Monster im Ungeheuer

Das sieht doch schon besser aus! Der Regen hat aufgehört und man kann morgens schon hier und dort mal blaue Himmelsfetzen entdecken. Ein Tag zum Wandern.

Wir fahren nach einer diesmal gänzlich unekligen Entsorgung in Bad Dürkheim weiter die Weinstraße entlang. Nach Forst. Dort kann man an der Mehrzweckhalle parken. Diese liegt zwar direkt an der Weinstraße, aber wir denken, dass es für eine Nacht schon gut passen müsste. Denn wir wollen hier das MoMo parken und eine Wanderung durch die Weinberge oberhalb von Forst, Deidesheim und Ruppertsberg machen.

Weinberge, Weinberge, Weinberge

Auf den ersten Metern checken wir schon mal, wo man heute Abend ein Abschiedsessen einlegen könnte. Und das Ungeheuer scheint uns da eine nicht ganz schlechte Wahl zu sein. Zum einen passt es doch gut, wenn wir Mönsters im Ungeheuer speisen (Name verpflichtet!), aber zum anderen ist auf der Karte wirklich viel Gutes zu entdecken – eigentlich könnten wir uns durch das gesamte Angebot futtern!

Aber jetzt wollen wir erst mal durch die Weinberge streifen. Verirren kann man sich hier wahrlich nicht. Alles ist klar in verschiedenen Höhenlagen geordnet und man kann sich im Prinzip aussuchen, in welcher Höhe man parallel zur Weinstraße über dem Ort entlang geht.

Der Herbst kommt gerade erst in Schwung, so dass die Blätter größtenteils noch grün sind und sich nur ein paar einzelne Blätter in Richtung gelb oder rot verabschieden. Wir genießen trotzdem den Blick in die Ferne in Richtung Rheinebene.

Pfälzer Leckereien

In Ruppertsberg spekulieren wir darauf, in einer der Gaststätten einzukehren, aber hier ist alles dicht. Ein Montag scheint nicht der beste Tag für unser Vorhaben zu sein. Also geht es weiter nach Deidesheim, wo die Lage dann Gottseidank schon anders aussieht. Wir haben die Auswahl zwischen den verschiedensten Einkehrmöglichkeiten und entscheiden uns richtigerweise für den Schwanen mit seinem großen Innenhof.

Obwohl die Mittagszeit schon eher vorbei ist, sind die Tische gut besetzt. Schön, dass wir trotzdem noch einen finden! Und dann gibt es natürlich den „neuen Wein“, der mir komischerweise mehr nach Apfelmost als nach Federweißem schmeckt. Und dazu wirklich vorzügliche Flammkuchen, mit herrlich dünn-knusprigem Teig.

Entspannungszeit

Wir sind selbst überrascht, wie wenig uns die 12 Kilometer angestrengt haben, als wir schließlich wieder am MoMo ankommen. Aber wie schön ist es, sich dann trotzdem wohlig-faul in den Alkoven für ein Spätnachmittagsschläfchen zurückzuziehen? Habe ich schon erwähnt, dass wir mit dem neuen MoMo sehr zufrieden sind…?

Leckeres Ungeheuer

Für den Abend haben wir dann sicherheitshalber einen Tisch im Restaurant Ungeheuer reserviert. Wäre aber heute, an einem Montag, nicht nötig gewesen. Was wir vor allem komplett verblüfft merken, als wir gefühlt 5 Minuten nach der Bestellung schon unser Essen serviert bekommen. Die sind ja von der schnellen Truppe!

Klärt sich aber schnell auf, wenn man unsere Bestellung berücksichtigt. Das Hirschgulasch ist halt eh schon fertig und auch mein Balsamicorinderbraten mit Kartoffelgratin ist sicherlich schon fertig gewesen. Lediglich das Gemüse musste dann noch zubereitet werden.

Wir unterhalten uns nach dem Essen noch ein bisschen mit einem älteren Ehepaar. Als wir erzählen, dass wir aus der Nähe von Wuppertal kommen, leuchtet ihr Gesicht auf: „Ach, wie in dem einen Loriot-Sketch!“ und wir sind anschließend beeindruckt, dass die Frau wohl sogar einmal Loriot persönlich kennengelernt hat. Wir sind jetzt also um ein paar Ecken mit Loriot bekannt!

Friedhof und Scheune

Vom Wetter werden wir diesmal wahrlich nicht verwöhnt. Zwar war die Nacht trocken, aber dafür fängt es wie vorhergesagt in den Morgenstunden zu regnen an und hört auch für den Rest des Tages nicht mehr wirklich auf.

Und uns ist das auf eine Weise sogar recht. Da können wir direkt mal die Fähigkeiten des neuen MoMos als Schweißwetterrefugium testen. Und was soll ich sagen? Alles bestens! Gemütlich, warm und dank der vielen Fenster sogar bei diesem trübselig grauen Wetter recht hell. Da kann man so einen Tag schon mal aushalten.

Scheunenentdeckung

Als wir uns am frühen Nachmittag in einer kurzen Regenpause dann doch mal zum Durchlüften nach draußen wagen machen wir sogar noch eine schöne Entdeckung. Von den anderen Gaststätten des Ortes hatten wir schon gelesen, aber von der Scheier hatten wir noch gar nichts gehört. Da gehen wir mal rein!

Wäre das ganze nicht so gut ausgeschildert, könnte, nein müsste man es eigentlich fast verpassen. Denn die Scheier ist in einem hinteren Hinterhof versteckt. Im Sommer kann hier bestimmt ganz gemütlich draußen sitzen. Aber heute gehen wir lieber rein. Drinnen ist alles modern stylish gestaltet. Eine ganz schöne Abwechslung zum manchmal doch sehr rustikalen Pfälzer Stil.

Wir bestellen uns jeder ein Stück Kuchen und, weil wir halt in der Pfalz sind, nicht einen Kaffee, sondern einen Neuen Wein, wie der Federweißer hier auch gerne genannt wird. Annette weiß, ich rot. Schmeckt lecker, hat aber irgendwie schon mehr Umdrehungen als ich von unserem üblichen Supermarkt-Federweißen gewohnt bin. Hicks!

Und nachdem wir die nächsten paar Regenschauer wieder im MoMo hinter uns gebracht und einen Kuschelcampnachbarn hinzugewonnen haben, zieht es uns abends dann einfach nochmal in die Scheier. Denn auf der Karte waren hier auch die traditionellen Pfälzer Gerichte mit Saumagen, Leberknepp, Bratwürsten und Sauerkraut. Reicht uns heute völlig. Dazu noch einen Wein, bzw. für mich heute mal eine Rotweinschorle. Was mir den ungläubigen Blick der Bedienung einbringt: „Also mit Sauerwasser? Das trinkt hier keiner!“ Und ich lerne für mich heute einen neuen Begriff: Sauerwasser ist pfälzisch für Sprudel. Nie zuvor gehört!

Nach dem leckeren Essen zieht es uns wieder zurück ins MoMo. Denn dort können wir noch den wie immer solide guten Polizeiruf aus Rostock gucken. Ist eigentlich noch jemand der Meinung, dass Charly Hübner und Anneke Kim Sarnau die mit Abstand besten Ermittler am Sonntagabend sind?

Ruinen mit Einkehr

Wir starten spät. Schon voll im Urlaubsmodus.

Unser erstes Ziel ist Bad Dürkheim, das wir per Abkürzung über den Berg erreichen. Also, genauer gesagt erreichen wir erst mal den etwas außerhalb der Stadt gelegenen Womostellplatz, den wir aber mal so gar nicht attraktiv finden. An der Umgehungsstraße gelegen und wenig einladend angelegt. Eher ein großer Rasenparkplatz mit ein paar Bäumen. Aber dafür großzügig und mit Entsorgung.

So ein Scheiß

Und wir lernen wieder mal dazu. Gemüter mit empfindlichem Magen mögen bitte im übernächsten Abschnitt weiterlesen… Vor uns ist ein Campingbus, der in die schon reichlich mit Abwasser gefüllte Mulde für die Grauwasserentsorgung fährt. Verstopft? Pfiffigerweise hat er eine Kunststofffußmatte dabei, die er am Rande in die Mocke legt, sich dann weit unter seinen Campingbus an den Ablasshebel beugt und offensichtlich die Toilette entleert. Denn das schwarzgraue Wasser färbt sich auf einmal gelbbraun… Zum Abschluss wieder eine akrobatische Übung um das Ventil zu schließen, bei der man sensationslüstern mitfiebert, ob er das Gleichgewicht verliert und in der eigenen Schlotze landet. Aber stattdessen wird der ockerfarbene Anteil brav mit einem Besen in Richtung Abfluss gekehrt, so dass es fast schon wieder ordentlich aussieht. Und die angesifften Utensilien werden wieder im Fahrerhaus des Busses deponiert. Brrrrrr!

Auch als wir an der Reihe sind, gibt es kuriose Erlebnisse. Während wir die Wasserversorgung anschließen, kommt schon mal der Herr aus dem Womo hinter uns und entleert ohne mal zu fragen seine Toilette neben uns. Wir sind echt perplex. Und eine Minute später kommt schon der nächste Waldschrat mit seiner Toilette an. Den habe ich dann doch mal angesprochen, dass er bitte warten möchte… Was ist denn bitte mit den Leuten los, dass sie nicht mehr warten und vor allem nicht mal fragen können?

Kurstadt mit begrenztem Flair

Anschließend parken wir auf dem riesigen Parkplatz am Kurpark von Bad Dürkheim. Kurz bevor wir aussteigen, sehen wir noch ein Trüppchen von 3 Männern, die sich merkwürdig interessiert die geparkten Womos angucken. Checken die aus, wo sie als nächstes einsteigen wollen? Wir beobachten die Szenerie aus dem MoMo und sind erleichtert als sie sich in ihrem Mercedes setzen und wegfahren. Trotzdem ein komisches Gefühl…

Wir spazieren durch die Straßen von Bad Dürkheim, aber irgendwie kriegt uns dieser Ort nicht so richtig. Es ist eine aufgeräumte Kurstadt mit Kasino, einem schönen Park, einer riesigen Saline, aber ohne das gewisse Etwas, das eine Stadt für uns spannend macht. Und vielleicht ist es auch nur dass ungute Gefühl, dass AfD-Wahlkämpfer auf den Straßen sind und von einer Passantin wohl zurecht lautstark beschimpft werden.

Immerhin werden wir in einer Buchhandlung fündig und kaufen uns einen Straßenatlas für Deutschland. Denn während wir von unseren ausländischen Reiseländern immer gerne eine physische Straßenkarte haben sind wir für Deutschland da völlig blank. Letzten Endes wird es nach ausgiebigem Vergleich die Karte vom ADAC im Maßstab 1:200.000, da sie uns am übersichtlichsten erscheint und vor allem die landschaftlich schönen „grünen“ Straßen anzeigt.

Leckerschmecker

Unser Weg führt uns weiter zur Burgruine Hardenburg. Von dort kann man eine Wanderung zur Klosterruine Limburg machen. Genau das, was wir heute brauchen, um unsere leckeren Essen von gestern abzuarbeiten.

Und es könnte kaum besser für uns kommen. Denn nachdem wir uns unten im Tal erst mal orientieren mussten, wo wir sind, ist es dann um so einfacher: Einfach den Schildern zur Burg folgen und nach einer machbaren Steigung ist man schon da. Die Ruine mit ihren roten Sandsteinmauern sieht imposant aus, wir ziehen aber zunächst mal vorbei.

Denn mit der Lindenklause gibt es nach wenigen Schritten eine leckere Alternative. Eine typisch pfälzische Hütte mit dem vollen Programm von Schorle und deftiger pfälzischer Küche. Wir entscheiden uns dafür, uns vor der Wanderung noch mal zu stärken (wir finden echt immer einen Grund, oder?) und bestellen rote und weiße Schorle und Flammkuchen und gebratene Blutwurst. Und es ist besser, als man es von einem Hüttenessen erwarten dürfte. Vor allem der Flammkuchen würde auch im Elsass bei jeden Wettbewerb bestehen!

Von Ruine zu Ruine

Der Weg zur Klosterruine Limburg fällt uns danach nicht schwer. So eine Schorle beflügelt die Schritte schon sehr!

Nach einer guten Stunde haben wir sie erreicht. Und Annette schimpft, dass ich zunächst mal nicht sehr beeindruckt bin, da sie teilweise schon zu „ordentlich“ nach Instandsetzung aussieht.

Und ich stelle fest, dass man nach Schottland wahrscheinlich für die meisten Burgruinen auf dem Kontinent versaut ist. Aber wenn ich da an die tollen Klöster in den schottischen Borders denke, ist das im Vergleich einfach nicht das gleiche. Aber der Blick in die Ebene unter uns ist trotzdem schön.

Business as usual

Als wir zum MoMo zurückkommen ist es schon dämmerig. Um 18 Uhr! Wir müssen uns erst mal wieder auf den Herbst einstellen. Wir steuern einen Wanderparkplatz im Wald an, müssen aber feststellen, dass uns das Navi in die Irre leitet. Denn unsere Straße endet an einem unbefestigten Forstweg. Hm, was tun? Da wir heute nicht viele Kilometer gemacht haben, beschließen wir das naheliegende: Wir kehren einfach zum schön unspektakulären Friedhofsplatz in Kallstadt zurück!

Als wir dort ankommen, ist diesmal der Platz allerdings schon gut gefüllt. Unser Platz von letzter Nacht steht nicht mehr zur Verfügung. Also nehmen wir den gefühlt letzten halbwegs ebenen Platz und verkrümeln uns für den Rest des Tages im muckeligen MoMo, da wir unser Leckerschmeckeressen ja schon in der Lindenklause hatten. Und zu unserer Überraschung stellt sich später noch ein Kuschelcamper quasi in die Durchfahrt noch neben uns. Kann man machen, muss man aber nicht…

Nebelberg

Der Herbst kommt jetzt aber mächtig!

Draußen ist es üsselig und wir beschließen, das ganze erst mal auszusitzen. Buchstäblich. Denn in der kuscheligen Rundsitzgruppe lässt es sich gut leben. Wir fühlen uns schon langsam heimisch im neuen MoMo.

Erst gegen Mittag brechen wir auf und haben uns den Donnersberg als Zwischenziel ausgeguckt. Vielleicht ist der ja so hoch, dass wir wie in St. Odile im Elsass über die Wolken kommen und in der Sonne sitzen. Aber Pustekuchen. Ganz im Gegenteil landen wir oben erst so richtig in der Wolkensuppe. Und die anderen scheinen das alle geahnt zu haben – wir sind quasi alleine hier oben.

Aber da wir schon Mal da sind, beschließen wir, wenigstens ein bisschen die Umgebung zu erkunden. Direkt neben dem Parkplatz gibt es die Keltenmauer, die hier beispielhaft wiederhergestellt wurde. Gucken wir uns an, sind aber bei dem feuchten Wetter nur mäßig beeindruckt.

Der allwissende Pfälzer

Auf einmal ruft uns ein älterer Mann zu, dass wir doch mal rüber kommen sollen. Er ist rustikal gekleidet und passt irgendwie wie Pott auf Deckel an diesen Ort. Aber vor allem ist er sehr, sehr redefreudig. Wir erfahren alles, was es an Wissenswertem über die Umgebung zu erzählen gibt. Insbesondere das Uhrenmuseum in Rockenhausen legt er uns sehr ans Herz. Es stellt sich heraus, dass er die Hütte neben dem Ludwigsturm bewirtschaftet und auch den Schlüssel für den Turm hat. Wir könnten gerne hinaufgehen und ihm nachher eine Spende dalassen.

Wir steigen hinauf und sind beeindruckt. Nicht von der Aussicht, aber davon, wie wenig wir sehen. Denn wenn hier nicht die Aussichtstafeln anzeigen würden, was man sehen könnte, wenn die Sicht besser wäre, könnte man auch meinen, dass hier gar nichts besonderes ist. Immerhin ist die Wendeltreppe unser heutiges Fitnessprogramm.

Wieder unten angekommen geht der unermüdliche Redefluss unseres Pfälzers weiter. Denn er hat nicht nur viel Wissen über die Umgebung, sondern auch diverse Spezialitäten im Angebot. Neben dem obligatorischen Saumagen und Leberwurst auch noch diverse Honige, Biere, Würste und Schafskäse. Und wirklich zu jedem Produkt kriegen wir nicht nur die Empfehlung, dass es natürlich das weltbeste seiner Art sei, sondern auch detaillierte Infos zum Herstellungsprozess samt Hersteller. Wir fragen uns, ob er grundsätzlich so gesprächig ist, oder nur, weil wir nahezu die einzigen sind, die sich heute hier hoch verirren werden…

Friedhofsruhe

In Kallstadt soll es nicht nur viele Winzer an der Weinstraße geben, sondern auch einen kostenlosen Stellplatz am Friedhof. Der ist dann sogar besser als erwartet. Denn es ist ein von Bäumen umfasster Grasplatz, an dem wir einen schönen Platz an der Friedhofsmauer finden.

Abends gehen wir bei leichtem Nieselregen in den Ort und werden im alten Kelterhaus fündig. Die Schweinebäckchen in Rotweinsauce waren wirklich sensationell!

Pfälzer Höhen

Unsere erste Nacht im neuen MoMo! Und da die Leselampe im Eura, anders als bei unserem Knaus, auf der rechten Seite angebracht ist, liegen wir jetzt genau anders herum als gewohnt. Das irritiert mehr als man meinen sollte! Aber es unterstreicht auch noch mal, das alles anders wird. Gut so!

Schöner Stellplatz

Wir genießen in vollen Zügen das Frühstück am fast doppelt so großen Tisch in unserer Rundsitzgruppe. Endlich kein Frühstücksjenga mehr mit den Frühstücksutensilien! Und ich male mir schon aus, wie das wird, wenn man nicht auf den Parkplatz einer Gutsschänke guckt, sondern auf Fjorde, Strände oder Berggipfel.

Uns zieht es weiter. Aber nur ein paar Kilometer weiter südlich. Denn in Waldgrehweiler soll es am Wasserhaus einen hochgelobten kostenlosen Stellplatz im nördlichen Pfälzerwald geben.

Wir fahren entspannt durch leicht geschwungene Straßen vorbei an kleinen Örtchen und leider schon fast verblühten Sonnenblumenfeldern und Wildwiesen. Im Sommer hat das hier bestimmt toll ausgesehen! Aber auch jetzt gefällt uns die Landschaft gut. Sehr ländlich, sehr ruhig. So wie wir es mögen.

Der kostenlose Stellplatz am Wasserhaus ist dann wirklich ein kleines Schmuckstück. Zwei terrassenartige Ebenen, Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten, eine Tafel mit den Wanderwegen der Region und sogar ein kleines Buch- und Spielhaus in dem man sich im Austausch gerne auch ein Buch (oder Spiel) nehmen darf. Das alte Wasserhaus beinhaltet dann die Sanitäranlagen, die gegen eine Gebühr von 10€ genutzt werden dürfen. Wenn nicht die Ver- und Entsorgungssäule defekt wäre also ein klasse Platz! Wir fragen uns nur wofür? Denn im Ort gibt es leider keine Bäckerei oder ein Restaurant, wo man dann sein Geld lassen kann. Wir freuen uns aber trotzdem über ein so tolles Angebot.

Auf die Hochebene

Um die Spansau von gestern abzutrainieren wollen wir uns heute etwas bewegen. Und die Auswahl an Wanderwegen ist erstaunlich vielfältig und bestens beschrieben und ausgeschildert. Auch hiervon sind wir begeistert. Wir entscheiden uns für die Uhu-Route, die uns auf die Hochebene auf dem Roßberg bringen wird.

Unsere Sorge, dass der erste Teil entlang der Landstraße unangenehm werden würde, erweist sich als unbegründet. Die Straße ist wenig befahren und breit genug. Die Landschaft um uns herum befindet sich noch in den Herbst-Startlöchern. Hier und da ein bisschen gelb und rot, aber größtenteils noch grün.

Wir erreichen recht bald die Wolfsmühle, die ein bisschen wie ein Lost Place aussieht. Alles zugewuchert und verwunschen, aber in den intakten Fenstern hängen Gardinen. Wenn hier wirklich noch jemand wohnt, ist das nachts bestimmt irgendwas zwischen stimmungsvoll und gruselig!

Nachdem wir die Wolfsmühle hinter uns gelassen haben geht es bergauf. Da wir uns bei Temperaturen um die 10° etwas wärmer angezogen haben, kommen wir ganz gut ins Schwitzen. Aber wenn man eine kleine Rast mit dem Ausblick über den nördlichen Pfälzer Wald machen kann ist die Anstrengung auch wieder schnell vergessen. Schön hier!

Windradpark

Im weiteren Verlauf kommen wir durch einen Windradpark, in dem sich die Räder bei leichtem Nieselregen nur mäßig begeistert drehen. Immerhin können wir am Quietschen eines Windrades erkennen, dass diese sich offensichtlich nach der Windrichtung ausrichten. War mir vorher noch nie so aufgefallen. Und die Aussicht von hier oben auf dem Roßbergplateau ist wirklich beeindruckend.

Auf dem Weg zurück zum MoMo begegnen uns noch 3 Rehe und 2 Wanderer, die ebenfalls mit ihrem Womo am Wasserhaus stehen. Wir empfehlen ihnen den Weg nach oben, sind aber dann doch froh, als wir es uns im MoMo wieder gemütlich machen können.

Gemütlicher Abend

Annette erweist sich dann noch als guter Engel und erklärt zwei Frauen, die das erste Mal mit einem Mietwomo unterwegs sind, dass es keine so gute Idee ist, eine Chemietoilette in ein reguläres Klo zu entleeren. Geht euch das als erfahrene Wohnmobilisten auch so, dass ihr immer denkt, dass die anderen auch schon alte Hasen sein müssen? Dabei dürfte die Quote der Ersttäter oder Gelegenheitsmieter doch viel höher sein!

Wir genießen den Abend in unserer Hecksitzgruppe, da es fürs Draußensitzen leider schon zu kühl ist. Aber von Stunde zu Stunde kommt uns das neue MoMo vertrauter und schöner vor. Denn auch das Kochen und die Mahlzeiten kommen einem im neuen Fahrzeug irgendwie auf einmal bedeutend schöner vor.

Starenschreck im Weinberg

Nachdem das neue MoMo reisefertig gepackt ist können wir uns auf den Weg machen. Ein Kurztrip in die Pfalz scheint uns genau das richtige für die Jungfernfahrt zu sein. Eine Woche lang wollen wir alles Neue ausprobieren und gucken, was wir an unseren Stauraumlösungen noch optimieren können.

Alles neu

Denn mit dem vielen Platz in der für unsere Verhältnisse gigantischen Heckgarage sind wir leicht überfordert. Und auch an die neue Anordnung der Schränke und Staufächer muss man sich erst mal gewöhnen.

Das Fahren mit der 150PS-Maschine macht auf jeden Fall schon mal mehr Spaß als mit dem alten MoMo. Vor allem bei höheren Geschwindigkeiten läuft es merklich ruhiger und dröhnt nicht so sehr. Gefällt mir!

Auch die Hunde müssen sich umgewöhnen. Es gibt jetzt nicht mehr die kuschelige Höhle unter der Dinette oder einen Rausguckplatz auf der Bank hinter dem Fahrersitz. Stattdessen macht es sich Elli, nachdem die erste Aufregung sich gelegt hat, zwischen Annette und mir bequem und genießt die gelegentliche Streicheleinheit von rechts oder links. Und Mia liegt auf ihrem Lieblingskuschelkissen hinter Annette und scheint damit auch sehr zufrieden zu sein.

Bonnheimer Hof

Wir haben uns den Bonnheimer Hof südlich von Bad Kreuznach als Etappenziel rausgesucht. Es gibt dort einen schönen Stellplatz für Womos und (für uns ja mindestens genau so wichtig) auch etwas leckeres zu essen!

Als wir dort ankommen, sieht alles schon mal vielversprechend aus. Links und rechts des Weges jede Menge Klein- und Großvieh. Und auch der gepflasterte Stellplatz hinter dem Gutshof macht einen guten Eindruck. Eine Stromversorgung würde uns 2€ kosten, aber wir wollen ja gucken, wie lange wir mit unserem neuen Solarpanel auf dem Dach jetzt auch autark stehen könnten. Also Landstrom nur im Notfall!

Durch die Weinberge

Wir wollen uns das Abendessen redlich verdienen. Also nehmen wir die Hunde und machen uns auf den Weg durch die Weinberge.

Denn wir befinden uns hier wieder im Weinbaugebiet. Und wie wir später vom Kellner erfahren, befinden wir uns am Übergang vom Weinbaugebiet an der Nahe zu Rheinhessen. Aber auf jeden Fall schon in der Nordpfalz.

Es ist eine herrliche Herbstabendstimmung. Nicht mehr sommerlich warm, aber trotzdem sonnig. Und noch nicht so kühl, dass man trotz Sonnenscheins leicht frieren würde. Perfekt.

Der Kracher

Wir spazieren durch die Weinberge und wundern uns über das stete Böllern, was man immer wieder hört. Ist hier tagsüber Jagd? Annette hat aber eine logische Erklärung: In der Ferne kann man einen Steinbruch sehen. Es werden also Sprengungen sein.

Als wir weiter gehen hören wir lautes Raubvogelgeschrei. Aber so sehr wir auch Ausschau halten: Am Himmel ist tote Hose. Wir vermuten, dass die Vögel in einem Wäldchen leben, was man auf einer Bergkuppe sehen kann. Nur komisch, dass man keinen von ihnen am Himmel sieht!

Erst als wir auf dem Rückweg sind, fällt bei mir der Groschen. Denn urplötzlich hört das wüste Zetern der Raubvögel auf. Wie kann das denn sein? Und ich zähle eins und eins zusammen: Die leckeren Weintrauben schmecken bestimmt nicht nur uns Menschen! Und als ich etwas genauer in die Reben schaue, sehe ich auch, woher diese wirklich beängstigende Geräuschkulisse kommt: Es sind Lautsprecher, die über den Weinberg verteilt mal hier mal da für Radau sorgen. Es sind akustische Vogelscheuchen, die kleinere Vögel abschrecken sollen!

Und wie wir dann schon vermuten, sind auch die Böller nicht von einer Jagdgesellschaft oder einem Steinbruch, sondern auch diese dienen der Abschreckung. Wie wir von zwei ansässigen Hundespaziergängern erfahren läuft das ganze unter dem Begriff Starenschreck

Spansauessen

Bevor wir auf unseren Weg durch die Weinberge aufgebrochen sind, hatten wir noch einen Tisch im Bonnheimer Hof reserviert. Denn heute Abend gibt es eine Spansau als Spezialitätenangebot. Wir sind dabei!

Und es lohnt sich. Denn nicht nur ist das ausgewachsene Spanferkel sehr lecker, auch die zum Spansauessen gehörenden Salate, die Füllselkartoffeln und der Federweißer munden uns gar köstlich. Ich muss allerdings, trotz Riesenhunger, vor den letzten paar Bissen kapitulieren. Und als Annette mir erzählt, dass ja auch noch ein Nachtisch zum Spansauessen gehört, bin ich wohl leicht blass geworden. Aber für eine Schokoladencreme ist dann ja doch irgendwie immer noch Platz…

Wir kippen aber nachher im MoMo trotzdem noch prophylaktisch einen Killepitsch zum Verdauen…

Schöne Erleuchtung

Dass ich das jetzt im Womoblog veröffentliche ist jetzt ein bisschen geflunkert. Denn natürlich hält das MoMo brav Winterschlaf und wir waren ganz schnöde mit dem PKW unterwegs.

Aber das China Light Festival im Kölner Zoo ist wirklich der Kracher. So viele schöne Fotos! Und auch die Atmosphäre ist etwas ganz besonderes: Die Tiere befinden sich praktisch alle schon in den (geschlossenen)Tierhäusern – lediglich ab und zu hört man mal einen Esel schreien oder die Pinguine empört meckern, wenn man ihnen zu nah kommt. Denn der Star sind abends, wenn der Einlass zum China Light Festival überhaupt erst beginnt, die Lichtinstallationen.

Alle in einem comichaft-realisitischen Chinastil. Und. vor allem: Alles Unikate! Nicht in irgendeiner Fabrik nach Schema F gegossen, sondern jedes Licht-Tier hat regelrecht einen individuellen Charakter. Und im gesamten Zoo blinkt und funkelt es.

Wir waren fast die gesamten 4 Stunden Öffnungszeit (17.30-21.30 Uhr) dort und sind so gerade mit allem durchgekommen. Zugegeben, durchs Fotografieren hat das sicherlich länger als nur ein Spaziergang gedauert. Aber man kann und sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Installationen zu bestaunen. Eine tolle Sache, die auch den üppigen Eintritt von 16€ rechtfertigt. Guckbefehl!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf zur Mandelblüte!

Unsere Generalprobe für die kommende Fahrt in die Bretagne führt uns in die Pfalz. Zur Mandelblüte. Denn von den schönen knatschrosa blühenden Mandelbäumen haben wir schon viel Gutes gelesen und natürlich vor allem gesehen. Da wird es doch mal Zeit, sich das in echt anzugucken!

Wir starten also am späten Mittag und reihen uns, wie üblich, in den Stau am Leverkusener Kreuz an. Die eigentlich sinnvollere Route über die Brücke dürfen wir ja wegen der hochbegabten Checker bei Straßen-NRW wegen Überbreite nicht nutzen. Macht ja auch Sinn, dass die Brücke unter unserer Breite ächzt und nicht unter unserem weit unter 3,5t liegendem Gewicht…

Also nehmen wir die Route über die A3 und werden kurz vor Mainz
vom Navi elegant über die Dörfer zur A61 gelotst. Wir sind begeistert davon, wie stressfrei sich die Reise auch mit 2 Hunden gestaltet. Elli nimmt klaglos neben Mia auf der Rückbank Platz und denkt sich „Wenn die Große das gut findet, kann es ja so schlecht nicht sein!“

Wir haben auf Empfehlung von Annettes Mutter hin einen Stellplatz beim Weingut Eberle in Burrweiler reserviert. Kann ja gut sein, dass zur Zeit der Mandelblüte dort der Bär steppt. Dachten wir. Tatsächlich aber ist immer noch deutlich Vorsaison und wir somit die einzigen Gäste auf den 3 ausgebauten Stellplätzen. Ist uns recht!

Da auf unser Klingeln niemand öffnet erkunden wir erst mal zu Fuß den Ort. Also, das Örtchen. Und stellen verwundert fest, dass hier ein Restaurant auch mal an einem Freitag einen Ruhetag einlegt. Ups. Annette entdeckt aber unter den vielen Wegweisern zu den diversen Weingütern der Region auch ein Restaurant. Das Sankt-Anna-Gut. Wir stapfen also den Weinberg hinauf und werden dort freundlich empfangen und auch für die Hunde gibt es einen guten Platz. Wir lassen es uns gut gehen und probieren die rustikalen Pfälzer Köstlichkeiten. Jetzt weiß ich also wie Saumagen schmeckt (besser als sein Name), was Leberknepp sind (leckere Leberknödel) und dass die Bratwurst mit Mostert serviert wird. Gesättigt und zufrieden wanken wir den Berg hinunter zum MoMo. Nicht schlecht als Einstieg.


Am nächsten Morgen lassen wir es zunächst langsam angehen und genießen die milden Temperaturen und die entspannte Atmosphäre auf dem Hof des Weinguts. Herr Eberle gibt uns Tipps für Wanderungen und Einkehr. Insbesondere das Einkehren scheint eine sehr wichtige Sache zu sein in der Pfälzer Lebensart. Sehr sympathisch!


Wir gucken den Hunden beim Spielen zu und machen erst nach einiger Zeit in aller Ruhe die Räder fertig. Heute muss Elli zum ersten Mal in den Hänger! Auch das klappt richtig gut, wenn auch die Hunde große Geduld aufbringen müssen, weil ich bei der Fahrradpflege an alles gedacht habe. Nur nicht ans Reifen aufpumpen…

Als es dann aber losgeht macht es Spaß, durch die erwachende Frühlingslandschaft zu radeln. So viele weiß blühende Bäume am Wegesrand. So viel frisches Grün! Aber erst mal nur sehr zaghaft ein paar blühende Mandelbäumchen. Da geht noch was!

An der zauberhaft gelegenen Burrweiler Mühle werfen wir einen Blick auf die Karte und stellen fest, dass wir gerne später noch mal wiederkommen, wenn ab 15 Uhr geöffnet ist. Denn die Speisekarte sieht sehr verlockend aus.

Im weiteren Verlauf stellen wir aber auch fest, warum das Wort Berg in Weinberg enthalten ist. Von unten sah es so aus, als könnte ich das kurze Stückchen halt mal schieben. Aber mit dem Hundehänger hinten dran wird das ein regelrechter Workout. Fühlt sich eher an wie Tragen… Deshalb machen wir auf einer der vielen Bänke kurz vor Weyher erst mal Rast, genießen den Blick in die Landschaft und das perfekte Wetter.

Was man auf Straßenkarten ja meistens nicht so sieht, sind die Steigungen. Und so treten wir weiterhin bergauf in die Pedale. Weiter, immer weiter. Und so denken wir an der Hütte Rietania an Herrn Eberles mahnende Worte, dass wir das Einkehren nicht unterlassen sollten. Also parken wir die Räder, setzen uns auf die Terrasse und genießen erfrischende Getränke und einen Handkäse mit Musik. Haben wir vorher aber erst mal gegoogelt, was das wohl ist. Ein Sauermilchkäse mit Zwiebel-Essig-Öl-Marinade. Muss man mal probiert haben! Und die Musik bezieht sich wohl auf die Verdauungsgeräusche nach dem Verzehr…

Bei der Weiterfahrt kommen wir mandelblütenmäßig voll auf unsere Kosten. Schon auf der Abfahrt hinunter in den netten Ort Rhodt leuchtet es am Wegesrand intensiv rosa. Und da in Edenkoben das Mandelblütenfest auf der Mandelmeile stattfindet, geht es dort munter weiter. Alle paar hundert Meter gibt es am Straßenrand Stände mit reichlich Sitzgelegenheiten, wo man dann bei einem Weinchen oder Leckereien verweilen kann. Da wir aber noch auf die nächste Pause in der Burrweiler Mühle spekulieren belassen wir es bei einer Vorbeifahrt am munteren Treiben. Vielleicht nächstes Jahr…

Auf dem Weg zur Mühle sehen wir auf einmal ein etwas größeres Aufgebot an Feuerwehr, Polizei und Schaulustigen an einem Schilfwäldchen. Die Überraschung ist groß, als wir auf einmal unseren Winzer in Feuerwehrmontur wiedererkennen! Ein paar Jungs hätten wohl gezündelt, seien aber immerhin von selbst auf den Gedanken gekommen, die Feuerwehr anzurufen. Drama auf dem Dorf!

Jetzt wird es aber doch Zeit für ein weiteres Päuschen in der ansprechend gestalteten Außenanlage der Burrweiler Mühle. Wir probieren uns durch Blutwurst-Lasagne(!, aber lecker) und Entenbrust, da es dort die sehr pfiffige Idee von „Mini“-Portionen gibt, damit man mehrere Sachen probieren kann. Im Prinzip die Pfälzer Variante von Tapas. Ich mache aber einen Anfängerfehler und bestelle mir eine große Rotweinschorle dazu. Lecker, aber mit ordentlich wumm. Herr Eberle klärt mich am nächsten Tag auf: Das Pfälzer Rezept für Weinschorle ist nämlich einfach 4 Fingerbreit Wein und 4 Fingerbreit Sprudel. Nur, dass die einen Finger senkrecht stehen und die anderen waagerecht… Stimmt!

Danach bin ich froh, als wir wieder am MoMo ankommen… Und statt der angedachten Weinprobe gibt es dann lieber mal Kaffee! Und während die Hunde schlafen oder spielen, nutze ich noch ein bisschen die Zeit und das schöne Licht zum Fotografieren. Spaß macht das!

So vergeht die Zeit bis zum Abend im Fluge und wir machen uns zum erneuten Schlemmen auf: Bei den von der Leyens… Ein wirklich sehr empfehlenswertes Restaurant in Burrweiler-City – also direkt neben dem Kirchturm. Leckere und auch schön angerichtete Speisen und eine Speisekarte, bei der man sich kaum entscheiden kann. Und umso besser, wenn es dann auch noch so schmeckt, wie es aussieht. Das sind echt Schlemmertage, die wir hier verbringen!

Der nächste Morgen begrüßt uns dann nicht mehr so freundlich und wir hören tatsächlich das vertraute Tröpfelgeräusch auf dem MoModach. Eieiei, es sollte doch nur weniger sonnig werden!

Nach dem Abschied vom Weingut brechen wir zu unserer Wanderung für heute auf. Auch diese ein Tipp von Herrn Eberle: Parken an der Drei-Buchen-Hütte und dann zur Ruine Neuscharfeneck. Und 2 Hütten zum Einkehren. Hört sich doch gut an!

Nachdem wir fachmännisch schon mal die Speisekarte an der Hütte begutachtet haben geht es los. Ein breiter Waldweg. Da kann man ja nichts falsch machen. Eigentlich… Aber wir waren wohl mit der Essenplanung so beschäftigt, dass wir übersehen hatten, dass man an der Hütte den oberen Weg nehmen muss. Und so müssen wir später erst mal so einige Höhenmeter wieder gut machen. Puh! Die Ruine ist wirklich sehenswert und auch der Ausblick hinaus in die Pfälzer Berge ist toll. Wir bleiben erst mal und genießen.

Dann ruft aber doch die nächste Hütte. Die Landauer Hütte. Von Freiwilligen an den Wochenenden bewirtschaftet und eine schöne Zwischenstation. Natürlich mit Einkehr, aber diesmal wohlweislich nichtalkoholisch…

Für unser Baby wird die Runde dann doch irgendwann zu anstrengend, so dass sie sich bei Annette in den Rucksack kuschelt und tragen lässt. Gemütlich!

Nachdem wir uns nach Beendigung der Runde noch einmal an der Drei-Buchen-Hütte gestärkt haben, geht es dann durchaus schweren Herzens wieder auf die Heimfahrt. Wir wären gerne länger geblieben und werden sicherlich wiederkommen. Eher früher als später!

Wieder mal ein Beweis dafür, dass man es sich auch in Deutschland richtig gut gehen lassen kann und tolle Landschaften sehen kann.

Hündchen und Märzenbecher

Es geht wieder los!

Der Winterschlaf ist beendet und das MoMo bereit zur Saisoneröffnung 2017. Nachdem in der Werkstatt die letzten Garantiereparaturen erledigt und Gas- und Dichtigkeitsprüfung erledigt sind kommt pünktlich zum ersten Wegfahrwochenende die Sonne raus – perfekt!

Sauerland

Wir sind mittlerweile schon echte Profis: Die für den Winter ausgelagerten Vorräte werden wieder eingelagert, Wasser aufgefüllt, Strom getankt und es kann losgehen. Eine Sache aber ist dann doch neu: Wir haben ein neues Crewmitglied!

Seit 2 Wochen ist Elli bei uns. Ein wuseliger 12 Wochen alter Mix aus Australian Sheperd, Tibet-Terrier und Pudel. Und nun sind ja alle Babies grundsätzlich erst mal süß und liebenswert, aber die Kleine erobert wirklich alle Herzen im Sturm.

Und da Annettes Credo ist, dass man den Hund in der Welpen-Prägungsphase möglichst vielen neuen Situationen aussetzen muss, gehört natürlich auch das Wohnmobilfahren dazu. Und auch wenn sie das alles sehr aufgeregt beäugt: Elli besteht auch diese Prüfung mit Bravour und ist ein aufgeregter, aber unanstrengender Reisebegleiter. Da sind andere Leute mit Kleinkindern mehr gefordert…

Sauerland

Unser erstes Ziel des Jahres ist diesmal das Sauerland. Nett in einer knappen Stunde zu erreichen. Und dann gibt es dort noch eine kleine Besonderheit: In der Nähe des Ortes Herscheid gibt es den Herveler Bruch, der für die dort besonders üppig blühenden Märzenbecher berühmt ist. Für alle botanischen Legastheniker wie mich: Das sind quasi Schneeglöckchen Deluxe. Also etwas üppiger und hübscher.

In Herscheid fahren wir den Stellplatz am Schwimmbad an. Es gibt dort extra 2 Stellplätze für Womos. Wer  mag, hat sogar Strom und Wasser. Was nur leider nicht in der Beschreibung steht: Die Straße am Schwimmbad scheint auch ein beliebter Ausfahrort für die Dorfjugend zu sein. Und so brümmelt immer mal wieder ein lautes Gefährt an uns vorbei. Naja, dafür ist der Platz ja auch graits und immer noch relativ zentral.

Denn wir wollen es uns am ersten Womo-Abend des Jahres gut gehen lassen und auswärts essen gehen. Also den Tripadvisor angeschmissen und erfreut festgestellt, dass es ein sehr gut bewertetes gutbürgerliches Restaurant im Ort gibt. Genau das, worauf wir Appetit haben. Die Ernüchterung folgt dann vor Ort. Es ist eine kleine Zeitreise in die 80er. Sowohl was Mobiliar, Speisekarte (Schnitzel oder Schnitzel oder doch lieber Fleisch?) und das Essen angeht. Denn diese absurde Portion von 2 großen Schnitzeln mit viel Fertigsoße und ein bisschen Kartoffelbeilage und etwas Salat wäre in den 80ern wahrscheinlich voll trendy gewesen. Heute ist nicht nur mein Magen davon erschlagen…

Annette und Elli

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück Richtung Nordhelle zum Parkplatz am Märzenbecherweg auf. So ein Parkplatz direkt am Wegesanfang ist ja vorbildlich! Also packen wir alles zusammen, Annette funktioniert den Rucksack zum Welpentragebeutel um und es kann losgehen.

Die ersten Meter darf Elli natürlich zu Fuß laufen, aber einen längeren Weg darf und sollte sie noch nicht machen. Das ist aber auch aufregend! Wo sind wir hier? Kommt ihr auch mit? Habt ihr das auch gesehen? Spielst du mit? Was macht Frauchen?

Sauerland

Wir haben also genug Unterhaltung mit der Kleinen, so dass uns gar nicht auffällt, dass es auf dem Märzenbecherweg verdächtig an Märzenbechern mangelt. Nicht mal vereinzelt kann man welche sehen. Und als wir dann Wanderer sprechen, die den Weg aus der anderen Richtung machen, schrillen die Alarmglocken: Auch diese haben keinen einzigen gesehen! Hm. Also mal auf der Karte gecheckt und festgestellt, dass der Herveler Bruch weit unter uns im Tal liegt. Wir machen uns also an den Abstieg und werden am Ende tatsächlich mit einem Märzenbechermeer belohnt!

Sauerland

Sauerland

Zwar nicht so riesig und weit ausgebreitet wie es nach den Berichten und Fotos schien, aber immer noch schön genug, dass wir zufrieden mit unserer Wahl sein können.

Und während Annette sich um die Hunde kümmert, stürze ich mich mit der Kamera auf die Blümchen. Mein Plan von Hundefotos inmitten der Märzenbecher können wir aber zu den Akten legen. Der Untergrund ist dermaßen morastig, dass daran nicht mal im Traum zu denken wäre…
Immerhin bieten sich nicht nur die Märzenbecher sondern auch die Hunde als Fotomodels an. Und das warme Sonnenlicht tut das seinige dazu. Spaß machts!

SauerlandSauerland

Sauerland
Sauerland

Auf dem Rückweg wird es uns dann auch noch mal so richtig lauschig warm. Denn den Weg, den wir zuvor hinunter gingen, ächzen wir jetzt wieder hinauf. Insbesondere Annette mit der kleinen Elli im Rucksack ist da ganz schön gefordert.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause im Womo geht es dann am frühen Nachmittag wieder gen Heimat. Denn so ganz gechillt ist es dann doch nicht, wenn alle naselang ein Motorrad oder Sportwagen mit kleingenitaligem Fahrer an einem vorbeidröhnt. Es hat halt nicht nur die Womo-Saison begonnen…

Und ein Mitbringsel aus dem Sauerland habe ich mir auch noch mitgebracht. Am Abend kratzt der Hals und am nächsten Morgen deutet alles darauf hin, dass ich den Winter doch nicht ohne Erkältung hinter mich bringen werde. Argh!

Sauerland