Rumpeliger Start

11. Februar 2023

Bray-Dunes

Rumpeliger Start

11. Februar 2023

Endlich geht es mal wieder auf Tour!

Unser Ziel für die kommenden Wochen ist nicht der sonnige Süden, sondern der sonnige Norden von Frankreich. Zumindest ist der Wetterbericht für die kommende Woche sehr vielversprechend und wir können uns vorstellen, dass das dann einfach so bleibt. Diesmal wollen wir kurz vor der Bretagne stoppen und uns auf die Normandie stürzen, wo es uns im Herbst 2021 so gut gefallen hat, dass schon feststand, dass wir dorthin noch einmal ausgiebiger reisen wollen.

Kein Gent

In der Vorbereitung auf die Reise haben wir Gent in Belgien als lohnenden Zwischenstop ausgeguckt. Tolle fußläufige Altstadt, malerische Brücken, eine Burg und viele schöne Läden und Restaurants.

Aber als wir am örtlichen Campingplatz ankommen: Regen, niemand dort und nur ein Hinweis, dass man sich einen Platz online reservieren solle, um hineinzukommen. Blöd, wenn dann erst das Mobilfunknetz mal wieder nicht so will und man dann angezeigt bekommt, dass man keinen Platz mehr bekommt. Da uns die alternativen Plätze in der Gegend nicht zu sehr anlachen und ohnehin zum Übernachten verboten sind, ziehen wir nach kurzem Kriegsrat weiter und planen Gent für den Rückweg ein.

Charmantes Dorf

Wir finden in Maria-Aalter einen netten kostenlosen Platz und können uns im „De Groene Rand“ sogar noch eine Pommes mit Mayo als Belohnung holen. Gut, dass es Google gibt: Annette hatte bei dem Namen der Pommessbude eher an eine Friedhofsgärtnerei gedacht…

Unser Plan ist es, statt Gent dann halt am folgenden Tag nach Brügge zu fahren. Dumm nur, wenn einem das Schicksal dann andere Karten gibt.

Maria-Aalter

Verlorener Tag

Denn nach einer unruhigen Nacht wird mir am kommenden Morgen nach dem Aufstehen ganz anders. Der erste Bissen Brötchen bleibt kaum im Magen und mein Kreislauf macht die Grätsche. Magen-Darm lässt grüßen.

Hundeelend verkrieche ich mich in den Alkoven, während wenigstens Annette die Umgebung ein wenig erkunden kann. Von netten Müllmännern bekommt sie nicht nur den Wasserhahn an der Kirche gezeigt, sondern es ist für diese sogar Ehrensache, ihr unseren Kanister gefüllt zum MoMo zu bringen.

Maria-Aalter
Maria-Aalter

Am Nachmittag bin ich zumindest für eine wacklige, kleine Spazierrunde wieder zu gebrauchen. Aber den Plan mit einer Stadtbesichtigung legen wir in meinem Zustand mal zu den Akten. Auf dem Rückweg…

Maria-Aalter
Maria-Aalter

Lieber nach Frankreich

Da uns Belgien mal wieder kein Glück gebracht hat, brechen wir am kommenden Morgen zum Strand von Bray-Dunes kurz hinter belgisch-französischen Grenze auf. Endlich wieder Meer!

Bray-Dunes

Wer sich aber für den doch etwas sehr reißbrettartigen Ort die Bezeichnung St. Tropez des Nordens ausgedacht hat, muss zuvor schon einige Pastis intus gehabt haben. Denn pittoresk ist er wahrlich nicht und auch die Reichen und Schönen suchen wir vergebens.

Dafür finden wir aber einen herrlich breiten Sandstrand vor, an dem sich die Hunde endlich mal so richtig austoben und wir uns über den Gedanken freuen können, endlich wieder in Frankreich zu sein. Schön! Auch wenn wir beim Blick auf die weißen Klippen von Dover auf der anderen Seite des Kanals etwas wehmütig werden – England und Schottland wäre jetzt auch nicht schlecht!

Bray-Dunes
Bray-Dunes
Toffipfoten
Toffipfoten

Richtig großartig sind die Strandsegler, die an uns vorbeiflitzen – sehr fotogen! Und wir haben Lust, das auch mal selbst auszuprobieren. Ob es wohl kompliziert ist, diese Geschosse zu steuern?

Bray-Dunes
Bray-Dunes
Bray-Dunes
Bray-Dunes

Weiße und graue Nase

Wir sind uns schnell einig, dass Bray-Dunes nicht unser Tagesziel werden wird. Wir wollen lieber noch etwas die Küste entlang fahren.

Nachdem wir Calais hinter uns gelassen haben, fahren wir zum Cap Blanc Nez. Die weiße Nase. Die Fahrt dorthin ist vielversprechend. Eine schöne Steilküste mit Wanderwegen lädt förmlich dazu ein, erkundet zu werden. Doof nur, wenn überall Womo-Latten die Parkplätze abriegeln und wir mit langen Gesichtern einfach vorbeifahren müssen.

Cap Blanc Nez
Cap Blanc Nez

Im Örtchen Wissant gibt es dann einen offiziellen Womostellplatz, den wir dankbar anfahren. Als wir nach kurzem Fußweg dann am Strand ankommen, hat aber die Flut eingesetzt. Der Strand ist dicht bevölkert mit Samstagsspaziergängern. Wir beschließen, dass wir noch den Ort erkunden und noch einmal etwas weiterfahren. Ein As haben wir noch im Ärmel.

Wissant
Wissant
Annette in Wissant

Über dem Fort d’Ambleteuse

Kurz hinter dem Cap Gris Nez (graue Nase…) kommen wir nach Ambleteuse. Dort gibt es einen Platz auf einem Bauernhof, bei dem alle von der tollen Aussicht und schönen Sonnenuntergängen schwärmen. Und dieses Mal haben wir Glück. Es gibt nämlich nur sechs Plätze und fünf sind schon belegt. Wir werden als Nummer 6 von der netten älteren Dame freundlich willkommen geheißen und freuen uns, dass wir noch einen Platz ergattert haben. Denn es ist wirklich schön hier!

Wir blicken auf hohe Dünen und schauen hinunter zum Fort, was in der Bucht liegt. Dorthin brechen wir in der einsetzenden Dämmerung auf, um noch einen letzten Strandspaziergang zu machen.

Plage d'Ambleteuse

Etwas unheimlich wird es, als wir einer bewaffnete Patrouille der Gendarmerie begegnen. Diese sind wohl eingesetzt, um die illegalen Einwanderer zu kontrollieren, die nach England übersetzen wollen. Von denen ist aber bis auf einen Müllcontainer mit feuchten Schlafsäcken oder Jacken nichts zu sehen.

Beim Spaziergang entlang des Strandes wird uns unser Privileg des problemlosen Reisens und unseres luxuriösen Lebens mal wieder sehr bewusst. Ein Würfelwurf, der darüber entscheidet, ob du bei der Geburt in glückliche Umstände geboren wirst oder gegen viele Widrigkeiten kämpfen musst, um dein Glück zu finden.

Plage d'Ambleteuse
Plage d'Ambleteuse

3 Kommentare

  1. Habe ich ein persönliches Problem, weil nur Text und keine Fotos sehe?
    Besten Gruß
    Anja

    Antworten
    • Ich denke, dass das Problem leider bei dir liegt, Anja. Ich kann es hier nicht reproduzieren. Hast du mal einen anderen Browser oder ein anderes Gerät probiert?

      Oder haben andere Leser auch das gleiche Problem?

      Liebe Grüße
      Micha

      Antworten
  2. Danke für die Antwort, Micha. Heute geht es (gleicher Browser, gleiches Gerät), scheint Tagesform zu sein 😀. LG Anja

    Antworten

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