Nord statt Süd

15. Mai 2023

Rapsfelder

Nord statt Süd

15. Mai 2023

Wir sind ja spontan. Und deshalb haben wir vor einer Woche unseren Plan aufgegeben, zum Paddeln an die junge Donau zu fahren. Der Wetterbericht sah einfach zu gruselig aus. Das Einzige, was etwas trockener und wärmer zu sein schien, war der Norden. Genauer gesagt Dänemark. Das muss man uns Nordland-Fans natürlich nicht zweimal sagen: So schnell ändern sich die Pläne!

Unerwartet eingesaut

Am Sonntag brechen wir auf und nutzen das sonnige Wetter und die fehlenden Lkws um Strecke zu machen und das Nadelöhr Hamburg hinter uns zu lassen. Es klappt auch alles wunderbar. Lediglich auf dem letzten Stück auf der A7 Richtung Norden fällt uns mal wieder auf, wie hirnrirssig es ist, dass es in Deutschland immer noch kein Tempolimit gibt. Wenn einen auf der Mittelspur die Fahrzeuge schon mit Tempo 150 überholen, weil sie nicht von den mit Tempo 200 anrauschenden Spezialisten gefressen werden wollen, wird das Überholen mit dem MoMo zum Himmelfahrtskommando. Was dem Ami seine Waffe ist dem Deutschen sein Auto. Auch eine Art Waffe…

Plötzlich überholt uns ein Mercedes, der aber schlimm qualmt und auch eine feine, breite Ölspur hinter sich lässt. Aber anstatt schleunigst anzuhalten, fährt er mit Tempo 120 noch bis zur nächsten Ausfahrt. Es dürfte seinem Fahrzeug nicht gut bekommen sein… Unserem aber auch nicht. Denn das MoMo ist nachher übersäht mit schwarzen Ölsprenkeln. Na toll!

Eingesaut

Stiller See

Wie übel wir eingesaut sind, sehen wir erst an der Tanke in Wanderup, kurz vor Flensburg. Wir holen uns als Belohnung für den anstrengenden Fahrtag eine Pizza im Imbiss nebenan. Der Besitzer dort sieht aus wie der große Bruder von Khal Drago aus Game Of Thrones und überrascht uns mit seinem detaillierten Geschichtswissen zu Barbarossa und Heinrich dem Löwen.

Die leckere Pizza können wir dann an unserem stillen Übernachtungsplatz am See hinter der Kiesgrube genießen. Endlich wieder unterwegs!

Wanderup

Wagenwäsche

Da das MoMo wirklich erbärmlich aussieht, führt uns der erste Weg nach Flensburg zu einer Lkw-Waschanlage. Einmal Grundreinigung bitte!

Waschanlage

Den netten Herrn vor uns frage ich nach seiner Empfehlung für das beste Fischbrötchen in der Gegend und er antwortet spontan mit „In Langballigau!“. Aber nicht im Odinfischer, von dem wir 2018 schon begeistert waren, sondern im Fährhaus. Den kleinen Umweg machen wir doch gerne!

Verhinderter Campingplatz

Als wir dorthin fahren, beschließen wir, einfach einen zusätzlichen Tag in Deutschland zu verbringen. Dänemark kann noch warten.

Wir haben Glück: Auf dem Campingplatz gibt es noch einen Platz in zweiter Reihe für uns. Wir parken das MoMo mit dem Heck zum Meer und freuen uns schon auf die Sonnenuntergangsbeobachtung aus der Hecksitzgruppe.

Aber da haben wir die Rechnung ohne unsere Stellplatznachbarn und den Platzwart gemacht.

Denn nachdem wir unsere Stühle herausgestellt haben, um die Sonne zu genießen, spricht uns das ältere Ehepaar aus der dritten Reihe an. Wir sollten besser das MoMo andersherum hinstellen. Alle Wohnmobile müssten hier mit der Nase zum Meer ausgerichtet sein. Wenn wir nicht wollten, dass uns der Platzwart anbrülle, sei Umparken angesagt. Sie kämen schon seit 20 Jahren hierher und hätten da schon Szenen erlebt… Ein wenig schwingt aber auch eine Sensationslust an der erwarteten Eskalation mit.

Kurz danach erfolgt der Auftritt des Platzwarts, der zwar nicht schreit, aber uns klarmacht, dass es keine Ausnahme gebe. Aber jetzt, in der Mittagsruhe dürften wir wiederum auch nicht umparken. Erst wieder um 14.30 Uhr.

Das alles ist uns dann entschieden zu deutsch und wir beschließen, unsere Zelte wieder abzubrechen. Auf diesen Reglementierungswahn haben wir keinen Bock. Zur Ehrenrettung des Platzes sei gesagt, dass man uns das bereits bezahlte Geld anstandslos zurückerstattet hat.

Die doppelte Toffi

Wir parken das MoMo um und gehen dann zum Fährhaus, um vor der Weiterfahrt immerhin noch unser Fischbrötchen zu bekommen. Dort stellen wir entzückt fest, dass der Hund am Nachbartisch eine Miniaturausgabe von Toffi zu sein scheint.

Toffi und Lilli

Bei dem sonnigen Wetter, dem Hafenfeeling und einem leckeren Fischbrötchen kommt ganz schnell Urlaubsstimmung auf. Trotzdem zieht es uns jetzt weiter nach Dänemark.

Fährhaus LA

Schwarze Wände

Auf der Fahrt in den Norden sehen wir immer wieder schwarze Wolkenwände, in die wir entweder hineinfahren oder so gerade noch umfahren. Auf jeden Fall ist mehr als einmal Regen und sogar Gewitter angesagt. So haben wir das aber nicht bestellt!

Schwarze Wand
Rapsfelder

In Horsens können wir aber immerhin eine Kaffeepause im Trockenen am Bygholm Sø einlegen, wie schon in 2020. Immer noch schön hier!

Kurz vor unserem Ziel, dem Campingplatz Dalgård, fahren wir in die schwärzeste Wand des Tages und heftig prasselnden Regen. Wie durch ein Wunder klart es dann aber kurz vor dem Erreichen des Ziels wieder auf, sodass wir nicht nur im Trockenen den für uns besten Platz auswählen, sondern sogar draußen zu Abend essen können.

Abendessen

Etwas enttäuscht sind wir lediglich vom Strand. Der sah auf den Fotos dann doch ein wenig einladender und feinsandiger aus. Nach den Traumstränden der Normandie ist das hier dann doch ein wenig anders…

Strand Dalgård

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