Masurisches Hinterland

19. September 2022

Wir überlegen hin, wir überlegen her.

Der Wetterbericht ist nicht sehr vielversprechend und wir könnten problemlos noch einen Ruhetag hier am Niedersee einlegen. Aber es zieht uns dann doch weiter. Ist ja nicht so, als gäbe es nichts mehr zu entdecken.

Wir wollen uns jetzt langsam in nördliche Richtung bewegen, um von dort aus dann langsam wieder in den Westen zu fahren. Wobei uns auch diese Entscheidung schwerfällt, da es im Osten mit den Wigierski- und Biebrzanski-Nationaparks durchaus noch Orte gibt, die wir uns notiert hatten. Aber wir wollen unserem Vorsatz des langsamen Reisens weiter treu bleiben.

Hinreißendes Dorf

Unser Weg führt uns zunächst auf schnurgerader, hubbeliger Strecke durch endlose Wälder, bis wir wieder an die Kreuzung in Richtung Krutyn geraten.

Wojnowo

Wir folgen hier der Straße nach Wojnowo, dem kleinen Dorf, das wir schon auf der Kruttinna durchradelt haben. Ich erinnere mich, dass es am Fluss ein Plakat mit Hinweis auf ein Fotografie-Festival gab. Und tatsächlich: Nahezu alle Zäune im Dorf sind mit großformatigen Fotos versehen, die von einem Fotografen zu einem Thema gemacht wurden. Sehr abwechslungsreich und sehenswert.

Wojnowo
Wojnowo

Vielleicht ist es auch nur eine verkehrsberuhigende Maßnahme, denn wir fahren im Schleichtempo durch das erstaunlich langgestreckte Dorf, und sehen uns links und rechts die Ausstellung an. Das ist ja der Vorteil eines Dorfes: Wir sind kein Verkehrshindernis, weil ohnehin nichts los ist.

An der hübschen orthodoxen Kirche machen wir einen kurzen Halt, jedoch ist das Gelände abgesperrt, sodass wir nur von außen fotografieren können.

Wojnowo
Wojnowo

Trüffelschwein Annette

Mein Trüffelschwein Annette hat wieder mal ein feines Näschen. Ihr erster Fund existiert jedoch nur bei Google und im Sommer. Denn die Waffelbäckerei in der Nähe entpuppt sich eher als Ferienhaus an einem Bauernhof und nichts deutet darauf hin, dass hier jemand heute etwas für Touristen anbietet.

Wojnowo

Aber in Ukta schlägt dann ihre große Stunde. Ukta ist der Ort, an dem wir die Padddeltour auf der Kruttinna beendet haben und von dort wieder zurücktransferiert wurden, ohne uns den Ort wirklich anzusehen.

Und im Zentrum hat Annette in einem alten Bauernhaus oberhalb der Kruttinna das Slowiczowka gefunden, ein Restaurant der Art, wie wir es lieben. Urig, aber nicht trutschig eingerichtet und mit richtig guter Küche.

Slowiczowka
Slowiczowka
Slowiczowka

Masurische Küche

Auf ihrer Website beschreiben die Betreiber es als ihre Leidenschaft, die masurische Küche bestmöglich zu präsentieren.

Nach dem Essen können wir nur sagen: Mission geglückt. Das war schon sehr lecker dort! Wir überlegen sogar kurzzeitig, uns einen Stellplatz vor Ort zu suchen, um noch einmal dort essen zu gehen.

Slowiczowka

Aber diesen dekadenten Plan verwerfen wir spätestens, als zum Ende unseres Restaurantbesuchs ein Platzregen einsetzt, wie wir ihn schon ewig nicht erlebt haben. Es schüttet wie aus Eimern und das Wasser staut sich auf den Straßen, da die Kanalisation diese Wassermengen einfach nicht mehr aufnehmen kann.

Ukta

Alleen, Alleen, Alleen

Unser Weg führt uns nach Nikolaiken und weiter in Richtung Lötzen. Die Landschaft wird hier abwechslungsreicher. Hügelig, mit wunderschönen Alleen. Auch der Himmel bietet dramatische Stimmungen und eine Weile sieht es so aus, als würden wir in das nächste Unwetter hineinfahren.

Masurische Alleen
Masurische Alleen
Masurische Alleen
Masurische Alleen
Masurische Alleen
Masurische Alleen
Masurische Alleen
Masurische Alleen

In Lötzen machen wir eine Kaffeepause in einem Park am See, befinden aber den Platz als nicht übernachtungswürdig, da man ständig Sirenen hört und der Platz so aussieht, als wäre er ein gern genutzter Treffpunkt für die Stadtjugend.

Lötzen

Wisentgehege Wolisko

Über weitere und immer einsamere Straßen fahren wir weiter nach Nordosten zum Weiler Wolisko. Diesen suchen wir nicht wegen der schönen Lage auf, sondern weil es hier im Borkener Wald eine Art Dependance der Wisentzucht des Bialowieski-Nationalparks gibt. Auf dem Parkplatz vor dem Wisent-Reservat soll man übernachten können.

Wolisko

Wir sind begeistert von dem stillen Platz an der verriegelten Eingangspforte des Reservats. Keiner da, schöner Abendhimmel. Allerdings wird unsere Begeisterung etwas getrübt, als wir lesen, dass der letzte Termin für den Besuch des Reservats wohl der 15.9. gewesen sein soll. 4 Tage zu spät… Aber vielleicht haben wir morgen ja Glück.

Wolisko

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Der wilde Westen von Mull

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