Das Simmental macht uns den Abschied leicht. Nach einem erneut sonnigen Morgen ziehen schnell mächtig düstere Wolken auf.
Pünktlich zu unserer Abreise weint der Himmel dann auch ein paar Tränen und auch wir sind ein wenig wehmütig, dass wir nun wieder unterwegs sind. Aber nur ein bisschen.

Denn schnell können wir uns wieder für die sich ständig ändernden tollen Aussichten begeistern, die sich beim Fahren bieten. Eigentlich müsste man jede Minute einen Fotostop einlegen. Sagt zumindest mein innerer Fotograf.

Richtung Gruyere
Der Wetterbericht hat uns verraten, dass es im Westen heute eher freundliches Wetter geben soll, obwohl gerade mehrere Regengebiete die Schweiz durchqueren.
Wir sind zwar jetzt auf der ersten Etappe der Heimreise, nehmen die Aussicht auf Sonnenschein aber gerne an.
Über Saanen und Montbovon gelangen wir in den französischsprachigen Teil der Schweiz. Das erfahren wir überraschend als wir eine Grauwasserentsorgung anfahren wollen (die an der Hasenweide war zu schräg und das MoMo müffelt). Wir werden von einer Straßensperre aufgehalten und Annette wundert sich, warum sie das Schweizerdeutsch so gar nicht versteht. Ist halt Französisch – oder sagt man Schwizerfranzösisch? Gibt es das vielleicht sogar wirklich?
Wir verstehen nicht viel, aber es scheint ein Radrennen zu sein, das uns den Weg versperrt.
Auf der Weiterfahrt kommen wir an Gruyere vorbei und sind angetan vom Schloss, das über dem Tal thront. Könnte man doch auch besuchen? Wir fahren ab und landen wieder: vor einer Straßensperre. Da auch reichlich Betrieb wegen des Radrennens ist, sehen wir zu, dass wir weiterkommen.

Schotterpiste
Bei Park4night habe ich bei Sorens einen Platz an einem Skulpturenpfad gefunden. Das wäre zumindest ein schöner Hundespaziergang und vielleicht sogar ein möglicher Übernachtungsplatz.
Uns wird allerdings schon ein wenig mulmig, als der Weg immer schmaler, immer weniger asphaltiert und schließlich zu einer Schotterstrecke wird. Das kann doch kaum der richtige Weg sein? Sind wir vielleicht gerade Navi-Vollidioten, die nicht merken, dass sie auf dem Holzweg sind? Denn wenden mit dem Alpa wäre hier jetzt nicht so ohne weiteres möglich.
Wir haben aber Glück, dass hier wahrlich kein Verkehr herrscht und finden dann sogar einen Platz, an dem wir das Wohnmobil gut abstellen können. Zum Übernachten wäre der aber eher weniger geeignet.
Spaß mit der Kettensäge
Wir begeben uns auf den Skulpturenweg. Alles hier ist mit der Kettensäge aus Holz erschaffen. Wir hatten uns jetzt gar nicht sooo viel davon versprochen, sind dann aber doch mit jedem neuen Objekt mehr begeistert, was hier alles geschaffen wurde.

Denn den Weg gibt es seit 1998 und jedes Jahr kommen neue Kunstwerke hinzu. Es sind schon über 100.




Erdacht wird er von der Betreiberin des nahegelegenen Campingplatzes. Es muss ein ganz befriedigendes Gefühl sein, wenn man das über die Jahre verfolgt und heute sehen kann, dass es immer noch ein populäres Spazierangebot für die Leute ist.





Absolute Stille
Unser nächstes Ziel ist der Mont Gibloux in Le Glèbe. Dort soll man am Fuße des Skilifts einen großen Schotterplatz mit toller Aussicht vorfinden.
Und tatsächlich ist alles so, wie es beschrieben ist. Was uns besonders recht ist: Hier ist absolut nichts los. Denn wir brauchen beide nach den vergangenen Tagen mit ihren vielen tollen Eindrücken dringend mal ein Grandiositäts-Detox.

Wir genießen die Stille, die lediglich vom Klimpern der Kuhglocken durchbrochen wird. Ansonsten sind wir bei schwülwarmem Wetter zu träge, uns auch nur ein paar Meter vom Mannimobil wegzubewegen.
Gegen Abend bekommen wir dann doch noch etwas Regen ab. Der sorgt dann am Ende sogar für Regenbogen und dramatische Sonnenuntergangsstimmung in Richtung Jura.


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