stellplatz für die Nacht war klasse!
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Jetzt fahren wir bei perfektem Reisewetter nun endgültig Richtung Heimat. Aber natürlich nicht auf direktem Wege. Wir haben ja noch eine Rechnung von der Hinfahrt offen: Den Felsenpfad in Dahn hatten wir auf „irgendwann einmal“ verschoben, aber bei diesem tollen Wetter wollen wir uns zumindest einen Teil des Weges nicht entgehen lassen.

Lustigerweise führt uns das Navi hierbei noch einmal an „unserem“ Kreisverkehr in Wissembourg vorbei und wir fühlen uns schon fast wie alte Hasen. Doch noch mal Schokolade von Rebert bunkern?

Auf dem Weg gibt es noch einmal die in der Pfalz anscheinend obligatorische Umleitung, die uns auch dieses Mal nicht direkt zum Ziel kommen lässt, dafür aber ist auch diesmal die Umleitung wieder absolut sehens- und fahrenswert. Hier ist wirklich noch einmal ein prächtiger Herbsttag angesagt!

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In Dahn parken wir das MoMo und machen uns auf den Weg. Direkt am Einstieg in den Felsenpfad gibt es schon die ersten Red Rocks zu bestaunen – irgendwie ist das schon ein bisschen wie in den tollen Nationalparks im Südwesten der USA. Nur halt mit mehr grün. Und. gelb. Und braun. Auch die Luft ist so herrlich klar. Und das Licht herbstlich warm.
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Der Weg ist bestens ausgeschildert, so dass wir im Prinzip nur an jedem Wegweise entscheiden müssen, ob wir die längere oder kürzere Route zur PWV-Hütte (Annette besteht allerdings auf PVC…) des Pfälzer Wandervereins nehmen. Ist auch relativ egal, denn sowohl Aussichten in die Landschaft als auch Ansichten des Waldes sind immer wieder großartig und der Weg wirklich sensationell gut angelegt. Da stimmt das Marketing mit „Premium“-Wanderweg tatsächlich mal!

Bei diesem optimalen Bedingungen (Sonnenschein, goldener Oktober, Feiertag) sind wir natürlich nicht alleine unterwegs. Teilweise herrscht hier wirklich ein Betrieb, wie wir ihn lange nicht bei einer Wanderung erlebt haben. Tatsächlich tut das der Sache aber keinen Abbruch – dann genießt man halt im Rudel!

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Problematisch wird das nur an der Hütte. Denn die hat nun wirklich jeder als Ziel auf dem Schirm und dementsprechend voll ist es. Als wir die Schlange an der Essensbestellung sehen, planen wir mal flugs um. Statt einem letzten Pfälzer Teller gibt es dann doch lieber das hartgekochte Ei und die Müsliriegel, die wir für unterwegs eingepackt haben. Denn wir haben immer noch eine etwas längere Rückfahrt vor uns und dank der Zeitumstellung wirkt es jetzt schon um halb drei so, als wäre es Abenddämmerung. Autsch!Elsass0016.jpgElsass0017.jpgElsass0018.jpgElsass0019.jpgElsass0020.jpg

Wir fahren also alsbald nach der Rückkehr zum MoMo los, damit wir zumindest den größeren Teil der Strecke noch mit Tageslicht zurücklegen können. Und die Zulassungsuhr tickt ja ebenfalls unerbittlich: In wenigen Stunden läuft unser Saisonkennzeichen ab und das MoMo muss 4 Monate Winterschlaf halten.

Elsass0002.jpgAuf der Rückfahrt geht dann auch alles glatt, so dass wir weit vor 24 Uhr Zuhause sind.

Und damit können wir einen Strich unter das Womo-Reisejahr 2017 machen. In Erinnerung bleiben wird es uns als das Frankreich-Jahr: Bretagne, Südfrankreich, Elsass. Alles Regionen, in denen wir nicht das letzte Mal waren. Aber für 2018 sieht alles nach einem Jahr ohne Frankreich aus – ob wir das aushalten…?

Wihr gewinnt

Gestern war es noch sehr praktisch, nach der Weinprobe einfach ins MoMo steigen zu können. Heute wundern wir uns, wie laut es in einem Weinbetrieb zugehen kann. Gut, dass wir durch die Winterzeitumstellung erstaunlich früh aus den Federn gekommen sind!

Wir fahren heute, für den letzten Elsasstag, noch mal zurück ins schnuckelige Hunawihr, wo wir unterhalb der Kirche auf einem zauberhaften Platz parken.

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Von dort aus geht es durch die Weinberge nach Riquewihr. Es ist herrlich sonnig, aber immer mit teilweise dramatisch düsteren Wolken neben uns. Und sobald die Sonne weg ist, wird es reichlich schattig. Gut, dass wir uns zwiebelschalig angezogen haben!Elsass0004.jpgElsass0001.jpgElsass0001.jpgElsass0006.jpgElsass0008.jpgElsass0010.jpg

In Riquewihr gehen wir noch mal den Weg, den wir gestern mit dem MoMo durch die Weinberge genommen haben. Und wieder begegnet uns die Bimmelbahn.

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Im Ort selber sind wir dann sehr zwiegespalten. Natürlich ist das alles tuffig und super mit den bunten Fachwerkhäusern.

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Und den netten Schildern an den Häusern.

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Und auch die Wein- und Leckereiengeschäfte sind tendenziell eher geschmackvoll als schlimm.Aber man merkt spätestens am Weihnachtshaus mit den Lebkuchenschlagläden, dass es dann doch mehr Business als schön ist.

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Also sagen wir mal so: Wir bereuen es nicht, hier gewesen zu sein, aber ein Herzensort ist das jetzt auch nicht gerade. Kann und vielleicht sogar muss man mal gesehen haben, aber wir werden tendenziell eher nicht wieder kommen. Denn was hier im Sommer los sein mag, will ich mir gar nicht länger vorstellen.

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Und deshalb sind wir dann ganz froh, als wir den Ort hinter uns lassen.

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Es geht steil hinauf rüber nach Hunawihr, wo wir uns anschließend deutlich wohler fühlen.

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Nichts von dem Trubel, natürlich auch nichts von dem geschlossenem Stadtbild Riquewihrs. Dafür aber auch schöne Ecken und vor allem: Ruhe!

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Und so kehren wir für ein letztes elsässisches Mittagsmenu im Suzel ein. Und das ist dann irgendwie auch ein passender Abschluss für unsere erste Schnuppertour ins Elsass. Mit deftiger elsässischer Kost und einem wirklich leckeren Nachtisch.Elsass0025.jpgElsass0029.jpg

Als wir anschließend wieder Richtung Norden fahren erleben wir noch einmal eine großartige Lightshow: in warme, sonnige Herbstfarben getaucht zieht die Landschaft, die wir in den letzten Tagen bereist haben, an uns vorbei.

Nachdem wir im SuperU von Seltz noch mal Vorräte aufgefüllt haben („Micha, natürlich brauchen wir zwei Gläser von der Caramel-Noisette-Creme mit Sel de Guerande!“) stellen wir fest, dass unsere Zeitplanung etwas optimistisch war. Es wird jetzt einfach verdammt viel zu früh dunkel! Unser anvisiertes Ziel in der Pfalz verwerfen wir, denn Stellplatzsuche im Dunkeln ist selten witzig. Stattdessen spuckt unsere App-Reiseberatung einen Friedhofsparkplatz in Hunspach aus. Hört sich gut an. Und als wir dort ankommen, stellen wir fest: Ist auch gut. Aber vor allem zieht die Sonne noch mal alle Register und bietet uns einen spektakulären Sonnenuntergang.

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Van Gogh lässt grüßen:

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Zum Glück haben wir Pech

Es ist Sonntag und es ist Zeitumstellung. Und irgendwie gehen unsere Uhren dadurch noch etwas langsamer als ohnehin schon. Das Wetter ist eher so-so, also nutzen wir die Zeit zum online und offline Tagebuchschreiben.

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Gegen Mittag brechen wir dann doch noch mal in die Stadt auf und gucken uns ein bisschen bei Tageslicht um. Im charmanten Jugendstilcafé AuDore kommt Annette endlich zu ihrer Tarte Citron – es gab schon erste Entzugserscheinungen!

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Wir bummeln noch etwas durch die Stadt und verabschieden uns nach einem Crêperiebesuch von Carmen und Bernd und gehen im Regen zurück zum Stellplatz. Dort machen wir noch einmal alles frisch und dann geht es los zum Geheimtippstellplatz oberhalb von Riquewihr.

Auf dem Weg dorthin begegnen uns noch auf den letzten Metern mitten im Weinberg die örtliche Touri-Bimmelbahn und ein Gendarmeriewagen. Als wir am Stellplatz ankommen, stellen wir 2 Dinge fest: Superaussicht, aber auch ganz schön schief. Und als ich nachlese, ob dies auch der richtige Platz ist, lese ich auch den Kommentar, dass wohl jemand von der Gendarmerie des Platzes verwiesen wurde. Wir überlegen: Sind wir mit schief zufrieden? Wollen wir im Falle des Falles wirklich im Dunklen noch einen neuen Platz suchen? Die Antwort lautet Nein.

Also orientieren wir uns noch mal neu und ziehen unser France-Passion-Buch zu Rate. Denn bei einem Winzer haben wir ja noch gar nicht gestanden. Und wir sind doch schließlich an der Weinstraße! Die Wahl fällt auf Bergheim.

Die Route führt uns mitten durch die Weinberge und wir fahren von oben ins malerische Hunawihr hinein – wieder mal ganz schön eng hier! An einer Stelle bin ich wirklich froh, dass wir nur das kurze MoMo haben. Ab 7m wäre es in der Kurve bestimmt seeeehr eng geworden…

Auch in Bergheim müssen wir noch das Stadttor wegen unserer Höhe umkurven und rund um die hübsche Stadtmauer zum Winzer namens Platz fahren.

Nachdem wir geklingelt haben, wird offensichtlich das Klingeln auf ein Handy weitergeleitet und wir werden gebeten, ein paar Minuten zu warten. Und tatsächlich kommt uns ein verschmitzt grinsender älterer Mann auf dem Fahrrad entgegen, der uns den Platz auf dem Hof vor dem Haus anbietet und fragt, ob wir auch Interesse an einer Weinprobe hätten.

Und damit sind die nächsten 2 Stunden auch schon verplant. Denn Herr Platz ist mit einer Redseligkeit gesegnet, die wahrlich beeindruckend ist – durchaus informativ und sehr unterhaltsam. Und wir stellen fest, dass uns seine Bio-Rieslinge und Gewürztraminer wirklich gut schmecken. Ist für mich bei Weißwein noch etwas ungewohnt, aber es gibt ja Schlimmeres…

Und auch Bergheim gefällt uns bei der anschließenden Hunderunde deutlich besser als sein rheinischer Namensvetter. Viel vom elsässischem Fachwerkcharme, aber nur ein Bruchteil des Betriebs der „klassischen“ Touristenorte. Und der schön beleuchtete Kirchturm erinnert uns an die heimatliche Lenneper Stadtkirche. Schön hier!

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Eisige Höhen und indisches Debakel

Heute müssen wir doch tatsächlich mal ein bisschen früher als gewohnt aufstehen. Ein Treffen mit unseren Freunden Carmen und Bernd, die in Colmar Urlaub machen, steht auf dem Programm.Elsass0001.jpgWir haben uns den Lac Noir in den Vogesen ausgesucht, um von dort zu Lac des Truites zu wandern. Auf der Fahrt dorthin sind wir erneut baff, wie schnell man von der lieblichen Weinstraße in die raue Berglandschaft der Vogesen gelangt. Hier oben ist nichts mehr vom Betrieb in der Ebene zu spüren. Aber trotzdem ist der Parkplatz am Lac Noir bereits gut gefüllt. Scheint ein beliebtes Wandergebiet zu sein. Ein Parkplatz fürs MoMo und auch für Carmen und Bernd findet sich dann aber schon noch.

Elsass0002.jpgWas wir hier oben vor allem merken: Es ist frisch! Vom Sturm mit Orkanböen, der für Nord- und Ostsee angekündigt ist, sind wir zwar weit entfernt, aber zusammen mit den niedrigeren Temperaturen hier in der Höhe ist das schon ganz schön eisig. Mütze und Handschuhe habe ich leider daheim gelassen… Wir packen uns daher so gut ein und machen uns an den Aufstieg.

Es ist ein lustiger Weg: Zunächst ordentlich bergauf, dann noch ordentlicher bergab. Den Abstecher zum Gipfel am Altenkraehkopf machen wir auch noch, werden hier aber dafür dann auch ordentlich durchgepustet. Brrr!

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Die Einkehrhütte am Forellensee bietet sich als perfekte Zwischenstation an, ist aber in der molligen Hütte leider voll besetzt. Immerhin gibt es eine halbwegs windgeschützte Terrasse, auf der sich hin und wieder mal die Sonne blicken lässt. Aber nach unserer Rast mit elsässischer Wurst- und Käseplatte sind wir trotzdem ein bisschen eingefroren.Elsass0005.jpgElsass0010.jpg

Gut, dass man beim Wandern dann wieder auf Betriebstemperatur kommt. Noch besser, wenn am Ende der Wanderung ein Tarte Myrtilles auf einen wartet. So üppig belegt habe ich die auch noch nicht gegessen – lecker!

Wir beschließen, getrennt nach Colmar zu fahren und uns dann zum Abendessen wieder zu treffen. Unterwegs machen wir noch einen kleinen Abstecher nach New York…Elsass0001.jpg

Der Stellplatz am Port Plaisance in Colmar ist sehr professionell geführt – alles gut organisiert und nachts regelrecht verriegelt und verrammelt. Stacheldraht und Tor mit Nummerncode inklusive.

Wir machen uns auf den 20-minütigen Weg in die Stadt, genauer gesagt zum Marché Couvert und zum Petit Venise mit seinen kleinen Kanälen. Ausgesprochen malerisch! Da kann man schon verstehen, warum die Leute von Colmar so schwärmen.

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Wir treffen uns dort wieder mit Carmen und Bernd und machen uns auf, die Stadt zu erkunden.

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Da wir alle guten Hunger haben, machen wir uns auf zu einem libanesisch-syrischen Restaurant, dem Palmyre, was Carmen und Bernd ausgekundschaftet hatten. Leider ist es eher winzig und daher ohne Reservierung nichts zu wollen. Schade! Naja, direkt nebenan ist ein Inder, das Maharaja. Nehmen wir halt das, ist doch auch exotisch! Um es vorweg zu nehmen: Größter Fehler des Urlaubs…

Wenn man einmal nicht vorher im Internet checkt, ob das was taugt… Wir wissen gar nicht, wo wir anfangen sollen, also hier mal die Liste der ungewöhnlichen Erfahrungen, die man hier machen kann:

  • ein zweites Teelicht im Fenster anzünden? Wieso, ihr habt doch schon eins auf dem Tisch?
  • hohe Getränkepreise für Billigfusel
  • Vorspeisen, die von Menge und Qualität her beide lächerlich sind
  • labberiges Brot, das nach einer Dreiviertelstunde serviert wird und an dem die Bedienung mit ihren Fingern rumfummelt, um zu zeigen, welches Brot welches ist
  • ein falsch servierter Hauptgang für Carmen und anstatt einer Entschuldigung fängt die Bedienung noch an zu argumentieren und will Carmen ihren Block unter die Nase halten, damit diese doch bitte zur Kenntnis nimmt, was sie aufgeschrieben hat und das das gar nicht sein könne
  • alle Hauptgänge schmecken eher nach aufgewärmter Supermarktware als nach authentisch frisch gekocht
  • als Rechnung kriege ich den Endbetrag auf einen Kellnerblock geschrieben. Als ich ungläubig auf einer Rechnung bestehe, wird diese augenrollend erstellt

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Eine solch schreckliche Essenserfahrung haben Annette und ich zuletzt vor über 20 Jahren ebenfalls bei einem Inder im Quartier Latin in Paris gemacht, wo wir voll in die Touristenfalle getappt sind. Wir zahlen Lehrgeld, sind aber immerhin amüsiert, dass wir einen auf schräge Art „unvergesslichen“ Abend zusammen hier verbracht haben.

Elsass0014.jpgAuf der Suche nach einem heimeligeren Ort für den Rest des Abends bummeln wir ziellos durch das nächtliche Colmar. Auch im Dunklen sieht es hier sehr hübsch aus. Es stellt sich aber als schwieriger als erwartet heraus, einen Platz für einen Absacker zu finden.
Entweder wird gerade schon geschlossen oder es gibt nichts mehr zu essen (wir sind nämlich beim Maharaja auch nicht wirklich satt geworden…) wie im schnuckelig aussehenden Majessthé, oder es ist einfach voll (Schwendi) oder die Kneipe ist total leer – immer ein schlechtes Zeichen, wir wollen nicht schon wieder in eine Falle tappen!

Elsass0007.jpgSchließlich kehren wir noch im „Version Originale 68“ ein, das mir direkt bei Ankunft am Marché Couvert schon als nett aufgefallen war. Auch hier wirkt alles ein bisschen touristisch (Colmar-Bleistift gefällig?), aber wir sind einfach froh, einen halbwegs akzeptablen Platz zum Klönen und im Warmen gefunden zu haben.

Im Schlemmerweinland

Heute können wir es ruhig angehen lassen. Denn der Wetterbericht hält Wort: Im Laufe des Vormittags wird es richtig ungemütlich und wir machen es uns im MoMo bequem.

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Denn für Mittags haben wir uns vorgenommen, unserem neuen in Caillac angefangenen Hobby „Mittagsmenu“ zu frönen. Denn das Lindeplatzel sieht im Internet schon mal sehr vielversprechend aus. Und als wir um 12 Uhr das MoMo verlassen, ist dann auch Sonne pünktlich am Start.

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Bei herrlichem Wetter schlendern wir die Hauptstraße hinunter, nur um am anderen Ende dann lange Gesichter zu machen: „Ausgebucht!“ Anscheinend haben andere Leute das gleiche Hobby wie wir… Also beschließen wir, im etwas traditionelleren Restaurant Gilg von der gleichnamigen Winzerei unser Glück zu versuchen.

Elsass0007.jpgDer erste Eindruck ist eher so meh… Etwas trutschige Einrichtung und auch das silberne Besteck wirkt eher bieder als elegant. Wir bestellen das Menu du saison. Wir haben an der Tafel etwas von potimarron (Maronen) und veloute (Suppe) gelesen und das flugs als Kastaniensuppe übersetzt. Und „cerf“? War das nicht Kalb? Passt scho…

Aber gut, dass unsere mangelhafte Übersetzung uns nicht von der Bestellung abgehalten hat. Denn die potimarron entpuppt sich als kleiner Kürbis, wie wir beim Bezahlen erfahren (wer würde schon vor dem Essen fragen, was das sein könnte…?). Und den cerf habe ich beim Essen immerhin schon treffsicher als Wild, so in Richtung Reh identifiziert. Richtig übersetzt war das ganze ein Hirschgulasch. Und alles ausgesprochen köstlich. Mjam!

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Solchermaßen abgefüllt gibt es zwei Möglichkeiten: Verdauungsschlaf oder Verdauungsspaziergang. Wir entscheiden uns für letzteres.

Das Chateau d’Andau sieht, wie Annette treffend feststellt, aus, wie Kinder eine Burg malen würden. Links und rechts zwei große Türme, dicke Mauer, fertig. Und qualifiziert sich damit und mit der nicht all zu fernen Distanz für ein würdiges Wanderziel.

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Ist das nicht der coolste Lattenjupp aller Zeiten?

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Als wir dort ankommen, sind wir aber etwas unterwältigt. Es ist wirklich eher eine Ruine und von Fernsicht ist leider auch nichts zu vermelden. Kann man machen, muss man aber nicht. Egal, denn auch heute gibt es wieder buntes Laub und Farbenspiele. Auch schön.

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Da der Tag schon fortgeschritten ist, fahren wir nun im Nachmittagslicht weiter Richtung Süden und schlagen unser Quartier in Châtenois auf, wo es einen Womostellplatz mit Ver-/Entsorgung gibt. Und kommen damit in die châtenoisische Rush-Hour, wo sich kurioserweise an einem Kreisverkehr der Verkehr endlos staut. Sachen gibt’s!

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Über den Wolken

Als wir aufwachen, herrscht eine verwunschene Nebelstimmung über dem Rhein. Die Sonne müht sich redlich, kommt aber nur ein bisschen durch.

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Aber kein Problem, da wir ja ohnehin weiterfahren wollen. Und in Obernai, unserem nächsten Zielort, scheint laut Wetter-App die Sonne. Problem gelöst.

Außer, wenn das Wetter was anderes macht als die App will. Denn als wir von der Autobahn abfahren, scheinen wir eher in noch trüberes Nebelwetter hineinzufahren, als ihm zu entkommen.

Immerhin ist der große Parkplatz an der Stadtmauer zwar reichlich voll, aber es gibt noch ein Plätzchen fürs MoMo, so dass wir sofort auf Stadterkundung losziehen können. Wir sind gerade noch rechtzeitig für das letzte Stündchen Markttag da und bummeln die Stände entlang. Jetzt rächt es sich ein bisschen, dass wir uns bisher schon gut bevorratet haben, denn so müssen wir Wurst und Käse links liegen lassen. Auch die leckeren Poulet rôti lassen wir für dieses Mal aus. Aber ein paar Mini-Quiches als Mittagssnack lassen wir in der Einkaufstasche gerne mitgehen.

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Obernai als Stadt hat dolle alte Fachwerkbauten zu bieten. Vielleicht ist es aber der trubelige Marktbetrieb, der es dann auch ein bisschen rüdesheimig macht – immerhin die angeblich zweitmeist bereiste Stadt im Elsass nach Straßburg. Hinzu kommt, dass wir mit kurz vor 12 zum pünktlichen Ende des Marktes ankommen und gleichzeitig die meisten Geschäfte schließen. So ganz warm sind wir mit der Stadt nicht geworden.

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Eine Besonderheit gibt es dann aber doch: Für so einen kleinen Ort sind 6 Beichtstühle in der Kirche, 3 links, 3 rechts, doch eine echte Hausnummer – scheint ein echter Sündenpfuhl zu sein! Ich stelle mir gerade die Szene vor, wo wirklich alle 6 Beichtstühle besetzt sind und die Sünder Schlange stehen: „Na, weswegen bist du denn heute hier? Ehebruch? Ach, das ist ja interessant…“

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Wir überlegen, wie es weiter gehen soll. Sehr empfohlen wird der Ausflug hoch zum Kloster auf dem Odilienberg, oder, weil es französisch einfach schöner klingt: Mont Ste. Odile. Obwohl das trübe Wetter jetzt nicht gerade für eine Aussichtplattform spricht. Aber man kann es ja mal probieren…

Also fahren wir hinauf und wundern uns als erstes, wie ordentlich man hier Höhenmeter zurücklegt – es geht gut bergauf! Und dann passiert es: Die trübe Suppe um uns herum löst sich auf und wir fahren durch strahlenden Sonnenschein!Elsass0006.jpgUnd auf dem Parkplatz angekommen wechseln wir die Kleidung erst mal auf tendenziell sommerlich. Warm hier!

Oben am Kloster angekommen fällt mir dann wirklich die Kinnlade herunter: Man blickt auf eine weites, weites Wolkenmeer – ein Anblick, den man sonst eher aus dem Flugzeug kennt. Hier aber ergänzt um die Landschaft drumherum. Die Bilder können dieses majestätische Gefühl nur schwerlich wiedergeben. Also: Heißer Tipp für Nebelsuppe in Obernai – rauf auf den Berg!Elsass0007.jpgElsass0008.jpgElsass0009.jpg

Aber auch sonst weiß das Kloster zu gefallen. Schön angelegt, ohne Eintritt, mit einer friedlichen Stimmung. Das einzig doofe: Hunde dürfen nicht auf das Gelände, so dass wir uns im Hundesitting abwechseln müssen und den Ausblick nicht gemeinsam genießen können.

Rund um den Odilienberg gibt es unzählige, gut angelegte und ausgeschilderte Wanderwege, so dass man sich seine Wanderung quasi à la carte zusammenstellen kann.

Wir steigen hinab zur Odilienquelle, zu der es wieder mal eine wunderbar abstruse Heiligengeschichte gibt. Sie habe einen Leprakranken getroffen, mit ihrem Stock auf den Boden geklopft, woraufhin die Quelle entsprungen sei und der Leprakranke nur noch blind war. Oder so. Auf jeden Fall ein guter Pilgerort für Leute mit Augenproblemen. Aber was soll ich sagen: Die Brille kann ich auch nach dem Quellenbesuch nicht wegschmeissen. Bin ich wohl nicht gläubig genug für…

Die Wanderung führt uns durch den größtenteils benadelten Wald mit gelegentlich besonders bunt leuchtenden Esskastanien mittendrin. Schön hier!

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Die Aussicht an den ausgeschilderten Aussichtspunkten ist zwar immer noch toll, aber jetzt nicht mehr so beeindruckend, da die Wolken sich mittlerweile dann doch aufgelöst haben.

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Dafür gibt es auf dem letzten Stück dann noch die Heidenmauer, von der niemand weiß, warum und wann sie gebaut worden ist. Fotogen ist sie mit dem ganzen Moos mitten im Wald auf jeden Fall! Also, fast so fotogen, wie Elli, nachdem sie sich als Wischmob für Kiefernnadeln betätigt hat…

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Als Zielort haben wir uns den Parkplatz am Friedhof von Mittelbergheim ausgesucht. Und tatsächlich lässt es sich hier gut stehen. Links die gelb gefärbten Weinreben, unter uns der schnuckelige Ort.

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Rechtzeitig für einen spektakulär gefärbten Sonnenuntergang machen wir uns auf den Weg hinunter ins Dorf. Dieses urig Alte, auch etwas verlottert Einsame gefällt uns irgendwie dann doch besser als das proppere Obernai.

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Und in der Goldenen Rosine gibt es abends noch Flammkueche.

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Die Brücke des Grauens

Elsass0001.jpgAn so einem Campingplatzmorgen verfliegt die Zeit irgendwie. Auf jeden Fall ist es schon reichlich spät, als wir uns Richtung Drusenheim aufmachen.

Und der dortige Parkplatz am Fähranleger ist ja fast zu schön, um wahr zu sein. Der Rhein fließt gemächlich an einem vorbei, die Sonne strahlt. Zeit zum Radfahren!

Wir haben uns eine schöne Strecke entlang der Rheinauen ausgeguckt. In Frankreich hin, auf deutscher Seite zurück und zum Schluss eine Fährfahrt. Hört sich gut an!

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Auf französischer Seite ist die Strecke perfekt asphaltiert, aber leider immer hinter dem Deich. Ist uns aber relativ egal, da wir die Bewegung in der ungewohnten Sonne genießen. Zunächst sogar nur im T-Shirt, was sich dann aber doch als etwas zu optimistisch gedacht herausstellt.

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In Offenheim mit seinen pastellfarbigen und teilweise grenzwertig grellbunten Häusern erspäht Annette auf der Wiese neben dem Wasser sogar eine Bisamratte – ob das die Bewohner des Ortes genau so putzig finden wie wir?

Hinter dem Ort werden Strecke und Landschaft deutlich ungemütlicher. Landstraße mit Kies- und Betonwerken links und rechts. Huch!

Der wirkliche Schreck kommt dann aber bei der Rheinüberquerung.

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Die Straße ist so schmal, dass wir gerne auf den ebenso reichlich engen Fußweg ausweichen. Nicht schön, aber so lässt es sich für die kurze Etappe aushalten. Dumm nur, wenn man dann feststellt, dass auch dieser Fußweg wegfällt und man gezwungen ist, über die Straße zu fahren, auf der so gerade mal 2 LKWs nebeneinander passen. Wenn da einer meint „Passt scho!“, wo nix mehr passt?

Annette ist nicht begeistert – insbesondere mit dem Hundehänger kein Spaß. Wir deklinieren alle Möglichkeiten durch und Annette ist schon kurz vorm Umkehren, als plötzlich ein Rennradfahrer stoisch an uns vorbeifährt. Wir beobachten das Schauspiel der sich brav hinter ihm sammelnden Fahrzeuge und als sich kurz darauf eine große Lücke in unserer Fahrtrichtung auftut, fahren wir los. Überlebt!

Elsass0006.jpgAuch auf deutscher Seite gibt es zunächst mal wieder die nicht so hübschen Betonwerke. Aber nachdem wir das Industriegebiet hinter uns gelassen haben, kommen wir plötzlich an einem kleinen Park vorbei. Mit Bank. Und im Sonnenlicht um die Wette leuchtenden Bäumen. Da kann man dann schon mal ein Mittagspicknick machen. Und auch die Hunde können sich erst mal die Beine vertreten.

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Landschaftlich wird es auf der deutschen Seite dann anschließend deutlich abwechslungsreicher und schöner als bei den Franzosen. Dafür haben wir hier häufiger Schotterwege. Naja, man kann nicht alles haben.

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Der Herbst fährt hier noch mal alles auf, um sich das Gütesiegel „Goldener Oktober“ zu verdienen. Tolle Herbstfarben!

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Und am Rhein, den wir kurz darauf wieder sehen können, können wir von einer Bank aus den gemächlichen Schiffsverkehr beobachten.

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Auf die Fähre warten so einige Autos und wir genießen es, mit den Rädern einfach so an ihnen vorbeizuziehen und Minuten später schon auf die Fähre zu radeln. Und die positive Überraschung zum Schluss: Das ganze ist sogar kostenlos!

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Sauer macht lustig

Frage an alle Wohnmobilisten unter den Lesern: Was passiert garantiert nachts, wenn es kalt ist und möglichst noch regnet? Na!? Richtig, das Gas ist alle. Und was gibt es schöneres, als nach erfolgter Umstöpselung wieder in den noch warmen Alkoven zu klettern…?

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Am nächsten Morgen zeigt sich, dass wir hier in der Tat einen sehr brauchbaren Stellplatz gefunden haben. Uriger Wald, nebeliges Oktoberwetter. Und kein Brot, weswegen wir unbefrühstückt die paar Kilometer nach Wissembourg weiterfahren.

Elsass0001.jpgDort gibt es einen flammneuen Stellplatz neben dem Lidl, der nur leider so neu hergerichtet ist, dass die Ver-/Entsorgung noch nicht in Betrieb ist.

Auch die Bäckerei in der Nähe wird gerade erst eingerichtet, so dass wir einen Spaziergang in den Ort machen, um an Baguette zu kommen. Und eine elsässische Dampfnudel gibt es als Belohnung obendrein. Schmeckt wie eine leicht salzige Mischung aus Brioche und Schmalzgebäck. Lecker!

Nach dem ausgiebigen Frühstück machen wir uns auf eine ausgiebige Stadterkundung. Der Weg rund um und auf der Stadtmauer ist toll in herbstlichen Farben geschmückt und auch die Ausblicke sind fein.

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In der sandsteingebauten Kirche ist das Notre Dame in Paris nachempfundene Rosettenfenster ein echter Hingucker. Und in den Sandstein konnte man sich offenbar problemlos einritzen, wenn es in der Kirche mal wieder länger dauerte…

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Das Klein-Venedig von Wissembourg, der Faubourg de Bitche, ist dann eine Fotogelegenheit par excellence. Schnuckelige Häuschen, bunte Farben, alles leicht, aber nur ganz leicht vermodert. Schön!

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Elsass0003.jpgNach diesem Rundgang müssen wir zum Schluss natürlich noch Station in der Chocolaterie Rebert machen, die Annette am Morgen schon treffsicher ausfindig gemacht hat. Die Auslage treibt einen fast zur Verzweiflung, da wirklich alles ausgesprochen lecker aussieht. Wir können uns schließlich doch noch entscheiden und freuen uns mit Wasser in den Mundwinkeln schon auf das spätere Kaffeetrinken.Elsass0005.jpgElsass0006.jpg

Aber zunächst wollen wir die Pflicht erledigen. Wasser fehlt, und da wir außerdem die leere Gasflasche in Deutschland leicht austauschen können, beschließen wir, mal eben einen Hüpfer zurück in die Pfalz zu machen.

In Dörrenbach soll es einen Stellplatz mit kostenloser Ver-/Entsorgung geben und eine tolle Aussicht gebe es gratis dazu. Nicht schlecht! Der Platz ist dann auch wirklich super – allerdings eher zum Übernachten – das wollen wir doch noch gar nicht! Und das Wasser müsste man mit Kanister aus dem Waschraum holen. Auch nicht so toll. Also fahren wir weiter nach Bad Bergzabern, wo Gas, Wasser und Benzin aufgefüllt werden.

Elsass0001.jpgJetzt soll es aber endlich wieder nach Frankreich gehen! Wir wollen ins Sauerdelta am Rhein. Also, Sauer nur, weil dort der Fluss Sauer mündet und sich ein tolles Vogelparadies in dem Delta befindet, dass quasi neben dem Rhein entstanden ist. Dumm nur, dass am Parkplatz in Munchhausen ein fettes Womoverbotsschild prangt. Da wir ohnehin bald unsere Akkus aufladen müssen, beschließen wir auf dem nebenan gelegenen Campingplatz unterzukommen. Dort ist schon mehr als Ende der Saison, aber ein berenteter Dauercamper übernimmt die Geschäfte und weist uns auf einer wenig schmuckvollen Parzelle ein. Da haben wir an kostenlosen Plätzen schon deutlich komfortabler gestanden. Nunja.

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Wir wollen noch das Delta erkunden, bevor die Sonne untergeht und müssen uns da um halb sechs schon echt ranhalten. Der Winter naht mit Riesenschritten!

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Aber für uns lohnt sich der Weg ins Naturreservat dann doch noch sehr. Tolle romantische Herbstabendstimmung, passend garniert mit einem Zug Wildgänse, die über uns hinwegzieht.

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Und als wir so gerade eben noch die Abendröte über dem Wasser genießen können, fühlen wir uns sehr nach Schweden versetzt. Und das wäre wirklich die letzte Assoziation, die mir zum Elsass eingefallen wäre. Aber eine, die uns ausgesprochen gut gefällt!

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Route barrée

Elsass0001.jpgHeute heißt es also Abschied nehmen von der Vollpension und raus in die herbstliche Pfalz. Wir wollen Richtung Dahn, wo das Felsenland auf uns wartet. Auf dem nicht sehr weiten Weg folgen wir dem kleinen Schlenker über die als landschaftlich schön angekündigte Strecke über Fischbach. Und tatsächlich ist hier eine schöne herbstlich angemalte Landschaft zu betrachten, so dass wir uns schon auf unser Ziel freuen. Aber der direkte Weg nach Fischbach ist dank einer Baustelle gesperrt. Ups.

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Macht ja nix, denken wir zuerst, aber der erforderliche Umweg lässt uns dann doch schlucken. Mal eben 20km extra. Nunja. Aber schon bald sind wir von der Umleitungsstrecke sehr begeistert. Wirklich traumhaft gefärbte Bäume und ein wirklich verzaubert wirkender Pfälzer Wald in kompletter Einöde. Toll!

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Als wir hinter Fischbach wieder auf die anvisierte Strecke kommen, hat Annette plötzlich die Eingebung, dass man doch mal Richtung französische Grenze abbiegen könnte, da dort das Gebiet mit wirklich unfassbar vielen Burgen auf kleinstem Raum zu finden sei. Gesagt, getan!

Wir beschließen, zum Chateau Fleckenstein zu fahren und dort eine kleine Wanderung zu machen, um schon mal zu checken, ob das was für uns ist. Das Wetter spielt zwar nicht so recht mit, so dass wir die Burg im strömenden Regen umrunden. Aber der kurze Weg zur Burg Hohenbourg entlang der ans Elbsandsteingebirge erinnernden „Langenfelsen“ ist trotzdem noch drin.

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Tolle Nachrichten gibt es von unserer seit dem Sommer blinden Mia zu berichten. Sie hat sich mittlerweile so sehr an ihre Behinderung gewöhnt, dass sie bei den Wanderungen wie in alten Zeiten gerne wieder vorweg geht. Mittlerweile zwar an der kurzen Leine, damit man sie korrigieren kann, bevor die Nase irgendwo gegenstößt oder sie beherzt in den Abgrund läuft, aber vom Tempo und Temperament ist das alles wie zuvor. Toller Hund! Wir haben uns mittlerweile so aufgeteilt, dass Annette die wuselige Elli in Schach hält und ich den Zivi für Mia mache. Passt gut!

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Vor der Burgruine Hohenstein gibt es einen Pferdeanbindebalken, den wir kurzerhand für die Hunde missbrauchen. Denn man hat nach ein paar steilen Treppen einen sagenhaften 360°-Rundumblick über Pfälzer Wald und Nordvogesen. Nur schade, dass das Licht nicht ein bisschen mehr die Bäume funkeln lässt. Und dass Ellis wirklich herzerweichendes Heulen Annette schnell wieder zu den Hunden hinunterzieht.

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Auf dem Rückweg fängt es noch mal zu regnen an. Am schön gelegenen Gimbelhof würden wir gerne noch einkehren, aber Montag ist es ein schlechter Tag dafür. Natürlich Ruhetag… Immerhin haben wir es von hier nicht mehr weit bis zum MoMo und einem dann halt selbst gebrühten Kaffee.

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Hierbei werfen wir unseren Plan mal wieder kurzerhand über den Haufen. Das Felsenland muss auf uns noch ein bisschen warten. Denn jetzt wollen wir dann doch mal langsam im Elsass ankommen. Schließlich haben wir nur noch eine Woche! Also setzen wir uns eine Kapelle in Richtung Wissembourg als Ziel und wollen die überschaubare Strecke in einer halben Stunde absolvieren.

Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… Den auch hier ist die Durchfahrt in den Nachbarort Lembach gesperrt. Route barrée! Und die Umleitung ist hier sogar noch ein bisschen üppiger kalkuliert als am Morgen in der Pfalz. So kommen wir noch nach Obersteinbach und finden sogar die Chèvrerie, die wir uns als alternative Übernachtungsmöglichkeit notiert hatten. Wir stoppen dort für einen ersten Hofladeneinkauf, fahren aber weiter.

Auch hier ist Landschaft toll herbstlich, aber es dämmert immer mehr und mehr. Und die angezeigte Ankunftszeit liegt immer später…

In Reichshoffen stoßen wir auf einen Supermarkt, geben die geringe Hoffnung auf eine Ankunft bei Tageslicht endgültig auf und bevorraten uns erst mal mit den nötigsten Leckereien.

Als wir schließlich an unserem Stellplatz an der Kapelle ankommen ist die Ernüchterung groß. Mann, ist das schief! Da möchte man nicht über Nacht stehen. Zumindest sehen wir in der absoluten Dunkelheit keine auch nur halbwegs akzeptable Stellfläche. Leicht entnervt fahren wir weiter in Richtung Col du Pigeonnier, wo wir dann doch noch einen ruhigen und ebenen Stellplatz für die Nacht finden. Aber keine Ahnung, wie es hier aussieht – mal sehen, was der Morgen bringt!