Pisz-See und Pisa

10. September 2022

Ich könnte das ja nicht.

Das ist der Gedanke, der mir durch den Kopf geht, wenn ich Annette ins Wasser steigen sehe. Erst recht bei den mittlerweile empfindlich kalten Außentemperaturen um die 10 Grad. Andererseits: Dagegen ist das Wasser dann schon fast doppelt so warm.

Wild Swimming
Wild Swimming

Hinaus auf den See

Wir finden unseren Platz am Steg eigentlich ganz schön. Daher verlängern wir gerne noch für einen Tag und nutzen die Zeit, um den See per Kajak zu erkunden.

Es ist natürlich nicht ganz so schön, bei dem trüb-grauen Himmel loszupaddeln. Das war vorgestern noch deutlich gemütlicher. Aber da der Pisz-See deutlich ruhiger ist, gleicht sich das auf eine Weise wieder aus. Hier gibt es nämlich keinerlei Motorboote, die über den See jagen, sondern lediglich ein paar Angler, die ihre Angelrute in das Wasser geworfen haben und genau wie wir froh sind, wenn es ruhig bleibt.

Pisz-See

Die Landschaft ist geprägt von den endlosen Schilfgürteln, die ein Anlanden praktisch unmöglich machen. Die Wälder dahinter fangen bereits ganz zart an, ihr Laub zu verfärben. Oder ist das eine Folge des Dürresommers?

Auf die Pisa

In unserer Paddel-App Canua ist vermerkt, dass man den Zugang zur Pisa, dem Fluss, der den Pisz-See verlässt, schnell übersehen kann. Können wir nicht bestätigen. Das große Hinweisschild für den Flussbeginn muss man erst mal übersehen!

Pisz-See

Da die Fliessgeschwindigkeit der Pisa nicht sehr hoch ist, beschließen wir, einfach teilweise hineinzupaddeln und dann gegen die Strömung wieder zurückzupaddeln. Gute Entscheidung!

Pisz-See

Denn die wildromantische Wald- und Schilflandschaft erinnert uns doch sehr an die Kruttinna, auf der wir ja auch noch paddeln wollen.

Völlig überraschend kommt uns auf dem doch eher schmalen Fluss sogar ein Ruderboot entgegen. Es musste wahrscheinlich an einem der umgestürzten Bäume umkehren, die wir mit den schmalen Kajaks einfach besser umfahren können.

Pisz-See

An einer Seerosenbucht machen wir eine kleine Pause, die wir aber bald wieder beenden, da es ohne Bewegung dann doch schnell kühl wird.

Hund über Bord

Das Anpaddeln gegen die Strömung stellt sich dann als völlig unproblematisch heraus. Da ist ein plötzlich über Bord gehender Hund schon ein anderes Kaliber… Toffi steht gerne wie eine Galionsfigur am Bug des Kajaks und überwacht die Wasserstraße.

In einem Anflug von Größenwahn denkt sie wohl, dass man noch ein Stückchen weiter gehen kann und plumpst über Bord.

Wer sich vielleicht bis jetzt gewundert hat, warum die Hunde Schwimmwesten anhaben („Hunde können doch schwimmen!“): Dank des Tragegriffs am Rücken gelingt es Annette relativ leicht, sie wieder an Bord zu holen, ohne selbst über Bord zu gehen.

Der Blick der pitschnassen Toffi weckt unser Mitleid, aber was können wir groß machen? Außer einem beherzten Sich-Schütteln bleibt da nicht viel.

Pisz-See

Der Rückweg über den Pisz-See fühlt sich dann auch für uns plötzlich kühler an und es wird auch ein wenig windiger und sogar ein leicht fisseliger Regen setzt ein. Nichts wie zurück zum warmen MoMo!

Schreck am Abend

Den Rest des Tages verbringen wir bei einem wärmenden Kakao entspannt und mit ein wenig Arbeit im MoMo. Denn das Wetter lädt nicht wirklich zum Lümmeln in der Hängematte ein, so wie wir es eigentlich geplant hatten.

Pisz-See
Micha in der Hängematte

Als Annette abends in der Küche das Abendessen brutzelt, höre ich plötzlich einen Schmerzensschrei. Die Pfanne, in der sie Cashewnüsse geröstet hat, ist vom Kochfeld gerutscht und Annette hat sie im Reflex mit der nackten Hand abgefangen. Aua!

Dinge, die die Welt nicht braucht…

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2 Kommentare

  1. Hallo Ihr Lieben,

    wir beobachten Euch wieder auf Eurer Reise und sind ausgesprochen dankbar, dass Ihr uns mitnehmt.

    Gerade eben sind wir von einem Wochenendtrip am Alfsee zurückgekehrt. Unsere Zeit des Reisens ist ja noch deutlich begrenzt, so befriedigen wir das aufkommende Fernweh mit Eurem Reise-Blog!

    Wir fühlen mit Annette und wünschen Ihr und Ihrer Hand erträgliche Umstände sowie schnelle Regeneration!

    Fühlt Euch beobachtet und gedrückt! 😉

    Herzliche Grüße aus Soltau

    Jolina und Jonny sowie
    Isabell und Ronny 👋

    Antworten
    • Danke schön, der Hand geht es schon besser. Es ist wohl eher lästig als schlimm schmerzhaft.

      Ihr könnt uns aber gerne etwas besseres Wetter rüberschicken. Das Dauergrau geht uns jetzt schon auf die Nerven – ist man ja gar nicht mehr gewöhnt!

      Liebe Grüße
      Micha

      Antworten

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