Schöne Erleuchtung

Dass ich das jetzt im Womoblog veröffentliche ist jetzt ein bisschen geflunkert. Denn natürlich hält das MoMo brav Winterschlaf und wir waren ganz schnöde mit dem PKW unterwegs.

Aber das China Light Festival im Kölner Zoo ist wirklich der Kracher. So viele schöne Fotos! Und auch die Atmosphäre ist etwas ganz besonderes: Die Tiere befinden sich praktisch alle schon in den (geschlossenen)Tierhäusern – lediglich ab und zu hört man mal einen Esel schreien oder die Pinguine empört meckern, wenn man ihnen zu nah kommt. Denn der Star sind abends, wenn der Einlass zum China Light Festival überhaupt erst beginnt, die Lichtinstallationen.

Alle in einem comichaft-realisitischen Chinastil. Und. vor allem: Alles Unikate! Nicht in irgendeiner Fabrik nach Schema F gegossen, sondern jedes Licht-Tier hat regelrecht einen individuellen Charakter. Und im gesamten Zoo blinkt und funkelt es.

Wir waren fast die gesamten 4 Stunden Öffnungszeit (17.30-21.30 Uhr) dort und sind so gerade mit allem durchgekommen. Zugegeben, durchs Fotografieren hat das sicherlich länger als nur ein Spaziergang gedauert. Aber man kann und sollte sich wirklich die Zeit nehmen, die Installationen zu bestaunen. Eine tolle Sache, die auch den üppigen Eintritt von 16€ rechtfertigt. Guckbefehl!

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Auf zur Mandelblüte!

Unsere Generalprobe für die kommende Fahrt in die Bretagne führt uns in die Pfalz. Zur Mandelblüte. Denn von den schönen knatschrosa blühenden Mandelbäumen haben wir schon viel Gutes gelesen und natürlich vor allem gesehen. Da wird es doch mal Zeit, sich das in echt anzugucken!

Wir starten also am späten Mittag und reihen uns, wie üblich, in den Stau am Leverkusener Kreuz an. Die eigentlich sinnvollere Route über die Brücke dürfen wir ja wegen der hochbegabten Checker bei Straßen-NRW wegen Überbreite nicht nutzen. Macht ja auch Sinn, dass die Brücke unter unserer Breite ächzt und nicht unter unserem weit unter 3,5t liegendem Gewicht…

Also nehmen wir die Route über die A3 und werden kurz vor Mainz
vom Navi elegant über die Dörfer zur A61 gelotst. Wir sind begeistert davon, wie stressfrei sich die Reise auch mit 2 Hunden gestaltet. Elli nimmt klaglos neben Mia auf der Rückbank Platz und denkt sich „Wenn die Große das gut findet, kann es ja so schlecht nicht sein!“

Wir haben auf Empfehlung von Annettes Mutter hin einen Stellplatz beim Weingut Eberle in Burrweiler reserviert. Kann ja gut sein, dass zur Zeit der Mandelblüte dort der Bär steppt. Dachten wir. Tatsächlich aber ist immer noch deutlich Vorsaison und wir somit die einzigen Gäste auf den 3 ausgebauten Stellplätzen. Ist uns recht!

Da auf unser Klingeln niemand öffnet erkunden wir erst mal zu Fuß den Ort. Also, das Örtchen. Und stellen verwundert fest, dass hier ein Restaurant auch mal an einem Freitag einen Ruhetag einlegt. Ups. Annette entdeckt aber unter den vielen Wegweisern zu den diversen Weingütern der Region auch ein Restaurant. Das Sankt-Anna-Gut. Wir stapfen also den Weinberg hinauf und werden dort freundlich empfangen und auch für die Hunde gibt es einen guten Platz. Wir lassen es uns gut gehen und probieren die rustikalen Pfälzer Köstlichkeiten. Jetzt weiß ich also wie Saumagen schmeckt (besser als sein Name), was Leberknepp sind (leckere Leberknödel) und dass die Bratwurst mit Mostert serviert wird. Gesättigt und zufrieden wanken wir den Berg hinunter zum MoMo. Nicht schlecht als Einstieg.


Am nächsten Morgen lassen wir es zunächst langsam angehen und genießen die milden Temperaturen und die entspannte Atmosphäre auf dem Hof des Weinguts. Herr Eberle gibt uns Tipps für Wanderungen und Einkehr. Insbesondere das Einkehren scheint eine sehr wichtige Sache zu sein in der Pfälzer Lebensart. Sehr sympathisch!


Wir gucken den Hunden beim Spielen zu und machen erst nach einiger Zeit in aller Ruhe die Räder fertig. Heute muss Elli zum ersten Mal in den Hänger! Auch das klappt richtig gut, wenn auch die Hunde große Geduld aufbringen müssen, weil ich bei der Fahrradpflege an alles gedacht habe. Nur nicht ans Reifen aufpumpen…

Als es dann aber losgeht macht es Spaß, durch die erwachende Frühlingslandschaft zu radeln. So viele weiß blühende Bäume am Wegesrand. So viel frisches Grün! Aber erst mal nur sehr zaghaft ein paar blühende Mandelbäumchen. Da geht noch was!

An der zauberhaft gelegenen Burrweiler Mühle werfen wir einen Blick auf die Karte und stellen fest, dass wir gerne später noch mal wiederkommen, wenn ab 15 Uhr geöffnet ist. Denn die Speisekarte sieht sehr verlockend aus.

Im weiteren Verlauf stellen wir aber auch fest, warum das Wort Berg in Weinberg enthalten ist. Von unten sah es so aus, als könnte ich das kurze Stückchen halt mal schieben. Aber mit dem Hundehänger hinten dran wird das ein regelrechter Workout. Fühlt sich eher an wie Tragen… Deshalb machen wir auf einer der vielen Bänke kurz vor Weyher erst mal Rast, genießen den Blick in die Landschaft und das perfekte Wetter.

Was man auf Straßenkarten ja meistens nicht so sieht, sind die Steigungen. Und so treten wir weiterhin bergauf in die Pedale. Weiter, immer weiter. Und so denken wir an der Hütte Rietania an Herrn Eberles mahnende Worte, dass wir das Einkehren nicht unterlassen sollten. Also parken wir die Räder, setzen uns auf die Terrasse und genießen erfrischende Getränke und einen Handkäse mit Musik. Haben wir vorher aber erst mal gegoogelt, was das wohl ist. Ein Sauermilchkäse mit Zwiebel-Essig-Öl-Marinade. Muss man mal probiert haben! Und die Musik bezieht sich wohl auf die Verdauungsgeräusche nach dem Verzehr…

Bei der Weiterfahrt kommen wir mandelblütenmäßig voll auf unsere Kosten. Schon auf der Abfahrt hinunter in den netten Ort Rhodt leuchtet es am Wegesrand intensiv rosa. Und da in Edenkoben das Mandelblütenfest auf der Mandelmeile stattfindet, geht es dort munter weiter. Alle paar hundert Meter gibt es am Straßenrand Stände mit reichlich Sitzgelegenheiten, wo man dann bei einem Weinchen oder Leckereien verweilen kann. Da wir aber noch auf die nächste Pause in der Burrweiler Mühle spekulieren belassen wir es bei einer Vorbeifahrt am munteren Treiben. Vielleicht nächstes Jahr…

Auf dem Weg zur Mühle sehen wir auf einmal ein etwas größeres Aufgebot an Feuerwehr, Polizei und Schaulustigen an einem Schilfwäldchen. Die Überraschung ist groß, als wir auf einmal unseren Winzer in Feuerwehrmontur wiedererkennen! Ein paar Jungs hätten wohl gezündelt, seien aber immerhin von selbst auf den Gedanken gekommen, die Feuerwehr anzurufen. Drama auf dem Dorf!

Jetzt wird es aber doch Zeit für ein weiteres Päuschen in der ansprechend gestalteten Außenanlage der Burrweiler Mühle. Wir probieren uns durch Blutwurst-Lasagne(!, aber lecker) und Entenbrust, da es dort die sehr pfiffige Idee von „Mini“-Portionen gibt, damit man mehrere Sachen probieren kann. Im Prinzip die Pfälzer Variante von Tapas. Ich mache aber einen Anfängerfehler und bestelle mir eine große Rotweinschorle dazu. Lecker, aber mit ordentlich wumm. Herr Eberle klärt mich am nächsten Tag auf: Das Pfälzer Rezept für Weinschorle ist nämlich einfach 4 Fingerbreit Wein und 4 Fingerbreit Sprudel. Nur, dass die einen Finger senkrecht stehen und die anderen waagerecht… Stimmt!

Danach bin ich froh, als wir wieder am MoMo ankommen… Und statt der angedachten Weinprobe gibt es dann lieber mal Kaffee! Und während die Hunde schlafen oder spielen, nutze ich noch ein bisschen die Zeit und das schöne Licht zum Fotografieren. Spaß macht das!

So vergeht die Zeit bis zum Abend im Fluge und wir machen uns zum erneuten Schlemmen auf: Bei den von der Leyens… Ein wirklich sehr empfehlenswertes Restaurant in Burrweiler-City – also direkt neben dem Kirchturm. Leckere und auch schön angerichtete Speisen und eine Speisekarte, bei der man sich kaum entscheiden kann. Und umso besser, wenn es dann auch noch so schmeckt, wie es aussieht. Das sind echt Schlemmertage, die wir hier verbringen!

Der nächste Morgen begrüßt uns dann nicht mehr so freundlich und wir hören tatsächlich das vertraute Tröpfelgeräusch auf dem MoModach. Eieiei, es sollte doch nur weniger sonnig werden!

Nach dem Abschied vom Weingut brechen wir zu unserer Wanderung für heute auf. Auch diese ein Tipp von Herrn Eberle: Parken an der Drei-Buchen-Hütte und dann zur Ruine Neuscharfeneck. Und 2 Hütten zum Einkehren. Hört sich doch gut an!

Nachdem wir fachmännisch schon mal die Speisekarte an der Hütte begutachtet haben geht es los. Ein breiter Waldweg. Da kann man ja nichts falsch machen. Eigentlich… Aber wir waren wohl mit der Essenplanung so beschäftigt, dass wir übersehen hatten, dass man an der Hütte den oberen Weg nehmen muss. Und so müssen wir später erst mal so einige Höhenmeter wieder gut machen. Puh! Die Ruine ist wirklich sehenswert und auch der Ausblick hinaus in die Pfälzer Berge ist toll. Wir bleiben erst mal und genießen.

Dann ruft aber doch die nächste Hütte. Die Landauer Hütte. Von Freiwilligen an den Wochenenden bewirtschaftet und eine schöne Zwischenstation. Natürlich mit Einkehr, aber diesmal wohlweislich nichtalkoholisch…

Für unser Baby wird die Runde dann doch irgendwann zu anstrengend, so dass sie sich bei Annette in den Rucksack kuschelt und tragen lässt. Gemütlich!

Nachdem wir uns nach Beendigung der Runde noch einmal an der Drei-Buchen-Hütte gestärkt haben, geht es dann durchaus schweren Herzens wieder auf die Heimfahrt. Wir wären gerne länger geblieben und werden sicherlich wiederkommen. Eher früher als später!

Wieder mal ein Beweis dafür, dass man es sich auch in Deutschland richtig gut gehen lassen kann und tolle Landschaften sehen kann.

Hündchen und Märzenbecher

Es geht wieder los!

Der Winterschlaf ist beendet und das MoMo bereit zur Saisoneröffnung 2017. Nachdem in der Werkstatt die letzten Garantiereparaturen erledigt und Gas- und Dichtigkeitsprüfung erledigt sind kommt pünktlich zum ersten Wegfahrwochenende die Sonne raus – perfekt!

SauerlandWir sind mittlerweile schon echte Profis: Die für den Winter ausgelagerten Vorräte werden wieder eingelagert, Wasser aufgefüllt, Strom getankt und es kann losgehen. Eine Sache aber ist dann doch neu: Wir haben ein neues Crewmitglied!

Seit 2 Wochen ist Elli bei uns. Ein wuseliger 12 Wochen alter Mix aus Australian Sheperd, Tibet-Terrier und Pudel. Und nun sind ja alle Babies grundsätzlich erst mal süß und liebenswert, aber die Kleine erobert wirklich alle Herzen im Sturm.

Und da Annettes Credo ist, dass man den Hund in der Welpen-Prägungsphase möglichst vielen neuen Situationen aussetzen muss, gehört natürlich auch das Wohnmobilfahren dazu. Und auch wenn sie das alles sehr aufgeregt beäugt: Elli besteht auch diese Prüfung mit Bravour und ist ein aufgeregter, aber unanstrengender Reisebegleiter. Da sind andere Leute mit Kleinkindern mehr gefordert…

SauerlandUnser erstes Ziel des Jahres ist diesmal das Sauerland. Nett in einer knappen Stunde zu erreichen. Und dann gibt es dort noch eine kleine Besonderheit: In der Nähe des Ortes Herscheid gibt es den Herveler Bruch, der für die dort besonders üppig blühenden Märzenbecher berühmt ist. Für alle botanischen Legastheniker wie mich: Das sind quasi Schneeglöckchen Deluxe. Also etwas üppiger und hübscher.

In Herscheid fahren wir den Stellplatz am Schwimmbad an. Es gibt dort extra 2 Stellplätze für Womos. Wer  mag, hat sogar Strom und Wasser. Was nur leider nicht in der Beschreibung steht: Die Straße am Schwimmbad scheint auch ein beliebter Ausfahrort für die Dorfjugend zu sein. Und so brümmelt immer mal wieder ein lautes Gefährt an uns vorbei. Naja, dafür ist der Platz ja auch graits und immer noch relativ zentral.

Denn wir wollen es uns am ersten Womo-Abend des Jahres gut gehen lassen und auswärts essen gehen. Also den Tripadvisor angeschmissen und erfreut festgestellt, dass es ein sehr gut bewertetes gutbürgerliches Restaurant im Ort gibt. Genau das, worauf wir Appetit haben. Die Ernüchterung folgt dann vor Ort. Es ist eine kleine Zeitreise in die 80er. Sowohl
was Mobiliar, Speisekarte (Schnitzel oder Schnitzel oder doch lieber Fleisch?) und das Essen angeht. Denn diese absurde Portion von 2 großen Schnitzeln mit viel Fertigsoße und ein bisschen Kartoffelbeilage und etwas Salat wäre in den 80ern wahrscheinlich voll trendy gewesen. Heute ist nicht nur mein Magen davon erschlagen…

Am nächsten Morgen brechen wir nach dem Frühstück Richtung Nordhelle zum Parkplatz am Märzenbecherweg auf. So ein Parkplatz direkt am Wegesanfang ist ja vorbildlich! Also packen wir alles zusammen, Annette funktioniert den Rucksack zum Welpentragebeutel um und es kann losgehen.

Die ersten Meter darf Elli natürlich zu Fuß laufen, aber einen längeren Weg darf und sollte sie noch nicht machen. Das ist aber auch aufregend! Wo sind wir hier? Kommt ihr auch mit? Habt ihr das auch gesehen? Spielst du mit? Was macht Frauchen?

SauerlandWir haben also genug Unterhaltung mit der Kleinen, so dass uns gar nicht auffällt, dass es auf dem Märzenbecherweg verdächtig an Märzenbechern mangelt. Nicht mal vereinzelt kann man welche sehen. Und als wir dann Wanderer sprechen, die den Weg aus der anderen Richtung machen, schrillen die Alarmglocken: Auch diese haben keinen einzigen gesehen! Hm. Also mal auf der Karte gecheckt und festgestellt, dass der Herveler Bruch weit unter uns im Tal liegt. Wir machen uns also an den Abstieg und werden am Ende tatsächlich mit einem Märzenbechermeer belohnt!

Sauerland

Sauerland

Zwar nicht so riesig und weit ausgebreitet wie es nach den Berichten und Fotos schien, aber immer noch schön genug, dass wir zufrieden mit unserer Wahl sein können.

Und während Annette sich um die Hunde kümmert, stürze ich mich mit der Kamera auf die Blümchen. Mein Plan von Hundefotos inmitten der Märzenbecher können wir aber zu den Akten legen. Der Untergrund ist dermaßen morastig, dass daran nicht mal im Traum zu denken wäre…
Immerhin bieten sich nicht nur die Märzenbecher sondern auch die Hunde als Fotomodels an. Und das warme Sonnenlicht tut das seinige dazu. Spaß machts!

SauerlandSauerland

Sauerland
SauerlandAuf dem Rückweg wird es uns dann auch noch mal so richtig lauschig warm. Denn den Weg, den wir zuvor hinunter gingen, ächzen wir jetzt wieder hinauf. Insbesondere Annette mit der kleinen Elli im Rucksack ist da ganz schön gefordert.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause im Womo geht es dann am frühen Nachmittag wieder gen Heimat. Denn so ganz gechillt ist es dann doch nicht, wenn alle naselang ein Motorrad oder Sportwagen mit kleingenitaligem Fahrer an einem vorbeidröhnt. Es hat halt nicht nur die Womo-Saison begonnen…

Und ein Mitbringsel aus dem Sauerland habe ich mir auch noch mitgebracht. Am Abend kratzt der Hals und am nächsten Morgen deutet alles darauf hin, dass ich den Winter doch nicht ohne Erkältung hinter mich bringen werde. Argh!

Sauerland

Langes kurzes Wochenende

Da Annette Freitags nicht frei bekam, haben wir umdisponiert und sind erst Samstag losgefahren – dafür aber in aller Herrgottsfrühe! Und das machte sich bezahlt: Denn am ersten Ferienwochenende steht man ja gerne mal im Stau. Wir diesmal nicht – vielleicht auch, weil es diesmal nicht Richtung Süden ging. Denn das heutige Ziel hieß (wie schon so oft) Egmond aan Zee. So ganz erklären können wir es ja nicht, warum es immer wieder dorthin zieht. Aber vielleicht war es genau die Mischung aus Vertrautem und Schönem, die wir im Augenblick gut brauchen können. Abenteuer kommt später!

Um 10 Uhr trudeln wir dann am Strandboulevard an und finden zu unseren großen Freude und Erleichterung problemlos einen Parkplatz, auf dem das MoMo auch dank seiner kompakten Maße perfekt unterkommt.

Nach einem wohlverdienten Frühstück machen wir uns auf den Weg durch die Dünen Richtung Bergen. Und obwohl wir den Weg nun wirklich nicht zum ersten Mal gehen, kommen wir doch an so mancher Kreuzung ins Grübeln, wie es jetzt wohl weitergeht. Aber anscheinend zieht uns unser Stammlokal am Bergener Strandaufgang magisch an: Wir schaffen es, ohne uns zu verlaufen.

Im Golf van Bergen belohnen wir uns mit Vissoep und Broodjes. Echt lekker! Und die Fischsuppe ist immer noch so gut, wie ich sie in Erinnerung habe!

Nach dem Rückweg durch teilweise ganz schön weichen Sand sind wir dann erst mal platt und ruhen uns aus. Aus meinem „kleinen Nickerchen“ werden mal eben 2 Stunden. Uff! Da war wohl jemand müde…
Anschließend bummeln wir noch durch den Ort, wo aber um halb sechs alle Geschäfte schon Feierabend machen. Daher kaufen wir nur im Supermarkt für das Frühstück ein und brechen alsbald zum Abendessen auf. Wir wollen wieder ins Natuurlijk, wo uns das Essen schon im Winter so gut geschmeckt hat. Und auch diesmal sind wir von dem, was da auf dem Tisch steht sehr begeistert und pappsatt sind wir danach auch noch. Und Mia ist mal wieder der Streichelhund für die kleinen Kinder…

Mehr passiert an diesem Tag dann auch nicht: Denn ach einem bisschen Lesen fallen wir todmüde ins Bett und schlafen mit Meeresrauschen im Ohr ein.

Am folgenden Tag lassen wir es gemütlich angehen: In aller Ruhe frühstücken, etwas lesen und dann mal langsam Richtung Strand. Diesmal allerdings nach Süden. Wir wollen ja keine Langeweile aufkommen lassen…! Und so lassen wir uns frischen Wind um die Nase wehen und auch die starke Bewölkung und der gelegentliche Fisselregen können uns nicht kratzen. Etwas unangenehmer ist da schon die Begegnung, die Mia am Strand mit einem Kampfhundmischling hat. Der kann nämlich ihr „Nein“ zur Spielaufforderung nicht so gut haben, was Mia mit einem empörten Bellen quittiert. Vor allem als er dann mit gebleckten Zähnen doch „spielen“ will… Und so haben wir zwei sich ankläffende Hund, bei denen man nicht weiß, ob sie nicht doch gleich beißen, vor uns. Das chic gekleidete Frauchen des blöden Köters sieht aber keine Veranlassung ihr Tier abzurufen, sich auch nur einen Schritt zu beeilen, um die Situation aufzulösen oder auch nur, uns zu verstehen zu geben, dass sie sich kümmert. In aller Seelenruhe spaziert sie mit ihrer Freundin auf uns zu, nimmt stoisch hin, dass sich ihr Hund nicht anleinen lässt, sondern bellend wieder auf Mia losgeht und auf meine energische Aufforderung jetzt doch endlich mal ihren Hund anzuleinen kriege ich noch ein „Idiot“ entgegengeblafft. Mehr als „Gleichfalls“ fiel mir dann auch dazu nicht mehr ein. Some people…

Erleichtert nehmen wir danach zu Kenntnis, dass die blöde Kuh mit ihrem Köter wenigstens nicht in den Strandpavillon ‚t Zilverzand geht. Denn den Stress ersparen wir uns gerne! Pünktlich als wir uns hinsetzen, setzt ein leichter Nieselregen ein. Und zwar von der Art, wo es noch nicht lohnt reinzugehen, wo es draußen aber auch wirklich nicht mehr toll ist. Wir nehmen es als interessante Erfahrung und genießen den Blick auf Meer und Pavillonwanddeko (so ein Wort gibt es auch nur im Deutschen, oder?).

Wieder zurück in Egmond bummeln wir noch durch die nun geöffneten Lädchen und schaffen das Kunststück mehrere total schöne Jacken zu finden, anzuprobieren und am Ende dann doch nicht zu kaufen. Es gibt einfach zu viele schöne Dinge…

Direkt neben dem MoMo ist ein Strandbüdchen. De Windwijzer wirbt mit den „besten Patat“ von Egmond. Und wir haben bisher noch nie dort Pommes gegessen! Das ändern wir heute und bestellen uns 2 Bordje Patat met Pindasaus, die wir dann ein paar Meter weiter im MoMo genießen. Und es ist wirklich nicht zu viel versprochen: Sehr, sehr gute Pommes! Fette Empfehlung!

Nachdem wir auf dem Rückweg traditionell beim Albert Heijn eingekauft haben, geht es dann über eine für uns neue Strecke zurück nach Hause. Das Navi zeigt für unsere übliche Route über Arnheim und die A3 eine Verzögerung von über einer Stunde an und die etwas südlichere Strecke, die bei der A57 in Deutschland auskommt, soll nur unwesentlich länger sein als unsere normale Route. Ausprobieren! Und tatsächlich ist es eine gute Wahl: Über teilweise länger 5-spurige Autobahnen kommen wir völlig stressfrei nach Deutschland zurück. Unsere einzige Sorge: Wird der etwa 30cm lange Riss, den Annette auf der Hinfahrt in unserer Windschutzscheibe entdeckt hat, bis nach Hause halten? Er hat. Und jetzt werden wir also das erste Mal den Carglass-Service ausprobieren…

Saisonstart

Endlich wieder Womo!

Mensch, ist das lange her, dass wir mit dem MoMo unterwegs waren! Seit Oktober keine Eintragungen im Blog, da Winterpause. Das MoMo stand brav auf dem Garagenhof und Annette und ich hatten einen Winter zum Vergessen. Gut, dass Frühling ist!

Nachdem unsere eigentlich für vergangenes Wochenende geplante Fahrt nach Egmond dem letzten Aufbäumen des Winters zum Opfer fiel, konnten wir dieses Wochenende endlich durchstarten. Und weil uns einfach danach war, beschlossen wir, genau wie im letzten Jahr die erste Fahrt in die Eifel nach Nideggen zu machen. Kurz und schmerzlos.

In Nideggen sind wir dann ja schon alte Hasen, nehmen unseren Parkplatz in Beschlag und brechen in die Stadt auf. Kalt ist es! Das hätten wir nach dem Wetterbericht etwas anders erwartet! Aber mit warmen Jacken lässt es sich ganz gut aushalten.

Wir streifen durch den Ort und erkunden die Geschäfte, die beim letzten Mal leider geschlossen waren. Vor allem die Galerie “Nomade” kurz hinter dem Stadttor gefällt uns ausgesprochen gut. Es gibt viel Schönes zu sehen (verrückte Kreisel, urige Holzstatuen, schön designte Gegenstände und Giacometti-ähnliche Figuren) und ein schönes Brotschneidebrett aus Bambusholz hat es uns so angetan, dass wir es spontan kaufen.

Auf dem Rückweg zum MoMo machen wir dann noch Station im Café am Markt. Tut gut, sich aufzuwärmen und ich bestelle mir eine Waffel, von deren Größe sich die Cafés bei uns zu Hause gerne ein Scheibchen abschneiden könnten!

Als ich mich im Womo für ein kleines Nickerchen in den Alkoven lege, kommt wirklich so etwas wie ein Glücksgefühl hoch: Was habe ich das vermisst!!!

Abends gehen wir noch zum Essen ins Restaurant Naashorn. Schon schwierig, wenn man unter mehreren netten Restaurants die Qual der Wahl hat! Aber was für eine gute Wahl das war: Angenehme Bedienung, leckeres, bodenständiges Essen und ein süßes kleines Mädchen, dass Mia  immer wieder fasziniert streichelt.

Am nächsten Morgen ist es zwar sonnig schön, aber eisig kalt. Und so beschließen wir nach einem Frühstück mit den wirklich ausgesprochen guten Brötchen aus dem Marktcafé unseren Plan für den Tag etwas zu ändern. Denn auf Wandern bei eisigem Wind sind wir nicht so gut vorbereitet und auch nicht wirklich scharf. Als Alternative bietet sich Maastricht an, was zwar noch etwas Fahrerei bedeutet, aber bei dem schönen Wetter eine einzige Freude ist.

Von Maastricht sind wir sofort begeistert. Der Stadspark und die netten Sträßchen und Plätze erinnern uns irgendwie an Provence und Toskana. Nicht der schlechteste Vergleich!

Und so schlendern wir durch die Gässchen, essen unser erstes Eis des Jahres (lecker!) und freuen uns, dass wir einfach mal nur nett durchschnaufen können. Mit lecker Frites und schöner Sonnenuntergangsstimmung endet der Tag, wie es besser nicht sein könnte.

So darf das Jahr gerne weiter gehen!

Wikinger-Schach statt Minigolf

Nachdem es gestern recht spät geworden war, genießen wir erst mal das Ausschlafen im MoMo. Beim mittäglichen Spaziergang hat Martina die Idee, dass man doch nachmittags noch eine Runde Minigolf in der Nähe spielen könnte. Dumm ist nur, dass unsere anschließende Siesta so lange dauert, dass wir eine Viertelstunde zu spät kommen – Ausgabeschluss für Minigolfschläger ist bereits um 15.45Uhr…

Zunächst leicht gefrustet kehren wir wieder um, aber dann hat jemand die Idee, stattdessen neben der Kapelle Wikinger-Schach zu spielen. Wir hatten zwar bereits einmal zugesehen, aber noch nicht selber gespielt. Warum das ganze Schach heißt, kann ich nicht sagen, denn es gibt zwar einen König, aber der muss gefälligst stehen bleiben und der Rest der Spielfiguren besteht es Holzklötzen und -stäben, die möglichst geschickt geworfen werden wollen, damit sie die anderen Holzfiguren treffen. Wikinger-Boccia wäre treffender!

Ist uns aber eigentlich auch völlig egal, denn es macht mordsmäßig Spaß! Unser Duell Männer gegen Frauen endet schließlich gerecht mit einem Sieg für jede Mannschaft, aber es ist bis zum Schluss spannend, welche Mannschaft ihren Vorteil letzten Endes auch nutzt und die „einfachen“ Würfe auch trifft.

Abends werden wir dann noch mit Leckereien vom Grill und exotischen Spezialitäten wie „Knollensellerie in Scheiben mit Honig, Feigen und Nüssen überbacken“ (lecker!) verwöhnt. Uns geht’s gut! Und bei der anschließenden Spielerunde mit den „Werwölfen“ in der schweizer Version (mit einem Satz schweizer Spielkarten (Schelle, Wappen, Eichel und Rose statt Kreuz, Pik, Herz und Karo) mit der allseits beliebten „Hafennutte“ als Spezialaufgabe wird viel aurgumentiert, verdächtigt und vor allem gelacht. Und Sofie darf sich am Ende noch als Siegerin beim „Schnauz“ (was ich aus der Schulzeit als „Schwimmen“ oder „Knack 31“ kenne) feiern lassen.

Afro-Pfingsten

Nach einer unspektakulären Nacht in Ettlingen machen wir uns auf die letzten 250km in die Schweiz. Die Strecke Karlsruhe-Stuttgart ist ja mit den extremen Steigungen und Gefällen immer ein besonderes Vergnügen, aber heute haben wir ein Erlebnis der besonderen Art: Ein BMW X5 fährt an den Steigungen mit penetranter Boshaftigkeit mit 60km/h auf der Mittelspur, so dass wir wunderbar ausgebremst werden, wenn wir nicht vorausschauend fahren. Denn das Spielchen wiederholt sich an jedem Berg, den an den Gefällstrecken werden wir von diesem Spezialisten wieder überholt… Ansonsten ist die Fahrt aber problemlos.

Wie schon auf der Fahrt in die Toskana werden wir von der Schweizer Verwandtschaft mit einem feinen Frühstück (oder ist das um 11 Uhr zwangsläufig schon ein Brunch?) begrüßt. Und es werden Pläne für den Abend geschmiedet. Denn in Winterthur sind **Afro-Pfingsten** – zum 25. Mal. Und das, was uns angekündigt wird, hört sich gut an: Überall Musik, viele Stände mit afrikanischem Essen und Gedöns zu kaufen. Wir sind dabei!

Der Wechselkurs Euro-Schweizer Franken ist ja in den letzten Monaten auf einn Niveau von nahezu 1:1 gesunken. Insofern ist die Schweiz wirklich alles andere als ein Billigreiseland. Aber wie es der Zufall will, habe ich in unserer Kassette mit ausländischem Geld auf wundersame Weise einen Umschlag mit nahezu 100SFr gefunden, von dem ich gar nichts mehr wusste. Insofern wollen wir einfach die Augen zumachen und nicht zu sehr auf die Preise gucken – mit diesem Geld hatten wir schließlich gar nicht mehr gerechnet. Es gibt auch schöne Überraschungen!

Nach Winterthur kommen wir äußerst bequem: Ein paar Meter zum Bahnhof gehen, 15 Minuten fahren und schon sind wir mittendrin. Und es herrscht wirklich Hochbetrieb! Leicht verwirrend ist nur, dass man als erste Musikgruppe auf dem **Afro**-Fest die anscheinend unvermeidlichen Panflöten-Terroristen mit ihrem Halbplayback zu hören bekommt. Aber das mit dem Afro nimmt hier keiner so päpstlich genau, denn auch indische, asiatische, südamerikanische Gäste sind gerne gesehen, Hauptsache es schmeckt, sieht gut aus oder hört sich interessant an. Und zur Not dürfen auch Schweizer etwas verkaufen, so dass wir nicht ganz stilecht, aber lecker mit einem lokalen Chopfab-Bier in den Abend starten. Chopfab bedeutet für alle Nichtschweizer übrigens so viel wie „Kopf ab“. Der Name kommt wohl daher, dass irgendwelche Stadtheilige von Winterthur oder Zürich mal auf unschöne Art ihren Kopf verloren haben. Charmant!

Nachdem wir uns einen ersten Eindruck verschafft haben, brechen wir zur etwas entfernten Teuchelweiher-Bühne auf, da dort wohl ein etwas größeres Bühnenprogramm geboten wird. Als wir ankommen, spielen schon Collie Herb & The Mighty Roots und sorgen für Stimmung. Und als ich auf dem Plakat lese, dass sie „Roots Reggae, Hip-hop- oder Dance-hall-Beats und flotten Ska“ weiß ich auch, woran mich das erinnert: Ähnliche (wenn auch nicht ganz so grandiose) Stimmung und Musik wie bei Seeed!

Nach dem Konzert wollen wir uns dann an einem der vielen Stände unser Abendessen besorgen. Aber es fällt gar nicht mal so leicht, aus dieser Vielfalt an wirklich lecker riechenden und aussehenden Speisen nun genau **das** auszuwählen, was es wirklich sein soll. Unsere Wahl fällt schließlich auf einen gemischten Teller an äthiopischen Gerichten, der mit 15SFr dann zwar für unsere Verhältnisse fürstlich viel kostet, gemessen am Durchschnitt aber nicht weiter ungewöhnlich ist. Gut, dass wir unsere stille Reserve haben!

Das Essen schmeckt dann auch wirklich lecker und Martina hat die glorreiche Idee, für uns noch einen leckeren Minztee zu spendieren, weil der ihr auch in Marokko immer so gut geschmeckt hat. Was wir alle nicht wussten: Anscheinend wurde der Tee vorher noch mit einem Kilo Zucker gesüsst – hart an der Grenze!

Den Hauptact auf der Bühne sparen wir uns dann (vielleicht hätte man im Programm nicht extra auf „kritische Texte“ hinweisen sollen, wir kriegen da immer so eine leicht allergische Reaktion…). Stattdessen geht es zurück in die Altstadt und hier haben wir dann auch noch mal richtig Spaß. Zum einen wirken die Stände in der Altstadtkulisse einfach malerischer, zum anderen herrscht doch noch mal deutlich mehr Betrieb. Aber vor allem wird tatsächlich allerorten Musik gemacht und man kann sich einfach dort hinzugesellen, wo es einem gut gefällt.

Leider waren wir schon etwas spät gekommen, so dass nach 3 Liedern schon Schluss war. Es stand aber sofort die nächste Truppe bereit, um Radau zu machen: Eine altersmäßig bunt gemischte Sambatruppe, die uns schon eher an unsere Lennepos erinnerte. Das Bollern der Surdos und das Rattern der Caixas macht einfach sofort gute Laune! Sehr schön war es auch, die Gruppenleiterin bei ihren verzweifelten Versuchen zu beobachten, das ganz schön schnelle Tempo bei einigen Stücken zu beruhigen. Und weil uns das alles so gut gefiel, blieben wir für die ganze Stunde Programm einfach dabei.

 Da dann aber doch irgendwann die Füße schmerzten, brachen wir gemütlich gen Bahnhof auf, um wieder heimzufahren. Auf dem Weg stießen wir vor der nächsten Bühne noch auf die Kinder, die separat von uns das Fest besucht hatten. Wir hatten wohl den Auftritt eines coolen Reggaekünstlers verpasst. Zumindest war er so beeindruckend, dass Sofie noch dafür sorgte, dass ich ein Foto von ihr zusammen mit ihm schoss!

Wieder daheim konnten wir noch zwei Dinge nachholen, die wir wegen des Festes verpasst hatten: Dank des zeitversetzten Fernsehens, was die Schweizer nutzen, konnten wir uns schließlich um Mitternacht noch den Abstiegskampf in der Bundesliga-Sportschau von 18 Uhr angucken und auch den völlig egalen Siegersong des ESC noch kurz anhören. Wenn das schon das beste Lied des Abends war, haben wir anscheinend nicht viel verpasst…

Alle sind unterwegs

Heute üben wir mal, wie das so ist – mit allen anderen gemeinsam im Stau zu stehen. Denn auch wenn unsere Vorbereitungen ganz gut laufen, wird es doch 16 Uhr, bis wir endlich aufbrechen. Und die Staumeldungen hören sich alles andere als beruhigend an: Rund um Köln geht so ungefähr gar nichts mehr und auf der A45, die sich immer als Notroute in den Süden anbietet, hat sogar ein LKW gebrannt mit entsprechend verheerendem Stau. Gut, dass wir das bei der Abfahrt noch gehört hatten, sonst wären es mehr als 2 Stunden Stau und weniger Kilometer als bis Karlsruhe geworden!

Denn auch wenn wir die Staus relativ gelassen erdulden – es nagt dann einfach an der Kondition, bis man das Schlimmste hinter sich gelassen hat. Immerhin entdecken wir kurz vor Koblenz einen netten Autohof, an dem wir uns zur Belohnung ein fürstliches Menü gönnen. Naja, in Wirklichkeit ein Subway-Sandwich mit Getränk und Cookie für 3,99€. Aber das Sich-Bedienen-Lassen hat gut getan!

Kurz hinter Karlsruhe beschliessen wir dann gegen 22 Uhr, dass es genug für den Tag ist und suchen den Stellplatz in Ettlingen auf. Nicht besonders toll, da Bahnlinie und Jugendheim(?) mit Rockkonzert für stimmungsvolle Kulisse sorgen, aber ansonsten ganz okay. Was richtig super ist: Abends noch eine kleine Runde mit dem Hund im T-Shirt zu machen: 20°C!

Durchschnaufen

Bis jetzt hatte der Wonnemonat es nicht gerade gut mit uns gemeint. Er begann mit einem Virusinfekt, der uns beide aber mal so richtig ausgeknockt hatte. Fast 14 Tage fett erkältet mit Pudding in den Beinen. Nicht schön!

Insofern war das MoMo gut auf dem Hof geparkt und nicht einmal um den Heckschaden konnte ich mich kümmern. Mittlerweile ist immerhin schon der Kostenvoranschlag eingetrudelt… Und eine weitere Macke unseres MoMos ist auch geklärt: Bei laufendem Motor glimmten einige Warnleuchten im Display leicht vor sich hin – ein beunruhigendes Gefühl, vor allem bei einem neuen Fahrzeug! In der Werkstatt war das Problem aber schon bekannt. Es scheint ein Problem mit der Tachoeinheit des neuen Ducato zu sein. Wird auf Garantie ausgetauscht und gut ist. Nur auf den Werkstatttermin warten wir jetzt noch mal gepflegte 6 Wochen…

Für das lange Vatertagswochenende hatten wir uns eigentlich einen schönen Trip vorgenommen. Endlich mal wieder mehr als eine Übernachtung weg sein! Aber dummerweise hat sich durch Krankheit und Schlappheit so viel Arbeit zu Hause angehäuft, dass es uns kriminell erschien, überhaupt wegzufahren. Andererseits: Irgendwas ist ja immer zu tun und nach der Logik sollte man tunlichst überhaupt nicht mehr wegfahren und das MoMo baldmöglichst verkaufen. Wollen wir das? Nein! Also beschlossen wir, wenigstens für eine Nacht weg zu sein. Und was für eine gute Entscheidung das war!

Am Freitag brachen wir bei prächtigem Reisewetter auf in Richtung Holland. Für das sonnige, aber kühle Wetter schien uns das Fietsen im Park Hoge Veluwe genau das richtige zu sein. Und die Idee, ein altes Lieblingsziel mal wieder anzufahren, bedeutete auch extrem wenig Stress, da man ja alles schon gut kannte und einfach nur geniessen konnte.

In Otterlo, kurz vor dem Parkeingang, habe ich dann noch meine Rangiermeisterprüfung abgelegt: Ein LKW hatte an der ohnehin eher engen Ortsdurchfahrt so in zweiter Reihe geparkt, dass klar war: Das wird eine enge Kiste! Aber gefühlsmäßig passte es, also fuhr ich langsam in das Nadelöhr hinein. Annette klappte den Spiegel rechts ein, um ein paar Zentimeter zu gewinnen, ein freundlicher älterer Herr vor uns winkte uns durch und ich guckte immer wahlweise durch den linken Außenspiegel und sah, wie ich immer näher an den dort parkenden PKW heranfuhr, korrigierte rechts, weil Annette Angst hatte, dass wir mit der Markise hängen blieben und verliess mich ansonsten auf den freundlich „Passt schon“ signalisierenden Mann vor uns. Wenn an jeder Seite noch 2 Zentimeter Platz waren, war das viel…!

Danach ging es dann aber voller Vorfreude in den Park. Für alle, die Hoge Veluwe nicht kennen, sei gesagt, dass das Besondere am Park die Legionen von weißen Fahrrädern sind, die an den Eingängen oder Rastplätzen zur Verfügung stehen und von jedem Besucher einfach in Anspruch genommen werden können. Und wie es für die Holländer typisch ist, kriegt jedes Rad auch noch einen Kindersitz spendiert, damit man sich um dieses Thema auch keine Sorgen machen muss.

Also fietsten wir los und genossen den herrlichen Duft der Kieferwäldchen, den frischen Fahrtwind und den strahlenden Sonnenschein. Aufgrund des perfekten Wetters hatten wir schon beim Einlass beschlossen, dass wir diesmal das absolut sehenswerte Köller-Müller-Museum mit seiner Vielzahl von van-Goghs nicht besuchen würden, sondern lieber die herrliche Natur genießen würden. Und das taten wir dann auch ausgiebig! Man konnte förmlich spüren, wie die Akkus sich aufluden. Und damit auch wirklich alles stilecht war, gab es Mittags natürlich Friet mit Biertje. Mjam!

Und so verbrachten wir unseren Tag mit Radeln, Päuschen machen, Radeln, Lesen und Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Herrlich!

Nachdem wir auch noch die große Sanddüne besucht hatten (leider ohne Foto) ging es wieder zurück zum Eingang, denn wir wollten ja schließlich auch noch unsere Vorräte an holländischen Grundnahrungsmitteln wie Pindakaas, Stroopwaffeln und Kletskoppen auffüllen. Auf dem Weg vom Parkplatz in den Ort hinein stellten wir fest, dass in Otterlo offensichtlich Kunst einen ganz großen Stellenwert hat – van Gogh lässt grüßen! In wirklich jedem Vorgarten stand eine Staffelei mit einem Gemälde in den unterschiedlichsten Stilen, allerdings oft vom großen Niederländer beeinflusst. Ebenfalls standen in jedem Garten mindestens 2 meterlange Holzsonnenblumen – eine tolle Idee, den Ort schöner zu machen!

Da in Holland freies Stehen mit dem Wohnmobil nicht erwünscht ist und wir einen Campingplatz nicht wirklich brauchten, beschlossen wir, unseren Platz für die Nacht in Deutschland kurz hinter der Grenze auf dem kostenlosen Stellplatz in Elten zu suchen. Und es war tatsächlich ein netter Stellplatz, der jedoch komplett belegt war – überwiegend mit Holländern! Da es aber neben dem Stellplatz noch einen großen Parkplatz mit offensichtlich auch für Wohnmobile vorgesehenen Plätzen gab, stellten wir uns statt auf einen Rasenstreifen auf Asphalt – es gibt Schlimmeres! Kurioserweise ist der Stellplatz in Hochelten tatsächlich „hoch“. Zumindest für den platten Niederrhein! Man hat von dort tatsächlich einen vergleichsweise weiten Ausblick ins Umland, der leider durch Sträucher und Bäume etwas verdeckt wird.

Da am nächsten Morgen das Wetter das genaue Gegenteil vom Vortag war (grau und nieselig), beschlossen wir, auf dem Heimweg noch einen Bummel durchs CentrO in Oberhausen zu machen, bevor es dann endgültig Hause zurück ging. Aber tatsächlich machte uns das grausige Wetter gar nichts mehr aus, denn wir konnten an diesem einen Tag reichlich Durchschnaufen – herrlich!